Eintrag · Rheinisches Wb.
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schleifen I das Wort, auf slîfen, slîpen zurückgehend, ist allg., u. zwar Rhfrk -aif-, –ęi- [Birkf-Idar -ē-], Part. gəšlif, Mosfrk -ęif-, –ei- (Westerw auch -ai-), Prät. -ef [Bitb auch -a-], Part. gəšlef(ən) [in den Geb. tiefster Senkung -a-, –ę-, –ǫ-, –u-, –ø-]; Siegld -if-, Prät. -ef, Part. gəšlefə; Rip -īf-, Prät. -ef [uSieg, LRip auch -evf, –eif, –ē-], Part. jəšlefə [bei tiefster Senkung --, –ø-, –ǫ-, –ę-; uSieg, LRip auch -evf, –øvf-, –eif, –øy-, –ē-, –-]; n. Benr.-L. -īp-, du –ips, hE –ip(t), Prät. -īəp, –ēp, Part. jəšlīəpə(n), -ē- [Gummb-Schwarzenburgisch -i-; Wermelsk, Düss-Stdt, MGladb-Stdt -ef-]; n. einschl. Geld-Veert Stdt Angenesch Issum Hörstgen, Mörs-Klosterkamp Lintfort Rheinkamp Baerl, rrhn. Ruhrort, Meiderich, Dinsl-Buschhsn Sterkr Königshardt Hünxerwald Besten Östrich -ip-, Prät. -ēp, Part. γəšlēpən st.: 1. etwas schl., wie nhd. a. Schneidewerkzeuge schl., wetzen, mit Stahl, Stein, auf dem Schleifstein, auf dem Steindürpel, durch Aneinanderwetzen zweier Messer; im NBerg Arten des gewerbl. Schl.: derf schliepen grade, ohne Krümmung, nicht gewalkt; d. üəwer de Kangkte schl.; karsch s. scharfkantig; wankäntig schl. eine Seite stark, die andere weniger abgeschrägt; owen on öwer schl. (oben u. über) die oberen Flächen, z. B. der Schere schl.; en Plistholt en de Mote schl. ein Pliestholz so schl., dass das Werkstück richtig darauf zu liegen kommt; vürm Knie schl. nach der im Bergischen üblichen Art das Schleifstück mit den Knien gegen den Schleifstein drücken; ter wersch schl. (zwerch) in Querrichtung schl.; vergl. ferner brangen, kanten, längen, abmachen, schopen, schoren, schurpen, walken, wittmachen, drügeschleifen; en schärp geschleffe Metz Rip, Allg. RA.: Den kann schl. on dräihjen teglick (zugleich) kann nach Wunsch handeln, kann durch kluges u. geschicktes Vorbringen von Gründen bei andern Zugeständnisse u. Vorteile für sich herausholen, er schwätzt jedem nach dem Munde Mörs, Allg., — mit der Forts. en op de Stein pessen dorbei Mörs-Neuk. We net schl. kan, kret net viel gemihcht (gemäht) Bitb-Wiersd. He schlift nit ohne Wasser wendet die rechten Mittel an MülhRh, Sol. Got gekloppt (gedängelt) os half geschloff bei der Sense Prüm-Ihren. He es am Säg schl. schnarcht, singt schlecht Schleid-Glehn. Et Measser as scho geschlaff das Ende ist bald da Trier-Mehring. Met nem frisch geschliffe Beil is gut Holz mache (zerkleinern) bei ordentlichen Mitteln kann man alles erreichen Kreuzn-Waldalgesh. Hen hat sech e Boch (Bauch) gess, mer kennt e Metz drop schl. Prüm, Allg. Scherzfr.: Die Schereschleffer därfe nit meh uf de Stross schl. Wo schl. se dann? Of dem Rad Simm-Klosterchumbd. — Volksbr. Se krien geschlaff, et get g. die Burschen des Dorfes gehen abends bei der Verlobung eines Paares (am Wingkefowend) vor das Wingkefhaus u. fordern ihr Recht; wird ihnen nichts zum Besten gegeben, so heben sie eine Karre auf einer Seite hoch, drehen ein Rad u. schl. darauf unter grossem Lärm alte Blechgeräte so lange, bis sie von den Brautleuten u. Gästen hereingerufen werden, wo sie Schnaps oder Geld erhalten; bes. wenn ein auswärtiger Bräutigam den Wingkef feiert, kriet en geschlaff Bitb, Trier (n. Mos) Wittl, Koch (s. Wk. III 15). — b. Steine (bes. in der Achatschleiferei von Birkf-Idar), Metall (schl., schmirgeln, feinplisten NBerg) schl., glätten, polieren; ene geschleffe Ovve Rip, Allg. De Pönn schl. den Pinn, Plock im Fachwerkhaus mit einem Stein reiben, so dass das ganze Haus erzittert, ein Schabernack der Burschen Rheinb-Schweinh, Bo-Hemmerich. Er es ferdig bis of et Schl. völlig abgearbeitet Siegld, Altk. — c. übertr. α. Körperteile r., die Finger schl., aneinanderreiben, beim Möhrchenschaben, dabei wird gerufen: hä, hä, schlipp, schl.! danach schl. maken Eup-Stdt, Klevld; Fengerke schl. beim Klickersp. dem geschnellten Klicker Nachdruck verleihen Kref-Fischeln. Der Hongk (Hund) schlif sech de Zäng (Zähne) er fletscht mit den Zähnen Bergh-Kirchherten, MGladb-Giesenk; dich sollt mer emol de Z. schl.! zu einem, der langsam isst Düss-Stdt; enem de Klöaten (Hoden) schl. ihn zur Arbeit antreiben Elbf. Schnütchen schl. zwei Nasen aneinanderreiben Gummb-Berghsn. Dem gaht de Maul be geschleff er ist sehr redegewandt; hen hat e geschleffe Maul, — Zong (Zunge) er spricht gewandt, scharf Mosfrk, Aach-Stdt. De Koh schleift berührt, reibt beim Schreiten die Hinterbeine Ahrw, Bitb. Der Hahn ös widder am schl. reibt die Flügel, macht seine Komplimente um das Huhn Sieg, Verbr. Gäns, wo schl., Mäd, wo peife, Hinkel, wo krehe, de soll mer gleich de Häls erumdrehe Meis; übertr. -īf- schmeicheln Sieg Fussh. — β. Plän (Akte) schl. Pläne machen Aden-Virnebg. — γ. Bahn schl. Eisbahn schlagen Aach-Stdt, Neuss-Üdesh; Panneis schl. Daun-Kirchw; sonst absol. Verbr. nach Wk. VII 31 Nahe, Hunsr, Hochw, Bernk, Zell, Koch-Landkern, Wittl, Daun, Prüm, Neuw-Engers, Wippf-Lindlar, Düss-Stdt, Eup-Lonzen Raeren, Jül-Stdt, Aach; Hockches schl. in der Hocke Bernk-Wirschw, Zell-Altlay; Huckches schl. Zell-Sohren; Huckelches schl. Simm-Laub; Kneiches (Knie) schl. Simm-Schlierschd; op et Hückelche (de Hucke) schl. Jül-Stdt. RA.: Wenn's dem Isel zu wuhl is, gehre uf et Eis schl. Simm. — δ. absol. lockend singen, vom Bocksenvogel auf dem Vogelherd Berg; irr sprechen Koch-Stdt. — ε. hen hät geschlepe blau gemacht, nicht gearbeitet Geld-Kevelaer. — ζ. (sich) ene schl. einen trinken, sich einen genehmigen Kref-Linn Stratum Stdt. — η. et Metz op ene geschleffe han es auf einen abgesehen haben; ich han et op de N. g. ich will ihn zur Rede stellen, ihn prügeln, ihn übervorteilen; ich han et op e neu Perd g. habe die Absicht, ein neues Pferd zu kaufen Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, auch Bitb-Rittersd. — 2. einen schl. a. hochnehmen; se han mech bei Kammis (bei de Saldate) geschleffe Wermelsk, Allg. — b. einen betrügen; er es von dem g. wore Neuw-Dattenbg. — c. er es geschliəpe gerieben, gerissen, fähig, tüchtig; enne g. Kerl; e g. Fraumensch; enne Geschliəpene Kemp, Allg.; do es he g. drop gewitzigt drin MGladb-Rheydt; ungeschliffe flegelhaft Rhfrk, Allg. — d. herabgleiten, nachlassen, zurückgehn körperlich und in bezug auf Vermögen, hät es am schliffə sein Körperzustand oder seine Vermögensverhältnisse verschlimmern sich Siegld. — Abl.: die Schleiferei, dat Geschleif(s).
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Rheinisches Wb.
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Kompositum 4
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Cotta, M. (2026). „schleifeni". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schleifeni/rhwb?formid=S06782
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Cotta, Marcel. „schleifeni". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schleifeni/rhwb?formid=S06782. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schleifeni". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schleifeni/rhwb?formid=S06782.
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