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ofen

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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21 in 17 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ofen m.

Bd. 13, Sp. 1154
ofen, m. ein gemeingermanisches wort mit ursprünglich gutturalem wurzelconsonanten: goth. aúhns, altn. ogn, ôn, schwed. ugn; mit übergang in den labial: altn. ofn, ags. ofen, ofn mit starker, und ofa mit schwacher flexion, mnl. oven, aven; ahd. ovan, ofan, ovin, mhd. oven, spätmhd. ofen, offen; nhd. ofen (offen Pauli 104 Öst. Tucher baumeisterb. 103, 30 ff. Eyering 1, 238 u. s. w.; of Alberus dict. a 1b. Stieler 1382 neben ofen. Steinbach 2, 151. Schmid schwäb. wb. 413, vergl. bachof theil 1, 1068), pl. öfen; den richtigen unumgelauteten plur. ofen hat noch Luther z. b. Sir. 43, 4 (darnach auch bei Brockes 1, 527), Stieler (und öfen); auch Steinbach setzt den pl. ofen (neben öfe von of) an.urverwandt ist sanskr. ukhâ topf, lat. auxilla töpfchen, griech. mit übergang in den labial ἰπνός, ofen zum backen und rösten (aus uknos = goth. aúhns), so dasz als ursprüngliche bedeutung wol 'topf' und als ursprüngliche verwendung die des kochens und backens anzunehmen ist. vergl. Curtius3 661 f. Fick3 3, 32. Kluge wb. 244a. 11) goth. wird mit aúhns an der einzigen stelle, wo es vorkommt, das griech. κλίβανος übersetzt, ein irdenes oder eisernes geschirr, worin man im feuer oder mit herumgelegten kohlen brot buk, später auch für ἰπνός (backofen) gebraucht: jah þandê þata havi haiþjôs himma daga visandô jah gistradagis in auhn galagiþ (εἰς κλίβανον βαλλόμενον) guþ sva vasjiþ. Matth. 6, 30 = ahd. gras .. thaʒ hiutu ist inti morgane in ovan wirdit gisentit (in clibanum mittitur). Tat. 38, 5, wofür prägnanter fiures ovan (caminus ignis) 76, 5. 77, 4. Notker ps. 21, 5. 36, 28. vgl.feuerofen (th. 3, 1579), glühofen, mhd. der glûgende oven kaiserchron. 294, 16 Diemer. 22) der verwendung nach steht obenan der ofen zum kochen, braten, backen (vergl.herd-, koch-, brat-, backofen): mhd. brôt in den oven tuon fragm. 14c, stôʒen Krolewitz vater unser 3070; nhd. do man die wurst im ofen brät (obscen). fastn. sp. 262, 23; zehen weiber sollen euer brot in einem ofen backen. 2 Mos. 26, 26; alles speisopfer, das im ofen .. gebacken ist. 3 Mos. 7, 9; das brot in den ofen schiben. Albertinus turnierplatz 60, in den offen schieszen Eyering 1, 648. 791; nit fern davon stund vor eim hausz ein ofen, da man genommen ausz denselben tag das brot. Sandrub 49, 16; wir huben in aller stille das brod aus dem ofen. Simplic. 1, 359, 25; öfen zum backen waren auch selten. Göthe 30, 58; sprichwörtlich: in kalten öfen backt man kein brot. Simrock 413. — der ofen d. h. der herd lebt in märchen und kinderspielen noch fort als stätte des uralten feuerkultus und als wohnsitz der hausgeister, daher heiszt es vor dem ofen knien, den ofen anbeten, dem ofen sein leid klagen, beichten u. s. w. myth.4 523. Simrock myth.5 453. Staub-Tobler 1, 111; lebe wol du lieber ofen, .. es war dir alles so vertraut worden. Schiller 2, 174 (räuber, schausp. 5, 1); auch der rechtssymbolische brauch wein hinter den ofen zu schütten (Birlinger volksth. 2, 457 15. jh.) führt auf ein dem ofen dargebrachtes opfer zurück.vom backofen, dessen älteste form ein mit einem runden oder ovalen thönernen gewölbe überspannter herd war, sind auch hergenommen die verhüllenden ausdrücke: der ofen fällt ein, ist eingefallen (schles. der backofen ist eingefallen Weinhold 66a) u. s. w., die schwangere ist am gebären, hat geboren; drei kinder aus éinem ofen, von einer mutter (das ist dein bruder! das ist verdollmetscht; er ist aus eben dem ofen geschossen worden, aus dem du geschossen bist. Schiller 2, 26. räub., schausp. 1, 1), s. Schm.2 1, 44. Staub-Tobler 1, 110 f. 33) der ofen zum brennen, glühen oder schmelzen (s.brenn-, flamm-, frisch-, glas-, glüh-, hoch-, kalk-, schmelz-, ziegelofen): mhd. in dem oven sam der ziegel eitet sich. Mariengrüsze 398; er wolde zu eime lûtern golde in deme ovene werden. passional 163, 35 K.; nhd. auch steen die öfen (kalköfen) weit einer von dem andern. Tucher baumeisterb. 89, 10; ein ofen kalckes, soviel kalk auf einmal gebrannt wird. 90, 26. 91, 9; ein ofen do man stein in bacht. Murmelius 117; alle ir ertz .. ist im ofen zu silberschaum worden. Hesek. 22, 18; ein man wird durch den mund des lobers bewert, wie das silber im tigel und das gold im ofen. spr. Sal. 27, 21; wie messing, das im ofen glühet. offenb. 1, 15; das ärtzt wirt aintweders im ofen oder auszerthalb dessen geschmelzt. Bechius Agricola 294; gleich wie das gold durchs feuer geht und in dem ofen wol besteht. P. Gerhard 228 d.; die mässen sie da machen bei sechzehn centen schwer, sie müssen gar viel machen, der ofen steht selten leer. Abele gerichtshändel (1655) 52; weil nun die hämmer auf dem ambosz 'rum springen, die blasbälg dort in dem ofen (esse) auch singen. Erlach volksbl. 1, 500 (17. jh.); den ofen beschicken, anlassen, auslassen, ausstoszen u. dgl. Chemnitzer bergm. wb. 375a ff.; platz ... um meine öfen aufzustellen und arbeiten von erde und erz zu machen. Göthe 35, 151. 162; (glühen) wie geschmolzen erz im ofen. 16, 259; da ritt in seines zornes wut der graf ins nahe holz, wo ihm in hoher öfen glut die eisenstufe schmolz (s. hochofen). Schiller 11, 250; kochend wie aus ofens rachen glühn die lüfte. 311; und sie strichen die ziegel und brannten den thon, hoch schlugen aus bauchigen öfen die lohn. Geibel neue ged. (1883) 52; bildlich: da ich sie aus Egyptenland fret, aus dem eisern ofen. Jer. 11, 4, vgl. 5 Mos. 4, 20; ich wil dich leutern, aber nicht wie silber, sondern ich wil dich auserwelet haben im ofen des elendes. Jes. 48, 10; macht ihnen gleich kein elends-ofen heisz. Günther 642, vgl. 137; botan. der glühende ofen, buccinum rufum (die rote sturmhaube) und turbo chrysostomus (goldmund) Nemnich 1, 704. 2, 1505. 44) der ofen zum heizen, zum erwärmen eines gemaches, stubenofen. 'schon auf dem baurisz von St. Gallen von 820 sind öfen gezeichnet; sie stehn in einer zimmerecke und je zwei in benachbarten zimmern münden in denselben schornstein. die öfen waren theils aus backsteinen, theils aus kacheln gebaut, an denen sich schon im 13. und 14. jahrh., noch mehr aber beim übergang des mittelalters in die renaissanceperiode die töpferkunst sehr hübsch bewährt hat'. Weinhold d. d. frauen2 2, 89 f., vgl. Lübke alte öfen in der Schweiz 2. aufl. 1865. die groszen aus ziegeln gemauerten stubenöfen, wie sie namentlich in gebirgsgegenden noch vorkommen, werden zugleich als backöfen gebraucht. im einzelnen ist hervorzuheben: 4@aa) der ofen als bauwerk: als es ein lüstig ding ist zuo sehen eine hübsche fraw und ein hübschen offen in einer stuben. Pauli 104 Öst.; der grn offen .. von kachelen. Tucher baumeisterbuch 103, 30 (s.kachelofen); wiltu einen ofen machen oder kleiben, so nimb laim darzu, der im alten monden gegraben worden ist. Colerus 3, 323a; eiserner, töpferner ofen Stieler 1383; öfen von steinernen platten zusammengesetzt. Göthe 16, 297; der ofen war von weiszem porzellan, mit messingnen bändern umgeben. Börne 2, 181; in einer ecke ragte der rundliche ofen mit seiner vielbegehrten bank. Freytag ahnen 3, 5. — den ofen nieder-, einschlagen, einreiszen: welher nit hofstetdienst geben hat des nechsten erichtag nach sant Mertens tag, ... so sol man im desselbigen erichtags vor mittem tag die stubenthür niderwerfen, richt er dann noch nit, so slecht man im nach mittem tag den ofen nider. östr. weisth. 6, 513, 38 (15. jh.), vgl. 175, 23; andere schlugen ofen und fenster ein. Simplic. 1, 48, 15. 4@bb) kalter ofen, sprichwörtlich: in ein kalten ofen blasen, müh und arbeit verlieren mit einem ze reden. Maaler 311c. Staub-Tobler 109; denn was im der vatter rieth, das war alles, als einer inn ein kalten ofen bliesz. Pauli schimpf 139a; dies ist ein eingeheitzter muth. ist der ofen kalt, ist alles kalt. Hippel 1, 254; ein kalter ofen macht keine stube warm. Wander 3, 1115. 4@cc) den ofen heizen, (das) feuer in den ofen machen, geheizter, warmer, heiszer, brennender, rauchender ofen; mhd. eines vürsten tohter ... den oven muoste heiʒenmit ir wîʒen hant. Gudrun 1008, 2; nhd. zu Meintz wolt eins thuomherren magt morgens fr im winter das feuer inn den ofen machen. Frey gartenges. 47a; sie (sonne) machets heiszer denn viel ofen. Sir. 43, 4, vgl. Brockes 1, 527; die öfen .., damit wir uns wärmen. Luther 5, 468b; der ofen wärmt die stube, thut solches unbereut. Logau 2, 2, 35; so bald uns nun ein wenig der warme offen zu passe komen war. Schelmufsky 50 neudruck; der ofen sei nicht kalt. Günther 529; der ofen ward geheizt; die kacheln wurden heisz. Stoppe neue fabeln 1, 32; dasz camin und ofen brannte. Hermes Soph. (1776) 6, 167; er muszte sich des morgens selbst feuer in den ofen machen. Stilling jüngl. (1780) 50; der ofen glühte, aber das zimmer ward nicht warm. Seume spaziergang 60; den gästen erregte jedoch ein groszer, aus vielen ritzen rauchender ofen die ärgste pein. Göthe 24, 251; das feuer im ofen brennt hell und knistert. Tieck 13, 329; vom warmen ofen kann sie doch kein frost vertreiben. Rückert brahm. 15, 15; bildlich und sprichwörtlich: mhd. swer sich mit ir (minne) reiʒet, sînes herzen oven er heiʒet; von sô getâner hitze wirt maneger unwitze. Renner 11741; nhd. an groszen öfen ist sich gut zu wärmen, sie bedörfen aber vil holtz. Frank sprichw. 2, 206a; man heitzt den ofen, der einen wermt. Lehmann floril. 143, 50; zum kleinen offen darf man wenig holtz. 427, 4; ein böses gewissen ist ein ofen, der immer raucht. Hippel 1, 217; übertragen: ein unterirdisches feuer haucht aus unzerstörbaren öfen die bildende wärme. Wieland Herm. 4, 236 neudruck. 4@dd) an, bei, auf dem (warmen) ofen sitzen, liegen; sich zum, auf den ofen setzen; beim, um den ofen stehn u. s. w., auf der ofenbank, dem ofentritt, der ofenbrücke sitzen, liegen: mhd. bî dem, ûf den oven sitzen (Lexer 2, 194); daʒ (küssen) wart im under den arm gelegt ûf einen oven warm, da er vil sanfte erbeit, unz daʒ eʒʒen wart bereit. meier Helmbrecht 856; so blîb dahaim und sitz zuo dem offen uff den stain. Wackernagel altd. leseb.2 899, 2; nhd. sitzen bym ofen ist syn fuog. Brant narrensch. 97, 12; zum ofen ich mich schmucke, da brint ain klaines feur. Uhland volksl. 721 (vom j. 1525); es seind ir sonst so viel um den ofen gestanden, die sich gewärmet haben. Agricola sprichw. nr. 266; sie in die stuben geht, thut sich zum ofen setzen. Ayrer 3084, 18; ausruhn .. am wärmenden ofen im winter. Voss ged. 2, 280; hier sasz ein alter mann am ofen. Stilling wand. (1780) 8; ich ... sitze am warmen ofen und friere von innen heraus. Göthe an Schiller 276 (3, 42); es wird immer kälter, man mag gar nicht von dem ofen weg. ja es ist die gröszte lust sich oben drauf zu setzen, welches in diesen gegenden (der Schweiz), wo die öfen von steinernen platten zusammengesetzt sind, gar wohl angeht. werke 16, 297; auf dem ofen hatten wir oft zusammen gesessen. Gotthelf schulm. (1859) 2, 263; auf dem ofen erhob sich schlaftrunken der bruder. geld u. geist (1859) 215; sprichwörtlich: ich hette mich auch gerne gewärmet, aber ich kondte nicht zum ofen kommen. Agricola sprichw. nr. 266; obscen: wol auf mit deinem jungen weib, du alter fauler man, und der heur zuo disem jar nimmer auf den ofen gesteigen kan! Uhland volksl. 181. 4@ee) die meisten redewendungen knüpfen sich an die stelle hinter dem ofen, die sog. hölle (theil 42, 1748), als schlupfwinkel oder als platz für träge, faule, stubenhocker und geringschätzig behandelte leute: dasz du nit falscherei nachgangest und understandest die leut hinder den ofen ze führen (zu überlisten, betrügen). Keisersberg evang. (1517) 121b; also ist Zimbern iezunder zum zwaiten mal hünder den offen gefuert worden. Zimm. chron. 4, 74, 35; schweiz. einen hinder-em ofen verchaufe, ihm an gescheidheit überlegen sein. Staub-Tobler 1, 110. — hinter dem ofen sitzen, liegen u. s. w.: die regiment wollen nicht auf dem polster ligen und rugen (ruhen), oder hinder dem ofen sitzen wie ein faulfressiger, schlefferiger rüdde. Luther 6, 162b; der ander lag noch hinder dem ofen in der hell und mocht vor faulkeit nit aufston. Wickram rollw. 30, 26 K.; geh hindtern ofen in die höll. H. Sachs 5, 123, 5; ich verbarg mich hindter den ofen. 4, 386, 9; diser leib, so hinder dem ofen .. zartlich auferzogen. Fischart ehz. 598 Sch.; hinder dem ofen sitzen müssen (geringschätzig behandelt werden). wegkürzer 85b; als wann man unsern herrn gott hintern ofen setze und thue, als wann an ihme nicht viel gelegen sei. Schuppius 368; hinderm ofen sitzen und sehen die biren und öpfel schwitzen. Albertinus narrenhatz 259, vgl. Schelmufsky 5 neudr.; da sie (im alter) besser hindern ofen taugten, äpfel zu braten, als im feld vorm feind zu ligen. Simplic. 1, 106, 11; dasz du hinter deines vaters ofen nicht aufgewachsen seiest, sondern dasz ich dich geschleppet hab von einem ort zum andern. Schuppius 264; hinter den ofen retiriren, hinter dem ofen hocken. Abr. a S. Clara Judas 4, 335; die ... wackere kerls hinterm ofen sein. Leibnitz 1, 156; der alte groszvater muszte endlich hinter dem ofen im eck essen. Stilling jüngl. (1780) 9; wir saszen auf einem schämel hinter dem ofen. Göthe 24, 125; sie trieben den Türken von den gränzen des reichs, indesz ihr hinter dem ofen saszt. 42, 412; andere hocken zu haus und brüten hinter dem ofen. 40, 260; da wir wohl hinterm ofen saszen, Borsdorfer äpfel weidlich fraszen. 3, 42 H.; so was läszt sich nicht hinterm ofen erlangen und nicht aus büchern zusammendrehn! Körner 248a; sprichwörtlich: hinderm ofen ist es warm (zur bezeichnung einer kahlen ausrede). Murner narrenbeschw. 11, 119. 82, 48. 92, 124; es suchet keiner kein hinder dem ofen .. er sei dann zuvor darhinder .. gewesen. Frank sprichw. 2, 8a. Mathesius Sir. 1, 53b. Philander 1, 137. Denzler 216b; wer alle gefahr will erwiegen, der bleibt hinterm ofen liegen. Lehmann 226, 8; hinter dem ofen ist gut kriegen. Simrock sprichw. 413. 4@ff) was ofenloch 2, in der sprichwörtlichen redensart keinen hund aus dem ofen locken können, s. th. 42, 1912 f. und dazu noch: daher es denn komt, dasz oft einer, so nicht recht ein hund auszm ofen lateinisch locken köndte, den roten hut eins kardinalis uberkommet. Kirchhof wendunm. 388a; sie können ja mit ihren eignen erfindungen keinen hund ausz dem ofen locken. Simplic. calend. 86c; was heiszt endlich das, ein mittelmäsziger kopf kann gut spielen und auszerdem keinen hund aus dem ofen lokken? Klinger an Heinse (1777) bei Rieger 416; mit aller kunst .. man keinen hund aus dem ofen lockt. Tieck 13, 278. seltener den hund vom ofen locken. Bürger 2, 62. vgl. ofenkriecher. 4@gg) metaphorisch kann ofen auch für stube, haushaltung gebraucht werden, da die alte einrichtung der häuser nur den éinen ofen der wohnstube kennt, s. Staub-Tobler 1, 109. 55) ofen zum ausbrüten (s.brütofen): was mir am allerseltzamsten vorkam war dieses, dasz die einwohner .. in darzu gemachten öfen viel hundert junge hüner ausbrüteten. Simpl. 1, 941, 7; weiszt du nicht .., mit dem ofen, der dazu (seidenzucht) musz gebaut werden, wie macht man das? Lenz 2, 125. 66) die bair. östr. gebirgsmundart kennt ofen auch in der übertragenen bedeutung felsenhöhle, durchklüftetes felsstück, plur. die öfen, wild durcheinander liegende felstrümmer Schm.2 1, 44. Schöpf 480 (vgl.ofenloch 4): der purchfried .. hebt sich an an der Dobrsch und get auf über die langen öfen. östr. weisth. 6, 508, 24 (14. jh.); derselb purgfridt hebt an an Meesenhausz in offenn und geht von offenn auf den graben u. s. w. 233, 3 ff. (16. jh.); bergmännisch der ofen, offen s. v. a. strecke Veith 355.
15606 Zeichen · 402 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ofenstm.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +1 Parallelbeleg

    oven stm. PsM. DvAPat. Enik. Lilie DSp. SGPr. Jüngl. HvNst. Eckh.v BDan. HistAE Tauler Seuse Stagel ofen EvA.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ofen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Ofen , des -s, plur. die Öfen, Diminut. das Öfchen, Oberd. Öfelein, ein eingeschlossener Raum, Feuer darin anzumache…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ofen

    Goethe-Wörterbuch

    Ofen Pl vereinzelt ‘Ofen’, mehrf (in amtl Schr) ‘Oefen’ stationärer geschlossener, feuerfester Behälter für das Bereiten…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ofen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Ofen , nennt man im allgemeinen einen geschlossenen Raum mit der Bestimmung, durch Brennmaterial in demselben Wärme zu e…

  5. modern
    Dialekt
    Ofen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Ofe n [Ófə Su. Geberschw. ; Òfə Bf. Z. ; Ofə Ndrbetschd. Òwə Lohr Lorenzen , Altw. Pl. Èfə; bezw. Êwə] m. Ofen. Im Elsas…

  6. Sprichwörter
    Ofen

    Wander (Sprichwörter)

    Ofen 1. Alle wie aus Einem Ofen. 2. Alte Oefen feget man schwerlich. – Henisch, 1037, 46; Petri, II, 10. Böhm. : V staré…

  7. Spezial
    Ofen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ofen m. (-s, Öfen) 1 furn (-s) m. 2 (gemauerter Stubenofen) mogun (-s) m. 3 (Backofen) furn da pan m. 4 (Zimmerofen) fur…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ofen

489 Bildungen · 352 Erstglied · 136 Zweitglied · 1 Ableitungen

ofen‑ als Erstglied (30 von 352)

Ofenaufsatz

SHW

Ofen-aufsatz Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenbank

SHW

Ofen-bank Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenbein

SHW

Ofen-bein Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenberg

SHW

Ofen-berg Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenblech

SHW

Ofen-blech Band 4, Spalte 1065-1066

Ofendeise

SHW

Ofen-deise Band 4, Spalte 1065-1066

Ofendüppen

SHW

Ofen-düppen Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenfang

SHW

Ofen-fang Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenfeuer

SHW

Ofen-feuer Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenfuß

SHW

Ofen-fuß Band 4, Spalte 1065-1066

Ofengabel

SHW

Ofen-gabel Band 4, Spalte 1065-1066

Ofengestell

SHW

Ofen-gestell Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenheizung

SHW

Ofen-heizung Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenhenke

SHW

Ofen-henke Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenhitze

SHW

Ofen-hitze Band 4, Spalte 1065-1066

Ofenhocker

SHW

Ofen-hocker Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenhutsch

SHW

Ofen-hutsch Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenkachel

SHW

Ofen-kachel Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenkaute

SHW

Ofen-kaute Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenkitsche

SHW

Ofen-kitsche Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenknie

SHW

Ofen-knie Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenkranz

SHW

Ofen-kranz Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenkratze

SHW

Ofen-kratze Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenkratzer

SHW

Ofen-kratzer Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenkrätze

SHW

Ofen-krätze Band 4, Spalte 1067-1068

Ofenkrücke

SHW

Ofen-krücke Band 4, Spalte 1067-1068

ofen als Zweitglied (30 von 136)

knofen

KöblerMnd

*knofen , V. nhd. knüpfen Vw.: s. ane- E.: Herkunft ungeklärt?

leofen

KöblerAe

*leofen , st. F. (ō) Vw.: s. *lifen

stofen?

KöblerAe

*stofen? , Adj. Vw.: s. of- E.: s. germ. *stautan, st. V., stoßen; idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; vgl. idg. *steu…

anaruofen

KöblerAhd

ana·ruofen

anaruofen , sw. V. (1a) nhd. anrufen, anschreien, zurufen, ansprechen, anflehen ne. call (V.) ÜG.: lat. acclamare Gl, clamare Gl, inclamare …

andleofen

KöblerAe

andleofen , st. F. (ō) Vw.: s. andlifen

ane ruofen

MWB

ane ruofen stV. (im Präs. nicht immer zu unterscheiden von ane rüefen swV.) 1 ‘jmdn. anbeten, anrufen, (um etw.) anflehen’ 2 ‘jmdm. zurufen,…

aneknofen

KöblerMnd

aneknofen , V. nhd. anknüpfen E.: s. ane (2), knofen L.: Lü 18a (anknofen)

anruofen

KöblerMhd

anruofen , st. V. Vw.: s. aneruofen

backofen

DWB

back·ofen

backofen , m. furnus, clibanus, nnl. bakoven: die frösche sollen komen in dein haus, in deine kamer, auf dein lager ... in deine backöfen un…

behofen

KöblerMhd

behofen , sw. V. Vw.: s. behoven

behuofen

MWB

behuofen swV. auch behuoben. 1 ‘benötigen, brauchen’ 2 jmdm. etw. ‘jmdm. etw. als behuof, als Aufgabe/Pflicht zuweisen’ (anders Glr.z.St.: b…

beruofen

Lexer

be-ruofen part. adj. BMZ berühmt, bekannt Pass. ;

bi-[h]ruofen

AWB

bi-[ h ] ruofen sw. v. , mhd. berüefen, nhd. berufen; mnl. beroepen ( auch red. v. ); afries. bihrōpa ( auch red. v. ); vgl. mnd. berôpen re…

biruofen

KöblerAhd

biruofen , sw. V. (1a) nhd. „berufen“ (V.), tadeln, anklagen, schinden, verkünden, bekannt machen, besprechen, beschwören ne. accuse ÜG.: la…

Blauofen

Adelung

blau·ofen

Der Blauofen , des -s, plur. die -öfen, eine Art kleiner Öfen zum Eisenschmelzen, welche reines blaues Eisen liefert; ein Stückofen. Man geb…

Bleyofen

Adelung

bley·ofen

Der Bleyofen , des -s, plur. die -öfen, eine Art Krummöfen, worin an einigen Orten, z. B. in Tyrol, das Bley geschmolzen wird.

Brauofen

Adelung

brau·ofen

Der Brauofen , des -s, plur. die -öfen, der Ofen, worin das Wasser zu einem Gebräude gesotten wird.

brennofen

DWB

brenn·ofen

brennofen , m. fornax, clibanus, ahd. eitovan, fiurovan. Dasypodius 308 c ; brennofen oder kleins bachöfelin. Serranus e 2 b ; im brennofen …

Brillofen

Adelung

brill·ofen

Der Brillofen , des -s, plur. die -öfen, in den Schmelzhütten, ein Schmelzofen mit zwey Augen und einer Brille, d. i. zwey Vorderherden, wel…

Ableitungen von ofen (1 von 1)

ofëne

LDWB1

ofëne [o·fë·ne] I vb.tr. (ofënn, ofenü) 1 beleidigen, verletzen, kränken 2 demütigen, brüskieren ( → umilié ) 3 beschimpfen, schmähen, verun…