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suess

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Adelung
Anchors
13 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Süß

Bd. 4, Sp. 506
Süß, -er, -este, adj. & adv. den höchsten Grad der angenehmen Empfindung auf die Nerven des Geschmackes machend, da es[] denn von derjenigen Empfindung durch den Geschmack gebraucht wird, welche eigentlich dem sauer, oft aber auch dem salzig und bitter entgegen gesetzt ist. 1. Eigentlich, da es sowohl von der Empfindung, als auch von den Körpern, welche diese Empfindung verursachen, gebraucht wird. Süß schmecken. Ein süßer Geschmack. So süß wie Honig, Zucker u. s. f. Süßer Wein. Süße Kirschen. Da es denn in weiterm Verstande nur oft nicht sauer, nicht gesäuert, ingleichen nicht salzig oder nicht gesalzen bedeutet. Süßes Brot, ungesäuertes. Süße Milch, im Gegensatze der Sauern. Süßes Wasser, im Gegensatze der Salzsohle sowohl als des gleichfalls salzigen Seewassers. Süße Butter, ungesalzene. 2. In weiterer Bedeutung, einen hohen Grad der angenehmen Empfindung durch andere Sinne verursachend. (1) In Ansehung des Gehöres, dem Gehöre im hohen Grade angenehm. Eine süße Stimme, süße Töne, süße Lieder, in der Deutschen Bibel; in welchem Verstande es doch in der dichterischen Schreibart am häufigsten vorkommt. Die Sprache der Liebe ist im Neste der Nachtigallen süßer Gesang, und im Winkel der Katze Zetergeschrey, Herd. Das süße Gezwitscher der Schwalben. Kein Mißton stört die süße Harmonie, Geßn. Die Liebe ist schlauer als die Freundschaft, ihr süßes Pfeifchen schläfert wohl einen Argus ein, Weiße. Die süße Stimme der Freude, eben ders. wo es aber auch oft angenehm überhaupt bedeuten kann. (2) Von dem Geruche, diesem Sinne in hohen Grade angenehm Suazo sie thir stinkend, Ottfr. sie riechen dir angenehm. Ein süßer Geruch, in der Deutschen Bibel. Indessen, kommt es in dieser Bedeutung, die dichterische Schreibart etwa ausgenommen, jetzt am wenigsten vor. 3. Figürlich, der innern Empfindung im hohen Grade angenehm. Ein süßer Schlaf. Süß schlafen. Sanft umfängt die Nacht ihn mit süßem Schlummer, Geßn. Mein Herz schmilzt in süßer Wehmuth. Ich schäme mich der süßen Schwachheit nicht, Gell. Ach, wie süß ists mir, an dieser Quelle zu ruhen! Geßn. Mit dir ist jedes Glück mir süßer, eben ders. Sein süßester Zeitvertreib, eben ders. Die süßeste Liebe der Natur, Gell. Es ist ein süßer Gedanke für Tugendhafte, wenn sie sich schmeicheln können, daß ihr Tod beweint wird, Dusch. Du süßer Wohnplatz stiller Freuden, Weiße. Ich habe dir meine süßesten Wünsche anvertraut, eben ders. Und denkt mit süßer Lust an seinen ersten Reigen, Zachar. Jemanden etwas süßes, tausend süße Sachen vorsagen, etwas schmeichelhaftes. Ein süßer Herr, welcher ein Geschäft daraus macht, dem andern Geschlechte etwas süßes vorzusagen, demselben zu schmeicheln, oder zu gefallen; im Franz. Petit maitre. Ein süßer Herr kriegt nie Verstand, Gell. Anm. Im Isidor suuozss, bey dem Kero, Ottfried u. s. f. suazza, im Nieders. söt, im Schwed. söt, im Ißländ. saet, im Angels. swete, swaes, im Engl. sweet, womit auch das Latein. suauis und Griech. ἡδυς verwandt sind. Die erste eigentliche Bedeutung dieses so alten Wortes ist unbekannt; vielleicht bezeichnete es anfänglich etwas, das dem Gehöre angenehm war, durch Nachahmung eines angenehmen Lautes, wie etwa sausen, säuseln, dergleichen etwas auch im Hebr. שוט, sich freuen, hervor zu stechen scheinet. Daß auch süß und sanft nicht so weit entfernt sind, als es anfänglich scheinen möchte, erhellet aus dem Schwed. syfta, süß machen. Das n ist oft ein müßiger Begleiter der Hauch- und Blaselaute, st aber und ß sind Endlaute.
3467 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Süß

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Süß , -er, -este, adj. & adv. den höchsten Grad der angenehmen Empfindung auf die Nerven des Geschmackes machend, da es …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    süß

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    süß [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Süß

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Süß ( Jud S .), s. Süß Oppenheimer .

  4. modern
    Dialekt
    süßAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    süß Adj. : 1. a. 'einen lieblichen, honig- oder zukkerartigen Geschmack habend', Ggs. PfWB sauer , sieß (sīs) [verbr., C…

  5. Sprichwörter
    Süss

    Wander (Sprichwörter)

    Süss 1. Einer mag's süss, der ander sawr, so werden alle gemüse passen. – Petri, II, 181; Henisch, 1489, 14. 2. Es ist n…

  6. Spezial
    süß

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    süß adj. 1 duc (duc, ducia) 2 ‹fig› (lieblich) da orëi bun.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suess

189 Bildungen · 146 Erstglied · 40 Zweitglied · 3 Ableitungen

suess‑ als Erstglied (30 von 146)

Süßapfel+baum

PfWB

suessapfel·baum

Süßapfel + -baum m. : ehem FlN; a. 1570: bey dem syeß appelbaum in der Vockenbach [StArch. KL-Landstl Gerichtsbuch 101 (KL-Bann)]. —

Sǖßbast

Adelung

suess·bast

Der Sǖßbast , des -es, plur. car. ein Nahme des Kellerhalses, Daphne Mezereum Linn. S. Adelung Kellerhals .

Süßbaum

PfWB

suess·baum

Süß-baum m. : FlN, Süßbaum [ Zink FlN 127 (KU-Jettb)]. —

Süssbirne

RhWB

suess·birne

Süss-birne (s. S.) Bernk-Hottenb , Schleid-Wildenbg f.: B.sorte, sehr süss schmeckend.

Süßborn

PfWB

suess·born

Süß-born m. : ehem. FlN; a. 1417: 2 morgen feldes lit off dem oberste wilre gein sußborn off dem berge [HornbGb.]. —

Süßbrand

Meyers

suess·brand

Süßbrand , zum Schwefeln der Weinfässer dienender arsenfreier Schwefel.

Süßbrantwein

Campe

suess·brantwein

○ Der Süßbrantwein , — es, Mz. — e , ein mit Zucker versüßter feiner Brantwein (Liqueur ).

Süßbriefchen

Campe

suess·briefchen

◎ Das Süßbriefchen , — s, Mz . gl. ein Briefchen, welches Süßes enthält, worin Süßes, d. h. Angenehmes, Schmeichelhaftes gesagt wird, besond…

Süßbrot

Campe

suess·brot

Das Süßbrot , — es, Mz. — e , eigentlich, süßes ungesäuertes Brot, als Sammelwort, ohne Mehrzahl. I engerer Bedeutung ◎ Süßbrötchen , kleine…

Süßbrunzer

PfWB

suess·brunzer

Süß-brunzer m. : 'Schöntuer', Sießbrunseʳ [PS-Rodalb ( Bernhard 171)]; vgl. PfWB süß 2 b. —

Süßchen

Campe

suess·chen

○ Х Das Süßchen , — s, Mz . gl. ein kleines süßes Ding. So kann man die kleinen viereckigen Zuckerplätzchen, welchen man durch Gewürze  all…

Süßdotter

PfWB

suess·dotter

Süß-dotter Gen.? : 'Löwenzahn (Tara- xacum officinale)', Sießdoddeʳ [ KB-Mauchh ]; Syn. s. PfWB Bettseicher 2 a.

Süssdrüppel

RhWB

suess·drueppel

Süss-drüppel -yp-, –ø- Ruhr m.: Lakritze. RA.: Sin Kallerei (Rederei) üs wie Anis un S. süsslich.

süsse,

FWB

1. ›Süße, Süßigkeit, süsser, angenehmer Geschmack e. S.‹; als Metonymie: ›süß schmeckende Sache, Substanz‹; mit Genitivmetapher auf ruhe bez…

süssel

DWB

sues·sel

süssel , m. , stielnetz, vgl. Mensing holst. 4, 969 : der bügelhamen (... süssel ...) wird namentlich in bächen und gräben zum fange verwend…

Süßelei

Campe

suesse·lei

Die Süßelei , Mz. — en . 1) Ein widerlich süßes Betragen, Reden und Handeln; ohne Mehrzahl. »Das zeigt die schleichende Süßelei des versäuer…

süsselen

WWB

suess·elen

süsselen V. 1. flüstern ( Kr. Wiedenbrück Wie Kr. Wiedenbrück@Clarholz Kl ). — 2. ungenau sprechen: Hennerich, höe op met doinem Sösseln! ( …

Süßeley

Adelung

suesse·ley

Die Süßeley , plur. die -en, von süß, angenehm, ein ekelhaft oder widerwärtig süßes Betragen, dergleichen Ausdrücke, Schmeicheleyen u. s. f.…

Süßeln

Adelung

suess·eln

Süßeln , verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben, ekelhaft süß riechen und schmecken, wie manche Körper bey und in der Fäulniß zu thun …

suess als Zweitglied (30 von 40)

ängstlichsüß

GWB

aengstlich·suess

ängstlich-süß daß die größte Lust nur dann am höchsten reizt, wenn sie sich ganz nahe an die Gefahr drängt und lüstern ängstlich-süße Empfin…

Bittersǖß

Adelung

bitter·suess

Das Bittersǖß , subst indecl. plur. inus. eine Art Nachtschatten mit einem unbewehrten strauchartigen gebogenen Stamme, welche an den feucht…

blumensüss

RhWB

blumen·suess

blumen-süss -zȳt Nfrk Adj.: 1. widerlich liebenswürdig, charakterlos. En Blumesüte Taugenichts, Strick, Schmeichler, Heuchler, Leisetreter. …

engelssüß

DWB2

engels·suess

engelssüß adj. : 1691 Stieler stammbaum 2242. 1744 Reichard ged. 37. Horlitz, Albrand

Ếngelsǖß

Adelung

engel·suess

Das Ếngelsǖß , subst. indecl. plur. inus. eine Pflanze, welche zu den Farrenkräutern gerechnet wird, und verschiedene Unterarten begreift, d…

göttlichunverändertsüß

GWB

göttlich-unverändert-süß [ der Sohn hat beim eiligen Zusammenfügen der Erschlagenen das Haupt seiner schönen Mutter, einer Brahmanin, auf de…

Grausamsüß

Campe

grausam·suess

◬ Grausamsüß , adj . u. adv . auf eine grausame Art süß, süß und dabei doch grausam. Denn die Stunde der Entbindung Naht, die grausamsüße St…

Hasensüss

RhWB

hasen·suess

Hasen-süss -:- Neuw-Leutesd n.: in Gärten vorkommende Pflanze (botanisch?).

himmelsüß

GWB

himmel·suess

himmelsüß von herrlichen Tönen, Träumen Und auf einmal fiel sie [ Lotte ] in die alte himmelsüsse [h-e Werth 2 ] Melodie ein AA112,9 Werth 1…

Hōnigsǖß

Adelung

honig·suess

Hōnigsǖß , adj. et adv. süß wie Honig. Ingleichen figürlich, im hohen Grade süß, angenehm. So waren die Tage unserer Kindheit honigsüß, Geßn…

Immersüß

GWB

immer·suess

Immersüß (Spott-)Name der Figur des schwärmerisch-übersensiblen ‘Poeten’ GWB 12,233 UnglHausgenossen 209 Rüdiger Welter R.W.

judensüß

PfWB

juden·suess

juden-süß Adj. : ' überaus freundlich '. Der kann so jurresieß redde [ KB-Albish ]. SHW Südhess. III 1001 .

kleesüss

RhWB

klee·suess

klee-süss -:-  Sieg-Fussh Adj.: k.ə Melch bei Kl.fütterung.

liebesüß

GWB

liebe·suess

liebesüß [ die Muse, anspielend auf die Befreiung von der napoleonischen Herrschaft: ] Die Fesseln fallen ab von Händ- und Füßen, | Wie Schu…

Mädchen(s)süß

PfWB

maedchens·suess

Mädchen(s)-süß Gen.? : 'Spierstaude (Spiraea Ulmaria)', Mäde- u. Mädelsieß [KU-Lauteck ( Wilde 230)]; vgl. Mädchensträhl . —

Mädesüß

Pfeifer_etym

made·suess

Mädesüß n. Name mehrerer Wiesenpflanzen. Auszugehen ist wohl von anord. *meduwurti-, Name einer stark duftenden Pflanze, zur Geschmacksbildu…

Medesüß

Campe

mede·suess

† Das Medesüß , o. Umend. u. Mz . ein Name des Geißbartes (Spiraea ulmaria L .).

metigsüss

RhWB

metig-süss midχz:s  Köln (u. -dəliχ- ), Bergh ; mitəriχ- Düss-Stdt Adj.: sehr süss.

metsüss

RhWB

met·suess

met-süss mitz:s Eusk-Zülp ; mī:z:t Kemp-Süchteln ; mīdəze·i.s () Bernk-Neumag Adj.: sehr süss.

middigsüss

RhWB

middig-süss = widerlich s. s. bei Met;

Mostsüß

Campe

most·suess

Mostsüß , adj . u. adv . süß wie Most. Mostsüße Äpfel. Frisch.

Ableitungen von suess (3 von 3)

Süße

Pfeifer_etym

süß Adj. ‘wie Zucker oder Honig schmeckend’ (von Speisen), im Geruch diesem Geschmack vergleichbar, übertragen ‘lieblich, wohlklingend, entz…

Unsüß

Campe

Unsüß , adj . u. adv . nicht süß.

versüßen

Pfeifer_etym

süß Adj. ‘wie Zucker oder Honig schmeckend’ (von Speisen), im Geruch diesem Geschmack vergleichbar, übertragen ‘lieblich, wohlklingend, entz…