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Schleife

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
12 in 10 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schleife Die

Bd. 4, Sp. 175a
Die Schleife, Mz. — n; Vw. das Schleifchen. 1) Ein Ding, welches geschleift wird. So heißt bei den Jägern jede stark riechende Lockspeise, welche an eine Schnur gebunden und vor dem Holze hergezogen wird, eine Schleife, Schleppe, das Geschlepp. I manchen O. D. Gegenden heißt die Schleppe eines Kleides ebenfalls die Schleife. I weiterer Bedeutung ist die Schleife eine Art des Knotens, wo die Enden des geknüpften Bandes  eine oder zwei Schlingen bilden, die sich an den herabhangenden Enden des Bandes aufziehen lassen. Eine Schleife binden. Das Halstuch mit einer Schleife zubinden. Den weißen Hals umgab ein schwarzes seidnes Band, Das sich bei seinem Kinn in eine Schleife wand. Zachariä. Auch ein auf solche Art geknüpftes und angestecktes Band wird eine Schleife genannt. Dergleichen Schleifen von Band trugen die Frauen und Mädchen sonst an dem Busen, an den Armen  Eine Schleife an den Hut stecken. Die Hutschleife. Von ähnlicher Art sind auch die Schleifen an den Mannskleidern. Zuweilen wird Schleife auch für Schlinge und was ihr ähnlich ist gebraucht, es sei von einem weichen biegsamen oder festen Stoffe. Die Jäger und Vogelsteller unterscheiden Schleife und Schlinge und nennen Schleife ein von Faden, Haaren  Verschlungenes, in welchem sich das Thier an den Füßen fängt, und Schlinge ein solches, im welchem es sich am Halse fängt. Die Schleifen in der Leinwand sind die an den Ecken mit ihren beiden Enden angenäheten Bänder, welche an die Pflöcke gelegt werden, wenn man sie bleiben will. I vielen Gegenden heißen auch die Öhre oder Öhsen Schleifen. Auch der hölzerne Bügel an hölzernen Kannen wird Schleife genannt. S. Schleifkanne. 2) Ein Ding, welches geschleift wird, und zugleich andere Dinge darauf zu schleifen oder fortzuschaffen dient. So werden ein aus zwei den Schlittenkufen ähnlichen, durch Querhölzer zusammengehaltenen Hölzern bestehendes Geräth, Lasten, Sturmfässer  darauf fortzuschaffen, Schleifen genannt. Waaren auf der Schleife zur Wage schaffen. I N. D. Slöpe, im Österreichschen die Schlapfen. 3) Ein Ding, eine Fläche, worauf man schleift. So wird in Österreich und in Franken eine Eisbahn auch eine Schleife genannt, weil man auf derselben hinschleift. S. Schleifen II) 1). 4) Die willkührlichen auf den Grenz= und Marksteinen eingehauenen Zeichen; von schleifen, sofern es wahrschinlich auch schneiden bedeutet hat.
2376 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schleife

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schleife , plur. die -n, von dem regulären Zeitworte schleifen. 1. Was geschleifet wird. 1) Bey den Jägern wird jede…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    1Schleife

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Schleife -ff- 9,464 1 aus Band od anderem biegsamem Material bestehende, meist eine, zwei od auch mehrere Schlaufen au…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schleife

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schleife , soviel wie Ackerschleife (s. d.); auch soviel wie Schlitten; in Österreich-Ungarn die Mörserlaffete, und zwar…

  4. modern
    Dialekt
    Schleif(e)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schleif(e) [ʿSlaifə Liebsd. Pfetterhsn. Hi. ; ʿSlaif Obhergh. Hlkr. Su. Osenb. Dü. ; ʿSlèif M. ; ʿSlìf Dachstn. ; ʿSlæì…

  5. Sprichwörter
    Schleife

    Wander (Sprichwörter)

    Schleife 1. Die Schleife kostet oft mehr als das Kleid. 2. Ist die Schleife ellenlang, ist die Liebe klafterlang. – Parö…

  6. Spezial
    Schleife

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schlei|fe f. (-,-n) 1 (als Schmuck) lac m. 2 (am Schuh) grop (-s) m. 3 (Windung, Kehre) ota (otes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schleife

82 Bildungen · 71 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

schleife‑ als Erstglied (30 von 71)

Schleife I

SHW

Schleife I Band 5, Spalte 411-412

Schleifegge

PfWB

schleif·egge

Schleif-egge f. : ' eggenähnliches Gerät zum Einebnen des Ackerbodens ', Schlaafeej [ KB-Mauchh ]; vgl. Schleife 1 b.

Schleifels

RhWB

schlei·fels

Schleifels -ēpəlts Wermelsk Sg. t. n.: das, was man schleift; en Schl. Holt (Holz).

schleifen1

PfWB

schleifen 1 st. : 1. 'mit einem Schleifstein schärfen; mit Schleifgeräten, Schleifpapier u. ä. glätten, polieren', schleife (šlaifə) [verbr.…

schleifen2

PfWB

schleifen 2 schw. : 1. a. '(über den Boden) schleppend ziehen', schlääfe (šlEfə) [verbr. (außer NPf NWPf), Müller Dietschw 64], schlääpe (šl…

schleifenband

DWB

schleifen·band

schleifenband , n. : die langen rosenfarbenen schleifenbänder flatterten munter und lustig. Göthe 43, 286 .

schleifenbinden

DWB

schleif·enbinden

schleifenbinden , n. : da händezusammenschlagen und schleifenbinden dinge sind, die zu vereinigen man ein taschenspieler sein musz. Ludwig (…

schleifenblauel

DWB

schleifenblauel , m. schwelger, müssiggänger: umb der edeln zeit willen, die ein sollich schleiffenblawel sein leben lang unnutz zubrengt. J…

Schleifenblitz

Meyers

schleifen·blitz

Schleifenblitz , ein Blitz mit gewundener Bahn, der scheinbar eine Schleife bildet (vgl. Gewitter, S. 807).

Schleifenfahrt

Meyers

schleifen·fahrt

Schleifenfahrt , das Durchfahren einer aufrecht stehenden Schleife oder Schlinge in einem Schlitten oder auf einem Fahrrad, wobei der Fahren…

schleifengehen

PfWB

schleifen·gehen

schleifen-gehen st. : 'dem Ruin zutreiben, verlorengehen', schleifegehⁿ , -gihⁿ , -gehn, -gehe, -gäh, -gähⁿ , -gäi, s. gehen [verbr., Kieffe…

schleifenhaft

DWB

schleifen·haft

schleifenhaft , adj. und adv. : gegliedert schnürten goldne riemen schleifenhaft. Göthe 40, 406 .

schleifen I

RhWB

schleifen I das Wort, auf slîfen, slîpen zurückgehend, ist allg., u. zwar Rhfrk -aif-, –ęi- [ Birkf-Idar -ē- ], Part. gəšlif, Mosfrk -ęif-, …

schleifen II

RhWB

schleifen II das Wort, auf sleifen, sleipen zurückgehend, ist ausser dem Rhfrk an Nahe u. Hunsr, wo schleipen herrscht (doch selten daneben …

Schleifenkanäle

Meyers

Schleifenkanäle , die Nieren der Ringelwürmer, s. Nieren .

schleifenkette

DWB

schleifen·kette

schleifenkette , f. kette an der schleife, einem schlittenartigen gestell ( s. schleife 5): von einer sleipfenketten und ortscheit zu beschl…

schleifenkufe

DWB

schleifen·kufe

schleifenkufe , f. eine der beiden stangen, auf denen die schleife ( s. schleife 5) gleitet. Jacobsson 3, 618 b .

schleifenlassen

PfWB

schleifen·lassen

schleifen-lassen st. : 'nachgiebig sein, ver- nachlässigen', schlääfelosse [ RO-Obd , vereinzelt]. Er dut alles sch. [Kaislt]. RA.: Er läßt …

Schleifenreihe

GWB

schleifen·reihe

Schleifenreihe poet für Folge der Maschen, Schlaufen, Schlingen eines aus feinen (Seiden-)Fäden bestehenden netzartigen Gewebes bzw metonym …

Schleifenstellen

DRW

schleifen·stellen

Schleifenstellen, n. Auslegen von ³Schleifen (I) edict wider das unbefugte jagen ... und schleifenstellen in gehegen 1695 CCMarch. IV 1 Sp. …

schleifenswert

GWB

schleifen·swert

schleifenswert -th zu ‘ 2 schleifen’ 2 gepulverte Granaten [ Material zum Schleifen von etw ] , wobey alles [ von dem Mineral ] gebraucht we…

schleife als Zweitglied (10 von 10)

bandschleife

DWB

band·schleife

bandschleife , f. lemniscus. auch an pferden läszt man eine bandschleife bis zum ende der mähne laufen. Rosenzweig rosztäuscherkünste s. 33.…

drahtschleife

DWB

draht·schleife

drahtschleife , f. zu verschiedenen zwecken brauchbar. jäger fangen damit hasen, füchse u. s. w. ebenso

haarschleife

DWB

haar·schleife

haarschleife , f. schleife entweder aus haaren geflochten oder in die haare zu stecken.

Hutschleife

Adelung

hut·schleife

Die Hutschleife , plur. die -n, die Schleife an einem Hute, zu dessen Zierde.

Löffelschleife

Wander

loeffel·schleife

Löffelschleife Er ist nie uf der Löffelschleifi gsii. – Sutermeister, 70. Er ist ein ungebildeter, läppischer Mensch. Um einen groben Mensch…

schneeschleife

DWB

schnee·schleife

schneeschleife , f. mit schnee bedeckte bergspitze, die als grenze dient: schneeschleifen, bergspitzen, so zu gränzen dienen, montes nivosi …

schnellschleife

DWB

schnell·schleife

schnellschleife , f. schleife, schlinge mit krummgebogener rute, die das thier empor schnellend fängt Adelung. Jacobsson 4, 25 b . Behlen le…

Steinschleife

Adelung

stein·schleife

Die Steinschleife , plur. die -n, von Schleife, ein kleiner schwerer Schlitten, in dem Hüttenbaue, eine solche Schleife, den gepochten Zinns…

Ableitungen von schleife (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schleife". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schleife/campe?formid=S04791
MLA
Cotta, Marcel. „schleife". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schleife/campe?formid=S04791. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schleife". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schleife/campe?formid=S04791.
BibTeX
@misc{lautwandel_schleife_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schleife"},
  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-11},
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