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See

ahd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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27 in 21 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

See

Bd. 4, Sp. 6
Die See, (einsylbig,) plur. die -n, (zweysylbig,) und der See, (einsylbig,) des -s, (zweysylbig,) plur. die -n, (auch zweysylbig;) ein sehr altes Wort, welches eigentlich Wasser bedeutete, aber jetzt nur noch in einer doppelten Bedeutung üblich ist. 1. Die große Sammlung Wassers, welche das feste Land des Erdbodens umgibt, und welche auch das Meer, das Weltmeer genannt wird. In dieser Bedeutung ist es allemahl weiblichen Geschlechtes. An der See wohnen. Auf der See fahren. In See gehen, in die See stechen, von Schiffen. Der Handel zur See. Die hohe See, die offenbare See. In dieser Bedeutung leidet es keinen Plural, auch nicht, wenn es das Wasser der See selbst bedeutet. Die See läuft kurz, bey den Seefahrern, wenn sie kurze Wellen macht, lang, wenn ihre Wellen lang sind. Die See braust, schäumt, geht hohl u. s. f. Auch einzelne Theile und Gegenden dieses Weltmeeres bekommen sehr häufig den Nahmen der See. Die Atlantische See, die stille See, die Nordsee, die mittelländische See, die Südersee, bey Holland, die Ostsee u. s. f. bey welchen man zum Theil auch das Wort Meer gebrauchen kann, dagegen bey andern das Wort See nicht hergebracht ist; das rothe Meer, das schwarze Meer, das Griechische Meer u. s. f. In dieser Bedeutung Eines Theiles des Weltmeeres ist der Plural der Sache nicht zuwider, ob er gleich wenig vorkommt. Überhaupt scheint das Wort See in dieser Bedeutung mehr dem gemeinen Leben und der vertraulichen Sprechart, Meer aber mehr der höhern Schreibart angemessen zu seyn. 2. Eine mit Land umgebene beträchtliche Menge Wasser, besonders wenn das Wasser in derselben Wellen schlägt; ein Landsee, Nieders. Binnensee. In dieser Bedeutung ist es im Hochdeutschen allemahl männlichen Geschlechtes. Der Bodensee, der Comer-See, der Genfer-See, der Costnitzer-See u. s. f. Da es denn[] in allen Ländern auch kleinere Seen gibt. Der See Genezareth, Luc. 5, 1. Über den See fahren, Kap. 8, 22. Einen See ablassen, fischen u. s. f. Eigentlich sollte man es, wenn dieses Wort am Ende wächset, Seees, die Seeen schreiben; allein um den Übelstand dreyer auf einander folgender e zu vermeiden, läßt man ein e weg, spricht aber dennoch das Wort zweysylbig. Einige Sprachlehrer wollen der See wie Meer decliniret wissen, Plur. die Seee oder See, zweysylbig; allein es ist dieses wider den beständigen Sprachgebrauch, der zu allen Zeiten Seen hat. Recke deine Hand aus über die Seen, 2 Mos. 7, 19. Ein Land da Bäche, und Brunnen und Seen innen sind, 5 Mos. 8, 7; und so in andern Stellen mehr; nur Sir. 24, 44 heißt es Ein Mahl: meine Ströme werden große See. Anm. Dieses alte Wort, welches vorzüglich den nordischen Sprachen und Mundarten eigen ist, dagegen die südlichen ihr Meer, Mare u. s. f. haben, lautet schon bey dem Ulphilas Saiws, bey dem Notker und Ottfried Seuue, Se, im Angels. Sea, im Engl. Sea, im Schwed. Sjö, im Holländ. Zee, im Nieders. See, und selbst bey den Tartarn, vermuthlich den Krimmischen, Su, Sui. Es scheinet, daß die sausende Bewegung des Meeres und der ihm ähnlichen Seen der Grund der Benennung sey, da denn mit andern Endsylben sausen, sieden u. s. f. damit verwandt sind. Der Unterschied in dem Geschlechte ist zwar jetzt, wenigstens im Hochdeutschen allgemein, scheinet aber doch nur aus zwey verschiedenen im Hochdeutschen vereinigten Mundarten entstanden zu seyn. Bey dem Ottfried ist in der zweyten Endung thes seuues, der See, des Meeres, und im Theuerdanke kommt Kap. 64. der See und die See ohne Unterschied von einem und eben demselben See vor. In den folgenden Zusammensetzungen finden beyde Bedeutungen statt, doch sind die in der ersten die zahlreichsten, da denn die mit See- zusammen gesetzten Wörter, oft auch mit Meer- verbunden werden können, welches aber in andern nicht üblich ist. So sagt man Meeraal, und Seeaal, Meeramsel und Seeamsel, Meerwasser und Seewasser, aber nicht Meerfahrt, Meerfahrer, Meerstadt u. s. f. hingegen auch nicht Seebusen, Seeenge u. s. f.
3932 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    see

    Althochdeutsches Wörterbuch

    see s. er, siu, iz.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sêe

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    sêe , seem , sêen , sêër s. sëhe, seim, saejen, s. sæjære.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    seePers.-Pron. (F.) (Pl.)

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    see , Pers.-Pron. (F.) (Pl.) Vw.: s. sē (2)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    See

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die See , (einsylbig,) plur. die -n, (zweysylbig,) und der See, (einsylbig,) des -s, (zweysylbig,) plur. die -n, (auch z…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    1See

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 See mask; häufig in identifizierender Kennzeichnung od mit konkr geogr Bestimmung: ‘Comer, Genfer, Zürcher S.’ uä, ein…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    See

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    See , die, soviel als Meer; S., der, Land-S., größere Wasserbecken, die von Land umgeben sind.

  7. modern
    Dialekt
    See

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    See [Sé K. Z. ; Siè M. ; Siə Sulzern ] m. See; mit Wasser überschwemmte Bodenfläche: Do is t alles ein See gewë se n Dun…

  8. Sprichwörter
    See

    Wander (Sprichwörter)

    See 1. Auf der See soll man sich vor dem Priester doppelt neigen. Man soll den Priestern alle Ehre erweisen, weil sie na…

  9. Spezial
    See1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    See 1 m (-s,-en) lech (lec) m. ▬ am See söl lech.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit see

2.079 Bildungen · 2.061 Erstglied · 18 Zweitglied · 0 Ableitungen

see‑ als Erstglied (30 von 2.061)

See'eimer

DRW

See'eimer, m. am Bodensee und in Schwaben: ein Hohlmaß von idR. 32 Seemaß bzw. rund 37-47 Litern; ua. für Wein vgl. Eimer (II), Seefuder Sac…

see'erfahren

DRW

see'erfahren, adj. kundig, sachverständig in der Seefahrt (I) koͤnnten sie [schiffer und sein volck] sich um verbesserung der hauer nicht ve…

see'isch

DRW

see'isch, adj. I seeische Stadt Seestadt, insb. Hansestadt die raitzboden der sewesscher stede 1393 HanseRez. IV 163 Faksimile II seeischer …

Seeacker

SHW

See-acker Band 5, Spalte 945-946

Seeadler

SHW

See-adler Band 5, Spalte 945-946

Seebach

SHW

See-bach Band 5, Spalte 945-946

Seebad

SHW

See-bad Band 5, Spalte 945-946

Seebaum

SHW

See-baum Band 5, Spalte 945-946

Seeblume

SHW

See-blume Band 5, Spalte 945-946

Seeboot

SHW

See-boot Band 5, Spalte 945-946

Seebrücke

SHW

See-brücke Band 5, Spalte 945-946

Seebuckel

SHW

See-buckel Band 5, Spalte 945-946

Seebär

SHW

See-bär Band 5, Spalte 945-946

Seedamm

SHW

See-damm Band 5, Spalte 945-946

Seefeld

SHW

See-feld Band 5, Spalte 945-946

Seefisch

SHW

See-fisch Band 5, Spalte 945-946

Seegarten

SHW

See-garten Band 5, Spalte 945-946

Seegewann

SHW

See-gewann Band 5, Spalte 945-946

Seegraben

SHW

See-graben Band 5, Spalte 945-946

Seegras

SHW

See-gras Band 5, Spalte 945-946

Seegrund

SHW

See-grund Band 5, Spalte 945-946

Seegräber

SHW

See-gräber Band 5, Spalte 945-946

Seehafen

SHW

See-hafen Band 5, Spalte 945-946

Seeheim

SHW

See-heim Band 5, Spalte 945-946

Seehund

SHW

See-hund Band 5, Spalte 945-946

Seekadett

SHW

See-kadett Band 5, Spalte 947-948

seekrank

SHW

see-krank Band 5, Spalte 947-948

Seelache

SHW

See-lache Band 5, Spalte 947-948

Seeluft

SHW

See-luft Band 5, Spalte 949-950

see als Zweitglied (18 von 18)

Übersee

RDWB1

Übersee m (Lakune) заокеанские страны (обычно об Америке) идиом. , из-за океана Geld aus dem ~ - американские деньги

ansee

KöblerMnd

ansee , F. Vw.: s. hanse

Bogsee

MeckWBN

bog·see

Wossidia Bogsee f. von vorn kommende Wellen: vör ne Bogsee was de Brigg' een düchtig Boot Bri. 4, 55.

Chaussee

Pfeifer_etym

chaus·see

Chaussee f. ‘Landstraße’. Um die Mitte des 18. Jhs. wird aus Frankreich der Chausseebau übernommen. Damit wird auch die Bezeichnung frz. cha…

Fricassée

Adelung

Das Fricassée , (dreysylbig,) des -s, (viersylbig) plur. die Fricassée, (viersylbig,) aus dem Franz. Fricassée, eine Art der Speisen zu beze…

Gardasee

Wander

garda·see

Gardasee Der Gardasee und der Celinamund treiben es oft gar zu bunt. Klage in den italienischen Provinzen Treviso und Udine, weil die schlim…

Gripensee

MeckWBN

gripen·see

Wossidia Gripensee m. See, in dem die ungeborenen Kinder liegen, aus dem sie gegriffen werden: donn leg'st du noch in 'n Gripensee warst noc…

landsee

DWB

land·see

landsee , m. see im binnenlande: zartes eis bedeckte die fläche schimmernder landseen. Stolberg ged. (1779) 303 .

nordsee

DWB

nord·see

nordsee , f. mare germanicum Stieler 1990 . Ludwig 1335 . ( vergl. md. nordersee Germania 9, 366): die heringstonnen der nordsee. Freytag ah…

ostsee

DWB

ost·see

ostsee , f. , nnl. oostzee, das ostwärts von Norddeutschland liegende baltische meer ( s. ostersee): in diesem jahre ist bei der ost-see ein…

passee

RDWB1

pas·see

passee franz. das ist schon längst ~ - это уже в прошлом, это уже кануло в лету идиом. , это уже вчерашний день идиом. , это уже неактуально…

südsee

DWB

sued·see

südsee , f. , vgl. älteres südersee. im ags. sûþs: fram ðre ... eá Humbre oð sûðs Bosworth-Toller suppl. 715 ; im gegensatz zu norðs, s.…

Thunersee

Wander

thuner·see

Thunersee Auf den Thunersee Erbsen setzen. – Gotthelf, Jakobs, 234.

Zürichersee

Wander

zuericher·see

Zürichersee Ich wollte, der Zürchersee wäre eine Milch mit lauter Mönch und Pfaffen eingebrockt, und dass es der Teufel ausfressen müsste. –…

ȫversee

KöblerMnd

ȫversee , Adv. Vw.: s. ȫversē