Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Spind m.
Spind m.
Spind m. (auch n.) ‘schmaler Schrank’ (besonders in Kasernen). Das im 16. Jh. in die Literatursprache aufgenommene Substantiv beruht auf mnd. spinde f. n. ‘Vorratsbehälter, Schrank’, spint m. n. ‘Reliquienschrein, kastenähnlicher Behälter, kleiner Schrank’, mnl. spende, spinde ‘Austeilung von Speisen an Arme, das Ausgeteilte, Almosen, Vorrats-, Speisekammer, Speiseschrank, Schrank’, nl. spinde, entlehnt aus mlat. spinde, spenda, spenta f. ‘Almosengabe an die Armen in den Klöstern, Ausgabe, Gabe’. Der mlat. Ausdruck der Klostersprache gehört zu dem unter spenden (s. d.) angeführten Verb mlat. spendere ‘ausgeben, verausgaben’. Die Bedeutung ‘Behälter (in dem die als Almosen vorgesehenen Gaben aufbewahrt werden), Speisekammer, Speise-, Vorratsschrank’ entwickelt sich wohl erst im nl. nd. Bereich. In die Mark Brandenburg gelangt das Wort mit niederländischen Kolonisten. Mask. Genus setzt sich offenbar in Analogie zu Schrank durch.