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Leinwand

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Leinwand

Bd. 12, Sp. 375
Leinwand (Leinen, Linnen), im allgemeinen jedes glatte Gewebe aus Flachs, Hanf oder Werg mit Ausnahme einiger seiner und leichter Gewebe, die mit besondern Namen bezeichnet werden. Man unterscheidet nach dem Material Flachsleinwand (aus reinem Flachs), Hanfleinwand (aus reinem Hanf oder mit hänfener Kette und Flachsgarneinschlag), Wergleinwand oder Hedeleinen, halbflächsene L. oder Halbhedeleinen, Halblaken (mit Kette von Flachsgarn und Einschuß von Werggarn), halbbaumwollene L. oder Halbleinen, fälschlich irische oder irländische L. genannt (mit Kette von Baumwollgarn und Einschuß von Flachsgarn oder umgekehrt). Die beste und schönste L. liefert der Flachs. Hanf gibt fast nur grobe, aber sehr feste und haltbare L.; Wergleinwand ist minder fest und nur, wenn aus gutem Maschinengarn hergestellt, auch von schönem Aussehen. Halbleinen ist dem reinen Flachsleinen untergeordnet, selbst wenn es dies in Schönheit des Ansehens erreicht oder übertrifft. Die gröbste L. ist das Segeltuch (Segelleinwand) aus Hanfgarn, dessen leichtere Sorte Schiertuch genannt wird; dann folgen Sack- und Packleinwand teils aus Hanf, teils ganz oder halb aus Hede, selbst aus Jute. Die Leinwandgattungen, die zu Kleidungsstücken und Wäsche (Hemdentuch, Bettücher) dienen, erscheinen in fast zahllosen Sorten. Zu den stärkern gehört die Hausleinwand, die aus Handgespinst in ländlichen Wirtschaften hergestellt wird. Zu der fabrikmäßig erzeugten L. dient dagegen Maschinengarn, das aber auch noch vielfach auf Handstühlen verwebt wird. Meist verarbeitet man ungebleichtes, nur zu der böhmischen und schlesischen Weißgarnleinwand (Kreas, Lederleinwand) und zu dem westfälischen Löwentlinnen gebleichtes Garn. Die Benennungen der verschiedenen Sorten sind unsicher; die von Ländern oder Städten abgeleiteten Namen zeigen gewöhnlich nur Qualitätsunterschiede, aber nicht die Herkunft an. So wird »irländische« L. auf dem Kontinent, »Osnabrücker« in England, »Bielefelder« und »holländische« in Böhmen und Schlesien fabriziert. Von den deutschen Leinwandsorten stehen die westfälischen, sächsischen, schlesischen und böhmischen obenan, von erstern wieder die Bielefelder (dichte, egale, sehr dauerhafte, zum Teil auch sehr seine Gewebe) und Osnabrücker (meist stärkere und mittlere Sorten). Letztere gehen zum Teil nach Holland, werden dort gebleicht und appretiert und kommen dann als holländische Leinen auf den Markt. Über die in Hannover den Leinenhandel überwachenden Leggen s. d. Zu den leichten Leinwandgattungen gehören z. B. die schlesischen und böhmischen Schockleinen, die sogen. Futterleinen, die stark appretiert und dann mitunter Kannevas genannt werden und ungebleicht (Franzleinen) oder schwarz, grau etc. gefärbt und moiriert (Moorleinen) vorkommen; das Starr- oder Steifleinen (Schetterleinen), das aus grobem Garn sehr locker gewebt und mit Leim so stark appretiert wird, daß die Öffnungen des Gewebes dadurch ausgefüllt sind und letzteres sehr steif wird; die Glanzleinwand, ziemlich sein, lose gewebt, verschieden gefärbt, stark appretiert und auf einer Glänzmaschine geglänzt. Man fertigt auch farbig gestreifte, karierte und gegitterte L. als Kleiderstoff und zu andern Zwecken (Bettüberzügen), nimmt aber, wenn Farbestreifen in weiße L. eingewebt werden sollen, zu erstern sehr gewöhnlich Baumwollgarn, das sich besser färbt als Leinengarn. Die feinsten Leinengewebe, Batist, Schleier und Linon, rechnet man gewöhnlich nicht zur L. Der früher allgemein angenommene Unterschied zwischen Handgespinst und Maschinengespinst zugunsten des erstern ist als ungerechtfertigt nachgewiesen und damit auch das Vorurteil gegen Gewebe aus Maschinengarn verschwunden. Dichte und Garne bei glatten Reinleinen sind: 350@@break Bei glatten Halbleinen sind Dichte und Garne: starke Qualität 18–24 Fäden auf 1 cm, Kette Water Nr. 14–20 engl., Schuß Tow oder Line 7200–10,800 m auf 1 kg; mittlere Qualität 24–30 Fäden auf 1 cm, Kette Water Nr. 20–24 engl., Schuß Tow oder Line 10,800–13,200 m auf 1 kg; feine Qualität 30–36 Fäden auf 1 cm, Kette Water Nr. 24–32 engl., Schuß Tow oder Line 15,000–24,000 m auf 1 kg. Die L. wird oft durch ähnliche, zum Teil gleich benannte Gewebe aus Baumwolle von bedeutend geringerm Wert nachgeahmt, weshalb vielfach eine Prüfung erwünscht ist. Zu dem Zweck ist zunächst dse Appretur vollständig zu entfernen und dann mittels eines Vergrößerungsglases (Fadenzähler) die Zahl der Fäden in einem bestimmten Raum zu zählen und ihre Beschaffenheit festzustellen. Die Unterscheidung von Flachs und Baumwolle gelingt sicher fast nur mit dem Mikroskop mit etwa 120facher Vergrößerung, von chemischen Prüfungen ist besonders die mit konzentrierter Schwefelsäure zu empfehlen. Man kocht das zu prüfende Stückchen L. in Wasser und spült es gut aus, um die Appretur vollständig zu entfernen; dann trocknet man es gut und taucht es bei gewöhnlicher Zimmerwärme zur Hälfte in die Säure. Je nach der Stärke des Gewebes zieht man es nach 1/2-2 Minuten heraus, bringt es sofort einige Augenblicke in Sodalösung und wäscht dann vollständig in Wasser aus. Nach dem Trocknen fehlen die Baumwollfäden, so daß man sie ihrer Zahl nach bestimmen kann. Reines Baumwollgewebe wird sehr schnell von der Säure zerstört, aber auch reines Leinengewebe wird allmählich angegriffen; man bringe deshalb die Probe anfänglich nur kurze Zeit in die Säure und beobachte, ob die Einwirkung ganz gleichmäßig ist; die Baumwollfäden werden jedenfalls früher dünn und durchsichtig als die leinenen Fäden; durch abermaliges Eintauchen kann man dann die Baumwolle gänzlich zerstören, und nur, wenn durchaus alle Fäden zu gleicher Zeit zerfressen werden, war die L. rein. Für weiße Stoffe kann man die Anilinprobe anwenden. Man löst 1 g Fuchsin in 96 g Brennspiritus und taucht in die Lösung ein Läppchen Stoff von 100 mm Länge und 50 mm Breite, das an den Rändern ausgefasert ist. Wenn man das Läppchen sofort herausnimmt und in Salmiakgeist legt, verschwindet die Farbe von den Baumwollfransen, während die Leinenfasern gefärbt bleiben. Die vielfach verbreitete Meinung, daß eine Verfälschung von Flachsgarn durch Zusammenspinnen mit Baumwolle vorkommt, ist irrig, da ein solches Zusammenspinnen nicht möglich ist. Englische, schottische, Wiener L., s. Gingan. Vgl. Herzog, Die Unterscheidung von Baumwolle und Leinen (Sorau 1904).
6335 Zeichen · 60 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Leinwand

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Leinwand , plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, ein aus leinenen, d. i. gesponnenen flächsenen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Leinwand

    Goethe-Wörterbuch

    Leinwand auch ‘Leinewand’; einmal ‘das L.’ 16,83 Satyros 115 a Gewebe aus Leinengarn, in vielfältiger Verwendung (ua als…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Leinwand

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Leinwand , eigentlich Leinwat, d.h. Leinenkleid. s. Linnen.

  4. modern
    Dialekt
    Leinwandf.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Lein-wand f. : = Leinen , Leinwand [ KL-Einsdhf KB-Niefh ], Lei- [ Gal-Obl ]. Südhess. IV 283 ; Rhein. V 367 .

  5. Sprichwörter
    Leinwand

    Wander (Sprichwörter)

    Leinwand 1. Aus böser Leinwand kann kein guter Sack werden. 2. Besser gute Leinwand machen als bösen Leumund. 3. Die Lei…

  6. Spezial
    Leinwand

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Lein|wand f. (-, ...wände) 1 tesciü de lin m. , peza de lin f. 2 (auf einen Holzrahmen gespanntes Stück Leinwand) peza (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit leinwand

56 Bildungen · 44 Erstglied · 12 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von leinwand 2 Komponenten

lein+wand

leinwand setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

leinwand‑ als Erstglied (30 von 44)

leinwandballen

DWB

leinwand·ballen

leinwandballen , m. stück schlesischer leinwand, namentlich zu bettüberzügen und frauenkleidern gebraucht. Schedel waarenlex. 1, 176 b .

Leinwandbedecker

GWB

Leinwandbedecker abfällig für einen Kunstmaler Der allzeit fertige L. Ruppert 314, Bem in G-s Büchern Rüdiger Welter R.W.

leinwanddecke

DWB

leinwand·decke

leinwanddecke , f. : indem er in einem winkel plötzlich eine leinwanddecke von einem groszen bilde in die höhe hob. Eichendorff aus d. leb. …

leinwanddrucker

DWB

leinwand·drucker

leinwanddrucker , m. gewerbsmann der die leinwand bunt bedruckt: ein leinwadtdrucker, phrygio, linteorum pictor Stieler 344 .

leinwanden

DWB

lein·wanden

leinwanden , adj. aus leinwand gefertigt: die stunde wolte ich meinen leinewandtenen schmuck verkaufen. Chr. Weise comöd. 316 ; einen weiten…

Leinwandfabrik

GWB

leinwand·fabrik

Leinwandfabrik wohl für: Leinwandfabrikation L. im Königgrätzer Kreise T4,133,15 v 18.6.10 Rüdiger Welter R.W.

Leinwandfabrikation

GWB

leinwand·fabrikation

Leinwandfabrikation hinsichtlich ökonomischer Aspekte [ Werner lobt Wilhelm: ] Der ganze Brief über die Leinwandfabrication ist lehrreich, u…

leinwandfaden

DWB

leinwand·faden

leinwandfaden , m. faden aus dem die leinwand gewebt ist: Regine legte ihm die leinwandfäden auf die wunde. Freytag ahnen 5, 32 .

Leinwandgerät

GWB

leinwand·geraet

Leinwandgerät Tisch- u Bettwäsche aus Leinen Hierauf [ in Erwartung von Goethes Verheiratung ] ward .. das Leinwandgeräthe gemustert, und au…

leinwandgeräthe

DWB

leinwandgeräthe , n. : hierauf ward .. das leinwandgeräthe gemustert. Göthe 26, 353 .

leinwandhändler

DWB

leinwand·haendler

leinwandhändler , m. : schlesische und inländische leinwand-händeler. der stadt Leipzig ordnungen (1701) 117; die leinwad-händler, welche vo…

leinwandhandel

DWB

leinwand·handel

leinwandhandel , m. negotiatio lintearia. Frisch 1, 603 b : Schlesiens leinwandhandel; er treibt einen leinwandhandel.

leinwandhaus

DWB

leinwand·haus

leinwandhaus , n. 1 1) haus in welchem leinwandhandel getrieben wird; mhd. lînwâthûs ( in Frankfurt, zugleich als gefängnis dienend ) Lexer …

Leinwandhosen

Wander

leinwand·hosen

Leinwandhosen Mit Leinwandhosen und Melonen soll man im Herbst (oder: Spätherbst) mich verschonen. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Wer zu Leinw…

leinwandkappe

DWB

leinwand·kappe

leinwandkappe , f. kappe von leinwand als möbelüberzug: die gute stube, aus welcher die hausfrau alle leinwandkappen des seidenen möbelbezug…

leinwandkittel

DWB

leinwand·kittel

leinwandkittel , m. 1 1) kittel aus leinwand: zu hause zotteln sie in leinwatkütteln und essen trocken brod. Weise erzn. 320 ; es war landst…

Leinwandmahlerei

Campe

leinwand·mahlerei

Die Leinwandmahlerei , Mz. — en . 1) Die Mahlerei, das Mahlen auf Leinwand; ohne Mehrzahl. 2) Eine Mahlerei, ein Gemählde auf Leinwand. Zum …

leinwand als Zweitglied (12 von 12)

futterleinwand

DWB

futter·leinwand

futterleinwand , f. leinwand zu futter. graue futterleinwand. insbesondere bei den tapezierern eine grobe leinwand zur bedeckung der flocken…

glanzleinwand

DWB

glanz·leinwand

glanzleinwand , f. , besonders geglättete oder geglänzte leinwand, vgl. glanz B 2 d ( s. glanzleinwat Hofer österr. 1, 301 ), zu ihrer herst…

hausleinwand

DWB

haus·leinwand

hausleinwand , f. aus garn das im hause gesponnen ist, bereitet; in älterer form noch hausleinwad: linteum domesticum .. hausleinwad, Stiele…

kaufleinwand

DWB

kauf·leinwand

kaufleinwand , f. leinwand auf den kauf gemacht, gekaufte, zum unterschied von der hausleinwand, der selbstgefertigten. Adelung.

mittelleinwand

DWB

mittel·leinwand

mittelleinwand , f. aus kurzem werge verfertigte leinwand, die zwischen der ganz hänfenen und ganz flächsenen die mitte hält.

Packleinwand

Adelung

pack·leinwand

Die Packleinwand , plur. inus. grobe Leinwand, Waaren darein zu packen; das Packtuch.

schockleinwand

DWB

schock·leinwand

schockleinwand , f. gewöhnliche leinwand in stücken von 60 ellen Jacobsson 7, 232 a . Krünitz 147, 603 : das beste garn macht man zcu zîchen…

stangenleinwand

DWB

stangen·leinwand

stangenleinwand , f. ist eine gewisse art einer gemodelten und überschlagenen weissen leinwand, doch nicht so dichte als zwillig, woraus das…

starrleinwand

DWB

starr·leinwand

starrleinwand , f. steife leinwand: starrleinwand, tela distesa, bucherame. Kramer dict. 2 (1702) , 911 b ; starrleinwand Adelung.

wachsleinwand

DWB

wachs·leinwand

wachsleinwand , f. eine art wachstuch, mit einem glänzenden ölfirnisz überzogene leinwand, zu überzügen oder zum einpacken von waren verwend…

Wêrkleinwand

Adelung

werklein·wand

Die Wêrkleinwand , plur. car. aus Werk oder Werrich gewebte Leinwand, werkene Leinwand. S. 1. Werk.