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Speien

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
14 in 13 Wb.
Sprachstufen
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6

Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Speien

Bd. 3, Sp. 681
Speien 1. Es speit niemand in seinen eigenen Bart. – Eisenhart, 171; Sailer, 142; Simrock, 734; Graf, 164, 131. Das Speien in den Bart war eine der schimpflichsten Beleidigungen, die einem Freigeborenen nur immer widerfahren konnte; denn der Bart stand bei den alten Deutschen in der höchsten Achtung. Das Sprichwort warnt vor Handlungen, wodurch zugleich die Familie beschimpft wird. 2. Wer über sich speit, wendet die Spucke gegen sein eigen Gesicht. Kroat.: Tko više sebe pljuje, na obraz mu pada. 3. A speyt wie a Garbershund. – Gomolcke, 20; Weinhold, 26; für Franken: Frommann, VI, 324, 363. Nachdem die Häute einige Zeit im Wasser gelegen haben, wird das an ihnen befindliche Fleisch mit einem Messer abgestrichen. Verzehrt nun der Hund diese von der Aasseite abgestossene Fleischmasse in grossem Masse, so folgt Erbrechen. »Der zwölfft wenn er sich gefült hat gleich wie dass Fass, speyet er gleich wie ein Gerber hundt.« (Geiler, Nsch., 16, in Kloster, I, 312.) 4. De Loite schpei'n dergägen.Frommann, III, 244, 77. 5. Der speit seinen Leuten ins Maul. (Alting.) – Birlinger, 925. Von einem Dienstherrn, der seinem Gesinde nicht genug zu essen gibt. 6. Er speit wie ein Erzpriester. – Frischbier2, 3559. In ähnlicher Weise sagt man an einigen Orten Schlesiens: Er speit wie ein Huxt(Hochzeit-)hund, der auch nicht blos von Knochen und Brosamen lebt. 7. Er speit wie ein Reicher. – Eiselein, 526. 8. Gespeit werden. D.h. aufgezogen, verhöhnt, verspottet. »Wurden sye auch etwan von jm gespeyet.« (Rollwagenbüchlein, XXIX.) 9. Hai spigged as 'ne Hucke. (Iserlohn.) – Frommann, V, 163, 149. 10. He spîgt as 'n Gârwerhund. 11. Speie inn deinen eygen busen. – Suringar, C. 3, 10 u. 13. 12. Speiw'n wie a Hoazathund. – Schöpf, 685. Sich heftig erbrechen. 13. 'T spiet mi, dat mi 't Wîf ofstarft; ick hebb hör all söven Jahr hadd. – Hauskalender, IV. [Zusätze und Ergänzungen] 14. Då speiet i, was ich in der faschen (Kinderbinde) 'gessen håb. (Wien.) Um grossen Ekel auszudrücken.
1999 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    speienswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    speien swv. bespeien, verspotten. spaien sehr oft in der Zimr. chr., s. 4,738 b f. — zu spîwen. vgl. gespeie, speirede, …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Speienv., intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Speien , v. intrs . u. trs . unregelm., unl. verg. Z. ich spie ; Mittelw. d. verg. Z. gespien , mit Heftigkeit und auf e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    speien

    Goethe-Wörterbuch

    speien [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    speien

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    speien Band 10, Spalte 23 speien 10,23

  5. Sprichwörter
    Speien

    Wander (Sprichwörter)

    Speien 1. Es speit niemand in seinen eigenen Bart. – Eisenhart, 171; Sailer, 142; Simrock, 734; Graf, 164, 131. Das Spei…

  6. Spezial
    speien

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    speien Gift und Galle ~ idiom. - см. RDWB1 Galle etw. ist zum Speien unangenehm - что-л. крайне, чрезвычайно, весьма неп…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit speien

28 Bildungen · 0 Erstglied · 24 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von speien 2 Komponenten

spe+ien

speien setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

speien als Zweitglied (24 von 24)

Únterspeien

Campe

Х Únterspeien , v. intrs . u trs . unregelm. ( s. Speien), ich speie unter, untergespien, unterzuspeien , unter etwas hin speien. D. Untersp…

anspeien

DWB

ans·peien

anspeien , aspuere, inspuere, verachten: die amme, wenn ihr eine alte frau das kind lobt, soll sie gleich anspeien; wenn er denn stehet und …

Aufspeien

Campe

auf·speien

Х Aufspeien , v. trs. auf etwas speien. Auf den Fußteppich aufspeien. Das Aufspeien. Die Aufspeiung.

ausspeien

DWB

aus·speien

ausspeien , exspuere, exscreare, nnl. uitspuwen, uitspugen: blut, gift und galle, eiter, feuer ausspeien; ich wil ire missethat an inen heim…

bespeien

DWB

bes·peien

bespeien , conspuere, convomere, goth. bispeivan, ahd. pispîwan, part. pispiwan und pispiran, nnl. bespugen und bespuwen. wir flectieren bes…

blutspeien

DWB

blut·speien

blutspeien , n. was blutauswurf, vgl. DWB blutbrechen , DWB bluthuste , DWB blutsturz .

Dúrchspeien

Campe

durch·speien

Х Dúrchspeien , v. trs. unregelm. ( s. Speien), ich speie durch, durchgespien, durchzuspeien, durch eine Öffnung speien; hindurchspeien. Das…

einspeien

DWB

eins·peien

einspeien , inspuere, nnl. inspuwen, inspugen: ich will ihrer freilich auch nicht sparn und fewer zu ihn einspeien wie ein drach. Alberus wi…

eiterspeien

DWB2

eiter·speien

eiterspeien n. das auswerfen von eiter: ⟨1576⟩ Philomusus Anonymus horn (1595) E 4 b . 1630 in: Hörnigk juden-artzt (1631) L 4 b . DWB2 d ad…

entgegenspeien

DWB

entgegen·speien

entgegenspeien , contra spuere: mir speit kein Ätna, brüllend, schrecken aus seinem schlund entgegen. Gökingk 1, 279 .

fortspeien

DWB

fort·speien

fortspeien , 1 1) pergere spuere. 2 2) evomere, ausspeien, das geschluckte wieder fortspeien.

fürspeien

DWB

fuer·speien

fürspeien , eigentlich so viel als sich vor jemand erbrechen. dann bildlich: vor jemand von sich geben, jemand vorsagen. im besondern: jeman…

Herspeien

Campe

hers·peien

Herspeien , v. trs . unregelm. ( s. Speien), s. Her. Das Herspeien .

Nachspeien

Campe

nach·speien

Nachspeien , v. intrs . u. trs . unregelm. ( s. Campe Speien ). 1) Nach dem Beispiele eines Andern speien. 2) Hinter her speien. Einem nachs…

Umspeíen

Campe

Umspeíen , v. trs . unregelm. ( s. Speien), ich umspeie, umspien, zu umspeien , rundum, auf allen Seiten bespeien, anspeien; eigentlich und …

verspeien

DWB

vers·peien

verspeien , verb. form. ahd. farspîwan respuere Graff sprachschatz 6, 365 ; respuit firspiuuit, farspiuuit Steinmeyer-Sievers gloss. 1, 238,…

vorspeien

DWB

vors·peien

vorspeien , verb. , vgl. fürspeien teil 4, 1, 1, sp. 830, sich vor jemandem erbrechen; von vögeln, die ihre jungen nähren: diese sollen ... …

wegspeien

DWB

weg·speien

wegspeien , von sich speien: despuere, wegspeyen Diefenbach gl. 176 c ; mit zwang geküszter mund darff nur den kusz wegspein, so wird er all…

wi(e)derspeien

DWB

wieder·speien

wi(e)derspeien , vb. , mhd. widerspîen. ' wieder ausspeien, wieder von sich geben '. reuomere widerspyen (15. jh., md. ), widerspeyen ( anf.…

zerspeien

DWB

zers·peien

zerspeien , verb. , bespeien: wie ist er zugericht, ... fleuszt yhm sanguis durch die augen, bard und damit zuspeuet! Luther 34, 1, 242 W.; …

Ableitungen von speien (4 von 4)

bespeien

DWB

bespeien , conspuere, convomere, goth. bispeivan, ahd. pispîwan, part. pispiwan und pispiran, nnl. bespugen und bespuwen. wir flectieren bes…

gespeien

Idiotikon

gespeien Band 10, Spalte 24 gespeien 10,24

verspeien

DWB

verspeien , verb. form. ahd. farspîwan respuere Graff sprachschatz 6, 365 ; respuit firspiuuit, farspiuuit Steinmeyer-Sievers gloss. 1, 238,…

zerspeien

DWB

zerspeien , verb. , bespeien: wie ist er zugericht, ... fleuszt yhm sanguis durch die augen, bard und damit zuspeuet! Luther 34, 1, 242 W.; …