Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Perle f.
Perle f.
Perle f. schimmerndes, von Perlmuscheln um einen eingedrungenen Fremdkörper gebildetes Kügelchen aus kohlensaurem Kalk, wegen seiner Farbe und seines Glanzes als hochwertiger Schmuck verwendet, ahd. perala, perula (9. Jh.), mhd. berle, perle, asächs. perula, mnd. perle, mnl. pe(e)rle, parle, nl. parel sind, wie auch ital. span. aprov. perla, frz. perle, Entlehnungen aus dem Lat. Auszugehen ist wohl von lat. perna, eigentlich ‘Hinterkeule’, aber auch (auf Grund äußerer Ähnlichkeit) ‘Art Meeresmuschel’. Dafür eintretendes vlat. *perla (woraus auch mlat. perla, perula, das allerdings kaum vor dem 12./13. Jh. bezeugt ist, also erheblich später als die frühesten oben genannten Entlehnungen) ist seiner Entstehung nach nicht geklärt. Unmittelbar aus perna, indem sich n durch Assimilation an r zu l entwickelt? Oder aus einer Deminutivbildung *pernula? Bildlicher Gebrauch von Perle als Symbol für ‘Schönes, Edles, Wertvolles’ setzt im 16. Jh. ein. – Perlmutter f. (früher auch n.), älter Perlenmutter, heute meist gekürzt Perlmutt n. ‘schillernde Innenschicht der Schale von Perlmuscheln oder Seeschnecken’. Spätmhd. berlīnmuoter, Übersetzung von mlat. mater perlarum (vgl. ital. madreperla, frz. mère perle, nl. parelmoer, engl. mother-of-pearl), bezeichnet die Perlmuschel, die gleichsam wie eine Mutter die Perle hervorbringt, sowie die aus dem gleichen Stoff bestehende Innenseite der Muschelschale, die schon im Mittelalter zu Schmuckgegenständen und Einlegearbeiten verarbeitet wird. perlen Vb. ‘leicht, gleichmäßig und schimmernd herabtropfen, fließen, in Form von Perlen hervorkommen, schäumen’ (um 1800); vgl. mhd. berlen, perlen ‘tropfenweise gießen, mit Perlen schmücken, zieren’.