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möbel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

möbel n.

Bd. 12, Sp. 2433
möbel, n. hausgerät. 11) in rechtsquellen des Mosellandes aus dem 15. 16. jahrh. begegnet ein masc. mubel, mübel, möbel für fahrende habe, entlehnt aus dem altfranz. moble, meuble, bien meuble, was die rechtssprache in gleichem sinne verwendet (Littré 2, 549a): dasz dieselbige (miterben) mit sampt dem eingesetzten oder sonst von den eltern einbestattnem erben allen möbel (die schulden abgezogen) und freierbgüter in specie zugleich theilen mögen. Hardt Luxemburger weisthümer s. 526 (von 1589); so sullen und mügen sy anders wo hin zehen, wanderen, faren und flieszen in andere lande, hinder ander herren, .. und iren mubel und guder mit in furen sonder storung iemantz. 588 (von 1462, = Grimm weisth. 2, 242); da ein stiefvatter oder ein stiefmutter den möbel mit den rechten erben abzutheilen. ebenda; ain erbschaft, möbel oder ain andere sachen. 593 (= Grimm weisth. 2, 246); es sy erb oder mübel. 594; erkennen auch wahn der schuldiger kein andere pfendt noch möbell dan samen in der erden, dasz sie auch darüber verpfändt werden mögen, aber ein solchen gebrauch und herkommen damitt haben, dasz der schultman oder creditor erstlich auf st. Johans baptistae abendt darin gesetzt, ihme zugewiesen und vur möbell erkendt werden. 642 (von 1604); mit zusammensetzungen mobelpfand: so soll man den botten in das hausz schicken und mobelpfendt nhemen. Grimm weisth. 2, 256; mobelgut: ferner alle mobelgutter zu beweisen, erkent der scheffen zum ersten das bett bisz uff den schussen, das leiltuch bis uf den seuen (saum), den kessel bis uf den bant, die pfan bis uf den stil, das dippen (topf) bis uf die henk, die kante bis uf das gliet, die kuhe bis auf das horn. 308 (16. jahrh.); ein wort das auszerhalb der angegebenen gegend nicht nachzuweisen steht. 22) ohne zusammenhang damit wird das wort abermals dem franz. des 17. jahrh. entnommen, wo es den noch heute geltenden sinn des hausrats, der ein zimmer wohnlich macht oder es verschönt, erhalten hatte, und erscheint als modewort, zunächst in der fremden schreibung: meubles, hauszrath. Böckler kriegsschule (1668) 1027 (das zweite wort als verdeutschung des ersten); mobilien, die meubles oder das hauszgeräthe. Seriander rechtschreib. 103; woneben anfangs häufiger noch die lat. form mobilia und nach ihr mobilien: wie auch allerhand mobilia mit schönen inscriptionen und emblematischen inventionen können gezieret werden. Schuppius 52; die kasten wurden zerschmissen, die fürstlichen mobilia in den koth getreten, die schönsten kleider in stücken zerschnitten. Chr. Weise erzn. 116 Braune; (dasz jeder bürger) sich aller verbotenen hoffart, pracht und uppigkeit durchaus, und sonderlich auch in dem eine zeitlang eingerissenen uberflusse vieler köstlichen hausmobilien, entschlage. der stadt Leipzig ordn. 1701 s. 482 (von 1680); später kommt die oben genannte französische form empor: ich würde mich sehr weitläuftig bei der künstlichen structur dieses gebäudes aufhalten. ich würde die kostbaren meublen rühmen. spanischer Robinson 3 (1736), 16; fand ich in unserm logier nichts als die ledigen wände. die meublen und alle meine sachen waren fort. 55; und behauptet sich gegen mobilien und hausgerät in dem engern sinne des bloszen zimmergerätes, indem es zugleich deutsche schreibung und flexion annimmt: Adelung verzeichnet noch die dreifache pluralform meubles, meublen und möbeln, später ist nur der sing. das möbel, mit dem plur. die möbels (mit noch fremder endung), die möbel und in schwacher form die möbeln üblich: müssen wir denn nicht möbeln haben, wenn wir einmal beisammen wohnen wollen? Lessing 12, 149 (von 1762); gestern in der brautnacht ist in Mathildens schlosz zu Trier feuer angelegt worden, so dasz es mit allen möbeln bis aufn stumpfen abgebrannt. Fr. Müller 3, 338; ein hagelwetter ... beschädigte die neuen möbeln. Göthe 24, 43; die moden verändern sich so sehr, dasz eine, selbst gutgemahlte, groszmutter zu den tapeten, den möbels und dem übrigen zimmerschmuck ihrer enkelin unmöglich mehr passen kann. 38, 62; seine alten möbeln. J. Paul uns. loge 1, 17; die ganze stadt und vorstadt hatte zu diesem schutthaufen von möblen zugetragen. 51; es war ein sehr kleines zimmer, die möbeln einfach und nicht neu. Freytag soll u. haben 1, 41; riechts einem jeden möbel an, ob das ding heilig ist oder profan. Göthe 12, 145; Lessing verwendet möbel als fem. noch in dem weiteren sinne eines stückes fahrnis von einer rüstung: eine undurchdringliche rüstung .. wenn das ist: so muszte sie der alte freilich mitnehmen; und der hr. von Voltaire hat ursache, ihm verbunden zu sein, dasz er unter den blutigen verwirrungen .. auch zugleich an eine so nützliche möbel dachte. 7, 198. Zusammensetzungen der neueren sprache möbelfabrik, möbelhändler, möbelhandlung, möbelschreiner, möbeltischler, möbelversteigerung (J. Paul uns. loge 1, 112) u. a. 33) möbel auf eine person übertragen, einen alten dem hause treuen diener oder solche dienerin nennen wir scherzhaft ein altes hausmöbel; in ganz anderm sinne aber wird möbel auch auf eine feile dirne gewendet, so in Leipzig Albrecht 171a; vgl. dazu: es befand sich im Saurbrunn eine schöne dame, die sich vor eine von adel auszgab, und meines erachtens doch mehr mobilis als nobilis war. Simpl. 2, 27 Kurz.
5269 Zeichen · 75 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    möbel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    möbel s. mubel.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    MöbelDas

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Х Das Möbel , — s, Mz. — n , eigentlich, jedes bewegliche Gut, besonders aber Hausrath in den Zimmern und Kammern, wovon…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Möbel

    Goethe-Wörterbuch

    Möbel einmal verkürzt ‘Meubl.’ 32,452,20 ; Flexion entspr zeitgenöss Sprachgebrauch stark schwankend 1) : ‘Meubles’, ‘Me…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Möbel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Möbel (franz. meuble , v. lat. mobilis ; hierzu Tafel »Möbel I-III« ), aller »bewegliche« Hausrat, im engern Sinne die g…

  5. modern
    Dialekt
    Möbel

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Möbel [Mépl Gebw. ; Mêwl M. W.; Méwl Barr Str. K. Z. Betschd. Han. W. ] n. 1. Stück Hausgerät, in dem Kleider, Esswaren …

  6. Sprichwörter
    Möbel

    Wander (Sprichwörter)

    Möbel Möbelen hebben gên Gevolge. – Pistor., VII, 98; Graf, 110, 262. Von der Verfolgung der Fahrhabe, die aus dem Besit…

  7. Spezial
    Möbel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mö|bel n. (-s,-) 1 (Möbelstück) mebl (-i) m. 2 (Wohnungseinrichtung) aredamënt (-nc) m. , meblaria (-ies) f. , mebli m.p…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moebel

24 Bildungen · 22 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von moebel 2 Komponenten

mo+bel

moebel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

moebel‑ als Erstglied (22 von 22)

Möbelasch

RhWB

moebel·asch

Möbelasch m:bəlā:š  Aach-Stdt Sg. t. f.: das Mobilar.

Möbelbuch

GWB

moebel·buch

Möbelbuch Vorlagensammlung zur Möbelherstellung Oberbaudirector Coudray, englische Möbelbücher bringend T13,36,15 v 24.2.31 Undine Kramer U.…

Möbeldamast

Meyers

moebel·damast

Möbeldamast , reich figuriertes Gewebe zum Bezug der Polstermöbel, 36 Fäden auf 1 cm, aus Kammgarnkette Nr. 40 zweifach und Kammgarnschuß Nr…

Möbelfabrik

PfWB

moebel·fabrik

Möbel-fabrik f. : wie schd., Mewelfabrik [ KB-Bubh ]. WR.: Heert mer die Peif vun de M. gut, gibts schee Werrer [ebd.]. —

Möbelhaus

LDWB2

moebel·haus

Mö|bel|haus n. (-es, ...häuser) ciasa dai mebli f. , botëga dai mebli f.

möbelieren

RhWB

moebel·ieren

möbelieren  schw.: 1. en möbeliert Zemmer (aber ein Zimmer ausmöbelieren; eine a., einer die Ausstattung geben). — 2. e möblierten Her e…

Möbel II

RhWB

Möbel II Rhfrk mēwəl, seltener -ēb- ; Mosfrk an der Saar -ēw-, doch n. einschl. Saarl-Esch Fremersd , Merz-Menning Haustdt Honzr -iw- ( Saar…

Möbelkammer

GWB

moebel·kammer

Möbelkammer auch ‘Meuble Kammer’, einmal ‘Meuble Cammer’ A(Gr5,259) Räumlichkeit zur Aufbewahrung bzw Lagerung von Einrichtungs- u Ausstattu…

Möbelkattun

GWB

moebel·kattun

Möbelkattun derber Bezugs- od Dekorationsstoff [ betr Einrichtung des neuen Schlosses ] MeubleCattun..Einkauf auf der nächsten Leipziger Ost…

Möbelkrepp

Meyers

moebel·krepp

Möbelkrepp , bedrucktes Baumwollgewebe zum Bezug der Polstermöbel, 20 Ketten- und 12 Schußfäden auf 1 cm, aus Kettengarn Nr. 20 und Schuß ga…

Möbelmang

PfWB

moebel·mang

Möbelmang n. : ' Wohnungseinrichtung '; die ald Kich unn alles Gescherr unn alles Meeblemang, wos heit nimmi gebbt [Pirmas ( Kieffer Bilderb…

Möbelplüsch

Meyers

moebel·pluesch

Möbelplüsch ( Utrechter Samt, Velours d'Utrecht, Velours Anglais ) zum Bezug der Polstermöbel, aus Leinen zur Grundkette, Baumwolle zum Schu…

Möbelrips

Meyers

moebel·rips

Möbelrips , starker glatter Wollenstoff zum Bezug der Polstermöbel, 24–28 Kettenfäden und 6–8 vierfachen Schüssen auf 1 cm, Bindung Leinwand…

Möbelstoffe

Meyers

moebel·stoffe

Möbelstoffe , Gewebe verschiedener Art zum Beziehen von Polstermöbeln, zu Vorhängen, Decken etc., namentlich Atlas, Damast, Tuch, Plüsch, Ju…

Möbelwagen

MeckWBN

moebel·wagen

Wossidia Möbelwagen m. wie im Hd.: dat gifft jo 'n ganzen Möbelwagen vull Utdrücke dorœwer sehr viele Ro Rostock@Warnemünde Warn .

Ableitungen von moebel (2 von 2)

Gemöbel

RhWB

Ge-möbel -mīwəl u. -əlts Trier , Bitb ; -m:bəlts Bo-Dottend Sg. t. n.: grosse Menge von allerlei grossen u. kleinen Möbeln, Sachen u. Säche…

urmöbel

DWB

-möbel ( uraltes m. ) neubildung Bentzel-Sternau s bei Campe,

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APA
Cotta, M. (2026). „moebel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/moebel/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „moebel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/moebel/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „moebel". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/moebel/dwb.
BibTeX
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