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Sinken

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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20 in 20 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Sinken ntr, trs

Bd. 4, Sp. 448a
Sinken, v. unregelm. ich sinke, du sinkest (sinkst), er sinket (sinkt). unl. verg. Z. ich sank, (Х ich sunk), geb. F. ich sänke (Х ich sünke), Mittelw. d. verg. Z. gesunken; Befehlw. sinke. I) ntr. mit sein, nach und nach langsam und senkrecht in die Tiefe sich bewegen oder bewegt werden, vermöge der eigenen Schwere oder durch die Schwerkraft, sofern ihr keine andere Kraft entgegen wirkt; sich senken. Ein Stein sinkt im Wasser zu Boden, oder er sinkt unter. Ein Schiff sinkt, wenn es unter Wasser einen Leck bekommen hat, durch welchen das Wasser eindringt, oder wenn es zu schwer beladen ist, in welchen Fällen es vom Wasser nicht mehr getragen wird, sondern unter dasselbe geräth und zu Boden fällt. I den Schnee, in den Morast bis an die Knie sinken. Ein Haus sinkt, wenn es bei schwachem Grunde, welcher der Last desselben nicht genug Widerstand leistet, unter die wagerechte Linie, die der Grund desselben bildet, geräth. I die Erde sinken. Vor Schwäche zu Boden sinken, da man sich nicht mehr aufrecht erhalten kann, sondern langsam zusammen= und zu Boden fällt. I Ohnmacht sinken. Die Hände sinken lassen, sie, die man ausgestreckt oder von sich ab hielt, allmählig ganz gerade hinunter haugen lassen, sie ihrer eignen Schwere überlassen. Den Kopf auf die Brust sinken lassen. Der Nebel sinkt, wenn er zur Erde fällt und sich in Gestalt von Tropfen an die Gegenstände anlegt; in Gegensatz von steigen. Auf einer Wolke zur Erde sinken. Zuweilen nimmt es auch die Natur eines thätlichen Zeitwortes an, wenn man sagt, einem zu Füßen sinken, aufs Knie sinken, sich zu jemandes Füßen aufs Knie langsam hinablassen, z. B. ihn um etwas anzuflehen. »Sie wollte anfangs zu seinen Füßen sinken.« Meißner. (R.) I weiterer und uneigentlicher Bedeutung: 1) Nach der Tiefe oder nach dem was man sich mit dem Begriffe der Tiefe denkt, wenn auch nur scheinbar, bewegt werden. Die Sonne sinkt unter das Meer, oder unter den Gesichtkreis, sie gehet unter, verschwindet unter dem Gesichtkreise. Sie sinket, wenn sie nach ihrem höchsten Stande zu Mittage dem Gesichtrande sich zu nahen anfangt. »— immer noch den Blick auf die Feuerspuren der nun völlig gesunkenen Sonne heftend.« Benzel=Sternau. — bis spät zur sinkenden Sonne, Voß, d. h. bis zu Sonnenuntergange. Bis in die sinkende Nacht, bis zum völligen Eintritt der Nacht, die sich gleichsam auf die Erde senket. Der Tag geht auf und sinkt — Wieland, d. h. neigt sich, gehet zu Ende. Ein Hieb sank auf sein Haupt, fiel auf dasselbe, wo der Begriff der langsamen Bewegung wegfällt. Doch weh! ach weh, ein Säbelhieb Sunk schwer auf sein Genick, Schiller. Und ihm sinkt aufs Augenlied Schon der milde Schlummer, Meißner, der Schlummer, welcher gleichsam aus der Höhe kommend gedacht wird. I einen tiefen Schlummer sinken, nach und nach gerathen. △ Is Grab sinken, dem Tode in die Arme sinken, auch nur, sinken, dahinsinken, für sterben. Unser Patroklos sank, sie kämpfen bereits um den Leichnam. Voß. Selbst Odin sank in dem Nachkampf. Baggesen. Auch ◬ mit dem dritten Falle, einem sinken, ihm unterliegen, von ihm getödtet werden. Ohne Sohn sank dieser dem Silberbogen Apollons. Voß. 2) Nach und nach abnehmen, an Stärke, Lebhaftigkeit vermindert werden. Das Feuer sinkt, wenn die anfangs hohe und lebhafte Flamme immer kleiner und schwächer wird. — — — — und findet In, bei der Wach, am sinkenden Feuer — Klopstock. Den Muth nicht sinken lassen, ihn nicht verlieren. Da sank der Zorn der reuerfüllten Götter, Ramler. »Das matte Ach ist sowol Laut der zerschmelzenden Liebe, als der sinkenden Verzweifelung.« Herder. 3) Bis zu einem gewissen Grade erniedriget werden, wie auch schlecht werden. Der Mensch sollte niemahls unter das Thier sinken, was doch mit dem Betrunkenen der Fall ist. Wie tief bin ich gesunken! in welche Tiefe gleichsam der Niedrigkeit, der Schlechtheit bin ich gerathen. Zu viel! Fast sank der Mensch zum feigsten Wurm in mir. Weiße. So auch in den zusammengesetzten herabsinken, hinabsinken, hinuntersinken. II) † trs. nach und nach in die Tiefe bewegen, eine Richtung in die Tiefe geben; doch nur im Bergbaue, in mehr uneigentlicher Bedeutung. So sinket der Bergmann, wenn er in die Tiefe gräbt. Einen Schacht sinken, ihn graben; auch, ihn absinken, fällen. Eben so in den Zusammensetzungen durchsinken und ersinken. Das überleitende Wort von sinken ist senken. D. Sinken. D. — ung, in der überleitenden Bedeutung, im Bergbaue.
4435 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sinkenstv. I, 3.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    sinken stv. I, 3. BMZ intr. sich senken, versinken, ( im wasser ) untersinken, mergere, sidere Dfg. 358 a . 533 a . Parz…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sinkenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sinken , st. V. nhd. sinken, untergehen, sozial und moralisch sinken, in Armut geraten (V.), in Schande geraten (V.), ve…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sinken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Sinken , verb. irregul. Imperf. ich sank, (im gemeinen Leben ich sunk,) Conj. ich sänke, (gemeinen Leben sünke); Mittelw…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sinken

    Goethe-Wörterbuch

    sinken [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    sinken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    sinke n [sìka Katzent. ; seka Su. ; sekə. 3. Pers. s set, Part. ksùkə Co. ] sinken. umfallen. Er is t uf d e r erst…

  6. Sprichwörter
    Sinken

    Wander (Sprichwörter)

    Sinken 1. Was sinkt, ist schwerer, als was steigt. 2. Willst du nicht mit sinken, so fahre nicht in fremdem Kielwasser. …

  7. Spezial
    sinken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sin|ken (sank, gesunken) vb.intr. 1 (niedriger werden: Preise) jí jö, caré (cara ), diminuí (-uësc) 2 (untergehen: Schif…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sinken

41 Bildungen · 7 Erstglied · 29 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von sinken 2 Komponenten

sin+ken

sinken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sinken‑ als Erstglied (7 von 7)

sinkenblāsære

KöblerMnd

sinken·blāsære

sinkenblāsære , M. nhd. Zinkenbläser E.: s. sinke (2), blāsære W.: s. nhd. Zinkenbläser, M., Zinkenbläser, DW 31, 1420? L.: MndHwb 3, 238 (s…

Sinkenborn

PfWB

sinken·born

 Sinken-born m. : ehem. FlN; 2. Hälfte 15. Jh.: an dem Sinkenborn [StArch. Weimar Seelbuch BZ-Dernb, S. 83].

sinkendic

KöblerMhd

sinken·dic

sinkendic , Adj. nhd. hingeneigt E.: s. sinken L.: Hennig (sinkendic)

sinkening

DWB

sinken·ing

sinkening , mundartliche bildung ( thüringisch ): sinkeninge nacht, sinkende nacht; sinkenings, adv. Jecht 104 b ; vgl. sink.

sinken als Zweitglied (29 von 29)

absinken

DWB

abs·inken

absinken , niedersinken, hinsinken, occidere: als die sonne nunmehr absank und das dunkel herauf zog. Voss Il. 1, 475 . Od. 9, 558. 10, 185;…

Dahínsinken

Campe

dahin·sinken

△ Dahínsinken , v. ntr. unregelm. ( s. Sinken), mit sein, hinsinken, nieder= oder hinabsinken. Der Dirne sinken die Hände Von der Arbeit dah…

darnidersinken

KöblerMhd

darnider·sinken

darnidersinken , st. V. nhd. „darniedersinken“, niedersinken Q.: DW2 (um 1430) E.: s. darnider, sinken W.: nhd. (ält.) daniedersinken, st. V…

durchsinken

DWB

durch·sinken

durchsinken , 1 1. untrennbar, durchlöchern, durchbohren, durchgraben. im bergbau, eine grube oder einen schacht senkrecht in die erde hinab…

einsinken

DWB

eins·inken

einsinken , labi, nnl. inzinken, schw. insjunka, dän. insynke. 1 1) die sonne sinkt ein, berge sinken ein; o wenn abends die sonne einsank, …

entsinken

DWB

entsin·ken

entsinken , excidere, elabi, nnl. ontzinken: wenn wir von inen hören werden, so werden uns die feuste entsinken. Jer. 6, 24 ; wenn der könig…

ersinken

DWB

ers·inken

ersinken , 1 1) mergi, labi, versinken, niedersinken, erliegen: were sach, dasz einer durch sein nutz hinweg züge und ihme der herr zuqueme …

hinsinken

DWB

hin·sinken

hinsinken , verb. zu boden sinken ( vgl. hin I, 7 sp. 1376): hinsinken, labi. Maaler 225 b ; halt mich, sonst sinke ich auch hin! Klopstock …

nachsinken

DWB

nach·sinken

nachsinken , verb. sequi labando Stieler 2008 . ( ich ) sah tropfen sinken in den bach, die wogenkreise sanken nach. Herder 1, 264 Hempet; e…

niedersinken

DWB

nieder·sinken

niedersinken , verb. niederwärts, zu boden sinken, occidere Dief. 391 c , collabescere, declinare, subsidere Maaler 306 c , resupinari Stiel…

nēdersinken

KöblerMnd

nēdersinken , st. V. nhd. niedersinken, zu Boden sinken Hw.: s. nēdersīgen; vgl. mhd. nidersinken, mnl. nedersinken E.: s. nēder, sinken W.:…

rôsîneken, rôsînken

MNWB

rôsîneken, rôsînken, n. ( Pl. rôsîneken ) : getrocknete Weinbeere, Rosine, men mach wol dâr up ströuwen der klê(i)nen r. dê men ôk karinten …

umsinken

DWB

umsinken , vb. , trennbar, zu boden sinken: der wicht ... wollte vor schrecken umsinken Musäus volksmärchen 1, 23 Hempel; er muszte tanzen, …

undersinken

MNWB

under·sinken

undersinken , stv. ( Prät. Ind.: 3. Pl. -sunken ) : 1. versinken, „ Vnderghan vnderduken vndersinken ” (Voc. Strals. ed. Damme 443), „Submer…

untersinken

DWB

unter·sinken

untersinken , trennbares v. ; dän. synke under; engl. to sink under. th. 10, 1, 1098. ad imum labi, in profundum trahi Stieler 2008 . ein sc…

versinken

DWB

vers·inken

versinken , verb. , ahd. part. prät. forsunchan, absorbitur. Graff ahd. sprachschatz 6, 255 ; mhd. versinken mhd. wb. 2, 2, 306 a . Lexer mh…

vorsinken

DWB

vors·inken

vorsinken , verb. , nach vorn sinken: das haus ist sehr vorgesunken Campe ; zum vorsinkenden knie und miszgebildeten fusz Herder 13, 335 S.;…

vörsinken

KöblerMnd

vörsinken , st. V. nhd. versinken, sinken, untergehen Hw.: vgl. mhd. versinken (1), mnl. versinken E.: s. vör, sinken W.: s. nhd. versinken,…

zusammensinken

DWB

zusammen·sinken

-sinken , v. : da ist inen alle vernunft und verstand aus dem kopff ... in die füsze zusammengesuncken J. Barth weiberplage (1565) q 5 b . w…

în sinken

MWB

în sinken stV. 1 ‘versinken’ 2 ‘einbrechen’ (auf einer Eisfläche)    1 ‘versinken’ als sich nü Gawein in das wasser liesz, / [...] / da vant…

înversinken

MWB

înversinken stN. ‘vollständiges Hineinsinken’ in disem wirt die sele alzemole gotvar, gotlich, gottig. si wirt alles das von gnaden das got …

īngesinken

KöblerMhd

īngesinken , st. V. nhd. versinken, bergen, in die Grube fallen Q.: Feldb (Anfang 14. Jh.) E.: s. īn, ge, sinken W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1,…

īnsinken

KöblerMhd

īnsinken , st. V. nhd. einbrechen, sich hineinversenken, versinken, sinken, einsinken, sickern in Hw.: vgl. mnl. insinken Q.: ErzIII, Tauler…

īnversinken

KöblerMhd

īnversinken , st. V. nhd. versenken E.: s. īnversenken W.: nhd. DW- L.: Lexer 411b (īnversinken), Hennig (īnversinken)

Ableitungen von sinken (5 von 5)

besinken

Lexer

be-sinken stv. I, 3. BMZ hinab sinken Mart.

entsinken

DWB

entsinken , excidere, elabi, nnl. ontzinken: wenn wir von inen hören werden, so werden uns die feuste entsinken. Jer. 6, 24 ; wenn der könig…

ersinken

DWB

ersinken , 1 1) mergi, labi, versinken, niedersinken, erliegen: were sach, dasz einer durch sein nutz hinweg züge und ihme der herr zuqueme …

gesinken

Lexer

ge-sinken stv. I, 3. BMZ Weinsch. — mit în.

versinken

DWB

versinken , verb. , ahd. part. prät. forsunchan, absorbitur. Graff ahd. sprachschatz 6, 255 ; mhd. versinken mhd. wb. 2, 2, 306 a . Lexer mh…

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APA
Cotta, M. (2026). „sinken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sinken/campe
MLA
Cotta, Marcel. „sinken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sinken/campe. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sinken". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sinken/campe.
BibTeX
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