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Stocken

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
25 in 18 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Stocken v., trs, rec, ntr

Bd. 4, Sp. 670b
Stocken, v. I) trs. 1) Mit einem Stocke oder mit Stöcken versehen, wo es richtiger stöcken lauten würde. I der Schifffahrt stockt man den Anker, wenn man den Stock an den Schaft des Ankers befestiget. Eben daselbst heißt ein Ankertau, welches sich um den Stock oder Flügel des Ankers auf dem Meeresgrunde geschlungen hat, ein gestocktes oder vom Ankerstocke unklares Ankertau. So stockt man auch den Wein und andere Gewächse, wenn man Stöcke, d. h. Pfähle oder Stangen zu denselben steckt; pfählen, stengeln, stäbeln. Eine entgegengesetzte Bedeutung hat es in ausstocken, die Stöcke oder Wurzelenden der Bäume ausroden. 2) Zu einem Stocke machen. So stocken die Tuchmacher die Tücher, wenn sie dieselben zusammenrollen, weil sie dadurch zu einem Ganzen werden, welches einem Stocke oder Blocke ähnlich ist. Uneigentliche Bedeutung hat es in dem zusammengesetzten verstocken, dem Gemüthe nach hart, unempfindlich machen. II) rec. Sich stocken. 1) Von den Gewächsen, zu einem Stocke werden, Stengel oder Halme treiben; vom Getreide. Das Getreide stockt sich. Gewöhnlicher bestocken. 2) Von flüssigen Körpern, gerinnen. III) ntr. mit haben, aufhören sich zu bewegen und uneigentlich, aufhören Fortgang zu haben. Das Wasser stockt, wenn es nicht abfließen kann. Im stockt sein Blut, ihm starrt das Herz, Wieland. Noch klopft von Todesangst umfangen Sein stockend Herz — Ders. Eine Uhr stocket, wenn sie nicht gehet. Das Geld stockt, wenn der Umlauf desselben gehemmt ist. Der Handel stockt, er wird gehindert, liegt danieder. Die Sache stockt, sie wird verhindert, hat keinen Fortgang, wo man auch sagt es stockt mit ihr, sie geräth ins Stocken. Zuweilen ist der Begriff des Aufhörens einer Wirkung damit verbunden. So sei so gut, Gesetz der Schwere, gleich zu stocken. Falk. (R.) Besonders gebraucht man stocken von der Stimme und von der Rede. Die Stimme stockt, wenn man mit derselben nicht heraus kann, wenn man aufhören muß zu singen oder zu sprechen. — und athmend stockt ihr die Stimme. Voß. I Reden stocken, inne halten im Reden, wenn man nicht weiß was man sagen soll, oder wenn man sich in den Worten verwickelt oder in Verlegenheit geräth, so daß man aufhören muß zu reden. »Nach einer kleinen Vergleichung fährt er mit einem Aber fort und stockt; nun Herr Orgon was haben Sie, was stocken Sie?« Gellert 2) Zum Stocke werden, hart, steif, ungelenkig werden. — und es stockt ein jedes Gelenk hier. Voß. — stockt' er in dieser Geberd' ein marmornes Bildniß. Ders. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung von flüssigen Körpern, seine Flüssigkeit verlieren und dick, steif werden. Die Milch stokket, sie gerinnet. 3) Vom Stehen, Liegen ohne Bewegung an einem feuchten Orte verderbt werden und davon Flecke und einen gewissen unangenehmen Geruch bekommen. Die Leinwand, die Bücher stocken an feuchten Orten. Es stockt hier, es ist hier feucht, so daß daselbst befindliche Sachen davon verderben. — D. Stocken. D. — ung.
2944 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stockenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    stocken swv. s. erstocken, verstocken;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stockenSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    stocken , Sb. nhd. Garnknäuel? ÜG.: lat. panus Q.: Zs. Phil. 16 224 E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 3, 497 ([stocken]…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stocken

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Stocken , verb. regul. welches mit Stock nahe verwandt und in den meisten Bedeutungen das Stammwort desselben ist, aber …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stocken

    Goethe-Wörterbuch

    stocken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    stocken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    stocke n allg. 1. abs. oder tr. (letzteres gewöhnlich bei Zss.) mit der Stockhaue arbeiten, ausroden. Nimm d Rüthoü zum …

  6. Spezial
    stocken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sto|cken vb.intr. 1 (stauen) se abiné sö, se impifé 2 (stillstehen) ester chit 3 (stagnieren) stagné (-gnëia) 4 (nicht v…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stocken

40 Bildungen · 23 Erstglied · 13 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von stocken 2 Komponenten

stoc+ken

stocken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stocken‑ als Erstglied (23 von 23)

stockenblind

MeckWB

stocken·blind

stockenblind stockblind völlig blind: stockenblind Reut. 1, 135; Ro Dob ; Gü Bütz ; im Reim: De Sparling up de Klink, Dee würd' stockenblind…

stockende

DWB

stock·ende

stockende , n. ( in der förstersprache ) das obere ende des wurzel stockes ( s. 1 stock m. 1); eines blumen stocks ( unter 2) im gegensatz z…

stockende dünste

DWB

stockende dünste : ( mancher palast ) hebt die thürmenden giebel, die stockende dünste umbrüten, welche mit stumpferem stral mühsam die sonn…

stockender nebel

DWB

stockend·er·nebel

stockender nebel : neben und über uns, vor und hinter uns dichte stockende nebel Steub drei sommer in Tirol 1, 396 . 3 3) die maschine stock…

stockendkalt

DWB

stockend·kalt

stockendkalt , adj. so kalt, dasz alles leben stockt: das stockendkalte blut Stoppe Parnasz 174 . —

stockendot

MeckWB

stocken·dot

stockendot völlig tot Gü Gülz . Mnd. stokdot. stock- Br. Wb. 4, 1046.

stockendtrübe

DWB

stockend·truebe

stockendtrübe , adj. : ( entsprechend 1 stocken verb. III 2 c sp. 68): versieget ist Kastaliens geweihter quell, versieget! sonst heller als…

stockendüüster

MeckWB

stocken·dueuester

stockendüüster stockfinster; erweitert: stockendig düüster, stockendigen düüster Ritt. Gr. 117, wozu vgl. stickendüüster .

stock(en)dunkel

PfWB

stocken·dunkel

stock(en)-dunkel Adj. : ' sehr dunkel ', stockdunkel [mancherorts, Krämer Gal 208], stocke- [FR-Tiefth NW-Kallstdt Mang 182]; vgl. Stich 7 b…

Stock=engländer

Campe

stocken·glaender

Х Der Stock=engländer , — s, Mz . gl; die — inn , ein echter, an seiner Landesart, an seinen Landessitten und an seiner Verfassung steif und…

stocken II

RhWB

stocken II -o- hinstauchen s. stucken;

stockenkohle

DWB

stocken·kohle

stockenkohle , f. ( in der köhlersprache ) die aus den baumstümpfen ( s. 1 stock m. 1 gewonnene holzkohle, die im stockenmeiler besonders ge…

stockenlahm

MeckWB

stocken·lahm

stockenlahm völlig lahm, stocksteif; vom Menschen: Hiir was ick denn so stockenlahm, Knap könn ick noch mihr krupen Less. Hell. 206; Ro Ribn…

stockenrip

MeckWB

stocken·rip

stockenrip stock- völlig reif, vom Getreide: dat Kuurn is stockenrip Ro Dierh ; Klock; Ha Red ; stockrip Schö Dem .

stockenstierndüüster

MeckWB

stockenstierndüüster wie stockendüüster: bi Nacht In stockenstiirn Düüstern Less. Hell. 14.

Stockenstrom

Meyers

stocken·strom

Stockenstrom , Bezirk in der Kapkolonie, 813 qkm mit (1891) 7776 Einw. (9,5 auf 1 qkm); fruchtbar, besonders in den lieblichen Tälern, liegt…

stockente

DWB

stock·ente

stockente , f. die gewöhnliche wildente ( s. th. 14, 2 sp. 67) anas boschas L. ( Oken 7, 464 , Naumann vögel 11, 575 ; boscas Brehm 6, 635 P…

stocken als Zweitglied (13 von 13)

Abstocken

Campe

abs·tocken

Abstocken , v. I) trs. von Stock, durch Ablegen oder Absenken einen neuen Stock entstehen machen. Nelken abstocken. S. Abstöckeln. Eben so, …

aufstocken

DWB

auf·stocken

aufstocken , suffodere? er fieng an rings um die wohnung alle noch unbepflanzten plätze aufzustocken und umzugraben. Wieland 30, 328 .

ausstocken

DWB

aus·stocken

ausstocken , exstirpare, ausreuten: abgeleitete flüsse, ausgetrocknete sümpfe, ausgestockte wälder. Wieland 7, 255 . in anderm sinne, die hu…

b(e)stocken

Idiotikon

b(e)stocken Band 10, Spalte 1780 b(e)stocken 10,1780

bestocken

DWB

bes·tocken

bestocken , maculas ex humore vel situ contrahere, stockfleckig werden.

erstocken

DWB

ers·tocken

erstocken , corrumpi, obfirmari, stocken, verstocken: erstockter, verherter ( verhärteter ), obfirmatus, obduratus. voc. 1482 h 2 a ; erstoc…

verstocken

DWB

vers·tocken

verstocken , verb. , ist an stock, stocken ( s. d. ) anzuschlieszen. selten ' mit stöcken versehen, begrenzen ' wie stocken und verstecken I…

vorstocken

MNWB

vors·tocken

vorstocken (° -stucken Brem. Lass.-B. 38?), swv. , 1. steif werden; übertr. hartnäckig, verbohrt werden, sich festrennen. 2. stockig werden,…

vörstocken

KöblerMnd

vörstocken , sw. V. nhd. „verstocken“, steif werden, hartnäckig werden, verbohrt werden, sich festrennen, stockig werden, verfaulen, verrott…

Ableitungen von stocken (4 von 4)

bestocken

DWB

bestocken , maculas ex humore vel situ contrahere, stockfleckig werden.

erstocken

DWB

erstocken , corrumpi, obfirmari, stocken, verstocken: erstockter, verherter ( verhärteter ), obfirmatus, obduratus. voc. 1482 h 2 a ; erstoc…

gestocken

DWB

gestocken , verb. verstärktes stocken ( s. d. ), dick und fest werden, gestehen, gerinnen Krämer 553 a : gestocken, concrescere, gestockt bl…

verstocken

DWB

verstocken , verb. , ist an stock, stocken ( s. d. ) anzuschlieszen. selten ' mit stöcken versehen, begrenzen ' wie stocken und verstecken I…

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APA
Cotta, M. (2026). „stocken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stocken/campe
MLA
Cotta, Marcel. „stocken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stocken/campe. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stocken". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stocken/campe.
BibTeX
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