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steil

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steil adj.

Bd. 18, Sp. 1949
steil, adj. , adv. form und verbreitung. ahd. steigal, mhd. steigel, steil, mnd., mndl., ndl. steil, ags. stǽgel, n.-norw. stejl. die zugrunde liegende zweisilbige form, von stîgan abzuleiten, wie ahd. ezzal zu ezzan, sprâchal zu sprechan, das mit st. gleichbedeutende stehhal zu stechan gehört (vgl. Wilmanns 2 dtsche gramm. 2, 429), ist schon spätmhd., bzw. frühnhd. zusammengezegen worden: clivus steyl neben der glosse eyn steghele Diefenbach nov. gl. 97a. so besonders dann in quellen des 17. jh.s (z. b. bei D. v. d. Werder, A. U. v. Braunschweig, Lohenstein, A, Olearius, Ziegler, Hoffmannswaldau, G. Neumark. vgl. aber anderseits steigel contr. steil Stieler 2138; steigelauf Neumark fortgepfl. lustw. (1657) 2, 295), und wenn auch steigel gelegentlich noch im 18. jh. begegnet (vgl. Kramer 2, 948c; Frisch 2, 328c; Dähnert 459b; Adelung 4, 334, der steggel für die Osnabrücker gegend nachweist, und steigl Mansons seebuch 32, steiglung 53), so ist doch seit dieser zeit der sieg der einsilbigen form entschieden. ebenfalls erst im späteren 18. jh. ist st. als wort der gewählten rede allgemein geworden Heyne 3, 785. noch Adelung 4, 334 spricht es dem 'gemeinen leben' zu, während 'in der anständigeren schreibart jähe üblich ist.' vorher sind literaturbelege immerhin selten. — 'wahrscheinlich ist st. vom westlichen Niederdeutschland ausgegangen' Kluge (1910) 441, doch beachte den ältesten beleg in steikelero steti in abrupto loco bei Graff 6, 626 in oberdeutscher formung. das eigentlich süddeutsche wort für st. war in alter zeit steckal, stehhal (Graff 6, 663), mhd. steckel, stechel (mhd. wb. 2, 2, 625), welches bair.-österr., els., hess. u. thüring. in anlehnung an stîgen (?) die nebenform stickel entwickelte (s. d.). bedeutung und gebrauch. eine definition bei Eberhard: 'die anhöhe ... die st. genannt wird, so fern sie schwer zu ersteigen ist' vers. e. allg. teutschen synon. 4, 163. ähnl. Heinsius: 'st. fast gerade in die höhe sich erstreckend, in seiner richtung sich der senkrechten linie nähernd, mit der grundfläche also beinah einen rechten winkel bildend, im gegensatze von schräg, lehnig' 4, 773a. doch wird das masz der schrägung, die erforderlich ist, um etwas als st. zu bezeichnen, auch anders angegeben: sie (die neigung eines abhanges bis 30°) ist dann schon beträchtlich, und der abhang wird st. genannt Oken allg. naturgesch. (1893 ff.) 1, 544. gelegentlich unterscheidet dabei die sprache begriffe wie ganz st., d. h. dann also 'senkrecht' oder richtiger steilrecht (s. d.) und halb st. vgl. A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 3, 871; Krünitz 24, 35. etwas unbestimmt glossiert st. bei Diefenbach nov. gl. 6a; 97a; 127b die lat. wörter acclivus und clivus, während declivis dem deutschen neder steyl entspricht. verwässerung der eigentlichen bedeutung des wortes gelegentlich im dialekt: »ja, der Giiskopf, das ist freilich etwas anderes! der ist hoch (d. i. st.)«. (worte eines Algäuers) H. v. Barth Kalkalpen 196. von Gueinz dtsche rechtschr. 71 als synonymon zu jähe bezeichnet, während Eberhard zwischen jäh und st. unterscheidet, insofern bei jener ausdrucksweise der beobachter oben auf der höhe steht und bei dieser von unten zur höhe hinaufschaut. vers. e. allg. teutschen synon. 4, 163; 6, 72. vgl. auch Sanders wb. dtsch. synonymen (1861) 679. II. das adj. st. I@AA. von concreten begriffen. I@A@11) für die ganze bedeutungsentwicklung des wortes scheint das gelände den ausgangspunct hergegeben zu haben. I@A@1@aa) in eigentlicher verwendung. I@A@1@a@aα) von naturgebilden. I@A@1@a@a@aaaa) der gebirgslandschaft. am allgemeinsten in substantivischer form des adj.: alle flächen (waren) grün, nirgends etwas steiles, unfruchtbares und ungepflügtes zu sehen Göthe 25, 63 W.; ich ... kam so ins steile, dasz ich weder zurück noch vor mir konnte Heinse an Jacobi in Gleim briefw. 1, 448 Körte; je mehr das steile und starre in das zerissene übergeht Fr. Th. Vischer ästhetik 2, 67. ähnl., wenn st. als prädicatsnomen zum subject es gehört: hinunter, hinunter, wos steil ist und wos schmal, mit französischem plunder vom berg in das thal Brentano 2, 31; zum gehen war es zu st. Fontane ges. w. 1, 1, 249; auch spazieren können sie gehen ..., auch in die höhe, wo es aber etwas st. wird Steub drei sommer in Tirol (1846) 38. in der überzahl der fälle bezieht sich st. aber unmittelbar auf substantivbegriffe: steile gegenden Göthe 23, 124 W. ähnl. IV 41, 244 W.; die steilste stelle W. H. Riehl arbeit 291; sie sprachen (davon) ..., wie st. die gelände und wie darum dies bergland spärlich bewohnt sei G. Freytag ahnen 1, 157; an den steilen orten H. v. Barth Kalkalpen 409. ebenso von anhöhen: die anhöhen haben mir zu st. geschienen Klopstock br. 177 L.; an steilen anhöhen Nicolai reise 1, 8; Fr. L. Jahn 2, 24 E.; Ebner - Eschenbach ges. schr. 4, 68. häufig ist der nahverwandte ausdruck steile höhe: er singt, wie meer und gluth und luft und erd entstanden; ... und hier und dort ein thier auf steilen höhen rennt Ramler einl. (1758) 1, 403; auf steiler höhe, am nakten felsen, lieg ich und flehe Göthe 5, 14 W.; wie der wandrer auf der steilen hOeh die blicke wendet von des abgrunds nacht Beer s. w. 190 v. Schenk; von der steilen höhe flogen jetzt dichter die speere G. Freytag ahnen 1, 197; Ranke s. w. 2, 156. ggs. steile tiefe: von einem pferde ..., ... mit welchem er in eine steile tiefe hinuntergesetzt hatte J. E. Schlegel w. 3, 512. in anderen fällen nähert sich steile höhe mehr oder weniger dem abgezogenen gebrauche (vgl.st. I, B); setzen wir nun die steile höhe des landes ... hinzu: so wird uns die verschiedenheit beider welttheile noch auffallender Herder 13, 44 S. mit süddeutscher vertauschung der begriffe 'höhe' und 'tiefe': jetzo auf den schroffsten zinken hängt sie, auf dem höchsten grat, ... unter sich die steile höhe, hinter sich des feindes nähe Schiller 9, 403 G. in bestimmterer ausdrucksweise. ganze gebirge: der steilen Alpen ewig eis vergröszert deines zuges preis Gottsched ged. (1751) 20; die steilen gebürge Haller Usong (1771) 157; Göthe IV 31, 252 W.; die weite see und ein steiles unübersteigliches felsengebirge Fr. Schlegel s. w. 6, 164. berge: die steilen riesenberge sind von Cyclopen leer Lohenstein Arminius (1689 ff.) 2, 1307b; hier zeigt ein steiler berg die mauergleichen spitzen Haller ged. (1882) 35; am steilen berge, der nun vor ihm stehet, glaubt er die spuren eines wegs zu sehen Göthe 16, 172 W.; ein steiler, öder berg Brentano 4, 103; Tieck schr. (1828 ff.) 11, 14; Heine w. 1, 294 E.; Mörike w. (1905) 1, 181; K. O. Müller br. 276. von einzelnen bergen: was wohnen strenge musen am steilen Helikon Rückert w. (1867 ff.) 1, 472. felsen: ein steiler, stickeler fels, rocca dirupata, scoscesa Kramer 2, 948c; viereckt war er (der felsen) und glatt, und so steil anzuschauen, als wann mit meiszeln ihn man hette scharf behauen D. v. d. Werder ras. Roland (1636) ges. 4. str. 13. ähnl. Lohenstein Arminius (1689 ff.) 1, 7b; Ziegler asiat. Banise (1689) 16; Hoffmannswaldau ged. (1697 ff.) 2, 178; 6, 283; bald hatt ihm ein heller bach, der auf glatten kieseln eilet, bald ein schroff und steiler fels ... eine sanfte lust ertheilet Brockes ird. vergn. (1721 ff.) 4, 338; ein heer zieht an (am wolkenhimmel), doch triumphirt es nicht, da es die macht am steilen felsen bricht Göthe 3, 98 W.; am fusze eines der steilsten und frchterlichsten felsen Solger nachgel. schr. 1, 46; auf einem steilen schwarzen felsen J. G. Forster s. schr. 1, 36; auf einem steilen, aber niedrigen felsen Moltke ges. schr. 1, 108. hügel: eilt mit glcklich khnen flgeln nach des Pindus steilen hgeln, dichter! eilt dem Pindar nach! Cronegk schr. (1771) 2, 271; ein steiler felsenhügel G. Freytag ahnen 1, 161; an niedrigen, aber steilen hügeln vorbei Fontane ges. w. 1, 2, 6. mannigfach auch von einzelnen theilen eines gebirges, bzw. eines berges: eine hohe und steigl bergsecke Mansons seebuch 32; eine steile urgebirgsschlucht Göthe 24, 355 W.; bis endlich zu der wandrer schrecken der wagen, wohlgerüttelt und zerschellt, auf eines berges steilem gipfelt hält Schiller 9, 20 G. ähnl. G. Keller ges. w. 1, 155; Geibel w. 1, 9; die steilsten abgründe J. G. Forster s. schr. 2, 60; ich ... kletterte jede steile seite hinan Bettine Günderode 1, 71; ort der steilen bergseite W. v. Humboldt 4, 92 ak. ausg.: an der steilen seite eines fast senkrechten felsens Moltke ges. schr. 1, 118. ein berghirt hing in todsgefahr am steilen firnenrand G. Keller ges. w. 10, 136; von steilen halden 6, 65; die steilen kuppen Ganghofer schlosz Hubertus 1, 72 ges. w. volksausg.; ein firnfeld kommt; es ist so st., dasz man es ... berühren kann Th. Wundt Matterhorn (1916) 74. in metaphorischer ausdrucksweise: die steilen zinnen des Olymp Bürger w. 319 Bohtz, häupter der felsengebirge J. H. Vosz Odüszee 106 Bernays, gebirgskamm Göthe 25, 110 W., mauern (der felsen) H. v. Barth Kalkalpen 13, felstreppe C. F. Meyer Jürg Jenatsch 25, bergzinnen Ganghofer schlosz Hubertus 1, 63 ges. w. volksausg. bes. gern gebraucht die sprache die wendungen steiler abhang und steile wand. abhang: wo in wäldern, auf der flur, wie im steilen berggehänge, sonnenauf- und niedergänge preisen gott und die natur Göthe 3, 123 W. ähnl. steiler abhang 10, 255 W.; 33, 59 W.; Laube ges. schr. 2, 22, felsenabhang Laistner nebelsagen 109, hang Th. Wundt Matterhorn (1916) 14. entsprechend felswand: der berge wachsend eis, der felsen steile wände sind selbst zum nutzen da und tränken das gelände Haller ged. (1882) 34; Rückert w. (1867 ff.) 2, 43; strömt von der hohen steilen felswand der reine strahl Göthe 2, 56 W.; ähnl. Ritter erdkunde 1, 83; Niebuhr m. gesch. 2, 275; brüder Grimm dtsche sagen 1, 215; seitenwand Seidel wintermärchen 100. I@A@1@a@a@bbbb) flusz- und seelandschaft. ufer und küste: die steilen ufer J. D. Heilmann pelop. krieg (1760) 472; zwischen zwey felsigen ufern, einem steileren stark bebuschten, einem flächeren der vegetation weniger unterworfenen Göthe IV 35, 302 W.; auch sprach man ... von der residenz, der steilen küste und dem lande 18, 377 W.; der wald steigt an den steilen ufern bis zum meere herab Chamisso w. (1836) 2, 137; es ergosz sich ... zwischen steilen ... borden ein bach in den see C. F. Meyer Jürg Jenatsch 87; im torfe steiler fluszufer Nehring tundren u. steppen (1890) 41. inseln: das felsenufer einer steilen insel Göthe 49, 104 W.; eine kleine, steile insel J. G. Forster s. schr. 2, 6; eine schmale felseninsel ... st. und pflanzenlos Platen w. 2, 271 Wolff-Schweizer. klippen: endlich verliere das crystall ... nicht seinen werth, dasz es aus den steilesten klippen gehauen wrde Lohenstein Arminius (1689 ff.) 1, 341b; den steilen felsenklippen Musäus volksmärchen 1, 6 H.; Jung-Stilling 1, 362; maler Müller w. (1811) 1, 25; Mommsen m. gesch. 1, 121. auch allgemeiner und determinierter: steile klippenzüge Droysen Alexander 466; dort am steilen klippenhange, wo der wildbach niederschäumt Lenau s. w. 22 Barthel. I@A@1@a@bβ) wege u. ähnl.: welchen berg die Frantzosen mit eingelegter besatzung wegen des steiglen zugangs leichtlich schuotzten Klee berümter leute leben (1589) 1, 387; wer lacht nicht, wenn er sieht, wie jener kühne thor sich unruhvoll bemüth, bis auf den höchsten fels auf steiler bahn zu klettern Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gel. 1, 261; der steile gebirgsweg Göthe 24, 3 W.; ich will den steilen pfad hinab den kommenden entgegen 11, 44 W.; steile fuszpfade 21, 136 W.; Hölderlin ges. dicht. 2, 83 L.; den steilen burgweg Brentano Godwi (1801 ff.) 1, 32; durch die ... steilen engpAesse Ciliciens Raumer gesch. d. Hohenstaufen (1823 ff.) 2, 116; den steilen seitenweg Holtei erz. schr. 4, 78; sonst hätt ich mich gefürchtet, als so steil pfadlosen weg betrat des thieres fusz A. v. Droste-H. w. 2, 95. ähnl. vom bergpfad Gaudy w. 13, 117, reitweg G. Freytag ahnen 1, 160, fuszpfad 1, 178; die steilen, schlecht gepflasterten gassen der bergstadt G. Keller ges. w. 2, 134; als sie die steile Römergasse hinunterschritten C. F. Meyer Jürg Jenatsch 16. I@A@1@a@gγ) gebäude u. ähnl. zunächst von bauten und ganzen gebäudecomplexen auf schroff ansteigenden höhen: einer steilen bergfestung Th. Abbt verm. w. 6, 1, 23; die steile burg K. O. Müller Dorier 1, 36; und immer, immer näher sich die glimmerblanken riffe klemmen: steil, zackenreich, ein riesenschlosz A. v. Droste-H. w. 2, 63. metaphorisch: wo die städte ... so steile felsennester sind, wie in den tagen der Pelasger Justi Winckelmann 2, 1, 120. weiterhin von siedlungen und bauten, die schroff in die höhe ragen und so an sich den eindruck des steilen machen: steile brücke K. O. Müller br. 272; die steilen giebelhäuser der alten Oderstadt Treitschke hist. u. pol. aufs. 1, 98; eine ... festung mit ... steilen, hölzernen häusern Justi Winckelmann 1, 253; die steile vorstadt H. Hesse jugend 77. entsprechend von theilen eines gebäudes: diese steilen wände, diese hohen fenster Göthe 24, 65 W.; das kirchendach war ein sehr steiles pultdach O. Ludwig ges. schr. 1, 187. in übertragung auf verwandte dinge: einen garten mit gezirkelten blumenbeeten und hohen steilen laubwänden Storm w. (1897 ff.) 1, 27; stufen. steile sonnensäulen. hohe abendfeuer lohen. tief am felsen rauscht die stadt W. v. Scholz spiegel 124. bes. häufig wird st. in diesem zusammenhange von treppen stufen u. ähnl. gebraucht: nachdem sie kaum noch einen schritt, vom nahen tode fern gewesen, als sie auf steiler treppe glitt D. W. Triller poet. betr. (1750 ff.) 6, 290; steile treppe scala ripida Jagemann 2, 1157; Göthe 23, 41 W.; dasz man auf steilen treppen im hinuntersteigen die frauenzimmer vorausgehn ... lassen müsze Knigge umg. mit menschen 1, 94; es führt eine treppe hinab ..., aber sie ist st. und ausgebröckelt Storm w. (1897 ff.) 2, 231; sie merkten wohl, dasz sie (die staffeln) st. und schlecht seyen zum halsbrechen L. Aurbacher volksbüchl. 188; die steile stiege G. Freytag ges. w. 9, 15; C. Viebig d. schlafende heer 2, 383; steile leiter Ganghofer schlosz Hubertus 1, 65 ges. w. volksausg.selten von hochliegenden aufenthaltsorten der thiere: oft ist ein mewenei geraubt im steilen nest, ein halb verzehrter fisch, vom giergen wasserraben erbeutet, alles, was das glück ihn finden läszt Wieland Oberon 7, 86. I@A@1@bb) bildliche verwendungen des wortes st. zeigen wieder die meisten der unter 1 zusammengestellten begriffe, so jedoch, dasz sich hier mehr als unter 1 mit der eigentlichen bedeutung von st. die des 'schwer zu erreichenden, schwer zu überwindenden' mischt. I@A@1@b@aα) naturgebilde der landschaft. auch hier der allgemeinste gebrauch von st. in substantivischer form (vgl. unter a, α, aa, sp. 1949): alle menschen, die imagination haben, gehen ins steile Göthe gespräche 3, 125 B. determinierter: glück zu deinem steilen reiche führt ein weg durch finstre sträuche Uz s. poet. w. (1772) 1, 38 (var.); und (sie) ritten ber feinde fort bis auf des sieges steilsten ort Mastalier ged. (1774) 46, 4. gern wird so der ausdruck steile höhe gebraucht: reines herzens, das seyn! es ist die letzte, steilste höhe von dem, was weis ersannen, weisre thaten Klopstock oden 1, 115 M.-P.; fürs erste stellte Deutschlands verfassung selbst die nation auf eine steile höhe Herder 24, 378 S.; steile höhen besucht die ernste forschende weisheit Göthe 4, 119 W.; drum wird auf steilsten höhen des ruhmes kranz gereicht E. M. Arndt 5, 315 R.-M.; auf den steilen höhen der gesellschaft K. Bücher 2 arbeit u. rhythmus 355 (vgl. dazu die verse der kaiserhymne: nicht rosz noch reisige sichern die steile höh, wo fürsten stehn). mehr in abgezogenem sinne: das drama des Shakespeare führte eine umfangreiche handlung ... zu steiler höhe empor G. Freytag ges. w. 14, 170. ggs. tiefe: sind sie schon erschöpft, die steilen tiefen, wo, noch nicht vom forscher ausgespäht, all die wunder unsres gottes schliefen, schwerekraft, elekter und magnet? C. A. Overbeck verm. ged. 95. noch eingeengtere begriffe von naturgebilden der landschaft scheinen in bildlicher verwendung seltener zu sein: die schöne Rezia erblaszt bei diesem wort, ihr ängstlich auge scheint zu fragen und zu bitten 'warum verziehn? warum am steilen bord des untergangs verziehn?' Wieland Oberon 5, 51; zu der tugend steilem hügel leitet sie (die freude) des dulders bahn Schiller 4, 3 G. I@A@1@b@bβ) wege u. ähnl. häufig erscheint weg und pfad. ohne weitere bestimmung: man steigt der wahren ehr entgegen nur stufenweis, auf steilen wegen Haller ged. (1882) 17; musen, den steilsten pfad führt mich zum Pindus hinauf Herder 27, 321 S.; einen eigenen weg zum handeln, einen oft viel steileren und entsagungsvolleren Meinecke Boyen 1, 82. mit genitivbestimmungen: der tugend pfad ist anfangs steil Gellert s. schr. 2, 90; ebenso ist st.: der weg der wahrheit Nicolai Seb. Nothanker 2, 85, der pfad der tugend Klinger w. 7, 33, der freiheit ... pfad Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 1, 66. mit präpositionalen attributen: der weg zur ewigkeit, glaubt er (d. gelehrte) aus vorurtheil, sey ihm allein gebahnt und allen andern steil Schwabe belust. 4, 362. ähnl. vom weg zur wahrheit Schiller 9, 104 G., vom dornenweg zum himmel Shakespeare 3, 166. in gehobener sprache gern auch der ausdruck steile bahn: wer die steile sternenbahn gieng dir helden kühn voran zu der gottheit size? Schiller 1, 242 G.; muthig! auf der steilsten bahn. trau dem glücke! Matthison schr. (1825) 1, 242; auf der steilen pilgerbahn A. Hartmann volksschausp. (1880) 352; von der steilen bahn zum höchsten gipfel des nachruhmes Holtei erz. schr. 5, 40. andere synonyma sind selten: führet mich den steilen, kühnen gang des haines, die bahn der unsterblichkeit hinauf Klopstock oden 1, 201 M.-P. gelegentlich wird steiler weg auch unmittelbar umschreibung für 'schwer': ich weisz wohl, dasz es ein steiler weg ist, sich euren gesinnungen zu widersetzen Fr. Schlegel s. w. 4, 193. I@A@1@b@gγ) bauten u. ähnl. in dichterischer verwendung: noch einmal schenke mir, o muse! deine gunst, und führe mich durch dicker wälder nacht, ... durch manchen steilen, dunklen schacht Zachariä poet. schr. 2, 182; du wähnst, es füge sich sogleich, hier stehen wir vor steilern stufen greifst in ein fremdestes bereich Göthe 15, 1, 69 (Faust 6194) W.; gerne durchschaun sie mit ihm (Sömmerring) das herrliche körpergebilde, doch zur zinne hinauf werden die treppen zu steil Hölderlin ges. dicht. 1, 154 L.; und zu den steilen himmelsthoren gieb muth und licht dem pilgerlauf E. M. Arndt 5, 40 R.-M.; deines himmels ehrne mauern sind zu steil für dein gelüst Strachwitz ged. (1850) 235; nach der wahrheit steilen burgen F. W. Weber Dreizehnlinden (1907) 243. I@A@22) mehr oder weniger stark von der anschauung der landschaft und damit wohl von der ursprünglichen bedeutung des wortes entfernt sich st., wenn es von lebenden organismen oder ihren theilen gebraucht wird. I@A@2@aa) noch zum vorhergehenden hinüberdeuten mag der jetzt wohl veraltete begriff steile pflanze. vgl. dazu: wie sonst ein steiles rohr den schwachen nacken neigt, wenn die bewegte luft den stolzen gipfel beugt und ihn zu erden drückt: so schlug diesz wort mich nieder Gottsched ged. (1751) 1, 419; mit ihren steilen ästen Mastalier ged. (1774) 27, 1. I@A@2@bb) bereits für sich stehen wendungen, in denen sich st. auf den thierischen bzw. menschlichen körper bezieht: ein steiles d. h. in die höhe stehendes ohr Campe 4, 618 (vgl. steilohr sp. 1960); das wegen der ... steilen stirne ziemlich hochgestellte ... auge hat eine ... schwarzbraune iris Naumann naturgesch. d. vögel 7, 193; da sah sie ... den ... kopf einer schlange flach und dreieckig auf steilem halse Ric. Huch d. letzte sommer 69; ein kleiner, alter mann, ganz gerade und st. Frenssen Jörn Uhl (1902) 96; steile schultern Albr. Bernoulli Fehrbellin (1908) 65; auf dem steilen, hellen nacken H. Hesse jugend 77; ihren (der ziege) steilen rücken Federer d. letzte stündlein d. papstes 24. allg. von der körperhaltung: sie fand die schwester ..., st. wie eine kerze, am offenen fenster stehen E. Hadina madame Lucifer (1929) 33. mitunter betont st. in solchem zusammenhange neben seiner linearen bedeutung auch charaktereigenschaften wie innere kraft, entschlossenheit, kühnheit und den affect verhaltener erregung: eherner sinn ist hinter der steilen stirne befestigt Göthe 37, 356 W. gern so bei Frenssen Jörn Uhl: das kurzgeschorene steile haar, hellblond, stieg rund um die stirn in starker hebung auf 11. ähnl. 19; er wurde immer steiler und stand zuletzt gerade auf 317; steil und gerade wie ein eschenstamm 198; sie schauten staunend an dem steilen geraden manne hinauf Zahn helden d. allt. 201 (vgl. auch das adv. st.). st. bildlich verwendet im sinne von 'gefahrdrohend, furchtbar': zoch selbst die tyranney die steilen hörner ein Lohenstein Sophonisbe 1, 333. I@A@33) wieder ganz den sinn des einfach senkrechten oder doch stark geneigten zeigen endlich allerlei concrete verwendungsarten besonderer begriffe: den steilen simshobel (so genannt wegen der 'steileren stellung des eisens') Prechtl technol. encycl. 7, 491; eine steile flamme H. Hesse Peter Camenzind 39; in steilen, widerhaarigen buchstaben Storm (1877) 7, 29; nicht jeder gehet ganz hinauf, die siebzig klafter, hoch und steil Brunner erz. u. schr. 1, 129; eine steilere form Peschel völkerkunde 23; die form der mündung ist durch das steile profil ... abweichend A. Furtwängler vasenbeschr. (1885) 361. überhaupt ganz allg. von linien: in weniger steilen und weniger eingeknickten, sondern mehr gebogenen, wellenfOermigen linien Sömmerring menschl. körper 7, 448; in steiler, kecker linie trat ein felsiger bergrücken aus dem gehügel des ufers vor Scheffel ges. w. (1907) 1, 170. metaphorisch: der Apennin steigt von keiner seite in steiler kette empor Mommsen 2 m. gesch. 1, 5. auch von hoher krümmung einer gebogenen linie: vom himmelsbogen glüh und steil die sonne schosz den goldnen pfeil A. v. Droste-H. w. 2, 170. I@BB. wie in der bisherigen betrachtung des wortes st. bereits gelegentlich abgezogene begriffe gestreift wurden (vgl. z. b. steile höhe und steile tiefe I, A, 1, a, α), so weist eine reihe von ausdrücken, in denen sich st. mit an sich abgezogenen wörtern verbindet, wieder nach dem concreten gebrauche hinüber. besonders ist das der fall, wenn der mit st. verbundene begriff in den bereich des landschaftlichen zurückführt: híer bricht sodann des gottes ganze kraft hervor, der tag und stunden regelnd alles volk beherrscht, von dieser felsenküsten steilem anbeginn das jahr bestimmt der breiten, ausgedehnten welt Göthe 41, 1, 2, 33 W.; wäre diese gebirgsart nicht zu st. ..., so wäre es eins der schönsten länder III 1, 313 W.; so haben die alpenspitzen in der ferne ein kahles, steiles aussehen Jean Paul 1, 157 H.; an einem steilen abgange des quadersandsteingebirges H. Steffens was ich erlebte 8, 6; der ziemlich steile abfall jener höhe Mommsen m. gesch. 2, 28; das steile gefäll der unteren bergstufen H. v. Barth Kalkalpen 227; eisenbahnen mit auszergewöhnlich steilen neigungen Meyer gr. conv.-lex. (1902 ff.) 2, 660; die steile, fast unüberwindliche gebirgsplastik Wimmer gesch. d. dtsch. bodens 6; die gasse ..., die sich in steilem anstiege zum weg nach dem mattental fortsetzte Zahn Albin Indergand (1919) 43; diese ... wildnis, unter welcher in steiler verkürzung die eisenbahnzüge wegfahren H. Hesse jugend 19. zu solchen eigenthümlich schillernden verwendungen des wortes st. gehören weiterhin auch als st. bezeichnete körperbewegungen: doch ach! du eilst, du fliegst, ... und heiszt dein armes volk in ungeheuren wettern, mit steilem gemsenschritt, zu seiner schlachtbank klettern Amthor bei Weichmann poesie d. Niedersachsen 1, 46; das gestein des Haagengebirges ist steilem steigen etwas günstiger H. v. Barth Kalkalpen 123; mit einer steilen flucht quittierte der hirsch den empfang der tödlichen kugel Ganghofer schlosz Hubertus 1, 229 ges. w. volksausg. auf die aufwärtsbewegung eines flugzeuges übertragen: der steilste anstieg ist nicht der schnellste Fuchs-Hopf aerodynamik (1922) 261. I@CC. abgezogene begriffe. sobald st. zu einem ausgesprochen abgezogenen begriffe namentlich des seelischen lebens tritt, nimmt seine bedeutung besondere färbungen an. I@C@11) st. 'schwer zu erfassen, zu bewältigen, zu erringen', ebenso wie auch st. in verbindung mit bildhaft gebrauchten ausdrücken aus dem gebiete des landschaftlichen geländes nach dieser richtung hin nuanciert erscheint; vgl. st. I, A, 1, b. in plastisch-bildlicher form: wahrlich! wahrlich solchen streitern um die freiheit, um das heil, stellt der himmel selbst die leitern, und dann ist kein sieg zu steil Brentano 2, 35; der eigensinn einer frau ist auf eine ganz wunderliche art befestigt. der graben ist hinter dem walle, und hat man die steilsten einwendungen erstiegen ... entdeckt man erst, dasz das schwerste noch zu tun sey Börne ges. schr. 6, 6. verblaszter: sein geist konnte die groszen, steilen ideen vor ihm nicht bewegen und nicht vereinigen Jean Paul 1, 249 H.; hier beginnen die schwierigkeiten der steilen aufgabe Gervinus gesch. des 19. jh.s 1, VII. I@C@22) st. 'schwer zu ertragen': du theurer bruder! der durchs steilste leben kraftvoll, ein wandrer ohne stab, gegangen! Kerner bilderb. 418; o wandle durch das steile leben dem tiefen wiesenbache nach. und deines herzens starkes streben regiere ruhig und gemach W. Müller ged. 287 H.; mein leben ist nicht diese steile stunde, darin du mich so eilen siehst R. M. Rilke stundenbuch (1912) 12; ähnl. steile liebe (überschrift eines gedichtes) Arnim u. Brentano wunderhorn (1806 ff.) 3, 108. vgl. dazu in etwas anderem zuzammenhange die stelle bei Herder: wunderbarer weise ist dies Rom der steile, fürchterliche übergang zur ganzen cultur Europas worden 14, 152 S. gelegentlich scheint auch in der schriftsprache von hier aus die im altdän., mnd., überhaupt wohl im westnd. gebiete übliche bedeutung st. = trotzig, stolz, verwegen (Schiller-Lübben 4, 378; Falk-Torp 1156) in das wort eingedrungen zu sein: das freundchen, dessen warme gönner ihr seid, mit seinem muth so steil, ist wie ein tänzer auf dem seil Immermann 13, 90 B. vgl. auch Arnim u. Brentano wunderhorn (1806 ff.) 3, 95. IIII. das adv. st., selten, mundartlich, in der form steile (vgl. steile 'oft' für steide, sp. 1778). die verwendungsarten des adv. st. entsprechen den adjectivischen functionen des wortes. II@11) von wendungen aus dem bereiche des geländes. II@1@aa) naturgebilde der landschaft. in allgemeinster form beim subjectsbegriff es (vgl.st. I, A, 1, a, α): wenn es st. bergan ging Schleiermacher I 5, 610; von Cimabue zu Giotto geht es st. in die höhe Herman Grimm Michelang. 1, 17. in bestimmterer form: der könig spricht es und wirft von der höh der klippe, die schroff und steil hinaus hängt in die unendliche see, den becher in der Charybde geheul Schiller 9, 221 G.; die anhöhe ging st. Gutzkow ritter v. geiste (1850 ff.) 1, 128; die insel ..., deren küsten st. emporragen H. Steffens was ich erlebte 1, 350; einmal gehts über wänden, die rückwärts an st. aufspringenden kämmen enden Steub drei sommer in Tirol (1846) 31; st. hintereinander geschobene terraszen Justi Winckelmann 1, 25; graszboden, der steiler und immer steiler sich hebt H. v. Barth Kalkalpen 293; der mittlere zacken (der Watzmannkinder) ... ist ein schroffer, thurmartig steil fundamentierter zahn 18; von bergen mit wald und häusern st. eingerahmt Bismarck br. an s. braut u. gattin 365; den st. aus der meerflut aufragenden granitturm des zuckerhuts (des felsens in der bucht von Rio de Janeiro) v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 1. in bildlicher verwendung gewinnt st. ähnlich wie das adj. (vgl.st. I, A, 1, b) den sinn des 'schwer zu bewältigenden': da die wirkliche welt gar zu st. vor den gesinnungen des jünglings (Schiller) dalag, ward er auf die dichtung und das reich der ideale zurückgewiesen Gervinus gesch. d. dtsch. dicht. 5, 130. II@1@bb) wege u. ähnl.: der weg geht sehr st. den berg hinan Krünitz 171, 230; Gutzkow ritter v. geiste (1850 ff.) 1, 126; doch steiler sinkt der pfad A. v. Droste-H. w. 2, 63; er (der weg) ... stieg bis zur erreichung der wasserscheide st. hinan Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 64; der weg ... führt st. den berghang hinab Th. Wundt Matterhorn (1916) 68. an der hauptstrasze, die st. am gebirge hinab nach dem hafen führte Mommsen m. gesch. 5, 328. II@1@cc) sonstiges: die fenster des groszen saals gehen st. herab aufs wasser Göthe 8, 46 W.; die stütze steht zu st., sie musz mehr gelehnt werden Krünitz 171, 230; an einem pfahlwerk ..., an dessen st. abfallender wasserseite die schiffe liegen Fontane ges. w. 4, 76; ob die garben ordentlich st. gesetzt seien v. Polenz Grabenhäger 1, 39; wo einst süsze frauen schritten, in dem schattigen serail, nun in schwarzer priester mitte ragt der scheiterhaufe steil F. Dahn ged. (1898) 1, 188; unsere ... stadt mit braunen dächern, über denen still und st. der ... herdrauch in die lüfte stieg H. Hesse jugend 25. II@22) wendungen, die sich auf lebende organismen beziehen. zunächst in der bedeutung des einfach 'aufrechten, aufwärts gerichteten' von der haltung des menschlichen und thierischen körpers und seiner theile: die harnröhre liegt beim kinde in ihrem beckentheile steiler Sömmerring menschl. körper 5, 348; sein haar war kurz geschoren und stand st. auf Frenssen Jörn Uhl (1902) 96; da sie sich gerade und st. hielt brüder 3; st. aufrecht sasz er vor dem steinernen tisch L. Hesekiel Nürnberger tand 2, 55. vom menschlichen körper gebraucht, deutet st. auch als adv. (vgl.st. I, B, 2, b) auf den charakter des menschen hin: sie trug ihre hohe gestalt und den feinen, dunkelblonden kopf so st. und nobel wie nie H. Hesse Gertrud 274. ebenso von bewegungen des körpers. auch hier gelegentlich mit einem seitenblick auf den charakter: wie du ... so st. hinansprengst mit den füszen wie mit dem geist Bettine Günderode 1, 280. ähnl. wohl: wie ein hase aus seinem lager springt, nein, steil, geradeaus, ohne kniebeuge, wie ein pfahl: so fliegt ... T. aus der erde heraus Frenssen Jörn Uhl (1902) 65. ohne diesen nebensinn: nun ging es st. den berg hinab Göthe 24, 62 W.; der alte H. B., ... der mit seinen siebzig jahren noch so st. ging wie in seiner jugend Frenssen Hilligenlei (1905) 4. ähnl. Jörn Uhl (1902) 45; 46. von der aufwärtsbewegung im flugzeug: der anstellwinkel, mit welchem man am steilsten steigen kann, ist stets gröszer als der anstellwinkel des flachsten gleitfluges Fuchs-Hopf aerodynamik (1922) 261. entsprechend vom thierischen körper: denn aus lüften fiel ein greif ihr auf den nacken steil herab Tieck schr. (1828 ff.) 1, 116; glänzende eidechsen schlüpften st. die mauer hinan Gaudy w. 13, 27; er risz in die zügel, dasz die braunen sich st. in die höhe bäumten Storm w. (1897 ff.) 3, 85. II@33) sonstiges. von himmelskörpern: und das dunkel weicht, die sonne hebt am horizont sich steiler Platen 1, 37 R.
31154 Zeichen · 891 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    steilAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    steil , Adj. nhd. steil Hw.: vgl. mnl. steil, mnd. steil, stēl (2) E.: s. steigel W.: nhd. steil, Adj., steil, DW 18, 19…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    steilAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    steil , Adj. nhd. steil, trotzig, hoffärtig, stolz Hw.: s. stēgel (1); vgl. mhd. steil, mnl. steil E.: s. stēgel (1) W.:…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steil

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Steil , -er, -este, adj. & adv. im gemeinen Leben, sich gerade in die Höhe erstreckend, sich in der Richtung der senkrec…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    steil

    Goethe-Wörterbuch

    steil [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    steil

    Schweizerisches Idiotikon · +8 Parallelbelege

    steil Band 11, Spalte 222 steil 11,222

  6. Sprichwörter
    Steil

    Wander (Sprichwörter)

    Steil So stickl 'n ass d' Âmess'n oa' kugelt'n. ( Innsbruck. ) – Frommann, VI, 37, 77.

  7. Spezial
    steil

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    steil adj. ërt (ërc, ërta). ▬ steil e Wegstrecke puntun m. ; tlea (tlees) f. ; zapel m. steil e Wiese pla (plas) m. ; st…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steil

170 Bildungen · 145 Erstglied · 21 Zweitglied · 4 Ableitungen

steil‑ als Erstglied (30 von 145)

steilab

DWB

steilab , adv. : st. führte der schmale pfad G. Freytag ahnen 1, 5 ; st. über Tamins fällt die strasze nach Reichenau herunter Scheffel ges.…

steilabbrechend

DWB

-brechend , part.-adj. : am steilabbrechenden rande einer schlucht H. v. Barth Kalkalpen 400 . —

steilabbruch

DWB

steil·abbruch

-bruch , m. : des Hochvogelgipfels ..., der ... eine reihe von steilabbrüchen entgegenwies H. v. Barth Kalkalpen 175 . ähnl. 3. —

steilabfall

DWB

steil·abfall

-fall , m. : jede stufenfolge ... zum gewinnen einer höher gelegenen terasse benutzend, umging ich den st. H. v. Barth Kalkalpen 271 . ähnl.…

steilabfallend

DWB

steilabfall·end

-fallend , part.-adj. : stets umdroht uns flutengedräng und schleudert hart an steilabfallenden klippenstrand uns Platen w. 1, 223 R. —

steilabgehend

DWB

-gehend , part.-adj. : an der Martinswand vorbey, einer steilabgehenden kalckwand Göthe III , 1, 159 W. —

steilabgestürzt

DWB

-gestürzt , part.-adj. : steilabgestürzte tiefen sind überraschend Hirschfeld gartenkunst (1779 ff. ) 1, 191. —

steilabhang

DWB

steil·abhang

-hang , m. : der Apennin ... stürzt in malerischen steilabhängen zur küste ab v . Alten handb. f. heer und flotte (1909 ff. ) 1, 416. ähnl. …

steilabsatz

DWB

steil·absatz

-satz , m. : durch steilabsAetze und schluchten hinab Ritter erdkunde 3, 217 ; ein steinpickel könnte gute dienste leisten, stufen in die st…

steilabschüssig

DWB

steil·abschuessig

-schüssig , adj. von felswänden: am anfange des sehr steilabschssigen westabfalls der Scheidehöhe Ritter erdkunde 3, 58 . von wegen: einen …

steilabstieg

DWB

steil·abstieg

-stieg , m. : ein letzter st. brachte uns an einen nebenflusz der Zeta Hassert reise durch Montenegro 116 . —

steilabstürzend

DWB

steilabsturz·end

-stürzend , part.-adj. : bei der 'Krawatte', einem steilabstürzenden firnband ... macht H. G. halt Th. Wundt Matterhorn (1916) 122 . —

steilabsturz

DWB

steil·absturz

-sturz , m. : das cap Guardafui mit ... steilabstürzen zum ocean Ritter erdkunde 1, 164 . ähnl. H. v. Barth Kalkalpen 10 ; 15; Behrmann stro…

steilabstutzig

DWB

-stutzig , adj. : eine zweite parallelkette des Masiuszuges ..., steilabstutziger ... als der Karadscha Dagh Ritter erdkunde 11, 363 .

steilan

DWB

steilan in: steilanlaufend, part.-adj.: eine steilanlaufende ... seitenschlucht Rosegger schr. (1895 ff. ) 3, 4, 374. —

steilanstrebend

DWB

-strebend , part.-adj. : der lange talzug zwischen zwei steilanstrebenden bergflanken Is. Kurz lebensfluten 154 .

steilauf

DWB

steil·auf

steilauf , adv. nd. steilop Schütze 4, 196 . ältere form steigelauf, vgl. steil (steigel). vom emporragen der berge: st. steigen da die fels…

steilaufstarrend

DWB

-starrend , part.-adj. : von steilaufstarrenden klippen umstellt Ritter erdkunde 4, 492 . —

steilaufsteigend

DWB

steilauf·steigend

-steigend , part.-adj. : steilaufsteigende kalkfelswände Ritter erdkunde 1, 947 , bergstöcke Steub drei sommer in Tirol 1, 208 . —

steilaufstieg

DWB

steilauf·stieg

-stieg , m. : zunächst muszte ein ... defilé, das ein st. schlieszt, erstiegen werden Ritter erdkunde 9, 1000 . —

steilbahn

DWB

steil·bahn

steilbahn , f. : bergbahnen. vgl. Meyer gr. conv.-lex. (1902 ff. ) 2, 660. —

steilbahngeschütz

DWB

steilbahn·geschuetz

-geschütz , n. : ' geschütze mit mehr als bei den flachbahngeschützen gekrümmter geschoszbahn ' Meyer a. a. o. 18, 890 ; 14, 160. vgl. steil…

steil als Zweitglied (21 von 21)

Chindsteil

Idiotikon

Chindsteil Band 12, Spalte 1523 Chindsteil 12,1523

G(e)meindsteil

Idiotikon

G(e)meindsteil Band 12, Spalte 1524 G(e)meindsteil 12,1524

Grōssteil

Idiotikon

Grōssteil Band 12, Spalte 1518 Grōssteil 12,1518

hutlinsteil

KöblerMhd

hutlinsteil , Sb. nhd. Bezeichnung einer Raubrittergilde Q.: MinnerII (um 1340) (teil) (FB hutlins teil) E.: s. teil W.: nhd. DW-

meisteil

Lexer

meis·teil

meisteil adv. BMZ aus meist teil: meistenteils Iw. Pass. Gen. D. 88,11 ;

Musteil

DRW

must·eil

Musteil, m., n., Musteile, f. Anteil an, auch (Aus-) Teilung (mnd. -teile) von Speisevorräten I die der Frau bei Auflösung der Ehe oder am d…

Obsteil

Idiotikon

obst·eil

Obsteil Band 12, Spalte 1480 Obsteil 12,1480

Rechtsteil

DRW

recht·steil

Rechtsteil, m. I wie Pflichtteil (II) [bei einer Heirat gegen den Willen der Eltern] sollen die eltern [ihren Kindern] ... weder heurahtgut,…

Reisteil

DRW

reis·teil

Reisteil, m. zu 2Reis in einigen Schweizer Kantonen angeordnetes Transportmonopol für ²Reis des reistheils halber erlaß werden die herren da…

Schiffsteil

DRW

schiff·steil

Schiffsteil, m. wie Schiffpart will jemand von den reedern seinen schiffstheil verkauffen, so muß er es zu erst seinen mitt-reedern anbieten…

sehsteil

KöblerMhd

sehs·teil

sehsteil , st. N. nhd. „sechster Teil“, Sechstel Q.: Urk (1295) E.: s. sehs, teil W.: nhd. Sechsteil, Sechstel, M., Sechsteil, Sechstel, DW-…

Ableitungen von steil (4 von 4)

ersteilen

DWB

ersteilen , sensim in altum consurgere. blosz bei Stieler 2138 .

Gesteile

RhWBN

Ge-steile -īl ebd. f.: dass.

steile

DWB

steile , f. anscheinend erst im 18. jh. gebildet; älteste literaturbelege bei Göthe. 1 1) st. in abgezogener verwendung: ' im sinne von ' st…

Unsteil

Campe

Unsteil , adj . u. adv . nicht steil.