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Stocken

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
25 in 18 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Stocken

Bd. 4, Sp. 392
Stocken, verb. regul. welches mit Stock nahe verwandt und in den meisten Bedeutungen das Stammwort desselben ist, aber nur noch in einigen Fällen seines ehemaligen vermuthlich viel weitern Gebrauches üblich ist. I. Als ein Activum, wo es zunächst von Stock gebildet zu seyn scheinet. 1. Die Tuchmacher stocken die Tücher, wenn sie selbige auf- oder zusammen rollen. Vielleicht, weil es auf einen Stock oder Stab geschiehet; wo nicht, so scheinet der Begriff der Masse, der Dicke, der herrschende zu seyn. 2. Im Oberdeutschen stockt man den Wein und andere Gewächse, wenn man Stöcke, d. i. Pfähle,[] Stangen oder Stäbe zu denselben steckt, welches man in andern Gegenden pfählen, stängeln, stäbeln, nennet. 3. In Ausstocken bedeutet es die Stöcke oder Wurzelenden gefälleter Bäume ausrotten; in verstocken aber, hart, unempfindlich dem Gemüthe nach, machen, S. dasselbe. Im Schwedischen ist stocka gleichfalls verhärten. 4. Das Reciprocum sich stocken oder sich bestocken wird von den Gewächsen gesagt, wenn die Pflanze mehrere Stängel oder Halme treibt, welches man auch sich bestauden nennet. II. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben. 1. Mit dem herrschenden Begriffe des Stehens, von welchem Zeitworte es hier ein Intensivum ist, und den figürlichen Nebenbegriffen sowohl der Dicke, als auch der Unbeweglichkeit. (1) Aufhören sich zu bewegen. Das Wasser stockt, wenn es nicht abfließt. Ihm stockt sein Blut, ihm starrt das Haar, Wiel. Besonders figürlich. Das Geld stockt, wenn es nicht circulieret, wenn dessen Um- oder Kreislauf gehemmet ist. Stockungen in dem Umlaufe des Geldes verursachen. Die Sache stockt, will nicht fort, wird gehindert. Die Handlung stockt jetzt überall. Ingleichen unpersönlich. Es stockt mit der Sache. In welchem Verstande man auch sagt, in das Stocken oder Stecken gerathen. 2. Im Reden inne halten, weil man nicht weiß, was man sagen soll, im Reden stecken bleiben. Nach einer kleinen Vergleichung fährt er mit einem Aber fort und stockt; nun Herr Orgon, was haben sie? was stocken sie? Gell. Er stockt, wenn man ihn fragt, zeigt ein zerstreut Gesicht, Und widerspricht sich schon, eh er zehn Worte spricht, eben ders. Aufhören sich zu bewegen und dicke werden, wo es besonders von flüssigen Körpern für gerinnen, gestehen, üblich ist. Das Blut stockt, die Milch stockt. Auch als ein Reciprocum. Die Milch stockt sich. Im Schwedischen gleichfalls stocka, im Lateinischen mit dem n, dem Begleiter der Gaumenlaute, stagnare. 2. Trockne Körper stocken, wenn sie von schädlicher Feuchtigkeit ohne Bewegung verdorben werden. Die Leinwand stockt, wenn sie an einem feuchten Orte liegt. Stockfleckig seyn, durch das Stocken Flecke bekommen haben. Ingleichen unpersönlich. Man muß die hölzernen Geschirre an einen bedeckten Ort stellen, wo es nicht stockt, d. i. nicht stocken macht. So auch das Stocken, und in einigen Fällen die Stockung. Anm. Schwed. stocka, Engl. to stik. Siehe Stock, Stehen, Stauen, Stauchen u. s. f.
2951 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stockenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    stocken swv. s. erstocken, verstocken;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stockenSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    stocken , Sb. nhd. Garnknäuel? ÜG.: lat. panus Q.: Zs. Phil. 16 224 E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 3, 497 ([stocken]…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stocken

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Stocken , verb. regul. welches mit Stock nahe verwandt und in den meisten Bedeutungen das Stammwort desselben ist, aber …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stocken

    Goethe-Wörterbuch

    stocken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    stocken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    stocke n allg. 1. abs. oder tr. (letzteres gewöhnlich bei Zss.) mit der Stockhaue arbeiten, ausroden. Nimm d Rüthoü zum …

  6. Spezial
    stocken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sto|cken vb.intr. 1 (stauen) se abiné sö, se impifé 2 (stillstehen) ester chit 3 (stagnieren) stagné (-gnëia) 4 (nicht v…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stocken

40 Bildungen · 23 Erstglied · 13 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von stocken 2 Komponenten

stoc+ken

stocken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stocken‑ als Erstglied (23 von 23)

stockenblind

MeckWB

stocken·blind

stockenblind stockblind völlig blind: stockenblind Reut. 1, 135; Ro Dob ; Gü Bütz ; im Reim: De Sparling up de Klink, Dee würd' stockenblind…

stockende

DWB

stock·ende

stockende , n. ( in der förstersprache ) das obere ende des wurzel stockes ( s. 1 stock m. 1); eines blumen stocks ( unter 2) im gegensatz z…

stockende dünste

DWB

stockende dünste : ( mancher palast ) hebt die thürmenden giebel, die stockende dünste umbrüten, welche mit stumpferem stral mühsam die sonn…

stockender nebel

DWB

stockend·er·nebel

stockender nebel : neben und über uns, vor und hinter uns dichte stockende nebel Steub drei sommer in Tirol 1, 396 . 3 3) die maschine stock…

stockendkalt

DWB

stockend·kalt

stockendkalt , adj. so kalt, dasz alles leben stockt: das stockendkalte blut Stoppe Parnasz 174 . —

stockendot

MeckWB

stocken·dot

stockendot völlig tot Gü Gülz . Mnd. stokdot. stock- Br. Wb. 4, 1046.

stockendtrübe

DWB

stockend·truebe

stockendtrübe , adj. : ( entsprechend 1 stocken verb. III 2 c sp. 68): versieget ist Kastaliens geweihter quell, versieget! sonst heller als…

stockendüüster

MeckWB

stocken·dueuester

stockendüüster stockfinster; erweitert: stockendig düüster, stockendigen düüster Ritt. Gr. 117, wozu vgl. stickendüüster .

stock(en)dunkel

PfWB

stocken·dunkel

stock(en)-dunkel Adj. : ' sehr dunkel ', stockdunkel [mancherorts, Krämer Gal 208], stocke- [FR-Tiefth NW-Kallstdt Mang 182]; vgl. Stich 7 b…

Stock=engländer

Campe

stocken·glaender

Х Der Stock=engländer , — s, Mz . gl; die — inn , ein echter, an seiner Landesart, an seinen Landessitten und an seiner Verfassung steif und…

stocken II

RhWB

stocken II -o- hinstauchen s. stucken;

stockenkohle

DWB

stocken·kohle

stockenkohle , f. ( in der köhlersprache ) die aus den baumstümpfen ( s. 1 stock m. 1 gewonnene holzkohle, die im stockenmeiler besonders ge…

stockenlahm

MeckWB

stocken·lahm

stockenlahm völlig lahm, stocksteif; vom Menschen: Hiir was ick denn so stockenlahm, Knap könn ick noch mihr krupen Less. Hell. 206; Ro Ribn…

stockenrip

MeckWB

stocken·rip

stockenrip stock- völlig reif, vom Getreide: dat Kuurn is stockenrip Ro Dierh ; Klock; Ha Red ; stockrip Schö Dem .

stockenstierndüüster

MeckWB

stockenstierndüüster wie stockendüüster: bi Nacht In stockenstiirn Düüstern Less. Hell. 14.

Stockenstrom

Meyers

stocken·strom

Stockenstrom , Bezirk in der Kapkolonie, 813 qkm mit (1891) 7776 Einw. (9,5 auf 1 qkm); fruchtbar, besonders in den lieblichen Tälern, liegt…

stockente

DWB

stock·ente

stockente , f. die gewöhnliche wildente ( s. th. 14, 2 sp. 67) anas boschas L. ( Oken 7, 464 , Naumann vögel 11, 575 ; boscas Brehm 6, 635 P…

stocken als Zweitglied (13 von 13)

Abstocken

Campe

abs·tocken

Abstocken , v. I) trs. von Stock, durch Ablegen oder Absenken einen neuen Stock entstehen machen. Nelken abstocken. S. Abstöckeln. Eben so, …

aufstocken

DWB

auf·stocken

aufstocken , suffodere? er fieng an rings um die wohnung alle noch unbepflanzten plätze aufzustocken und umzugraben. Wieland 30, 328 .

ausstocken

DWB

aus·stocken

ausstocken , exstirpare, ausreuten: abgeleitete flüsse, ausgetrocknete sümpfe, ausgestockte wälder. Wieland 7, 255 . in anderm sinne, die hu…

b(e)stocken

Idiotikon

b(e)stocken Band 10, Spalte 1780 b(e)stocken 10,1780

bestocken

DWB

bes·tocken

bestocken , maculas ex humore vel situ contrahere, stockfleckig werden.

erstocken

DWB

ers·tocken

erstocken , corrumpi, obfirmari, stocken, verstocken: erstockter, verherter ( verhärteter ), obfirmatus, obduratus. voc. 1482 h 2 a ; erstoc…

verstocken

DWB

vers·tocken

verstocken , verb. , ist an stock, stocken ( s. d. ) anzuschlieszen. selten ' mit stöcken versehen, begrenzen ' wie stocken und verstecken I…

vorstocken

MNWB

vors·tocken

vorstocken (° -stucken Brem. Lass.-B. 38?), swv. , 1. steif werden; übertr. hartnäckig, verbohrt werden, sich festrennen. 2. stockig werden,…

vörstocken

KöblerMnd

vörstocken , sw. V. nhd. „verstocken“, steif werden, hartnäckig werden, verbohrt werden, sich festrennen, stockig werden, verfaulen, verrott…

Ableitungen von stocken (4 von 4)

bestocken

DWB

bestocken , maculas ex humore vel situ contrahere, stockfleckig werden.

erstocken

DWB

erstocken , corrumpi, obfirmari, stocken, verstocken: erstockter, verherter ( verhärteter ), obfirmatus, obduratus. voc. 1482 h 2 a ; erstoc…

gestocken

DWB

gestocken , verb. verstärktes stocken ( s. d. ), dick und fest werden, gestehen, gerinnen Krämer 553 a : gestocken, concrescere, gestockt bl…

verstocken

DWB

verstocken , verb. , ist an stock, stocken ( s. d. ) anzuschlieszen. selten ' mit stöcken versehen, begrenzen ' wie stocken und verstecken I…

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APA
Cotta, M. (2026). „stocken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stocken/adelung
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Cotta, Marcel. „stocken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stocken/adelung. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stocken". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stocken/adelung.
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