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versinken

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

versinken verb.

Bd. 25, Sp. 1328
versinken, verb. , ahd. part. prät. forsunchan, absorbitur. Graff ahd. sprachschatz 6, 255; mhd. versinken mhd. wb. 2, 2, 306a. Lexer mhd. handwb. 3, 229. nachtr. 393: versincken Maaler 431b. part. prät. versuncken 433c. versincken, under das wasser sincken. Hulsius dict. 356a (1616). versinken Schottel 647a (1663). versinken, submergi, terra hauriri, opprimi. Stieler 2009; versincken, untersincken, sprofondarsi, affondarsi, (sprofondare), abbissarsi, inabbissarsi. Kramer deutsch-it. dict. 2, 812c (1702); ich versincke, collabor, decido in fundum. Steinbach 2, 774; versinken, im wasser, mergi, submergi, aqua hauriri. Frisch 2, 278c; versinken, 'in die tiefe sinken, durch untersinken dem gesichte entzogen werden'. Adelung; nd. fersinken (prät. fersunk). ten Doornkaat Koolman ostfries. wb. 1, 463b; nld. versincken, perire, abire pessum, demergi in abyssum. Kilian 2, 725a (1777); versoncken, demersus, submersus. 727a. das verbum bezeichnet im eigentlichen sinne den eintritt eines entscheidenden moments im sinken, den moment, in dem das sinkende durch ein umgebendes, aufnehmendes bedeckt, zugedeckt, dem auge entzogen wird. diese grundvorstellung, mindestens die vorstellung, dasz etwas zum theil bedeckt oder überhöht ist, wird auch beim freien und übertragenen gebrauch fast immer bewahrt, wenn auch je nach den umständen entweder die bewegung nach abwärts oder das eingehen in etwas mehr betont werden kann. doch kommt es sowohl im eigentlichen wie im übertragenen sinne vor, dasz die vorstellung eines umgebenden elements völlig aufgegeben wird. vgl. im übrigen die bedeutungsentwicklung des causativums versenken. zur ausbildung der nhd. flexion des starken verbums versinken s. sinken th. 10, 1, sp. 1097. 11) versinken im wasser, sinken, sodasz das sinkende vom wasser bedeckt wird, untergehen: im waszer versinken, in undis suffocari, extingui, interimi, vi fluminis oppressum perire. Stieler 2008; in wirbeln versincken, voraginibus submergi; versincken und wieder emporkommen, demergi et rursus apparere. Steinbach 2, 774. 775; das schiff ist versunken. Adelung; das ist jetzt mehr ein ausdruck der schriftsprache, die seeleute sagen: das schiff ist gesunken. sancir, versinken 'wird von schiffen gesagt, welche leck geworden und zu grunde gehen'. Eggers kriegslex. 2, 713 (1757); festes versinkt im wasser, das bedeckend emporsteigt. Vineta ist im meer versunken: dei gebirge do versunchen (bei der sündflut). genes. 28, 22. seine ausserweleten heubtleute versuncken im schilffmeer, die tieffe hat sie bedeckt. 2 Mos. 15, 4; (im bilde): oder meinen sie, dasz bey einem so allgemeinen schifbruch der wissenschaften, die deutsche gelehrsamkeit nur immerhin auch mit versinken möchte? Lessing3 8, 14; als ob ich ins wasser gefallen wäre, und dem versinken nahe, im kreise herumgedreht wurde. Kant 10, 199; daʒ guot ist virsunchen, diu werlt alliu irtrunchen. Diemer deutsche ged. d. 11. u. 12. jh. 13, 21; dae quam et alsô, dat der skepe ein versanc. H. v. Veldeke Eneit 198; sonder dat (schiff) dâ was versonken, da die lûde inne erdronken. 589; (im bilde): von sînem haʒʒe ich nâch versanc, und ouch versunken wære, des half mir, daʒ ich niht ertranc, gedinge ûf liebiu mære. H. v. Aue büchlein 1, 1715; in des wâges unden vierzehen tûsent man versunken, der Unger und ertrunken. Ottokar österr. reimchr. 7452; im kem zuo letst eyn wyder wynd der jm syn schiff zerfürt geschwynd das jm syn gesellen all erdryncken all ruoder, schiff, sägel, versyncken. Brant narrensch. 108, 91; und wie, wann er versunken dann läg im wassersaus? Spe trutznachtigall 51, 401 Balke; feinsliebchen bet' hübsch stille, schwank nicht so hin und her, der kahn möcht uns versinken, der wirbel reiszt so sehr. Brentano ges. schriften 2, 100; da drunten in dem grunde, da dämmert längst der teich, es liegt in ihm versunken eine krone, stolz und reich. Uhland ged. 1, 309 Schmidt-Hartmann. et is beter dat de barge verdrget, as dat de ebenen versinket (mit wasser bedeckt werden), ein zu trockener sommer ist besser als ein zu nasser. Schambach wb. d. nd. mundart von Göttingen-Grubenhagen 266b. in blut: dasz das blut von dir flüssen soll, bisz die oberste spitze des kirchturmes darinnen versuncken. A. Gryphius Horribilicribrifax 77 neudruck. 22) in die erde, schlamm versinken, im eigentlichen sinne, so dasz das versinkende bedeckt wird; dann aber auch im weiteren sinne, einsinken, ohne dasz an ein völliges verschwinden gedacht zu werden braucht. in die erde versincken; Ragusa versanck im selbigen jahr; es seynd erst unlängst in Sicilien durch ein grausames erdbeben gantze städt und schlösser versuncken; versuncken land, versunckene dörfer; die erde versanck ihnen unter den füssen. Kramer deutsch-ital. dict. 2, 812c. 813a (1702); ein versunkener berg, eine versunkene stadt. Campe; sie sehen, dasz das übrige in dem phuhle versunken ist, demersa palude caetera prospiciunt. Steinbach 2, 774; versuncken, verfallen, eyngesuncken böum. Maaler 433c; im schlamme versinken. Adelung; das kann ein völliges untergehen bezeichnen, aber auch ein bloszes einsinken. versunkene oder verfahrne weege soll man ausfüllen. Frisch 2, 278c. man solt Wittemberg, und was da angefangen ist, versincken lassen. Luther 2, 86b; wie Sodoma und Gomorra hinder uns versincke. 217b; ob gott ein land drumb versincken liesse, wie Sodom und Gomorra. wider Hans Worst 59 neudruck; ich versincke in tieffem schlam, da kein grund ist. ps. 69, 3; errette mich aus dem kot, das ich nicht versincke. 69, 15; ich bilde mir einen morast ein, in dem ich versunken wäre. je geschwinder man sich herausarbeiten will, desto tiefer sinkt man. Lessing 12, 239 (1840); als wär die erde mitten entzwey geborsten, und der himmel zerplazt, und die hölle zehntausend klafter tiefer versunken. Schiller räuber 2, 3 schauspiel (2, 92); (im bilde): der thierische mensch, versunken im schlamm des stoffes. Wieland (briefe von verstorbenen. Alexis an Dion); ein sarg ist versunken (im bilde): was du gesehn — hörst du? und nicht gesehen, sey wie ein sarg in deiner brust versunken. Schiller don Karlos 2, 4 (5, 2, 212); man sagt: ich hätte vor scham mögen in die erde versinken, oder: in der erde versinken. dasz ich versincken müsse, ch'io posso sprofondare. Kramer deutsch-it. dict. 2, 812c (1702); versincken moet ick, terra mihi dehiscat. Kilian 2, 725a (1777); Marke, dû versinc! dîn lant daʒ lît uneben. Neidhart v. Reuenthal 102, 32; daʒ er müeʒe versinken, der daʒ eʒʒen sô versalzen habe. H. v. dem Türlin krone 1791. auf der bühne (vgl. versenkung) versinkt ein darsteller, eine decoration, indem sie nach unten verschwinden. die sonne versinkt am horizont, geht unter: erst hast du (wolke) hell und klar geblüht, vom sonnenstrahle überglüht; — dann wardst du schwarz, es liesz der schein versunkner sonne dich allein. Lenau Faust 127 (1840); im bilde: o freund! du schöner, letzter strahl von meiner sonne, die versunken. 38. wasser versinkt in der erde, verschwindet: Johannis ist ein durstig mann, wan er kümt an und trincket, so siht man wie ein groszer teich, offt auch ein flusz versincket. Logau 3, 255, 216. im bilde: ihr herz wäre bey dem stöhnen erstarrt und die quelle ihres lebens versunken. Klinger 3, 297. einsinken: ich sehe mich an den versunknen stuffen eines morschen altars mit ihr. Lessing Nathan 5, 6 (33, 165); da sah ich denn in trauriger einbildungskraft meine werthe böhmische halbchaise, ein geschenk meines fürsten, die mich schon so weit in der welt herumgetragen, im koth versunken. Göthe campagne in Frankreich 1792, zum 6. oct. (33, 119 Weim. ausg.). 33) freiere anwendung; die vorstellung, dasz etwas theilweise zugedeckt ist, wird festgehalten: mit einer gleichsam versunckenen stimme reden. Kramer deutsch-it. dict. 2, 813a (1702); so hatte er denn sein schweres haupt über dem schlaftrunke geneigt und schnarchend in seine auf den tisch gelegten arme versinken lassen. C. F. Meyer der heilige6 110. sich verlieren in etwas: sie liesz unbewuszt einen in die luft versinkenden akkord aus ihrer laute schlüpfen. J. Paul unsichtbare loge 3, 21; eingehen in umschlieszendes: sie versanken in die tiefen der tyroler gebürge (drangen weiter ins gebirge ein). Titan 4, 66; mit der vorstellung des gefangen seins verbunden: aber der arme mensch, der gebundne in blut versunkne, von fleisch umfaszte mensch. Hesp. 3, 102. niedersinken, zu boden sinken, zusammensinken: wann indessen manch armer soldat vor mattigkeit unter seinen waffen versincken und verschmachten möchte. Grimmelshausen Simpl. 1, 407, 3 Kurz; wo ich in bangem erbeben versank, zu sterben versank. Klopstock Messias 2, 39. 44) der übertragne gebrauch des verbums geht von der vorstellung des untersinkens, untergehens aus; zunächst sind es ungünstige vorstellungen, die an den begriff des verbums anknüpfen, sie können sich so verstärken, dasz versinken die bedeutung von perire (vgl.zu grunde gehen, untergehen) annimmt; ebenso wird das causativum versenken im sinne von verderben (zu grunde richten) gebraucht; das zu grunde gehen, untergehen kann nach den verschiedenen vorstellungsgebieten, auf die das verbum bezogen wird, in sehr verschiedenem sinne gefaszt sein, ein verkommen, vergehen, kraftlos werden, hinschwinden, absterben, besonders auch ein entschwinden aus dem bewusztsein, dem gedächtnis bezeichnen, je nach dem zusammenhange kann mehr der vorgang des untersinkens oder der entscheidende moment des verschwindens hervortreten. die übertragne wendung verbindet sich leicht mit der bildlichen. die seele ist versunken, 'wenn ihre vorstellungen durch eine starke niederschlagende leidenschaft verdunkelt werden'. Campe. versunkne kräfte, abgestorbene kräfte; sittlich: der unsittliche versunkene mensch. Campe (die anwendung auf das sittliche gebiet ist ungewöhnlich); o Golo! mochtest du so tief versinken? Tieck 2, 137. in wendungen wie vor schmerzen versinken kann die vorstellung des zusammensinkens, niedersinkens, zusammenbrechens zu grunde liegen. vor schmertzen versincken, das ist, sich den schmertzen überwinden lassen, doloribus succumbere. Maaler 431b; nam auch das evangelium und der glaube und gantze christenheit je mehr und mehr abe, bis das sie unter den bapst gar versuncken ist. Luther 2, 475a; gott enthelt dich, du wirst nicht versincken, sein arm und seine hand ist uber dir, und hat dich fest gefasset. 3, 292a; (vernunft und das menschliche herz müszte) unter der anfechtung (so sie beide vom teufel und jrem hertzen inwendig, und auswendig von der welt haben) versincken und untergehen. 7, 191b; unnd wen schon kein cardinal were, die kirch wurd dennoch nit versincken. an den adel 20 neudr.; alsdenn wird verstummen Plato mit seinen närrischen schülern, Aristoteles mit seinen argumenten versincken. Meyfart d. himml. Jerusalem 2, 87 (1630); (wir) müsten unter deinem zorn gar versincken. Schuppius schriften 444; dasz ich darüber für wehemuth und traurigkeit bey nahe versincken möchte. 445; als wann ich von dir keine hülffe oder trost haben würde, sondern endlich unter der last der anfechtung versinken müste. 452; die versinkende traurigkeit (die durch keine hoffnung gelindert wird). Kant 10, 280; ich hoffte, diese jugendlichen rasereien, diese stürmenden thränen, diese versinkende wehmuth sollte vorüber sein. Göthe Clavigo 4 (11, 101 Weim. ausg.); in ein auge blicken, das ihm lauter himmel zeichnete, die versunken waren. J. Paul Hesp. 3, 83; vor einem schändenden worte versinkt der glanz und ehrenschatz langer jahre. nachdämmerungen 79; er wil sîn alle tage trunkn, des sint die sinne sîn versunkn. zeitschr. f. d. alterth. 16, 468, 36; ach gott, wie ist versuncken dein gnad durch menschlich recht. Wackernagel kirchenlied 3, 76b (107, 30); gib mir ein frisch wasser zu trincken! mein hertz wil gleich vor durst versincken. H. Sachs 10, 143, 13 Keller-Götze; ach, wie betrübt ist mir mein hertz mit angst und mit leidendem schmertz, das es mir vor leidt wil versincken. 11, 61, 36; da war ich schier vor leidt versuncken. 14, 180, 31; bruder, wie sihstu so sawr, als ob du essig hetst getruncken, so gar ist dir der muth versuncken. Waldis Esop 3, 99, 18 Kurz; das jm schier all sein krafft versuncken. 4, 69, 161; thut drinn (im wirtshaus) essen und trincken, denckt nicht einmal zu hausz, lest sein beruff versincken, gibt das gelt unnütz ausz. Ayrer 3, 2145, 13 Keller; die aus Sachs, Waldis und Ayrer angeführten stellen zeigen eine gebrauchsweise des verbums, die dem entwickelten nhd. fremd ist, der sinn des verbums verblaszt in der älteren sprache mehr als in der neueren: wir können nie versincken (nie dem gedächtnis der menschen entschwinden), und werden durch den todt viel minder weggerafft als der so mit der faust ihm steten namen schafft. Opitz 1, 101 (1690); wie köstlich ist des gegenwärt'gen freundes gewisse rede, deren himmelskraft ein einsamer entbehrt und still versinkt. Göthe Iphigenie auf Tauris 4, 4 (10, 70 Weim. ausg.); doch ach! je mehr ich horchte, mehr und mehr versank ich vor mir selbst, ich fürchtete wie echo an den felsen zu verschwinden. Torquato Tasso 2, 1 (10, 138); des königs namen meldet kein lied, kein heldenbuch; versunken und vergessen! das ist des sängers fluch. Uhland ged. 1, 308 Schmidt-Hartmann; ein uraltes schlachtenlied, das vor manchen hundert jahren klang versunk'nen heldenschaaren. Lenau neuere gedichte 29 (1838). versinken in etwas (dat. oder accus.), völliges eingehen bezeichnend. in elend, traurigkeit, schlaf, in gedanken, nachdenken, in einen anblick versinken, so dasz die seele ausschlieszlich davon in anspruch genommen wird. in sich versunken sein; in freude, in wonne versinken. dabei vgl. färbungen des sinnes: in unglück versinken, hier mehr das sinken, in seinem unglücke versinken, 'ohne hoffnung der rettung in demselben untergehen'. Adelung. si (vernünftigkeit) versinket in daʒ wesen unde nimet got als er lûter wesen ist. myst. 2, 110, 13; das die heiligen haben den glauben an Christum, darinnen sie gantz und gar versuncken sind. Luther 2, 32a; die gottlosen versincken in unglück. sprüche Sal. 24, 16; auf das er nicht in allzu groszer traurigkeit versincke. 2 Cor. 2, 7; bis ich mich aus dem wuste von gelehrsamkeit, in welchen ich jetzt versunken, wieder herausgearbeitet habe. Lessing 12, 116 (1840); Moor in den anblick versunken, bricht heftig aus. Schiller räuber 4, 5 schauspiel (2, 158); in dem zustand, worein ich versunken war. 4, 75; diesen hofnungslosen zustand, in welchem die thätigen kräfte seines freundes versinken. 6, 46; ein groszer theil des adels war überdiesz in armuth und schwere schulden versunken. 7, 62; glauben sie denn, dasz die todte stille, in der sie versunken sind, ihnen und der kranken vortheil bringe? Göthe Lila 1 (12, 54 Weim. ausg.); er sasz wie in tiefen gedanken versunken. novelle (18, 345); so ganz in dem gefühle von ruhigem dasein versunken. die leiden des jungen Werther 1 (19, 7); Ottiliens gegenwart verschlingt ihm alles: er ist ganz in ihr versunken. die wahlverwandtsch. 1, 13 (20, 143); Clavigo: kommen deine feindseligen grillen wieder? Carlos: wenn ich aufs neue ganz drein versinke, wer ist schuld dran als du? Clavigo 4 (11, 94); sie versank in sich. Wilhelm Meisters lehrj. 4, 20 (22, 129); Clavigo (steht ganz in sich selbst versunken, ohne zu antworten). Clavigo 4 (11, 100); als unser freund lange darein (in den anblick des gestirns) versunken geblieben. Wilhelm Meisters wanderj. 1, 10 (24, 182); versunken in die traumnacht und in den kommenden abend. J. Paul Hesperus 3, 93; dem komiker kam vor schrecken eine brotkrume in die falsche kehle, er versank in den heftigsten bühnenhusten seines lebens. Freytag ges. werke 7, 69; din hertz sol im crütz versincken und sol an dem ertrincken mit des liebin ynbrinstikeit. Wackernagel kirchenl. 2, 885 (1095, 5); einer von denen, die bang in bitterem schmerze versanken. Klopstock Messias 12, 79; die wonn', in die er ganz versunken war. Wieland 22, 263 (Oberon 6, 29); versunken in der tiefsten noth, an seines herzens offnen wunden verblutend. 23, 173 (10, 16); und unter meiner laube, lag ich ungegessen, ungetrunken, den einen wie den andern tag, so — wer beschreibt's? — in mich versunken. Göckingk ged. 1, 98 (1780); glaub' in schmerz versunken, langsam zu vergehn. Gotter ged. 1, 236 (1787); der jüngling steht, in widerspruch versunken. 384; und ich über mein ich, des unbefriedigten geistes düstre wege zu spähn, still in betrachtung versank. Göthe 1, 242 Weim. ausgabe; vaterland ich musz versinken hier in deiner herrlichkeit. Schenkendorf ged. 87 (1815). in besonderer wendung: wie! hörst du nicht? versinkest zur vergangenheit? Pandora (50, 332 Weim. ausg.). 55) versinken, transitiv: dô wurden dise zwêne man versunken durch ir übermuot. Thomasin v. Zirclaria d. wälsche gast 11029; ein andrer die armut verfluchet, suchet gut, und seinen geitz versincket wan er im möhr ertrincket. Weckherlin ged. 387 (1648); mit dantzen und drincken dasz leyd wir versincken. 777. bergmännisch: in dem Wisperg sind aindlf trugkne paw gantz new, darinn zwai singkwerg, zwô gruben, und sint versunken (in die tiefe getrieben) in ganze tief. beleg bei Lexer mhd. handwb. 2, 932; vgl. sinken 3, th. 10, 1, sp. 1102.
17291 Zeichen · 280 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    versinkenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    ver-sinken stv. BMZ versinken, untertauchen, -gehn, mergere Dfg. 358 a . Diem. Gen. Krone , Albr. Marke dû versinc! Neid…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Versinken

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Versinken , verb. irreg. neutr. S. Adelung Sinken , welches das Hülfswort seyn erfordert, in die Tiefe sinken, durch Unt…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    versinken

    Goethe-Wörterbuch

    versinken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    versinkenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ver-sinken st. : 1. wie schd., umgspr., vgl. einsinken ; im Dreck veʳsinke [ LU-Alsh Friesh SP-Mechth PS-Hintwdth ]; in …

  5. Sprichwörter
    Versinken

    Wander (Sprichwörter)

    Versinken In etwas ganz versunken sein. Lat. : Fixis oculis intueri. ( Philippi, I, 157. )

  6. Spezial
    versinken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|sin|ken vb.intr. 1 (untergehen) jí sot 2 (z.B. im Schnee) jí sot, arsí ite 3 (einsinken) afondé (-dëia), sprofondé (…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit versinken

3 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von versinken

ver- + sinken

versinken leitet sich vom Lemma sinken ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von versinken 2 Komponenten

vers+inken

versinken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

versinken‑ als Erstglied (1 von 1)

versinkende

KöblerMhd

versinkende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. „versinkend“ Q.: Tauler (vor 1350) (FB versinkende) E.: s. versinken (1) W.: nhd. versinkend, (Part. P…

versinken als Zweitglied (2 von 2)

înversinken

MWB

înversinken stN. ‘vollständiges Hineinsinken’ in disem wirt die sele alzemole gotvar, gotlich, gottig. si wirt alles das von gnaden das got …

īnversinken

KöblerMhd

īnversinken , st. V. nhd. versenken E.: s. īnversenken W.: nhd. DW- L.: Lexer 411b (īnversinken), Hennig (īnversinken)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „versinken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/versinken/dwb?formid=V04204
MLA
Cotta, Marcel. „versinken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/versinken/dwb?formid=V04204. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „versinken". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/versinken/dwb?formid=V04204.
BibTeX
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