versinken,
verb. ,
ahd. part. prät. forsunchan,
absorbitur. Graff
ahd. sprachschatz 6, 255;
mhd. versinken
mhd. wb. 2, 2, 306
a. Lexer
mhd. handwb. 3, 229.
nachtr. 393: versincken Maaler 431
b.
part. prät. versuncken 433
c. versincken, under das wasser sincken. Hulsius
dict. 356
a (1616). versinken Schottel 647
a (1663). versinken,
submergi, terra hauriri, opprimi. Stieler 2009; versincken, untersincken,
sprofondarsi, affondarsi, (
sprofondare),
abbissarsi, inabbissarsi. Kramer
deutsch-it. dict. 2, 812
c (1702); ich versincke,
collabor, decido in fundum. Steinbach 2, 774; versinken,
im wasser,
mergi, submergi, aqua hauriri. Frisch 2, 278
c; versinken, '
in die tiefe sinken, durch untersinken dem gesichte entzogen werden'. Adelung;
nd. fersinken (
prät. fersunk). ten Doornkaat Koolman
ostfries. wb. 1, 463
b;
nld. versincken,
perire, abire pessum, demergi in abyssum. Kilian 2, 725
a (1777); versoncken,
demersus, submersus. 727
a.
das verbum bezeichnet im eigentlichen sinne den eintritt eines entscheidenden moments im sinken, den moment, in dem das sinkende durch ein umgebendes, aufnehmendes bedeckt, zugedeckt, dem auge entzogen wird. diese grundvorstellung, mindestens die vorstellung, dasz etwas zum theil bedeckt oder überhöht ist, wird auch beim freien und übertragenen gebrauch fast immer bewahrt, wenn auch je nach den umständen entweder die bewegung nach abwärts oder das eingehen in etwas mehr betont werden kann. doch kommt es sowohl im eigentlichen wie im übertragenen sinne vor, dasz die vorstellung eines umgebenden elements völlig aufgegeben wird. vgl. im übrigen die bedeutungsentwicklung des causativums versenken.
zur ausbildung der nhd. flexion des starken verbums versinken
s. sinken
th. 10, 1,
sp. 1097. 11) versinken
im wasser, sinken, sodasz das sinkende vom wasser bedeckt wird, untergehen: im waszer versinken,
in undis suffocari, extingui, interimi, vi fluminis oppressum perire. Stieler 2008; in wirbeln versincken,
voraginibus submergi; versincken und wieder emporkommen,
demergi et rursus apparere. Steinbach 2, 774. 775; das schiff ist versunken. Adelung;
das ist jetzt mehr ein ausdruck der schriftsprache, die seeleute sagen: das schiff ist gesunken.
sancir, versinken '
wird von schiffen gesagt, welche leck geworden und zu grunde gehen'. Eggers
kriegslex. 2, 713 (1757);
festes versinkt
im wasser, das bedeckend emporsteigt. Vineta ist im meer versunken: dei gebirge do versunchen (
bei der sündflut).
genes. 28, 22. seine ausserweleten heubtleute versuncken im schilffmeer, die tieffe hat sie bedeckt.
2 Mos. 15, 4; (
im bilde): oder meinen sie, dasz bey einem so allgemeinen schifbruch der wissenschaften, die deutsche gelehrsamkeit nur immerhin auch mit versinken möchte? Lessing
3 8, 14; als ob ich ins wasser gefallen wäre, und dem versinken nahe, im kreise herumgedreht wurde. Kant 10, 199; daʒ guot ist virsunchen, diu werlt alliu irtrunchen. Diemer
deutsche ged. d. 11. u. 12. jh. 13, 21; dae quam et alsô, dat der skepe ein versanc. H. v. Veldeke
Eneit 198; sonder dat (
schiff) dâ was versonken, da die lûde inne erdronken. 589; (
im bilde): von sînem haʒʒe ich nâch versanc, und ouch versunken wære, des half mir, daʒ ich niht ertranc, gedinge ûf liebiu mære. H. v. Aue
büchlein 1, 1715; in des wâges unden vierzehen tûsent man versunken, der Unger und ertrunken. Ottokar
österr. reimchr. 7452; im kem zuo letst eyn wyder wynd der jm syn schiff zerfürt geschwynd das jm syn gesellen all erdryncken all ruoder, schiff, sägel, versyncken. Brant
narrensch. 108, 91; und wie, wann er versunken dann läg im wassersaus? Spe
trutznachtigall 51, 401
Balke; feinsliebchen bet' hübsch stille, schwank nicht so hin und her, der kahn möcht uns versinken, der wirbel reiszt so sehr. Brentano
ges. schriften 2, 100; da drunten in dem grunde, da dämmert längst der teich, es liegt in ihm versunken eine krone, stolz und reich. Uhland
ged. 1, 309
Schmidt-Hartmann. et is beter dat de barge verdrget, as dat de ebenen versinket (
mit wasser bedeckt werden),
ein zu trockener sommer ist besser als ein zu nasser. Schambach
wb. d. nd. mundart von Göttingen-Grubenhagen 266
b.
in blut: dasz das blut von dir flüssen soll, bisz die oberste spitze des kirchturmes darinnen versuncken. A. Gryphius
Horribilicribrifax 77
neudruck. 22)
in die erde, schlamm versinken,
im eigentlichen sinne, so dasz das versinkende bedeckt wird; dann aber auch im weiteren sinne, einsinken, ohne dasz an ein völliges verschwinden gedacht zu werden braucht. in die erde versincken; Ragusa versanck im selbigen jahr; es seynd erst unlängst in Sicilien durch ein grausames erdbeben gantze städt und schlösser versuncken; versuncken land, versunckene dörfer; die erde versanck ihnen unter den füssen. Kramer
deutsch-ital. dict. 2, 812
c. 813
a (1702); ein versunkener berg, eine versunkene stadt. Campe; sie sehen, dasz das übrige in dem phuhle versunken ist,
demersa palude caetera prospiciunt. Steinbach 2, 774; versuncken, verfallen, eyngesuncken böum. Maaler 433
c; im schlamme versinken. Adelung;
das kann ein völliges untergehen bezeichnen, aber auch ein bloszes einsinken. versunkene oder verfahrne weege soll man ausfüllen. Frisch 2, 278
c. man solt Wittemberg, und was da angefangen ist, versincken lassen. Luther 2, 86
b; wie Sodoma und Gomorra hinder uns versincke. 217
b; ob gott ein land drumb versincken liesse, wie Sodom und Gomorra.
wider Hans Worst 59
neudruck; ich versincke in tieffem schlam, da kein grund ist.
ps. 69, 3; errette mich aus dem kot, das ich nicht versincke. 69, 15; ich bilde mir einen morast ein, in dem ich versunken wäre. je geschwinder man sich herausarbeiten will, desto tiefer sinkt man. Lessing 12, 239 (1840); als wär die erde mitten entzwey geborsten, und der himmel zerplazt, und die hölle zehntausend klafter tiefer versunken. Schiller
räuber 2, 3
schauspiel (2, 92); (
im bilde): der thierische mensch, versunken im schlamm des stoffes. Wieland (
briefe von verstorbenen. Alexis an Dion);
ein sarg ist versunken (
im bilde): was du gesehn — hörst du? und nicht gesehen, sey wie ein sarg in deiner brust versunken. Schiller
don Karlos 2, 4 (5, 2, 212);
man sagt: ich hätte vor scham mögen in die erde versinken,
oder: in der erde versinken. dasz ich versincken müsse,
ch'io posso sprofondare. Kramer
deutsch-it. dict. 2, 812
c (1702); versincken moet ick,
terra mihi dehiscat. Kilian 2, 725
a (1777); Marke, dû versinc! dîn lant daʒ lît uneben. Neidhart v. Reuenthal 102, 32; daʒ er müeʒe versinken, der daʒ eʒʒen sô versalzen habe. H. v. dem Türlin
krone 1791.
auf der bühne (
vgl. versenkung) versinkt
ein darsteller, eine decoration, indem sie nach unten verschwinden. die sonne versinkt
am horizont, geht unter: erst hast du (
wolke) hell und klar geblüht, vom sonnenstrahle überglüht; — dann wardst du schwarz, es liesz der schein versunkner sonne dich allein. Lenau
Faust 127 (1840);
im bilde: o freund! du schöner, letzter strahl von meiner sonne, die versunken. 38.
wasser versinkt
in der erde, verschwindet: Johannis ist ein durstig mann, wan er kümt an und trincket, so siht man wie ein groszer teich, offt auch ein flusz versincket. Logau 3, 255, 216.
im bilde: ihr herz wäre bey dem stöhnen erstarrt und die quelle ihres lebens versunken. Klinger 3, 297.
einsinken: ich sehe mich an den versunknen stuffen eines morschen altars mit ihr. Lessing
Nathan 5, 6 (
33, 165); da sah ich denn in trauriger einbildungskraft meine werthe böhmische halbchaise, ein geschenk meines fürsten, die mich schon so weit in der welt herumgetragen, im koth versunken. Göthe
campagne in Frankreich 1792,
zum 6.
oct. (33, 119
Weim. ausg.). 33)
freiere anwendung; die vorstellung, dasz etwas theilweise zugedeckt ist, wird festgehalten: mit einer gleichsam versunckenen stimme reden. Kramer
deutsch-it. dict. 2, 813
a (1702); so hatte er denn sein schweres haupt über dem schlaftrunke geneigt und schnarchend in seine auf den tisch gelegten arme versinken lassen. C.
F. Meyer
der heilige6 110.
sich verlieren in etwas: sie liesz unbewuszt einen in die luft versinkenden akkord aus ihrer laute schlüpfen. J. Paul
unsichtbare loge 3, 21;
eingehen in umschlieszendes: sie versanken in die tiefen der tyroler gebürge (
drangen weiter ins gebirge ein).
Titan 4, 66;
mit der vorstellung des gefangen seins verbunden: aber der arme mensch, der gebundne in blut versunkne, von fleisch umfaszte mensch.
Hesp. 3, 102.
niedersinken, zu boden sinken, zusammensinken: wann indessen manch armer soldat vor mattigkeit unter seinen waffen versincken und verschmachten möchte. Grimmelshausen
Simpl. 1, 407, 3
Kurz; wo ich in bangem erbeben versank, zu sterben versank. Klopstock
Messias 2, 39. 44)
der übertragne gebrauch des verbums geht von der vorstellung des untersinkens, untergehens aus; zunächst sind es ungünstige vorstellungen, die an den begriff des verbums anknüpfen, sie können sich so verstärken, dasz versinken
die bedeutung von perire (
vgl.zu grunde gehen, untergehen)
annimmt; ebenso wird das causativum versenken
im sinne von verderben (zu grunde richten)
gebraucht; das zu grunde gehen, untergehen kann nach den verschiedenen vorstellungsgebieten, auf die das verbum bezogen wird, in sehr verschiedenem sinne gefaszt sein, ein verkommen, vergehen, kraftlos werden, hinschwinden, absterben, besonders auch ein entschwinden aus dem bewusztsein, dem gedächtnis bezeichnen, je nach dem zusammenhange kann mehr der vorgang des untersinkens oder der entscheidende moment des verschwindens hervortreten. die übertragne wendung verbindet sich leicht mit der bildlichen. die seele ist versunken, '
wenn ihre vorstellungen durch eine starke niederschlagende leidenschaft verdunkelt werden'. Campe. versunkne kräfte,
abgestorbene kräfte; sittlich: der unsittliche versunkene mensch. Campe (
die anwendung auf das sittliche gebiet ist ungewöhnlich); o Golo! mochtest du so tief versinken? Tieck 2, 137.
in wendungen wie vor schmerzen versinken
kann die vorstellung des zusammensinkens, niedersinkens, zusammenbrechens zu grunde liegen. vor schmertzen versincken, das ist, sich den schmertzen überwinden lassen,
doloribus succumbere. Maaler 431
b; nam auch das evangelium und der glaube und gantze christenheit je mehr und mehr abe, bis das sie unter den bapst gar versuncken ist. Luther 2, 475
a; gott enthelt dich, du wirst nicht versincken, sein arm und seine hand ist uber dir, und hat dich fest gefasset. 3, 292
a; (
vernunft und das menschliche herz müszte) unter der anfechtung (so sie beide vom teufel und jrem hertzen inwendig, und auswendig von der welt haben) versincken und untergehen. 7, 191
b; unnd wen schon kein cardinal were, die kirch wurd dennoch nit versincken.
an den adel 20
neudr.; alsdenn wird verstummen Plato mit seinen närrischen schülern, Aristoteles mit seinen argumenten versincken. Meyfart
d. himml. Jerusalem 2, 87 (1630); (
wir) müsten unter deinem zorn gar versincken. Schuppius
schriften 444; dasz ich darüber für wehemuth und traurigkeit bey nahe versincken möchte. 445; als wann ich von dir keine hülffe oder trost haben würde, sondern endlich unter der last der anfechtung versinken müste. 452; die versinkende traurigkeit (die durch keine hoffnung gelindert wird). Kant 10, 280; ich hoffte, diese jugendlichen rasereien, diese stürmenden thränen, diese versinkende wehmuth sollte vorüber sein. Göthe
Clavigo 4 (11, 101
Weim. ausg.); in ein auge blicken, das ihm lauter himmel zeichnete, die versunken waren. J. Paul
Hesp. 3, 83; vor einem schändenden worte versinkt der glanz und ehrenschatz langer jahre.
nachdämmerungen 79; er wil sîn alle tage trunkn, des sint die sinne sîn versunkn.
zeitschr. f. d. alterth. 16, 468, 36; ach gott, wie ist versuncken dein gnad durch menschlich recht. Wackernagel
kirchenlied 3, 76
b (107, 30); gib mir ein frisch wasser zu trincken! mein hertz wil gleich vor durst versincken. H. Sachs 10, 143, 13
Keller-Götze; ach, wie betrübt ist mir mein hertz mit angst und mit leidendem schmertz, das es mir vor leidt wil versincken. 11, 61, 36; da war ich schier vor leidt versuncken. 14, 180, 31; bruder, wie sihstu so sawr, als ob du essig hetst getruncken, so gar ist dir der muth versuncken. Waldis
Esop 3, 99, 18
Kurz; das jm schier all sein krafft versuncken. 4, 69, 161; thut drinn (
im wirtshaus) essen und trincken, denckt nicht einmal zu hausz, lest sein beruff versincken, gibt das gelt unnütz ausz. Ayrer 3, 2145, 13
Keller; die aus Sachs, Waldis
und Ayrer
angeführten stellen zeigen eine gebrauchsweise des verbums, die dem entwickelten nhd. fremd ist, der sinn des verbums verblaszt in der älteren sprache mehr als in der neueren: wir können nie versincken (
nie dem gedächtnis der menschen entschwinden), und werden durch den todt viel minder weggerafft als der so mit der faust ihm steten namen schafft. Opitz 1, 101 (1690); wie köstlich ist des gegenwärt'gen freundes gewisse rede, deren himmelskraft ein einsamer entbehrt und still versinkt. Göthe
Iphigenie auf Tauris 4, 4 (10, 70
Weim. ausg.); doch ach! je mehr ich horchte, mehr und mehr versank ich vor mir selbst, ich fürchtete wie echo an den felsen zu verschwinden.
Torquato Tasso 2, 1 (10, 138); des königs namen meldet kein lied, kein heldenbuch; versunken und vergessen! das ist des sängers fluch. Uhland
ged. 1, 308
Schmidt-Hartmann; ein uraltes schlachtenlied, das vor manchen hundert jahren klang versunk'nen heldenschaaren. Lenau
neuere gedichte 29 (1838). versinken in etwas (
dat. oder accus.),
völliges eingehen bezeichnend. in elend, traurigkeit, schlaf, in gedanken, nachdenken, in einen anblick versinken,
so dasz die seele ausschlieszlich davon in anspruch genommen wird. in sich versunken sein; in freude, in wonne versinken.
dabei vgl. färbungen des sinnes: in unglück versinken,
hier mehr das sinken, in seinem unglücke versinken, '
ohne hoffnung der rettung in demselben untergehen'. Adelung. si (
vernünftigkeit) versinket in daʒ wesen unde nimet got als er lûter wesen ist.
myst. 2, 110, 13; das die heiligen haben den glauben an Christum, darinnen sie gantz und gar versuncken sind. Luther 2, 32
a; die gottlosen versincken in unglück.
sprüche Sal. 24, 16; auf das er nicht in allzu groszer traurigkeit versincke.
2 Cor. 2, 7; bis ich mich aus dem wuste von gelehrsamkeit, in welchen ich jetzt versunken, wieder herausgearbeitet habe. Lessing 12, 116 (1840); Moor in den anblick versunken, bricht heftig aus. Schiller
räuber 4, 5
schauspiel (2, 158); in dem zustand, worein ich versunken war. 4, 75; diesen hofnungslosen zustand, in welchem die thätigen kräfte seines freundes versinken. 6, 46; ein groszer theil des adels war überdiesz in armuth und schwere schulden versunken. 7, 62; glauben sie denn, dasz die todte stille, in der sie versunken sind, ihnen und der kranken vortheil bringe? Göthe
Lila 1 (12, 54
Weim. ausg.); er sasz wie in tiefen gedanken versunken.
novelle (18, 345); so ganz in dem gefühle von ruhigem dasein versunken.
die leiden des jungen Werther 1 (19, 7); Ottiliens gegenwart verschlingt ihm alles: er ist ganz in ihr versunken.
die wahlverwandtsch. 1, 13 (20, 143);
Clavigo: kommen deine feindseligen grillen wieder?
Carlos: wenn ich aufs neue ganz drein versinke, wer ist schuld dran als du?
Clavigo 4 (11, 94); sie versank in sich.
Wilhelm Meisters lehrj. 4, 20 (22, 129);
Clavigo (steht ganz in sich selbst versunken, ohne zu antworten).
Clavigo 4 (11, 100); als unser freund lange darein (
in den anblick des gestirns) versunken geblieben.
Wilhelm Meisters wanderj. 1, 10 (24, 182); versunken in die traumnacht und in den kommenden abend. J. Paul
Hesperus 3, 93; dem komiker kam vor schrecken eine brotkrume in die falsche kehle, er versank in den heftigsten bühnenhusten seines lebens. Freytag
ges. werke 7, 69; din hertz sol im crütz versincken und sol an dem ertrincken mit des liebin ynbrinstikeit. Wackernagel
kirchenl. 2, 885 (1095, 5); einer von denen, die bang in bitterem schmerze versanken. Klopstock
Messias 12, 79; die wonn', in die er ganz versunken war. Wieland 22, 263 (
Oberon 6, 29); versunken in der tiefsten noth, an seines herzens offnen wunden verblutend. 23, 173 (10, 16); und unter meiner laube, lag ich ungegessen, ungetrunken, den einen wie den andern tag, so — wer beschreibt's? — in mich versunken. Göckingk
ged. 1, 98 (1780); glaub' in schmerz versunken, langsam zu vergehn. Gotter
ged. 1, 236 (1787); der jüngling steht, in widerspruch versunken. 384; und ich über mein ich, des unbefriedigten geistes düstre wege zu spähn, still in betrachtung versank. Göthe 1, 242
Weim. ausgabe; vaterland ich musz versinken hier in deiner herrlichkeit. Schenkendorf
ged. 87 (1815).
in besonderer wendung: wie! hörst du nicht? versinkest zur vergangenheit?
Pandora (50, 332
Weim. ausg.). 55) versinken,
transitiv: dô wurden dise zwêne man versunken durch ir übermuot. Thomasin v. Zirclaria
d. wälsche gast 11029; ein andrer die armut verfluchet, suchet gut, und seinen geitz versincket wan er im möhr ertrincket. Weckherlin
ged. 387 (1648); mit dantzen und drincken dasz leyd wir versincken. 777.
bergmännisch: in dem Wisperg sind aindlf trugkne paw gantz new, darinn zwai singkwerg, zwô gruben, und sint versunken (
in die tiefe getrieben) in ganze tief.
beleg bei Lexer
mhd. handwb. 2, 932;
vgl. sinken 3,
th. 10, 1,
sp. 1102.