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Regenbogen

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Meyers
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Regenbogen

Bd. 16, Sp. 702
Regenbogen, ein farbiger Kreisbogen auf einer Regenwand, die von der im Rücken des Beobachters stehenden Sonne beschienen wird. Der Mittelpunkt des Bogens ist der Gegenpunkt der Sonne, d. h. er liegt auf der Verlängerung der von der Sonne durch das Auge des Beobachters gehenden Linie. Nur wenn die Sonne im Horizont steht, sieht man einen Halbkreis (auf hohen Bergen, wo die Sonne auch noch unter dem Horizont des Beobachters stehend scheinen kann, etwas mehr), meist aber nur ein Stück eines Bogens (Regengalle, Wassergalle). Häufig erscheinen zwei gesonderte, aber konzentrische R., von denen der innere der Hauptbogen, der äußere der Nebenbogen genannt wird; bei ersterm sind die Farben leuchtender als bei letzterm. Die Hauptfarben sind: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett, die aber weder immer alle vorhanden, noch auch immer gleich verteilt sind, die ferner weder stets die gleiche Breite einnehmen, noch auch stets dieselbe Intensität zeigen. Auch die Gesamtbreite des Regenbogens wechselt. Endlich schließen sich manchmal innen an den Hauptbogen (selten außen an den Nebenbogen) unmittelbar ein oder mehrere sekundäre (fälschlich überzählig genannte) Bogen an, so daß er zwei-, drei- und mehrfach erscheint; man hat bis zu sechs sekundäre Bogen beobachtet. Fast bei jedem R. sieht man die rötliche Farbe, häufig die grüne und öfter die blaue. Haupt- und Nebenbogen kehren die roten Seiten einander zu. so daß also Rot beim Hauptbogen außen, beim Neben bogen innen ist; die sekundären R. zeigen die gleiche oder die entgegengesetzte Farbenfolge des Hauptbogens. Die Mondregenbogen und Nebelbogen entstehen auf gleiche Weise, zeigen aber außer glänzendem Weiß selten andre Farben und dann nur ganz schwach. Vom Kreismittelpunkt steht das Rot des Hauptbogens um etwa 42°, das des Nebenbogens um etwa 50° ab. Die Breite des Hauptbogens beträgt wenige (meist zwei bis drei) Grade. Zur Erklärung aller Erscheinungen des Regenbogens genügt die bisher noch allgemein verbreitete Theorie von Descartes nicht, wohl aber die von Airy (1836), die Peruter 1897 erweiterte. Der Hauptbogen entsteht dadurch, daß die Sonnenstrahlen beim Eintritt in den Regentropfen sowie beim Austritt gebrochen und an der Innenwand einmal reflektiert werden, während beim Nebenbogen außer der doppelten Brechung auch zweimalige innere Reflexion stattfindet. Nur der Strahl. der auf den Tropfen so auftrifft, daß seine Verlängerung durch den Tropfenmittelpunkt geht, erfährt keine Ablenkung (Nullstrahl). Nennt man den stumpfen Winkel, den die Richtung eines aus dem Tropfen austretenden Strahls mit dem Nullstrahl bildet, den Drehungswinkel, so findet man, daß bei einem parallel dem Nullstrahl einfallenden Strahlenbündel ein Strahl den kleinsten Drehungswinkel hat; er heißt deshalb der »mindest gedrehte« Strahl. Das Licht schreitet nun in Wellenflächen fort, so daß es vor dem Eintritt in den Tropfen eine Ebene senkrecht zum Strahlenbündel bildet; nach dem Austritt ist die Wellenfläche gekrümmt und zwar vom mindest gedrehten Strahl aus entgegengesetzt. Von jedem Punkte dieser Wellenfläche geht eine selbständige Lichtwelle aus, die insgesamt sich teils verstärken, teils abschwächen; es entsteht so eine unendliche Folge heller und dunkler Streifen für jede Farbengattung. Für das Auge kommt dabei immer nur die allernächste Nachbarschaft der mindest gedrehten Strahlen in Betracht, und zwar wirken jeweils nur die Tropfen und Strahlen, die zu Sonne uno Beobachter die gleiche Lage oder gleichen Abstand haben und mithin auf einem Kreise liegen, dessen Radius für Rot eben rund 42° ist. Daher kann auch jeder Beobachter nur einen ihm eigentümlichen R., nicht aber den sehen, den gleichzeitig auch ein anderer sieht. Das auf den Tropfen auffallende weiße Sonnenlicht wird durch Brechung in die verschiedenen Farben zerlegt, da Rot die geringste, Violett die stärkste Brechung erfährt; daher kommt das rote Licht von höher gelegenen Strahlen als das violette, und daher wiederum erscheint beim Hauptbogen Rot oben und Violett unten. Alle Verschiedenheiten in Größe und Breite des Regenbogens, in Farbenfolge und Leuchtkraft hängen nur von der Größe der Regentropfen ab, und man kann von erstern auf letztere schließen. Intensives Violettrosa im Hauptbogen mit lebhaftem Grün erscheint bei Tropfen von 1–2 mm Durchmesser; nur Grün und Violett ohne Gelb im sekundären Bogen setzt Tropfen von etwa 0,5 mm Größe voraus; Gelb im sekundären Bogen bei breitem, farbenreichem Hauptbogen weist auf Tropfen von 0,3–0,8 mm hin. Bei weißem Hauptbogen mit nur schwach farbigem Rande sind die Tropfen höchstens 0,05 mm groß. Regenbogenähnliche Erscheinungen sieht man häufig bei Springbrunnen, Wasserfällen etc. Vgl. Pernter, Meteorologische Optik (bisher 3 Teile, Wien 1902–06) und Ein Versuch, der richtigen Theorie des Regenbogens Eingang in die Mittelschulen zu verschaffen (2. Aufl., das. 1900).
4877 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rêgenbogen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Rêgenbogen , des -s, plur. ut nom. sing. eine Lufterscheinung, welche aus einem farbigen Bogen oder Halbzirkel beste…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Regenbogen

    Goethe-Wörterbuch

    Regenbogen Belegschwerpunkt in 1c. Der Regenbogen ist Gegenstand von Goethes farbtheoret experimentellen Studien von 179…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Regenbogen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Regenbogen , das bekannte, durch seine Farbenpracht ausgezeichnete Meteor, entsteht durch Brechung und Zurückwerfung der…

  4. modern
    Dialekt
    Rëgenbogen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Rëge n boge n [Rájəpókə M. ; –pòjə Co. ; Rájəpœjə K. Z. ; Rǽjəpøwə Wh. ] m. Regenbogen allg. Man darf auf einen R. nicht…

  5. Sprichwörter
    Regenbogen

    Wander (Sprichwörter)

    Regenbogen 1. Ein Regenbogen am Morgen lässt für Regen nicht sorgen. Engl. : If there be a rainbow in the eve, it will r…

  6. Spezial
    Regenbogen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Re|gen|bo|gen m. (-s, ...bögen) ergobando (-di) m. , anterbanch (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit regenbogen

28 Bildungen · 27 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von regenbogen 2 Komponenten

regen+bogen

regenbogen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

regenbogen‑ als Erstglied (27 von 27)

regenbogenartig

DWB

regenbogen·artig

regenbogenartig , adj. nach art des regenbogens: ihre seidnen kleider von getheilter farbe, wo die rechte seite grün, die linke seite roth, …

Regenbogen, Barthel

Meyers

regenbogen·barthel

Regenbogen, Barthel , Meistersinger zu Ende des 13. Jahrh., Schmied in Mainz, wetteiferte mit seinem berühmtern Zeitgenossen H. Frauenlob in…

regenbogenbrücke

DWB

regenbogen·bruecke

regenbogenbrücke , f. brücke aus einem regenbogen, regenbogen als brücke: Donner und Froh werden sichtbar: von ihren füszen aus zieht sich, …

regenbogendunst

DWB

regenbogen·dunst

regenbogendunst , m. : bunt wie regenbogendünste, aber eitel auch wie die, hat sie ( die lüge ) hundert zauberkünste und mit diesen täuschet…

regenbogenfarbe

DWB

regenbogen·farbe

regenbogenfarbe , f. , plur. -farben, die farben aus denen der regenbogen besteht: doch deckt ein dreifach flügelpaar mit tausend regenbogen…

regenbogenfarbig

DWB

regenbogen·farbig

regenbogenfarbig , adj. : sogar rohe fische liegen ( in einem kaufladen ) so wohlgefällig appretiert, dasz uns der regenbogenfarbige glanz i…

regenbogenglanz

DWB

regenbogen·glanz

regenbogenglanz , m. : und rings von duftgen gärten ein blüthenreicher kranz: drin sprangen frische brunnen im regenbogenglanz. Uhland ged. …

rēgen(bōgen)haftich

MNWB

*° rēgen(bōgen)haftich , -bāgen- , adj. : regenbogenfarben , den êrsten aprilis wêren circul ümme de sunnen ... de êrsten wit de underste r.…

regenbogenhaut

DWB

regenbogen·haut

regenbogenhaut , f. die iris im auge; vgl. regenbogen 4. im andern sinne, für buntschillernde haut: der tod streift den dingen ihre regenbog…

regenbogenkreis

DWB

regenbogen·kreis

regenbogenkreis , m. kreis in regenbogenfarben: der morgen, wo er einen ganzen tag Lianen sehen und ihr vielleicht alles sagen konnte, überz…

regenbogenschleier

DWB

regenbogen·schleier

regenbogenschleier , m. schleier in regenbogenfarben: und leiser, leiser wiegt sich die najade, .. wie glänzt ihr regenbogenschleier! A. v. …

regenbogenschmuck

DWB

regenbogen·schmuck

regenbogenschmuck , m. : voll schimmers ist sein plan, das schöne luftschlosz lacht im regenbogenschmuck und in des pfauen pracht. Uz 2, 102…

regenbogenschöne

DWB

regenbogen·schoene

regenbogenschöne , f. : glanz, wie holde regenbogenschöne flosz sein ( eines engels ) kleid herunter. Herder z. litt. 4, 74 .

regenbogenschwinge

DWB

regenbogen·schwinge

regenbogenschwinge , f. schwinge in regenbogenfarben: wie wohl den traum, so schön er war ( ein im traum erschienener cherub ), mit seinem k…

regenbogenstein

DWB

regenbogen·stein

regenbogenstein , m. ein krystall, der, wenn man ihn zwischen die sonnenstrahlen und eine weisze wand hält, an letztere einen streif wie ein…

Regenbogenstreif,Regenbogenstreifen

GWB

Regenbogenstreif,Regenbogenstreifen (im opt Versuch erzeugtes) prismatisches Farbspektrum; insbes ‘umgewendeter/umgekehrter R.’ mBez auf die…

Ableitungen von regenbogen (1 von 1)

urregenbogen

DWB

urregenbogen , m. , der ursprüngliche r. im gs. zum nebenregenbogen (ur- C 4 c) Jean Paul 45/47, 202 H.

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Cotta, M. (2026). „regenbogen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/regenbogen/meyers
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Cotta, Marcel. „regenbogen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/regenbogen/meyers. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „regenbogen". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/regenbogen/meyers.
BibTeX
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