Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
speien
speien
speien Vb. ‘spucken, sich übergeben’, ahd. spīwan, (alem. und südrheinfrk.) spīan ‘spucken, aus-, anspeien, sich erbrechen’ (9. Jh.; vgl. firspīwan ‘verwerfen, zurückweisen’, 8. Jh.), mhd. spī(w)en, (md.) spūwen, asächs. spīwan, mnd. spī(g)en, mnl. spīen, spijen, spuwen, nl. spuwen, afries. spīa, aengl. spīwan, engl. to spew, anord. spȳja, schwed. spy, got. speiwan (germ. *spīwan); in der Entwicklung zeigen die Formen teilweise Schwund von altem w, teilweise Übergang von īw zu ūw. Das gemeingerm., stark flektierende Verb für ‘spucken, sich erbrechen’ ist verwandt mit den unter Speichel, Spott und spucken (s. d.) behandelten Wörtern sowie mit aind. ṣṭhī́vati (ṣṭh- dissimiliert aus ṣp-) ‘spuckt, speit aus’, griech. ptȳ́ein (πτύειν) ‘spucken, ausspeien’, lat. spuere ‘spucken’, lit. spiáuti ‘spucken, speien’, aslaw. pl’ьvati, aruss. plьvati, russ. plevát’ (плевать) ‘speien, spucken’. Auszugehen ist von einem den Spucklaut nachahmenden (in den einzelnen Sprachen unterschiedlich abgewandelten) Ansatz ie. *(s)p(i̯)eu̯(ə)-, *(s)pi̯ū-, *(s)pīu̯- ‘speien, spucken’. Ein zu mhd. spī(w)en (s. oben) gebildetes Intensivum mhd. spiutzen, spūtzen (aus *spiuwezzen) führt zu speuzen Vb. ‘speien’, landschaftlich auch spauzen, spūzen.