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muss

nhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Muss

Bd. 3, Sp. 789
Muss 1. Das Muss ist ein schlimmes Essen. Lat.: Aut servias, ut servus, aut fugias, ut cervus. (Chaos, 973.) 2. Der Muss ist ein grosser Herr. (Niederösterreich.) 3. Der Muss ist eine harte Nuss. – Körte, 4350; Gaal, 1169. In Mecklenburg: Mutt is 'n harte Nutt. 4. Mos äs e bäter Krokt. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 750. 5. Mott es better (bitter) Freten. (Meurs.) – Firmenich, I, 401, 130; hochdeutsch bei Mayer, II, 222. 6. Muss es Zwang, en Krîschen1 es Kengergesang2. (Aachen.) – Hochdeutsch bei Simrock, 7184. 1) Kreischen, weinen, heulen. 2) Kindergesang. 7. Mûss êss a grousa Mân, Kannicht êss noch a gröüssra. (Ung. Bergland.) – Schröer. 8. Muss ist des Lebens Anfang, Fortgang und Schluss. 9. Muss ist des Teufels Lieblingsessen. 10. Muss ist ein bitter essen. – Lehmann, 555, 13. 11. Muss ist ein bitter (böses, herb) kraut. – Franck, II, 89b; Tappius, 130b; Eyering, III, 247; Henisch, 403, 31; Gaal, 1169; Sailer, 61; Herberger, I, 14; Simrock, 7182; Grubb, 97 u. 599; Braun, I, 2821. In Schlesien: Muss is a bise Kroat. (Gomolcke, 707; Frommann, III, 245, 116.) »Er mach sich's hierinne nicht gewehlt; muss ist ein böses Kraut.« (Keller, 145b.) – Muss, Wortspiel mit Mus. Böhm.: Mus je sukovitý kus. – Mušení veliká a tĕžká vec. – Oportet jest tvrdý nebozez. – Pan Musil jest veliky pán. (Čelakovsky, 281.) Holl.: Moeten is een bitter kruid. ( Harrebomée, I, 453a.) It.: Cosa sforzata non fu mai grata. (Gaal, 1169.) Lat.: Durum telum necessitas. (Curtius.) (Philippi, I, 129.) – Ingens teum necessitas. (Henisch, 402, 32.) – Maximum tellum necessitas. (Livius.) (Binder II, 1812.) Poln.: Do kościola kiedy chcesz, a na ratusz musisz. (Masson, 240.) – Mus ma sweosęki. (Čelakovsky, 281.) Nie rada koza na targ, ale musi. 12. Muss ist ein bitter Kraut, aber auch ein Gewürz, das schnell verdaut. » ... Die Menschen in der Regel verstehen sich aufs Flicken und aufs Stückeln, und finden sich in ein verhasstes Müssen weit besser, als in eine bittere Wahl.« (Schiller.) 13. Muss ist ein böses Mus. – Simrock, 7180; Graf, 389, 537. Engl.: Patience upon force is a medicine for a mad dog. (Gaal, 1169.) Frz.: Nécessité est une dure loi. (Gaal, 1169.) Lat.: Necessitas ingens (durum) telum. (Masson, 249.) – Necessitas ultimum ac maximum telum. 14. Muss ist ein Bretnagel. – Simrock, 7183; Körte, 4348; Körte2, 5461; Braun, I, 2822. 15. Muss ist ein sawer essen. – Petri, II, 483. Hippel bemerkt: »Im Muss liegt eine Schatzkammer von Beruhigungsgründen, vermittels deren man bei ein bischen Philosophie das ›ich muss‹ mit dem ›ich will‹ auszusöhnen weiss.« 16. Muss ist ein Teufelsfressen. (Westf.) 17. Muss ist ein übler Gast. – Sonntag. Holl.: Moeten is een streng heer. (Harrebomée, I, 296.) 18. Muss ist ein Zwang; wer nicht will, kriegt mit dem Strang. 19. Muss ist harte (bitter) Buss. – Eiselein, 478; Simrock, 7185; Braun, I, 2823. 20. Muss ist härter als Grübelnuss. – Eiselein, 478; Simrock, 7181. 21. Muss ist kein Fleisch. (Eifel.) Scherzhafte Erwiderung von jemand, der etwas thun soll. 22. Muss ist über Suppe. (Luzern.) Eigentlich ist Mus eine Mehlspeise mit eingebrocktem Brot, steht aber hier als Wortspiel, die Nothwendigkeit, das Müssen, den Zwang andeutend. 23. Muss macht die Noth, den Willen Gott. – Petri, II, 483; Gruter, I, 60; Schottel, 1122a; Sutor, 1021; Sailer, 383; Körte, 4349. Lat.: Nunc volo, nunc nolo, nunc aestuo, nunc languesco. (Chaos, 1086.) 24. Muss und Unmuss ist wider einander. – Eiselein, 478. 25. Muss zieht fromme (gute) Kinder. – Winckler, XVII, 1. Lat.: Vince tuum corpus, ne fiat postea corpus. (Chaos, 990.) 26. Es ist eben kein Muss. – Eiselein, 478. 27. Es ist ein Muss. Holl.: Het is eene moet. (Harrebomée, II, 93b.) [Zusätze und Ergänzungen] 28. Das ist eingeknöpffelt muss, an dem des bösen me denn des guten ist. – Geiler, Seelenparadies, CCXXVIIIb, 2. 29. Der Muss ist ein hartes Wort. (Wien.) 30. Mous1 es en Döivelsfräte. – Frommann, VII, 78, 16. 1) Gemüse, hier Wortspiel mit muss von müssen. 31. Ich bin auch kein Muss von gestern. – Köhler, XXXIX.
4116 Zeichen · 163 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Múß

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    1. Das Múß , plur. car. ein unabänderliches Hauptwort von dem Zeitworte müssen, welches nur in einigen R. A. ohne Artike…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Muß

    Goethe-Wörterbuch

    Muß einmal Kleinschr Notwendigkeit, (Sach-)Zwang, unabänderliche Forderung; auch mit personifizierender Tendenz; wiederh…

  3. modern
    Dialekt
    Mussf.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Muss [mus fast allg.; mús Flh. Marienth.; maus D. ; mous Si. Pl. mîs, mais; Demin. misχə, mizəl, maisχen (muzələ Pfb. al…

  4. Sprichwörter
    Muss

    Wander (Sprichwörter)

    Muss 1. Das Muss ist ein schlimmes Essen. Lat. : Aut servias, ut servus, aut fugias, ut cervus. ( Chaos, 973. ) 2. Der M…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit muss

146 Bildungen · 105 Erstglied · 37 Zweitglied · 4 Ableitungen

muss‑ als Erstglied (30 von 105)

Muss N.

Idiotikon

Muss N. Band 4, Spalte 483 Muss N. 4,483

Mussaf

Meyers

mus·saf

Mussaf (hebr., »Zusatz«), das an Sabbat-, Neumonds- und Festtagen zu dem Morgengebet (s. Schacharit ) hinzugefügte Gebet.

Mussafia

Meyers

mussa·fia

Mussafia , Adolf , roman. Philolog, geb. 15. Febr. 1835 in Spalato, gest. 7. Juni 1905 in Florenz, wurde, nachdem er erst Medizin studiert h…

Mußa ibn Noßair

Meyers

Mußa ibn Noßair , arab. Feldherr, geb. 640 n. Chr., gest. 716 (oder 717), wurde um 704 Statthalter Nordafrikas, dessen Eroberung bis an den …

mussaline

KöblerMnd

mussa·line

mussaline , Sb. nhd. zum Trinken? E.: Herkunft ungeklärt? L.: Lü 239a (mussaline)

Mussalz

DRW

muss·alz

Mussalz, n. für die Küche bezugsberechtigter Personen, Klöster oder Spitäler bestimmtes Salz, meist entgelt- und zollfrei vgl. Gnadensalz, K…

Mußapfel

Campe

muss·apfel

Der Mußapfel , — s, Mz. — äpfel , überhaupt Äpfel, welche gut sind, Muß daraus zu bereiten. Besonders aber eine gewisse Sorte platt gedrückt…

mussatenblumē

AWB

mussatenblumē Gl 3,561,47 s. muscâtenbluome mhd.

mussatynloup

AWB

mussatynloup Gl 3,557,3 s. muscâtenloup mhd.

Mußbach

Meyers

muss·bach

Mußbach , Landgemeinde im bayr. Regbez. Pfalz, Bezirksamt Neustadt a. H., am Mußbach und mit Station M.-Gimmeldingen an der Linie Neustadt a…

Musschabe

RhWB

mus·schabe

Mus-schabe -šā:f Heinsb-Millen f.: Krauthobel, zum Schneiden von Weisskohl.

Musschaffner

DRW

mus·schaffner

Musschaffner, m. Verwalter des Mushafens (II) her J. ... zum mußschaffner und im essen und trincken und 20 ℔ für sin belonung 1529 BernRatsm…

Musschenbroek

Herder

Musschenbroek (Mössenbruhk), Pet. van, berühmter holländ. Physiker, geb. 1692 zu Leyden, studierte daselbst Medicin, Mathematik und Physik, …

Mus'schinken

MeckWB

mus·schinken

Wossidia Mus'schinken m. Schinken von einer Maus Bri. 3, 23; Klopfschinken ( s. MeckWB Kloppschinken ), wird vom Gewährsmann so erklärt: wil…

Mus'schit

MeckWB

mus·schit

Wossidia Mus'schit f. gleich -kœtel; Rda. luter Mus'schit un Päper Pöbel (1895) Sta Stargard@Wulkenzin Wulk . Me. 3, 720.

Mus'schrot

MeckWB

mus·schrot

Wossidia Mus'schrot n. von Mäusen zerschrotenes Korn (1885) Gü Güstrow@Gülzow Gülz ; für Smachtkuurn Gü Güstrow@Wardow Ward ; Pa Parchim@Gro…

musschüssel

DWB

mus·schuessel

musschüssel , f. : pultarium, muszschüssel, die man zu weicher speisz braucht. Albertini Bb 2 b ; dim. musschüsselchen: item lxvj geslein ( …

mussel

KöblerMnd

mus·sel

mussel , F.? nhd. Muschel Hw.: vgl. mhd. muschel, mnl. mosscel, mosscele E.: s. as. muskula* 1, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Muschel; germ. *mu…

Musselburgh

Meyers

Musselburgh (spr. mösselbörro), Stadt in Edinburghshire (Schottland), an der Mündung des Esk in den Firth of Forth, hat eine Lateinschule (1…

Mussele

WWB

muss·ele

Mussele f. [verbr.] Muschel (bes. die Schale der Muschel). ⟨ -ss-, -sch-, -sk- ⟩ ¶ RhWB WWB-Source:238:RhWb RhWb 5,1445: Muschel II ; WWB-So…

muss als Zweitglied (30 von 37)

Birnmuß

Campe

birn·muss

Das Birnmuß , des — es, o. Mz. 1) So viel als Birnbrei. S. d. 2) Der dick eingekochte Saft, sowol von wilden, als auch von guten Birnen, der…

Brutmuss

ElsWB

brut·muss

Brutmuss n. Brautbrei, Eierbrei: ‘Wenn das gel Brutmuss uss ist und verzert, denn so werden kummen die weetagen’ Geiler P. III 69 a . — Idio…

Citrōnen-Mūß

Adelung

citrone·n·muss

Das Citrōnen-Mūß , des -es, plur. inus. in den Küchen, ein Muß, welches aus Zucker, Wein, Eyerdottern und Citronen bereitet wird.

Frimuss

RhWBN

fri·muss

Frimuss Saarl-Stdt f.: Fratze (zu frz. frimousse).

Fruchtmuß

Campe

frucht·muss

Das Fruchtmuß , des — es, Mz . von mehrern Arten die — e, s. Fruchtmark .

Hafermuß

Campe

hafer·muss

† Das Hafermuß , des — es , d. Mz . ungew. so viel als Haferbrei.

Holundermuß

Campe

holunder·muss

Das Holundermuß , des — es , o. Mz . aus den Beeren des Holunders gekochtes Muß; in Meißen Schiebchenmuß , anderwärts Fliedermuß, Hitschelmu…

Igwermuß

Campe

Das Igwermuß , des — es , d. Mz . ungew. zerstoßener und mit gereinigtem Honig zu einem Muße gemachter Igwer, als Mittel gegen den Kitzelhus…

Íngbermūß

Adelung

ingber·muss

Das Íngbermūß , des -es, plur. inus. zerstoßener und mit gereinigtem Honig zu einem Muße gemachter Ingber, welches man wider den Kitzelhuste…

Kirschmuß

Campe

kirsch·muss

Das Kirschmuß , des — es , o. Mz . Muß, aus sauren Kirschen gekocht.

Klúnkermūß

Adelung

klunker·muss

Das Klúnkermūß , des -es, plur. inus. im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, ein mit Fleiß klümperig gekochter Mehlbrey, welcher eine …

Láckmūß

Adelung

lack·muss

Das Láckmūß , des -es, plur. inus. eine röthlich blaue Farbe, welche aus dem mit Kalk und Urin zubereiteten und hierauf getrockneten Safte d…

Lúngenmūß

Adelung

lungen·muss

Das Lúngenmūß , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, in den Küchen, ein aus klein gehackter Lunge gekochtes Muß; Nieders. Lümm…

Mándelmūß

Adelung

mandel·muss

Das Mándelmūß , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, in den Küchen, ein aus geschälten und zerriebenen Mandeln bereitetes Muß;…

Mêhlmūß

Adelung

mehl·muss

Das Mêhlmūß , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, S. Adelung Mehlbrey .

Mengelmuß

Campe

mengel·muss

† Das Mengelmuß , — es, Mz. — e , ein Gemenge von allerlei Dingen, ein Mischmasch. Kramers Deutsch=Ial. Wb. (Holl. Mengelmoes ).

Pflāumenmūß

Adelung

pflaumen·muss

Das Pflāumenmūß , des -es, plur. inus. in den Küchen, ein aus Pflaumen gekochtes Muß; in Franken Honig.

Pludermuss

ElsWB

pluder·muss

Pludermuss m. Mengelmus. ‘wie ein seltzam gekocht Pludermuss’ Fisch. Garg. 36. — Idiotikon Schweiz. 4, 493.

Saftmuß

Campe

saft·muss

○ Das Saftmuß , — es, Mz. — e , ein aus Saft gekochtes Muß, ein Saft, der bis zur Dicke eines Mußes eingekocht ist, besonders, wenn er als e…

Schlehenmuß

Campe

schlehen·muss

Das Schlehenmuß , — es, Mz . u. der zu Muß dick eingekochte Schlehensaft. Frisch.

Schüsselmuß

Campe

schuessel·muss

Das Schüsselmuß , — es, Mz . u. Muß, welches in einer Schüssel bereitet wird, nach Frisch; oder Muß, welches in Schüsseln aufbewahret wird.

Spinatmuß

Campe

spinat·muss

Das Spinatmuß , — es, Mz . u. Spinat zu einem Muße gekocht. M. Kramer.

Traubenmuß

Campe

trauben·muss

Das Traubenmuß , (die letzte Silbe gedehnt) — es, Mz . u. der Saft von unreifen Weintruaben mit Zucker zu einem Muße eingekocht (Agrest ). C…

Ableitungen von muss (4 von 4)

Muße

Pfeifer_etym

Muße f. ‘beschauliche Freizeit’. Das nur im Dt. und Nl. nachweisbare Wort ahd. muoʒa (um 800), mhd. muoʒe ‘freie Zeit zu etw., Bequemlichkei…

Unmuss

LothWB

ElsWB PfWB RhWB Un-muss m. Lix. u. s. 1. Kind, das einem zu schaffen macht: du kläner U.! — 2. Unannehmlichkeiten, Schwierigkeiten: m'r han …

Unmuße

Campe

Die Unmuße , o. Mz . der Mangel der Muße. Henisch. Wegen Unmuße nicht schreiben können.

unmußlich

MeckWB

Wossidia unmußlich ( u kurz) wie musselig: 'ne ol Fru ... is so'n bäten unnmußlich wäst (unsauber) Weltz. Jungm. 25.