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Schätzen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schätzen

Bd. 3, Sp. 1375
Schätzen, verb. reg. act. welches nicht unmittelbar von Schatz abstammet, wohl aber ein Seitenverwandter von demselben ist. 1. Dafür halten, aus wahrscheinlichen Gründen urtheilen. Etliche, die uns schätzen, als wandelten wir fleischlicher Weise, 2 Cor. 10, 2. Ich schätze mich selbst noch nicht, daß ichs ergriffen habe, Phil. 3, 15. In dieser Verbindung ist es im Hochdeutschen[] veraltet. Man sagt nur noch, ich schätze es mir für eine Ehre u. s. f. für ich halte; ob man gleich nicht gern mehr sagt, sich etwas für eine Schande schätzen. 2. Im engern Verstande, ein Ding seiner Zahl, seinem Gewichte, seinem Werthe nach aus wahrscheinlichen Gründen bestimmen. 1) Überhaupt. Ich schätze ihn ungefähr funfzig Jahre alt. Man schätzt es nicht so hoch. Man schätzt ihn auf Eine Tonne Goldes, man glaubt, daß er so reich ist. Ich schätze das Gut auf 10. 000 Thaler, glaube, daß es so viel werth ist. Das ist dem nicht gleich zu schätzen. Etwas sehr hoch schätzen, es werth, geringe schätzen, einem Dinge einen hohen, einen geringen Werth beylegen, und dieses Urtheil thätig erweisen. 2) In einigen engern Bedeutungen. (a) Hoch schätzen, hoch halten, einem Dinge einen hohen Werth beylegen, und solches thätig erweisen. Er weiß den Werth des Lebens zu schätzen, hoch zu schätzen, oder auch nur, es seinem ganzen Werthe nach zu beurtheilen. Der hassenswürdige Charakter, da man das Gute an niemanden als an sich schätzet, Gell. Das von einigen Neuern in dieser Bedeutung gebrauchte Mittelwort geschätzt, z. B. geschätzter Freund, für hoch oder werth geschätzter, hat wegen der vorstechenden Zweydeutigkeit mit der vorigen Bedeutung wenig Beyfall gefunden, ob es gleich in der dichterischen Schreibart mehrmahls vorkommt. Geschätztes Nichts der eitlen Ehre, Hall. (b) Den Werth, den Preis eines Dinges bestimmen, so daß sich der Begriff der Muthmaßlichkeit, des wahrscheinlichen Grundes verlieret; taxiren, in einigen Gegenden schatzen. Das Fleisch schätzen, den Preis bestimmen, um welchen die Fleischer dasselbe verkaufen sollen. Das Brot schätzen u. s. f. Jemanden schätzen, den Theil bestimmen, welchen er nach Maßgabe seines Alters, seines Vermögens u. s. f. zu den öffentlichen Anlagen beyzutragen hat; ihn schatzen. Luc. 2, 1. Daher die Schätzung. Anm. Im Nieders. schatten, im Schwed. skatta, wie das vorige. Bey unsern alten Oberdeutschen Schriftstellern kommt es nicht vor, ob es gleich alles Ansehen eines alten Wortes hat. Die erste Bedeutung ist entweder der Werth, der Preis, der im Schwed. noch jetzt Skatt heißt, oder auch das Urtheilen, Meinen, dafür Halten, überhaupt. Im letztern Falle ist es eine unmittelbare Figur der Bewegung, weil alle ähnliche, ähnliche Veränderungen, des Geistes bezeichnende Wörter sich auf eben dieselbe Figur gründen.
2757 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schätzen

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Schätzen , verb. reg. act. welches nicht unmittelbar von Schatz abstammet, wohl aber ein Seitenverwandter von demselben …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schätzen

    Goethe-Wörterbuch

    schätzen in Briefen bis ca 1780 wiederholt ‘schäzen’ od ‘schäzzen’, vereinzelt Großschr; knapp 1100 Belege, davon ca 950…

  3. modern
    Dialekt
    schätzen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schätze n [ètsə U. Wh. ] 1. schätzen. Dër ist nit ze s. er ist pfiffig Dehli. JB. XI 43. 2. glauben, vermuten. Ich schä…

  4. Sprichwörter
    Schätzen

    Wander (Sprichwörter)

    Schätzen 1. Es leit am schetzen, sprach jener wolf, frass er einen Esel für ein Hasen. – Nas, 266 a . 2. Jeder schätzt s…

  5. Spezial
    schätzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schät|zen vb.tr. 1 (amtlich schätzen) sciazé (-zëia) 2 (bewerten) valuté (-tëia) 3 (achten) araté (-ta), conscidré (-rëi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaetzen

13 Bildungen · 7 Erstglied · 2 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schaetzen 2 Komponenten

scha+etzen

schaetzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaetzen‑ als Erstglied (7 von 7)

Schätzengsmann

LothWB

schaetzeng·s·mann

Schätzengs-mann Si. Steuerempfänger: de Sch.-m. wärt ( wartet) net die Steuern müssen unbedingt bezahlt werden.

schätzenswert

DWB

schaetzen·swert

schätzenswert , adj. wert, hochgeschätzt zu werden. Campe : es ist wirklich nöthig, dasz man einen passenden auszug daraus irgendwo vor das …

Schätzenswerth

Campe

schaetzen·s·werth

Schätzenswerth , — er, — este , adj . u. adv . werth, daß man es schätzet, hoch schätzt, hoch achtet. Schätzenswerthe Eigenschaften besitzen…

schätzenswürdig

DWB

schaetzen·s·wuerdig

schätzenswürdig , adj. in derselben bedeutung: was kann dieser mann, der uns bis auf den heutigen tag schätzenswürdig erschien, für gründe h…

schaetzen als Zweitglied (2 von 2)

wertschätzen

DWB

wert·schaetzen

wertschätzen , vb. , unfeste verbindung wie wertachten. 1 1) im sinne von ' hochschätzen ': komm und schau herrn Fischer an, meinen wehrt-ge…

Ableitungen von schaetzen (4 von 4)

erschätzen

DWB

erschätzen , aestimare: die hellisch pein ist so grosz, das sie niemant erschetzen kan. Keisersberg aufnemender mensch E 2 .

geschätzen

DWB

geschätzen , wie einfaches schätzen, mhd. geschatzen, geschetzen, schätze sammeln, mit schwerer steuer belegen, nach wert oder zahl veransch…

Mißschätzen

Campe

Mißschätzen , v. trs . Mittelw. d. verg. Z. mißgeschätzt , nicht gehörig, nicht nach Würden schätzen. D. Mißschätzen. D. — ung .

verschätzen

DWB

verschätzen , verb. hochschätzen, geringschätzen. 1 1) die vorsilbe ver verstärkt den inneliegenden begriff: das grosze klosterhaus, wenn ic…