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spind

as. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

spind n.

Bd. 16, Sp. 2491
spind, spinde, n. (erstere form auch m., letztere bisweilen f.), hauptsächlich in niederdeutschen gegenden schrankförmiges behältnis zur aufbewahrung von gegenständen, dann überhaupt schrank. das wort geht zurück auf ein mittellat. spenda, spinda und bezeichnet ursprünglich die austheilung von speise an die armen, eine bedeutung, welche das ebenfalls hierhergehörige spende, f. (s. oben sp. 2143 f.) selbständig weiterentwickelt hat. vgl. mittellat. spinda, eleemosyna, erogatio. Du Cange 7, 555c. (über einen vollständig versteinten niederschlag dieser entwicklungsstufe, hauptsächlich im niederdeutschen, vgl. das folgende wort.) weiterhin wird das wort dann bezeichnung des behälters, in dem die für solche zwecke bestimmten gaben aufgehoben werden, um zuletzt in die allgemeine bedeutung 'schrank' überzugehen. vgl. dazu Heyne hausaltert. 1, 174, 261. spinde in engster anlehnung an die zu grunde liegende mittellat. form, als f., dann auch als n.: kast, schap, spinde, capsa, promptuarium. teuthon. bei Schiller-Lübben 4, 328a; spinde ten Doornkaat Koolman 3, 276b. Lübben handwb. 368b; vgl. holl. spinde, spynde, cella penaria, cella promptuaria, promptuarium, armarium. Kilian, spinde, f. Franck 938. vgl. noch über das besondere gebrauchsgebiet des wortes: was meine treu betrifft, die wird sich niemahl ändern, solange dann und wann und spinde märckisch ist. Canitz 216, mit der anmerkung: spinde aber heiszt nach der berlinischen mundart ein schrank. welche märkische wörter der herr Zapfe seinem freunde, wie jener diesem manchmal einige sächsische redensarten im schertze vorzurücken pflegte. ebenda; Adelung bemerkt: 'ein nur in einigen provinzen, besonders Niederdeutschlands übliches wort.' spinde deutlich als f.: he hadde unsen heren den slottel to siner spinden gedaen. quelle bei Schiller - Lübben 4, 328a; auch in oberdeutschen gegenden: die gäste horchten verwundert auf, nur die wirtin schmunzelte, sie hatte dem bis auf die haut durchnäszten ein hemd aus der wäschspinde ihres mannes geliehen. Anzengruber 43, 53. das neutr. ist wol für die ungekürzte, sowie auch für die gekürzte form durch wörter wie schaff, n. penarium (s. theil 8, 2013 besonders unter 4) angebahnt (vgl. auch die zusammenstellung beider wörter: eyn spint vel eyn scap. Schiller - Lübben 4, 329a); die form spinde ist als neutr. seltener und nur in älteren quellen gebraucht: item sovil das pfahrhauss belanget, wenn dasselbig durch unfall verbrennt, oder sunst schaden erliedt, so ist die gantz pfahr schuldigh, das hauss aufzubawen mit vier wenden oder mauren, darin ein kahmer und stub mit einem kachellofen und ein spinde, da man brodt und anders ein thutt. weisth. 2, 264 (Eschweiler an der Mosel); he gingk unde vant dat spinde vul broder unde gaf den armen. quelle bei Schiller-Lübben 4, 328a; zweifelhaft ob hierher: ferner wie er seine eignen heldenthaten, seine wege zu weiland seines vaters geldschranke und den spinden seiner hausgenossen herposaunte, ... alles das enthalten wir uns, wie billig zu rügen. Müller Siegfried v. Lindenberg 1, 145. daneben in der heutigen sprache als gewöhnlich die kürzere form spind, ausschlieszlich als masc. (wol auf analogie zu wörtern wie schrank beruhend) oder neutr. häufige ältere schreibung ist spint, spinth, spintrum, spinterium i. reservaculum, armarium. Dief. 547b; spint, incirepta, cista sursum erecta. wörterbuchquelle bei Schiller - Lübben 4, 329a; spynt Wismarer inventar. ebenda; spint, penarium Schottel 1419; spint ... notat porro penarium, ein schmales speisekämmerlein, imo est repositorium oblongum atque ex asserculis modicis confectum. Stieler 2093. Strodtmann 224. ten Doornkaat Koolman 3, 276b; in der (heute üblichen) schreibung spind Dähnert 448b. Frischbier 2, 351b. ten Doornkaat Koolman 3, 276b: in der mauer war ein loch geblieben, entweder ein hölzern spind hinein zu setzen oder sonsten zu andrer gelegenheit zu gebrauchen. Schütz beschreibung der lande Preussen (1599) s. 75; in einer derselben (stuben) stand ein spind, dessen schlosz mit einem metallenen kreuz bedeckt war. Jahn pommersche sagen 27; drum schielt er, wie ein luchs, durchsuchet stub' und spind, versperret hof und hausz, und heiszt das liebe kind fein früh zu bette gehen. Neukirch in Hoffmannswaldaus u. anderer auserlesenen ged. 6, 109; in zusammensetzungen: geldspind (s. theil 4, 1, 2922); speisespind (s. oben sp. 2124); essenspind Frischbier 2, 351b. Elbinger mundart 38; dann auch bücherspind ebenda; kleiderspind: Annerl hatte nach dem tode ihrer mutter den kleiderspind ausgeleert und unter den gewandstücken herumgekramt. Anzengruber 43, 115. in sprichwörtlicher redewendung: he heft nien brood im spynt, er ist blutarm. Strodtmann 224.
4758 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    spindst. M. (a)

    Köbler As. Wörterbuch

    spind , st. M. (a) nhd. Fett, Speck ne. fat (N.), bacon (N.) ÜG.: lat. arvina GlPW Hw.: vgl. ahd. spint (st. M. a) Q.: G…

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    spindst. N. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    spind , st. N. (a) nhd. Fett Vw.: s. hagu-, hėcga- E.: germ. *spenda, Sb., Fett L.: Hh 310

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spind

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Das Spind , des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden auch die Spinde, plur. die -n, ein nur in einigen Provinzen, beso…

  4. modern
    Dialekt
    Spind

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Spind [ʿSpìnt Bf. ] m. Splint, der junge, weiche Holzstoff zwischen Rinde und Kern eines Baumes. Am Schiffholz un d am B…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spind

158 Bildungen · 152 Erstglied · 3 Zweitglied · 3 Ableitungen

spind‑ als Erstglied (30 von 152)

Spindbrot

MeckWB

spind·brot

Spindbrot n. eig. Almosenbrot; nur in der Rda. beim Kartenspiel: nu frät't dat Spindbrot man up wenn man ein silbernes Markstück wechseln lä…

Spinde I

RhWB

spin·dei

Spinde I vereinzelt Nfrk, Erk-Elmpt -e·ŋ., Pl. -·ŋ.ə ; -in Rees-Haldern f.: Spindel am Spinnrad, am Mühlstein.

Spinde II

RhWB

Spinde II das Wort, ndl. spinde, mndl. spende, mnd. spinde < mlat. spenda »Speiseschrank« entsprechend, ist lrhn. n. einschl. Mos (an der Sa…

spindel

DWB

spin·del

spindel , f. stecknadel, s. oben spendel ( sp. 2147).

Spindelbaum

SHW

Spindel-baum Band 5, Spalte 1183-1184

Spindelmaul

SHW

Spindel-maul Band 5, Spalte 1183-1184

Spindeluhr

SHW

Spindel-uhr Band 5, Spalte 1183-1184

spindelbank

DWB

spindel·bank

spindelbank , f. eine art vorspinnmaschine, die zwei reihen senkrecht stehender spindeln mit darauf sitzenden spulen zum aufnehmen des gedre…

spindelbann

DWB

spindel·bann

spindelbann , m. verbot, mit der spindel zu arbeiten: ein weiblein grau von haaren dort an dem rocken spann: sie hatte nichts erfahren vom s…

spindelbaum

DWB

spindel·baum

spindelbaum , m. 1 1) wie spillbaum ( s. oben ) bezeichnung von euonymus europaeus L., sonst auch pfaffenbaum ( theil 7, 1586) genannt. vgl.…

spindelbein

DWB

spindel·bein

spindelbein , n. scherzhaft von einem bein, lang und dünn wie eine spindel ( vgl. oben spillenbein): aber es ( das männchen ) stand schon wi…

spindelbeinig

DWB

spindel·beinig

spindelbeinig , adj. zu dem vorigen: nun wuszte er freilich so gut, als hätte ers im Büsching gelesen, ... dasz man in dem städtlein ohne al…

Spindelbirn

Adelung

spindel·birn

Die Spindelbirn , plur. die -en, eine Art ziemlich großer, bauchiger und etwas herber Birnen; Rautenbirn.

spindelbirne

DWB

spindel·birne

spindelbirne , f. birne von der form einer spindel, eine abart der mehr kugelförmigen rostbirne ( s. theil 8, sp. 1282). Nemnich. spindelbir…

spindelbolz

DWB

spindel·bolz

spindelbolz , spindelbolze , m. spindelförmiger bolz ( vgl. bolz 4, theil 2, 235 und spindel 2 sp. 2497 ff. ) zum zusammenhalten eines wagen…

spindelboum

BMZ

spindel·boum

spindelboum , spinelboum fusarius sumerl. 7,65. 39,20. 45,41. 57,14. gl. Mone 4,93. 8,97. vgl. Diefenb. gl. 255. spintulboum gl. altd. bl. 1…

spindelbuche

DWB

spindel·buche

spindelbuche , f. bezeichnung von carpinus betulus. Nemnich 1, 895 . sonst auch hagebuche ( s. theil 4, 2, 140) oder hainbuche ( sp. 174) ge…

Spindelbänkli

Idiotikon

Spindelbänkli Band 4, Spalte 1388 Spindelbänkli 4,1388

spindeldrechsler

DWB

spindel·drechsler

spindeldrechsler , m. fusaruolo, fusaio. Kramer ital.-deutsches wb. (1693) 485 a , dasselbe wie spindeldreher und spindelmacher.

spindeldrehen

DWB

spindel·drehen

spindeldrehen , n. theilthätigkeit des spinnens: alleine wo des himmels schlusz nicht selbst die seele hinleitet, ist weder eine Denae, welc…

spindeldreher

DWB

spindel·dreher

spindeldreher , m. 1 1) dasselbe wie oben spindeldrechsler und unten spindelmacher: die spindeldreher Comenius reg.; spindeldreher, fusaio f…

spind als Zweitglied (3 von 3)

hagospind

KöblerAe

hagospind , st. N. (a) Vw.: s. haguspind

haguspind

KöblerAe

haguspind , st. N. (a) nhd. Wange ÜG.: lat. gena Gl Hw.: s. hėcgaspind Q.: Gl E.: unbekannter Herkunft; s. spind L.: Hh 147

hėcgaspind

KöblerAe

hėcgaspind , st. N. (a) nhd. Wange Hw.: s. haguspind E.: unbekannter Herkunft; s. spind L.: Hh 153

Ableitungen von spind (3 von 3)

gespind

DWB

gespind , muttermilch, s. gespünn .

¹spinde

MNWB

1 spinde , f. , n. , Vorratsbehälter, Schrank. Vgl. 1 spint. Demin.

verspinden

DWB

verspinden , verb. , auch in der form verspünden; vgl. unter I 1. I I. von spint ( th. 10, 1, sp. 2549) abgeleitet, einem westgermanischen w…