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Schleife

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schleife

Bd. 7, Sp. 1302
Schleife -f, Pl. -fə(n), –p, Pl. -pə(n) f.: 1. sachl. a. Geräte zum Schleifen bestimmt. α. ein Haufen zusammengebundenen Reisigs oder nebeneinandergelegter, an den Köpfen verbundener Stangen, zum schlittenartigen Gebrauche beim Fortbewegen grosser, schwerer Körper in geringe Entfernungen Rip. — β. Pflug- u. Eggenschlitten, auf welchem Pflug oder Egge zum oder vom Felde gefahren werden Verbr. zunächst vereinzelt Kreuzn-Heddesh Mandel Winzenh, Ottw-Heiligenwald Neunk, Saarbr-Geislautern, Saarl-Wadgassen, Wittl-Bausend, Kobl-Mallendar, May-Kirchesch Kollig, Daun-Auel Berling Strohn, Prüm-Hallschlag Pronsf (sonst Rhfrk, Mosfrk Schlitten), dann allg. Westerw, Siegld, Waldbr, Rip, Eup, SNfrk, Klevld [in der Selfk -ēp Eggenschlitten, Schlē Pflugschl.]; das Pferd wiərd angelihrt an der Schl. Eusk. — γ. zusammengefügte Reiser, mit Steinen beschwert, vom Pferde über die Wiese geschleift, um den Dünger auf der W. zu zerkleinern u. ihn in den Boden einzudrücken Aach-Walh; Egge ohne Zähne oder umgedrehte E., zum Zerkleinern der Schollen, vor allem, um das Feld schön eben zu machen, wenn Klee- oder Rübsamen gesät wird; in neuer Zeit ein Lattengestell oder Kettengeflecht, früher Dornzweiggeflecht Kreuzn-Boos, Neuw-Dattenbg, Bo-Brenig, Aach, SNfrk, Klevld. — δ. Schleppharke, grosser Rechen, zum Zusammenharken der noch auf dem abgeernteten Felde liegenden Halme Trier-Ruwer, Verbr. Bo, Aach-Kohlschd, Grevbr, MGladb, Klev-Keeken, Düss. — ε. Pläsierschleip Schlitten für mehrere Personen für Vergnügungsfahrten Mörs-Repelen. — ζ. Hemmvorrichtung am Wagen, der eine abschüssige Stelle hinabfährt, bes. bei Eis; ursprüngl. bestand diese Schl. aus zusammengebundenen Sträuchern, die mit einer Kette an dem Wagen befestigt waren u. die man über die Erde nachschleifen liess; genügte dies nicht, so wurde sie mit Steinen beschwert, oder es setzte sich noch eine Person auf sie, heute auch ein eiserner Hemmschuh, unter ein Rad geschoben, Schl.kump, –schuh, –trog Allg. — η. dreieckiger Schlitten, der dazu dient bei hohem Schnee die Wege gangbar zu machen, Schnieschl. Rip, Berg; Schlitten schlechthin Geld, Mörs. — b. Geschlepptes. α. eine Kordel oder Sonstiges, das man beim Gehen am Kleide oder den Schuhen nachschleppt; auch Rockschleppe (dafür heute mehr Schlepp) Allg.; et (das Mädchen) dräht de Schl. den Brautschleier Trier-Mehring. — β. Holzbund, das man mit dem einen Ende über die Erde schleift; de hot sech en got Schl. Holz (Reiser) em Bösch gesot (gesucht); en Schl. Döərn (Dornen); en Schl. Mest (Dung) soviel Mist, als man mit dem Karst (Kropen) beim Stallmisten auf einmal schleppt Mosfrk, Rheinb, Sieg, Sol; Schleipken kleine Ladung Sol. RA.: Die sangen (singen), dat mer mänt (meint), se häden en Schl. Der (Dörner) am (im) Hals stechen Wittl-Dreis. Mer soll sich leiwer en Schl. D. ean de Zemmern len (legen) as Lehnsleit (Mietsleute) hollen Merz-Nunk. En Wurscht löt (lässt) sech besser eten äs en Schl. Dören Sol. Do moss iərsch möt ene döərne Schl. derdurchgetrocke werde! Antw. auf: leck mech em Arsch Rheinb-Meckenh. — γ. Henkeltopf, in dem den Arbeitern das Essen auf die Arbeitsstelle gebracht wird Merz-Losh, Trier-Orenhf, Bitb-Malbg. — δ. -eip der an der Türe befestigte Teil des Türgehänges WSelfk. — ε. Sternschnuppe Ahrw-Ramersb. — ζ. Geschlechtsteil des Mutterschweines Düss-Kaiserswerth. — η. Schlittenkufe Siegld. — θ. Verputzbrett des Maurers Geld-Herong (-ēp). — ι. Öse, meist von Metall, zum Einhaken der Krampen Siegld. — κ. lang hingezogene Angelegenheit; dat do get mer näs (noch einmal) en schei Schl.; lang stehende Schuld; endlich wär de Schl. obbezallt Merz; dat könnt op de Schl. wird in die Länge gezogen Aach-Würselen. — c. Schleifspur. α. bes. durch Schleifen des Holzes; Schl.ə machen; ein wegähnlicher, abwärtsführender Streifen im Bergwald, entstanden durch das Herausschleifen der gefällten Bäume aus dem Walde oder zu diesem Zwecke bes. bereitet; Schneise, Rutsche im Walde, auf der das Holz zu Tal geschleppt wird Saarl-Berus, Trier, Aden, Ahrw, Rip. — β. eine schleifende Spur im Getreide, Grase; de Hohnder hant ganze Schl.ə en dat Gras gemat; der niedergetretene Grenzstreifen der Wiese, zur Bestimmung der Grenze; en Schl. mache Trier, Bitb, Prüm, Rip, Gummb-Bellingr. — γ. Rinne, Strich, im Boden mit dem Fuss gezogen Bitb-Dudeld, Köln-Kalk. — δ. durch hohen Schnee gebahnter Weg Ahrw-Brohl. — ε. gangbarer Pfad, zum Ströppen (Wildern) von Hasen Dür-Frauwüllesh; Schläfche Fusspfad Koch-Lutzerath Ulmen. — ζ. Stelle in einer Furche, wo der Pflug (die Egge) sich hob; Glättung durch Ausgleiten des Pfluges aus der Furche Ottw-Uchtelfang, Bernk-Merschd, Prüm, Hombg. — η. brachliegende Ein- u. Ausfahrtstelle des Feldes Aach-Eschw. — θ. Stelle an der Böschung der Halde, wo das Erz mit Wasser angemengt wird OBerg. — ι. in Schleifenform Gebundenes; Bandschleife nach dem Nhd. heute, bes. in den Städten, mdl. dafür Schlopp. — 2. persönl. unordentliches, träges Weib, das zudem schleppend geht u. seine Kleidung über die Strasse nachschleift Allg.; auf alle Kirmessen herumziehendes W. Bitb-Ehlenz. Schlef, Schl., dem N. sein Schl.! rufen die Arbeitsgenossen dem Bringer des Mittagessens zu, der einem der A. das Essen zu spät bringt Daun-Üdersd.
5268 Zeichen · 117 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schleife

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schleife , plur. die -n, von dem regulären Zeitworte schleifen. 1. Was geschleifet wird. 1) Bey den Jägern wird jede…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    1Schleife

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Schleife -ff- 9,464 1 aus Band od anderem biegsamem Material bestehende, meist eine, zwei od auch mehrere Schlaufen au…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schleife

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schleife , soviel wie Ackerschleife (s. d.); auch soviel wie Schlitten; in Österreich-Ungarn die Mörserlaffete, und zwar…

  4. modern
    Dialekt
    Schleif(e)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schleif(e) [ʿSlaifə Liebsd. Pfetterhsn. Hi. ; ʿSlaif Obhergh. Hlkr. Su. Osenb. Dü. ; ʿSlèif M. ; ʿSlìf Dachstn. ; ʿSlæì…

  5. Sprichwörter
    Schleife

    Wander (Sprichwörter)

    Schleife 1. Die Schleife kostet oft mehr als das Kleid. 2. Ist die Schleife ellenlang, ist die Liebe klafterlang. – Parö…

  6. Spezial
    Schleife

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schlei|fe f. (-,-n) 1 (als Schmuck) lac m. 2 (am Schuh) grop (-s) m. 3 (Windung, Kehre) ota (otes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schleife

82 Bildungen · 71 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

schleife‑ als Erstglied (30 von 71)

Schleife I

SHW

Schleife I Band 5, Spalte 411-412

Schleifegge

PfWB

schleif·egge

Schleif-egge f. : ' eggenähnliches Gerät zum Einebnen des Ackerbodens ', Schlaafeej [ KB-Mauchh ]; vgl. Schleife 1 b.

Schleifels

RhWB

schlei·fels

Schleifels -ēpəlts Wermelsk Sg. t. n.: das, was man schleift; en Schl. Holt (Holz).

schleifen1

PfWB

schleifen 1 st. : 1. 'mit einem Schleifstein schärfen; mit Schleifgeräten, Schleifpapier u. ä. glätten, polieren', schleife (šlaifə) [verbr.…

schleifen2

PfWB

schleifen 2 schw. : 1. a. '(über den Boden) schleppend ziehen', schlääfe (šlEfə) [verbr. (außer NPf NWPf), Müller Dietschw 64], schlääpe (šl…

schleifenband

DWB

schleifen·band

schleifenband , n. : die langen rosenfarbenen schleifenbänder flatterten munter und lustig. Göthe 43, 286 .

schleifenbinden

DWB

schleif·enbinden

schleifenbinden , n. : da händezusammenschlagen und schleifenbinden dinge sind, die zu vereinigen man ein taschenspieler sein musz. Ludwig (…

schleifenblauel

DWB

schleifenblauel , m. schwelger, müssiggänger: umb der edeln zeit willen, die ein sollich schleiffenblawel sein leben lang unnutz zubrengt. J…

Schleifenblitz

Meyers

schleifen·blitz

Schleifenblitz , ein Blitz mit gewundener Bahn, der scheinbar eine Schleife bildet (vgl. Gewitter, S. 807).

Schleifenfahrt

Meyers

schleifen·fahrt

Schleifenfahrt , das Durchfahren einer aufrecht stehenden Schleife oder Schlinge in einem Schlitten oder auf einem Fahrrad, wobei der Fahren…

schleifengehen

PfWB

schleifen·gehen

schleifen-gehen st. : 'dem Ruin zutreiben, verlorengehen', schleifegehⁿ , -gihⁿ , -gehn, -gehe, -gäh, -gähⁿ , -gäi, s. gehen [verbr., Kieffe…

schleifenhaft

DWB

schleifen·haft

schleifenhaft , adj. und adv. : gegliedert schnürten goldne riemen schleifenhaft. Göthe 40, 406 .

schleifen I

RhWB

schleifen I das Wort, auf slîfen, slîpen zurückgehend, ist allg., u. zwar Rhfrk -aif-, –ęi- [ Birkf-Idar -ē- ], Part. gəšlif, Mosfrk -ęif-, …

schleifen II

RhWB

schleifen II das Wort, auf sleifen, sleipen zurückgehend, ist ausser dem Rhfrk an Nahe u. Hunsr, wo schleipen herrscht (doch selten daneben …

Schleifenkanäle

Meyers

Schleifenkanäle , die Nieren der Ringelwürmer, s. Nieren .

schleifenkette

DWB

schleifen·kette

schleifenkette , f. kette an der schleife, einem schlittenartigen gestell ( s. schleife 5): von einer sleipfenketten und ortscheit zu beschl…

schleifenkufe

DWB

schleifen·kufe

schleifenkufe , f. eine der beiden stangen, auf denen die schleife ( s. schleife 5) gleitet. Jacobsson 3, 618 b .

schleifenlassen

PfWB

schleifen·lassen

schleifen-lassen st. : 'nachgiebig sein, ver- nachlässigen', schlääfelosse [ RO-Obd , vereinzelt]. Er dut alles sch. [Kaislt]. RA.: Er läßt …

Schleifenreihe

GWB

schleifen·reihe

Schleifenreihe poet für Folge der Maschen, Schlaufen, Schlingen eines aus feinen (Seiden-)Fäden bestehenden netzartigen Gewebes bzw metonym …

Schleifenstellen

DRW

schleifen·stellen

Schleifenstellen, n. Auslegen von ³Schleifen (I) edict wider das unbefugte jagen ... und schleifenstellen in gehegen 1695 CCMarch. IV 1 Sp. …

schleifenswert

GWB

schleifen·swert

schleifenswert -th zu ‘ 2 schleifen’ 2 gepulverte Granaten [ Material zum Schleifen von etw ] , wobey alles [ von dem Mineral ] gebraucht we…

schleife als Zweitglied (10 von 10)

bandschleife

DWB

band·schleife

bandschleife , f. lemniscus. auch an pferden läszt man eine bandschleife bis zum ende der mähne laufen. Rosenzweig rosztäuscherkünste s. 33.…

drahtschleife

DWB

draht·schleife

drahtschleife , f. zu verschiedenen zwecken brauchbar. jäger fangen damit hasen, füchse u. s. w. ebenso

haarschleife

DWB

haar·schleife

haarschleife , f. schleife entweder aus haaren geflochten oder in die haare zu stecken.

Hutschleife

Adelung

hut·schleife

Die Hutschleife , plur. die -n, die Schleife an einem Hute, zu dessen Zierde.

Löffelschleife

Wander

loeffel·schleife

Löffelschleife Er ist nie uf der Löffelschleifi gsii. – Sutermeister, 70. Er ist ein ungebildeter, läppischer Mensch. Um einen groben Mensch…

schneeschleife

DWB

schnee·schleife

schneeschleife , f. mit schnee bedeckte bergspitze, die als grenze dient: schneeschleifen, bergspitzen, so zu gränzen dienen, montes nivosi …

schnellschleife

DWB

schnell·schleife

schnellschleife , f. schleife, schlinge mit krummgebogener rute, die das thier empor schnellend fängt Adelung. Jacobsson 4, 25 b . Behlen le…

Steinschleife

Adelung

stein·schleife

Die Steinschleife , plur. die -n, von Schleife, ein kleiner schwerer Schlitten, in dem Hüttenbaue, eine solche Schleife, den gepochten Zinns…

Ableitungen von schleife (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schleife". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schleife/rhwb?formid=S06908
MLA
Cotta, Marcel. „schleife". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schleife/rhwb?formid=S06908. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schleife". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schleife/rhwb?formid=S06908.
BibTeX
@misc{lautwandel_schleife_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schleife"},
  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-15},
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