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Ausbrechen

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Ausbrechen trs., intrs., rec., ntr.

Bd. 1, Sp. 290b
Ausbrechen, v. unregelm. (s. Brechen). I) trs. 1) Durch Brechen herausbringen, brechen und herausnehmen. Einen Zahn ausbrechen. Einen Kern ausbrechen, aus der Schale. Äste, Früchte ausbrechen, untaugliche Äste und Früchte abbrechen, damit die übrigen desto besser gedeihen können. So auch, einen Baum ausbrechen, ihn von überflüssigen Ästen und Früchten befreien. I anderm Sinne kann ausbrechen auch bedeuten, das Beste aus andern durch Brechen herausnehmen; daher die Bedeutung von Ausbruch. S. d. 2) Uneigentlich. † Die Bienen ausbrechen, sie tödten und ihr Wachs und Honig ganz herausnehmen; zeideln. Bei den Webern, einen Faden ausbrechen, ihn, wenn er beim Aufzuge an einem unrechten Orte befindlich ist, abreißen und an den rechten Ort bringen. Bei den Brauern, das Bier ausbrechen, es aus dem Bottiche oder der Pfanne in die Rinne schöpfen. Bei den Weißgerbern, die gar gemachten Felle ausbrechen, sie auf einem Eisen ausstrecken, ihre Geschmeidigkeit zu vermehren; auch ausstollen. Bei den Jägern, so viel als auswühlen, und bei den Landwirthen von den Schafen und Pferden, die letzten Lamm= oder Füllenzähne verlieren, was auch schieben, abschieben genannt wird. 2) I Erbrechen von sich geben. Viele Galle ausbrechen. II) intrs. mit sein. 1) Sich mit Gewalt aus einem Orte, in welchen man eingeschlossen ist, befreien. Der Gefangene ist aus seinem Gewahrsam ausgebrochen, oder bloß, er ist ausgebrochen. I weiterer Bedeutung heißt ausbrechen im Bergbaue so viel als auslenken, auf einem überfahrnen Gange weiter fortbrechen. Bei den Fuhrleuten, † rechts oder links ausbrechen, aus dem Geleise biegen. ≠ Von dem rechten Wege ausbrechen, für abkommen. 2) Eine heftige Gemüthsbewegung laut werden lassen, wobei der Begriff des Gewaltsamen, da man sich nicht mehr halten kann, Statt findet. Er brach in ein lautes Gelächter aus. I laute Klagen ausbrechen. Auch ganz allein, jedoch selten, wird ausbrechen gebraucht, für, seine Empfindungen oder Gedanken, in Worten äußern. »Die Herren, brach er aus, haben auf euch gewartet, wie die Narren.« Heynatz. So geht es, brach er aus, was fremd ist, muß stets gelten. Günther. Ausbrechen für ausbreiten, ist ganz ungewöhnlich und veraltet. »Denn du wirst ausbrechen zur Rechten und zur Linken.« Es. 54, 3. III) rec. Sich ausbrechen, sich mit Gewalt aus einem Orte, in welchen man eingeschlossen ist, befreien. Der Gefangene hat sich ausgebrochen. Das Thier hat sich aus dem Käsich ausgebrochen. IV) ntr. mit sein. 1) Brechen und ausfallen. Der Zahn ist ausgebrochen. 2) Auf eine unerwartete und schnelle Art merklich wer= den, hervorkommen. Das Feuer brach an mehrern Orten zugleich aus. Die Blattern sind an den Kindern bereits ausgebrochen. Der Angstschweiß brach ihm darüber aus. Uneigentlich, schnell zur Wirklichkeit kommen, sich verbreiten. Es sind Unruhen ausgebrochen. Die Hungersnoth bricht aus. Der Krieg brach wieder aus. 3) Laut werden. »Es ist meine größte Wollust, die Regungen des Vergnügens bei Andern ausbrechen zu sehen.« Gellert. »Wie glücklich schätzte ich mich, wenn (wann) endlich dein Geheimniß ausbrach.« Dusch. — Das Ausbrechen. Die Ausbrechung.
3118 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ausbrêchen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ausbrêchen , verb. irreg. ( S. Adelung Brechen ,) welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum. 1. Durch …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ausbrechen

    Goethe-Wörterbuch

    ausbrechen 1 plötzl, gewaltsam hervorbrechen; einsetzen, beginnen a von Naturerscheinungen, Krankheiten, Epidemien, Bran…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ausbrechen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ausbrechen , in der Turfsprache das Verlassen der vorgeschriebenen Bahn durch das Pferd gegen den Willen seines Reiters.

  4. modern
    Dialekt
    ausbrechen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    ausbrechen Band 3, Spalte 3,175–177

  5. Spezial
    ausbrechen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    aus|bre|chen vb.tr. 1 (herausbrechen) sbroché fora, spaché fora 2 (fliehen, entweichen) sciampé (-pa), rumpí fora 3 (plö…

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