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Prügel

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Prügel

Bd. 3, Sp. 1415
Prügel 1. Jeder muss die Prügel1 behalten, die er bekommen hat. – Frost, 212. 1) Bezüglich derjenigen offensiven Actionen, die sich hinter unserm Rücken vollziehen, ist uns zur Bezeichnung die freie Wahl gelassen zwischen Prügel, Hiebe, Holze, Jackenfett, Keile, Ramster, Schlägen u.s.w., die uns entweder aufgebrannt, aufgebrummt, aufgedämmert, aufgemessen, aufgesenkt, aufgezählt, 'runtergelangt, übergezogen, versetzt werden oder mit denen man uns durchgerbt, heimleuchtet, tractirt, zudeckt. (S. Schlagen und Umschlag.) (Vgl. R. Schmidt, Deutsche Hiebe, in: Das Neue Blatt, Leipzig 1871, S. 398.) 2. Man findet leicht einen Prügel, wenn man den Hund schlagen will. Lat.: Occasione duntaxat opus improbitati. (Seybold, 399.) 3. Man muss nicht alle Prügel auflesen, die man einem nachwirft. 4. Man muss nicht mit Prügeln unter die Vögel werfen, wenn man sie fangen will. Lat.: Fistula dulce canit volucrem dum decipit auceps. (Schonheim, F, 11; Frob., 291; Philippi, I, 156.) 5. Mer dörf nit alli Prüg'l aufhoib'n. (Franken.) – Frommann, VI, 322, 311. Man soll nicht jeden Angriff, jede Verletzung verfolgen. 6. Prügel erfrischen die Liebe. 7. Prügel machen das Blut warm, aber noch mehr die Schande. Lat.: Non plaga, sed contumelia iram concitat. (Schulblatt, 493; Faselius, 173.) 8. Prügel vertreiben die Liebe. Frz.: A battre faut l'amour. (Lendroy, 113.) 9. Von einem weissen Prügel bekommt man auch blaue Flecke. 10. Wenn man nicht darf mit Prügeln werffen, so werff man mit Bratwürsten. – Lehmann, 360, 13. 11. Wenn man nicht den prügel zum Hund legt oder an Hals hängt, so acht er kein gebot. – Lehmann, 266, 16. 12. Wenn man Prügel hat, so darff man nit mit Bratwürsten werffen. – Lehmann, 935, 5. 13. Wer den Prügel hat, ist nicht gut mit Bratwürsten zu werfen. (Frankenwald.) 14. Wer die Prügel hat, dem nimmt sie niemand ab. (Nordböhmen.) Er kann von Glück sagen, wenn er nicht noch eine Kostenrechnung dafür bekommt. In Frankreich sagt man, um einen einfältigen Menschen zu bezeichnen: Er ist aus Lorris, wo die Geschlagenen die Strafe zahlen. (Illustrirte Zeitung, 1447.) 15. Wer keinen Prügel hat, muss mit Bratwürsten um sich werfen. – Simrock, 8027; Körte, 4858; Braun, I, 3376; Illustr. Zeitung, 1860, S. 101c. 16. Wer Prügel hat, der darff niemand mit Bratwürsten werffen. – Lehmann, 305, 14. 17. Wer solich brigel wil auffklauben, findet bald einn arm voll. (S. Bengel 7.) – Franck, II, 183a; Egenolff, 264b; Henisch, 509, 3; Simrock, 8028. 18. Wo sie keine Prügel und Peitschen haben, werden Esel und faule Pferde nicht traben. 19. Den Prügel zur eigenen Strafe holen. 20. Die hat gut Prügel gekriegt, die wird gut faulen. Sie ist weich, mürbe geklopft, wird daher im Grabe leicht verwesen. In der Gegend von Böhmisch-Friedland in Bezug auf eine Frau, die von ihrem Mann viel geschlagen worden ist. 21. Eine Tracht Prügel. Frz.: Une volée de coups de bâton. (Lendroy, 1564.) 22. Einem einen Prügel in den Weg werfen. 23. Er ist die Prügel nicht werth, die er kriegt. Frz.: Il ne vaut pas l'eau qu'il boit. (Leroux, I, 43.) 24. Er verlangt Prügel, wie der Ochs Heu. Holl.: Hij eischt slagen, gelijk een paard zijn voeder. (Harrebomée, II, 163b.) 25. Ich hab' ihm einen Prügel hineingeworfen. Ein Hinderniss bereitet. 26. Ihr Prügel, könnt 'r nich oas'm Wege gihn. – Gomolcke, 627. 27. Jemand Prügel unter die Füsse werfen. – Parömiakon, 1243. Ihm auf eine heimliche Weise zu schaden suchen. 28. Mehr Prügel wie Schafkäs.Frischbier2, 3022. [Zusätze und Ergänzungen] 29. Der Prügel ist der Narren Vernunft. 30. Prügel sein gut für Leut und Viech, nur g'nug. (Gegend bei Karlsbad in Böhmen.) 31. Prügel sind behaltene Waare. 32. Wer alle Prügel auflesen will, kommt nie aus dem Wald. 33. Wer die Prügel hat, darf für den Spott nicht sorgen. – Bohemia, 1875, Nr. 275.
3831 Zeichen · 127 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Prügel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Prügel , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein dicker unförmlicher Stock, besonders so fern er bestimmt ist, damit zu s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Prügel

    Goethe-Wörterbuch

    Prügel 1 zum Schlagen verwendeter kurzer, dicker Stock, Knüppel; einmal zugl als symbol Theaterrequisit [ Treufreund zu …

  3. modern
    Dialekt
    Prügel

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Prügel [Prîkl Pfast. Hi. Su. Hlkr. Dü. ; Prékl Hi. ; Prekl M. ; Prejl Rapp. Münster ; Prèjl Co. Barr Osthsn. Str. ; Prej…

  4. Sprichwörter
    Prügel

    Wander (Sprichwörter)

    Prügel 1. Jeder muss die Prügel 1 behalten, die er bekommen hat. – Frost, 212. 1 ) Bezüglich derjenigen offensiven Actio…

  5. Spezial
    Prügel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Prü|gel m. (-s,-) 1 bastun (-s) m. 2 maza (mazes) f. 3 pl. (Schläge) striches f.pl. , colps m.pl. , bastonada (-des) f. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pruegel

59 Bildungen · 53 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

pruegel‑ als Erstglied (30 von 53)

prügelbalg

DWB

pruegel·balg

prügelbalg , m. , vgl. prügelbube , -junge: leg' ab ( den kranz ) ungesäumt, du prügelbalg! Voss Arist., die ritter 1228 .

prügelbube

DWB

pruegel·bube

prügelbube , m. , östr. prügelbue was stallbue oder kleiner knecht, welcher dem oberknecht untergeordnet ist. Höfer 3, 354 . vgl. prügeljung…

prügelchen

DWB

pruegel·chen

prügelchen , n. , dimin. zu prügel (1, a ): A. ja, die hat ihr köpfchen. B. und ich habe mein prügelchen. Lichtenberg 2, 95 . vgl. prügelein…

prügelei

DWB

prügelei , f. das prügeln, die schlägerei: meine prügelei hatte also gute wirkung gethan. Gotthelf schulm. (1859) 2, 13 , schweiz. prügelte …

prügelein

DWB

pruegel·ein

prügelein , n. was prügelchen, schwäb. der kommt vom prügele an den prügel ( wie vom regen in die traufe ). Auerbach dorfgesch. 2, 231 .

prǖgelen

MNWB

° prǖgelen , swv. : c. A. p. jemdn. heftig (mit Knüppeln o. ä.) schlagen, prügeln, densülven vengen de ditmarscher und p.-den ēn (Zs. Schl.-…

prügeler

DWB

prügeler , prügler , m. einer der prügelt: brügeler Stieler 238 , prügler Hederich 1805 .

Prügelfaul

Wander

pruegel·faul

Prügelfaul Er ist prügelfaul. Lat. : Noli verberare lapidem, ne perdas manum. ( Plautus. ) ( Philippi, II, 30. )

prügelfleck

DWB

pruegel·fleck

prügelfleck , m. durch prügeln entstandener ( haut- ) fleck: die irdischen prügelflecken werden von den engeln gestreichelt werden. H. Heine…

prügelfreude

DWB

pruegel·freude

prügelfreude , f. freude am prügeln: die rauflust und die prügelfreude eines jungen mannes von übermüthiger lebenskraft. Freytag ges. werke …

prügelgeduldig

DWB

pruegel·geduldig

prügelgeduldig , adj. geduldig sich prügeln lassend: die lakonischen schlägefaulen, die prügelgeduldigen. Lessing 3, 50 .

Prügelgefahr

Campe

pruegel·gefahr

○ Die Prügelgefahr , Mz. — en , die Gefahr Prügel zu bekommen. »Der Bruder hatte einige Tage vorher mit Lebens= und Prügelge= fahr das Masts…

prügelhieb

DWB

pruegel·hieb

prügelhieb , m. hieb mit einem oder wie mit einem prügel: er schlug ihm mit blanker klinge einen rechten prügelhieb auf die schulter. Riehl …

prügelholz

DWB

pruegel·holz

prügelholz , n. im forstwesen, was prügel 1, c: der rechen, alda das brügelholtz aufgehalten wiert, so auf dem In dahin rint. Ernstinger rei…

Prügelhos'

MeckWB

pruegel·hos

Prügelhos' f. Hose, die Männer und Frauen überziehen mußten, wenn sie vom Polizeidiener geprügelt werden sollten Ha Witt .

prügeljunge

DWB

pruegel·junge

prügeljunge , m. an einzelnen höfen wurden früher knaben gehalten, welche die strafe erhielten, die der junge fürstensohn verdient hatte; si…

prügelkampf

DWB

pruegel·kampf

prügelkampf , m. : erst nach hartem prügelkampfe waren sie .. von des fuhrmanns knechten hinaus geworfen worden. Riehl gesch. u. novellen (1…

prügelknecht

DWB

pruegel·knecht

prügelknecht , m. ' knecht, der die ritter bei verletzung der turniergesetze zum gehorsam bringen und das volk von den schranken abhalten mu…

prügelmeister

DWB

pruegel·meister

prügelmeister , m. : also wurden sy ( die aufrührischen bauern ) gestraft schwerlich an leib und an guot, und nemlich die hauptsecher, die a…

prügeln

FWB

1. ›jn. schlagen, züchtigen‹; 2. ›einem Hund einen Prügel umhängen‹

Prügelnaht

Campe

pruegel·naht

Die Prügelnaht , Mz. — nähte , eine Art zu nähen und eine dadurch hervorgebrachte Naht, da man zur Bequemlichkeit über einem Prügel nähet. M…

prügelöl

DWB

pruegel·oel

prügelöl , n. , vergl. öl 1, a ( Simplic. 1, 645, 25): nemet knüttelhaft prügelöl, bengelwasser und einer ellen lang ungebrante asche. herrl…

prügelpartie

DWB

pruegel·partie

prügelpartie , f. : jetzt hatte die prügel-partie ( schlägerei ) ihre blüthe erreicht. J. Paul flegelj. 2, 82 .

pruegel als Zweitglied (5 von 5)

arschprügel

DWB

arsch·pruegel

arschprügel , m. verber, ein zumal soldatisches wort, und in militärischer amtssprache nach Schweden vorgedrungen (arsprygel).

Spazierprügel

Wander

spazier·pruegel

Spazierprügel Mit a Spaazirprügeln ne fort kine. ( Schles. ) »Derbeine do sterz' ich, verrenk merr a linkn Spaazierprîgel.« ( Bertermann, Ge…

stockprügel

DWB

stock·pruegel

stockprügel , plur., stockhiebe, stockschläge ( s. prügel 2 th. 7 sp. 2189, in noch weiterer verallgemeinerung ) entsprechend 1 stock, m., 3…

sturmprügel

DWB

sturm·pruegel

sturmprügel , m. , dasselbe wie sturmkolben ( s. d. ): ein brügel 2 oder 3 finger dick und 1 elle lang, haben vorn am ende ein löchlein oder…

Ableitungen von pruegel (1 von 1)

geprügel

DWB

geprügel , n. prügelei Campe ; scherzhaft vom schneegestöber: dieses scharmützel zu unsern häuptern, das müllergeprügel, wie der volksmund e…