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spind

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

spind

Bd. 16, Sp. 2492
spind, spint, n. mensurae genus, ein wie das vorige hauptsächlich in niederdeutschen gegenden gebräuchliches wort und wahrscheinlich ebenfalls auf mittellat. spinda (spenda) zurückgehend, nur dasz sich statt des begriffes einer örtlichkeit (vgl. das vorige) der einer bestimmten menge, eines festgesetzten maszes von zu vertheilenden almosen entwickelte. vgl.: in primario etiam festo ex virginis fundatione distribuebatur spinda, ut loquuntur, duodecim maldrariorum tritici et duo vasa halecum. acta santor. 1. febr. p. 713 bei Du Cange 7, 555. schon Frisch 2, 303b vermutete: spind in dieser bedeutung ist von spende, weil gewisse allmosen damit ausgemessen werden. für den kern der entwicklung vgl. spinde, spint (neben spende), luogo dove si dispensa ò distribuisce viveri e le cose necessarie massime per limosina ò carita, dann auch la carità ò limosina, istessa, massime fondata da pii cristiani. Kramer dict. 2 (1702), 857c und oben spende sp. 2143 f. in der schreibung dieses wortes überwiegt durchaus die form spint Comenius 764, mensurae genus Schottel 1419, est mensurae genus oblongum, teres, gracile. Stieler 2093. Strodtmann 224. Klein 2, 162. Lübben handwb. 369a. Bauer-Collitz 97b. spynt, mensura aridorum. quelle bei Frisch 2, 303b. vgl. holl. spinte, corbula, cophinus, vas vimineum, mensura frumenti aut avenae. Kilian. dat. plur. spinten Strodtmann 225, acc. plur. spinte Schiller-Lübben 4, 329a. daneben vereinzelt die schreibung spind brem. wb. 4, 952. Woeste 250b; spéind ebenda; vgl. auch noch nd. spindevat, ein fasz, das den inhalt eines spintes hat. Lübben 368b. das geschlecht ist fast ausschlieszlich neutr., nur Bauer-Collitz 97b und zweifelnd Lübben handwb. 369a verzeichnen das wort als mascul., wobei wol das geschlecht von scheffel, himpten u. ähnl. von einflusz gewesen seingen. zumeist bezeichnet das wort ein hohlmasz für die verschiedenen körnerfrüchte, doch wird bemerkt, der haber wird nach spinten verkauft, sonst aber kein getreide. Strodtmann 225, vgl. auch die hervorhebung bei Kilian: spinte haueren, quadrans anenae, modiolus, choenix, demensum, eine sonst unbekannte beschränkung: insonderheit ist in weitzen, rocken und erbsen ... 1 himpt 4 spint. Frisch 2, 303b; in gersten und habern ist 1 himpt 4 spint. ebenda. über das maszverhältnis: 1 vatt ys 2 himpten, 1 himpte 4 spint. quelle von 1630 bei Schiller-Lübben 4, 329a; im ravensbergischen der vierte theil eines scheffels. Klein 2, 162; der achte theil eines scheffels im lüneburgischen. Adelung; der sechzehnte theil eines bremischen scheffels. brem. wb. 4, 952: dejenne de dar begehrende is sine tunnen, schepel efte spinte tho kempende. dithmars. rechtsquellen s. 221 bei Schiller-Lübben 4, 329a; (die müller sollen als mahlgeld) nehmen van elcken schepel eine schöttel full, der schöttelen vier maken enen spint full ... so kriegen se de twintigste tunne. s. 222 ebenda. in sprichwörtlicher redewendung: schepelsvöte un spindsschoe in bezug auf einen eiteln menschen, der seine füsze in zu kleine schuhe eingezwängt hat. brem. wb. 4, 952. in scherzhafter übertragung nennt man landschaftlich, so in Bremen und im Sollinge den cylinderhut spind, mit rücksicht auf seine ähnlichkeit mit einem hohlmasz. weiterhin bezeichnet das wort auch ein landmasz, welches zehn quadratruten begreift. Jacobsson 4, 225a, d. h. ein stück acker, das mit einem spind getreide besät werden kann. vgl. Adelung.
3445 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    spindst. M. (a)

    Köbler As. Wörterbuch

    spind , st. M. (a) nhd. Fett, Speck ne. fat (N.), bacon (N.) ÜG.: lat. arvina GlPW Hw.: vgl. ahd. spint (st. M. a) Q.: G…

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    spindst. N. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    spind , st. N. (a) nhd. Fett Vw.: s. hagu-, hėcga- E.: germ. *spenda, Sb., Fett L.: Hh 310

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spind

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Das Spind , des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden auch die Spinde, plur. die -n, ein nur in einigen Provinzen, beso…

  4. modern
    Dialekt
    Spind

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Spind [ʿSpìnt Bf. ] m. Splint, der junge, weiche Holzstoff zwischen Rinde und Kern eines Baumes. Am Schiffholz un d am B…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spind

158 Bildungen · 152 Erstglied · 3 Zweitglied · 3 Ableitungen

spind‑ als Erstglied (30 von 152)

Spindbrot

MeckWB

spind·brot

Spindbrot n. eig. Almosenbrot; nur in der Rda. beim Kartenspiel: nu frät't dat Spindbrot man up wenn man ein silbernes Markstück wechseln lä…

Spinde I

RhWB

spin·dei

Spinde I vereinzelt Nfrk, Erk-Elmpt -e·ŋ., Pl. -·ŋ.ə ; -in Rees-Haldern f.: Spindel am Spinnrad, am Mühlstein.

Spinde II

RhWB

Spinde II das Wort, ndl. spinde, mndl. spende, mnd. spinde < mlat. spenda »Speiseschrank« entsprechend, ist lrhn. n. einschl. Mos (an der Sa…

spindel

DWB

spin·del

spindel , f. stecknadel, s. oben spendel ( sp. 2147).

Spindelbaum

SHW

Spindel-baum Band 5, Spalte 1183-1184

Spindelmaul

SHW

Spindel-maul Band 5, Spalte 1183-1184

Spindeluhr

SHW

Spindel-uhr Band 5, Spalte 1183-1184

spindelbank

DWB

spindel·bank

spindelbank , f. eine art vorspinnmaschine, die zwei reihen senkrecht stehender spindeln mit darauf sitzenden spulen zum aufnehmen des gedre…

spindelbann

DWB

spindel·bann

spindelbann , m. verbot, mit der spindel zu arbeiten: ein weiblein grau von haaren dort an dem rocken spann: sie hatte nichts erfahren vom s…

spindelbaum

DWB

spindel·baum

spindelbaum , m. 1 1) wie spillbaum ( s. oben ) bezeichnung von euonymus europaeus L., sonst auch pfaffenbaum ( theil 7, 1586) genannt. vgl.…

spindelbein

DWB

spindel·bein

spindelbein , n. scherzhaft von einem bein, lang und dünn wie eine spindel ( vgl. oben spillenbein): aber es ( das männchen ) stand schon wi…

spindelbeinig

DWB

spindel·beinig

spindelbeinig , adj. zu dem vorigen: nun wuszte er freilich so gut, als hätte ers im Büsching gelesen, ... dasz man in dem städtlein ohne al…

Spindelbirn

Adelung

spindel·birn

Die Spindelbirn , plur. die -en, eine Art ziemlich großer, bauchiger und etwas herber Birnen; Rautenbirn.

spindelbirne

DWB

spindel·birne

spindelbirne , f. birne von der form einer spindel, eine abart der mehr kugelförmigen rostbirne ( s. theil 8, sp. 1282). Nemnich. spindelbir…

spindelbolz

DWB

spindel·bolz

spindelbolz , spindelbolze , m. spindelförmiger bolz ( vgl. bolz 4, theil 2, 235 und spindel 2 sp. 2497 ff. ) zum zusammenhalten eines wagen…

spindelboum

BMZ

spindel·boum

spindelboum , spinelboum fusarius sumerl. 7,65. 39,20. 45,41. 57,14. gl. Mone 4,93. 8,97. vgl. Diefenb. gl. 255. spintulboum gl. altd. bl. 1…

spindelbuche

DWB

spindel·buche

spindelbuche , f. bezeichnung von carpinus betulus. Nemnich 1, 895 . sonst auch hagebuche ( s. theil 4, 2, 140) oder hainbuche ( sp. 174) ge…

Spindelbänkli

Idiotikon

Spindelbänkli Band 4, Spalte 1388 Spindelbänkli 4,1388

spindeldrechsler

DWB

spindel·drechsler

spindeldrechsler , m. fusaruolo, fusaio. Kramer ital.-deutsches wb. (1693) 485 a , dasselbe wie spindeldreher und spindelmacher.

spindeldrehen

DWB

spindel·drehen

spindeldrehen , n. theilthätigkeit des spinnens: alleine wo des himmels schlusz nicht selbst die seele hinleitet, ist weder eine Denae, welc…

spindeldreher

DWB

spindel·dreher

spindeldreher , m. 1 1) dasselbe wie oben spindeldrechsler und unten spindelmacher: die spindeldreher Comenius reg.; spindeldreher, fusaio f…

spind als Zweitglied (3 von 3)

hagospind

KöblerAe

hagospind , st. N. (a) Vw.: s. haguspind

haguspind

KöblerAe

haguspind , st. N. (a) nhd. Wange ÜG.: lat. gena Gl Hw.: s. hėcgaspind Q.: Gl E.: unbekannter Herkunft; s. spind L.: Hh 147

hėcgaspind

KöblerAe

hėcgaspind , st. N. (a) nhd. Wange Hw.: s. haguspind E.: unbekannter Herkunft; s. spind L.: Hh 153

Ableitungen von spind (3 von 3)

gespind

DWB

gespind , muttermilch, s. gespünn .

¹spinde

MNWB

1 spinde , f. , n. , Vorratsbehälter, Schrank. Vgl. 1 spint. Demin.

verspinden

DWB

verspinden , verb. , auch in der form verspünden; vgl. unter I 1. I I. von spint ( th. 10, 1, sp. 2549) abgeleitet, einem westgermanischen w…

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APA
Cotta, M. (2026). „spind". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/spind/dwb?formid=S35157
MLA
Cotta, Marcel. „spind". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/spind/dwb?formid=S35157. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „spind". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/spind/dwb?formid=S35157.
BibTeX
@misc{lautwandel_spind_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-09},
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