lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Manna

ae. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
21 in 20 Wb.
Sprachstufen
10 von 16
Verweise rein
43
Verweise raus
37

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Manna

Bd. 13, Sp. 230
Manna, zuckerartige Substanz, die von manchen Pflanzen freiwillig oder nach Einschnitten oder Insektenstichen ausgeschieden wird. Die arzneilich benutzte Eschenmanna stammt von der Mannaesche (Fraxinus Ornus, s. Esche), die behufs der Mannagewinnung im nördlichen Sizilien kultiviert wird. Man macht an 8–10 Jahre alten Bäumen Einschnitte in die Rinde, aus der ein schnell erstarrender Saft ausfließt, der die M. bildet. Man kann denselben Baum 12–20 Jahre benutzen, indem man jedes Jahr neue Einschnitte macht. Dann aber fällt man ihn und erzieht neue Triebe, die in 4–5 Jahren Erträge liefern. Im Handel unterscheidet man stängelige M. (M. cannellata), in leichten, halbröhrenförmigen, geschichteten, durch und durch kristallinischen, schwach riechenden, rein süß schmeckenden Stücken, und weiche M. (M. communis) von den untern Teilen des Stammes und durch Witterungseinflüsse erweicht, in mißfarbigen, schmierigen Massen, mit schleimigem, kratzendem Beigeschmack. M. besteht vorwiegend aus Mannit (bis 70 und 80 Proz.), neben dem, am meisten in den geringern Sorten, Zucker, Schleim und wenig Harz vorkommen. Der Aschengehalt der besten Mannaforte beträgt 3,6 Proz., der Wassergehalt der geringsten Sorten 10–15 Proz. M. dient als mildes abführendes Mittel. Durch den St ich einer Zikade (Cicada orni) ausfließender Saft bildet die Tränenmanna in kleinen Körnern. Ähnliche Ausschwitzungen auf andern Pflanzen enthalten nur Zucker, Dextrin, aber kein Mannit. Eichenmanna entsteht in Mesopotamien, Kurdistan und Persien auf mehreren Eichen, besonders auf verschiedenen Formen von Quercus Vallonea und Q. persica, durch den Stich einer Schildlaus und erstarrt zu farblosen, abfallenden Tropfen. Man sammelt die mit der M. bedeckten Blätter und wiegt sie, so daß sie eine graugrünliche Masse darstellen; auch löst man die M. in Wasser, verdampft die Lösung zu Sirupsdicke, mischt sie mit Mehl und trocknet den Teig, der ein beliebtes Konfekt darstellt, auf Leinwand an der Sonne. Das in Persien sehr beliebte Ges-engebin stammt von Astragalussträuchern und wird mit Eiweiß, Mandeln, Pistazien etc. zu einem allgemein gebräuchlichen Konfekt verarbeitet. Die Tamariskenmanna entsteht auf Tamarix gallica var. mannifera durch den Stich der Mannaschildlaus (Coccus manniparus), aber, wie es scheint, nur unter bestimmten klimatischen Verhältnissen, daher nicht überall, wo die Pflanze wächst, auch nicht in jedem Jahr. Auf der Sinaihalbinsel ergießt sie sich in den Monaten Juni bis August, besonders in der Nacht, und sammelt sich in hellgelben Kügelchen auf dem Boden. Sie wird von den Arabern als Zukost zum Brot gegessen und von den Beduinen in kleine Blechzylinder gepreßt und als biblische M. verkauft. Die M. der Bibel war aber ebensowenig Tamariskenmanna wie Ter-engebin (Fruchthonig, Alhagimanna), das in Chorasan auf Alhagi Maurorum in roten Körnern entsteht, als Nahrungsmittel benutzt wird und abführend wirkt. Viel besser passen die Angaben der Bibel auf eine Flechte, Lecanora esculenta, die in den betreffenden Gegenden so überraschend auftritt, daß die Juden erstaunt fragen konnten: Man-hu? Was ist das? (s. Lecanora). Erwähnenswert sind noch: die M. von Briançon, von der Lärche (Larix decidua) auf den Bergen bei Briançon gesammelt und früher als Abführmittel benutzt; über australische M. und Lerpmanna s. Eucalyptus. Andropogon annulatus. ein im innern und subtropischen Afrika, Asien und Australien vorkommendes Gras, bildet in Queensland an seinen Knoten haselnußgroße Ausschwitzungen, die zu 75 Proz. aus Mannit bestehen. In dieser M. wuchert ein Pilz, anscheinend eine Hefen- (Saccharomyces-) Art, die Rohrzucker in Mannit verwandelt. Das Gras dürfte also Rohrzucker ausscheiden, der durch den Pilz in Mannit umgewandelt wird.
3772 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    mannasw. M. (n)

    Köbler Ae. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    manna , sw. M. (n) nhd. Mann Hw.: s. mann E.: s. mann L.: Hh 215, Hall/Meritt 229b, Lehnert 142b

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    mannaindekl. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    manna indekl. n. , mhd. nhd. manna ( vgl. Findebuch S. 235 ); mnd. mnl. manna; afries. manna; ae. manna; got. manna; aus…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mannasubst. stn. stn.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +1 Parallelbeleg

    * manna subst. Enik. Brun HvNst. EvA. manne stn. Apk. stn. Apk.

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mannaN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    manna , N. nhd. Manna, Himmelsbrot ÜG.: lat. panicum sanguinale Hw.: vgl. mhd. manna, mnl. manna E.: s. ahd. manna (1) 4…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mánna

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Mánna , plur. inus. ein aus dem Hebräischen Man entlehntes Wort, verschiedene vegetabilische Süßigkeiten zu bezeichn…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Manna

    Goethe-Wörterbuch

    Manna 1 im biblischen Zshg a als Gabe Gottes vom Himmel gefallene Speise für das die Wüste durchziehende Volk Israel, Hi…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Manna

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Manna . Aus den eingeschnittenen Stämmen der M. esche (Fraxinus Ornus L.) , eines südeuropäischen, namentlich in Calabri…

  8. modern
    Dialekt
    Manna

    Elsässisches Wb.

    Manna , Mannem [Mànà Str. ; Mànəm Bf. ] m. ein als Abführmittel, bes. für Kinder, bekannter Pflanzenstoff. ‘kein köstlic…

  9. Sprichwörter
    Manna

    Wander (Sprichwörter)

    Manna 1. Wem das Manna nicht schmeckt, dem setzt Gott Holzäpfel vor. Tendlau (16) bemerkt: Der Gutschmecker konnte einer…

  10. Spezial
    Manna

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Man|na f. ‹bibl› mana (manes) f.

Verweisungsnetz

63 Knoten, 57 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 10 Kognat 3 Kompositum 39 Sackgasse 11

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit manna

37 Bildungen · 33 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

manna‑ als Erstglied (30 von 33)

Mánna-Äsche

Adelung

manna·aesche

Die Mánna-Äsche , plur. die -n, eine Art des Äschenbaumes, welche in dem mittägigen Europa einheimisch ist, und das Manna unsrer Apotheken l…

Manna-Birn

Adelung

manna·birn

Die Manna-Birn , plur. die -en, eine der schönsten Birnarten, welche bauchig, grün und saftig ist, und im Winter reift. Franz. Poire de Mann…

mannabrōt

KöblerMhd

manna·brōt

mannabrōt , st. N. nhd. Mannabrot, Manna, Himmelsbrot Q.: Frl (1276-1318) E.: s. manna, brōt W.: nhd. Mannabrot, N., Mannabrot, DW- R.: got …

Mannaernte

Campe

manna·ernte

Die Mannaernte , Mz. — n , die Ernte oder Einsammlung des Manna in Arabien, in den Monaten Julius und August.

mannaesche

DWB

manna·esche

mannaesche , f. fraxinus rotundifolia, deren saft manna liefert. Nemnich 2, 1655 .

mannagras

DWB

manna·gras

mannagras , n. festuca fluitans, flottgras, auch deutsches, brandenburgisches, polnisches manna. wild mannagras ist panicum sanguinale, blut…

Mannagrütt

MeckWB

manna·gruett

Mannagrütt f. Same des Schwadens, eines Sumpfgrases, glyceria fluitans; früher als Speise zubereitet; brachten die Seeleute von der Fahrt al…

Mannahirse

Herder

manna·hirse

Mannahirse , Himmelsthau, eine Gattung Schwingel, Glyceria fluitans , besonders in Polen häufig am Ufer von Bächen und Teichen wachsend, lie…

mannahun

KöblerGot

manna·hun

mannahun , Pron. nhd. jemand ne. one (Pron.), person (M.), anyone, anybody ÜG.: gr. μηδείς (= ni mannahun), τὶς, οὐδείς (= ni mannahun); ÜE.…

mannaklee

DWB

manna·klee

mannaklee , m. hedysarum alhagi, ein orientalisches, einen süszen saft ( persisches manna ) gebendes gewächs. Nemnich 3, 110 .

mannarvêdi

KöblerAs

mannarvêdi , st. N. (ja) Vw.: s. manarvêdi*

Mannarw

MeckWB

Mannarw m. a. Spr. männlicher Erbe: 'manerven' (Schw 1377) UB. 19, 242.

mannarƀêdi

KöblerAs

mannarƀêdi , st. N. (ja) Vw.: s. manarvêdi*

mannasci

KöblerAhd

mannasci , Adj. Vw.: s. menniski*

mannasmac

KöblerMhd

manna·smac

mannasmac , st. M. nhd. Mannageschmack Q.: Brun (1275-1276) (FB mannasmac) E.: s. manna, smac W.: nhd. DW- L.: Lexer 425c (mannasmac)

Mannastoff

GWB

manna·stoff

Mannastoff wie Manna 2 Gedachte Auflösung [ von Blättern einer Pflaumenart ] .. war schmutzig gelbgrün .. Hofrath Döbereiner .. fand: 1) nic…

manna als Zweitglied (3 von 3)

harimanna

KöblerAhd

hari·manna

harimanna , F.? nhd. Arimannin, Freie (F.) ne. ariman (F.), free woman Q.: Urk (773)

herimanna

KöblerAhd

heri·manna

herimanna , F. nhd. Arimannin ne. Ariman (F.) ÜG.: lat. femina libera Urk Q.: Urk (746)

Ableitungen von manna (1 von 1)

man (nae-)

MNWB

° ~man (nae-), zweiter Mann, Mann in zweiter Ehe (Werd. Urb. B 741 und 862).