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krähe

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krähe f.

Bd. 11, Sp. 1965
krähe, f. cornix. II. Formen, geschlecht, verwandtschaft. I@11) Die ältesten formen sind überliefert I@1@aa) hd. als 'chraa' cornix (Hattemer 1, 290a), 'chrauua' (das. 295a) und 'chraia' (Graff 4, 587), also ein stamm kra in mehrfacher ausgestaltung. I@1@a@aα) fürs nhd. ist am wichtigsten die dritte form, denn von dem -i- stammt der umlaut von krähe. diesz 'chraia' aber ohne weiteres nur als chrâja aufzufassen (genauer wäre chrâjâ, da es schwachf. ist), scheint mir nicht recht. nur aus chraia mit kurzem a begreift sich ein später ahd. kreia cornix Haupt 9, 391 (mit umlautung des a vor i), das sich auch mhd. und bis heute (s. 2, c. 3, c) fortsetzt. das stamm-a war vermutlich von haus aus kurz. doch ist auch ahd. chrâja schon möglich (s. unter γ). I@1@a@bβ) bei 'chrauua' wiederholt sich der zweifel um â oder a. auch hier mag chrawa das urspr. sein (wie bei chlawa, s. unter klaue I, 1, a); doch mag es auch schon zu chrâwa verlängert worden sein, da mhd. krâwe auftritt. vgl. die entsprechende ags. form unter c. dasz vor einem -w der vocal sich verlängerte, wird z. b. deutlich an mhd. râwe ruhe, hinter dem ahd. nicht râwa, sondern rawa stehn musz (vgl. Weinhold alem. gr. s. 128), wie der ablaut in ruowe zeigt. I@1@a@gγ) zweifel bietet auch 'chraa', ob es echt und selbständig sei oder schon zusammengedrängt aus den beiden andern formen; für letzteres spräche wol die noch weitere zusammendrängung in chrâ, die auch schon spät ahd. erscheint. die zusammendrängung ist aber begreiflicher aus chrâja als aus chraja, aus chrâwa als aus chrawa. also chrâa. So sind denn aber schon der ahd. zeit mindestens sechs verschiedene formen eigen gewesen. I@1@bb) fürs alts. ist nur überliefert ein pl. 'cornices, krâiun' (Heyne kl. altnd. denkm. 90a), wahrscheinlicher gleichfalls mit kurzem a, denn aus kraia unmittelbar begreifen sich mnd. kreie ('kreye') Dief. 152a, nnd. kreie und kraie (brem. wb.), altmärk., ditm. krei, götting. auch krëje. daneben mit g für j (i) mnd. krege, kregge (Dief. 152a), wie noch westf. kräge, krägge, kraije (Fromm. 5, 419). mnl. craie, nnl. kraai. aber im 15. jahrh. auch nd. craghe Dief. n. gl. 115a, dahinter mag altes crâja stehn; krâge findet sich noch jetzt. eben taucht auch ein alts. 'crae cornicula' auf (Germ. 13, 480a). die form mit -w geht dem nd. ab. I@1@cc) dagegen ist nur diese dem ags. allein eigen, crâwe f. (Ettm. 400), auch wie ahd. mit herausdrückung des w crae und cr Dief. 152a. daher engl. crow, dial. craw, cra, auch crag (wie nd. unter b) Halliwell 277a. Das ahd. vereinigt also da einmal auf seinem boden die beiden bildungen, in die sich das altnd. und ags. getheilt hatten. in einem andern falle hat das nd. beide, s. kleien 3. I@22) Die mhd. formen. I@2@aa) vorherschend war da krâ (s. 1, a, γ), worin das â alles andere gleichsam verschlungen hat, wie bei klâ klaue. im pl. krân, statt krâen (ahd. chrâûn). s. die beispiele im mhd. wb. 1, 869. das ist denn noch jetzt landsch. rein erhalten (3, a). daneben aber liefen mhd. noch mehr nebenformen als ahd. I@2@bb) noch in voller form krâwe (Dief. 152a): beroufent aber in (den raben) die pfâwen, sô schrîent über in die krâwen. Renner 1825. auch das kam noch ins nhd., s. 3, b. I@2@cc) noch ursprünglicher aber kreie (wb. 1, 869a), alemannisch: dô begunden in an schrîen kreien unde wîen. gute frau 1867 (Haupt 2, 447), in der hs. (alem. 15. jh.) kräyen, vgl. unter 3, c, α kräy; [] ein kreie zuo eim edeln valken sprach. MS. 2, 2b (vgl. kreije sp. 1967). übrigens galt es auch auf mitteld. boden nach 'kreynnest' livl. chron. 3754 (s. 331), wo dann kreie dem nd. die hand reichte (s. unter 1, b). I@2@dd) kræje, wie in der livl. chron. Pfeiffer in den text setzte (auch Bon. 11, 25, wo aber kranich gemeint ist, s. II, 1, c), bedarf annoch des beweises. er liegt aber vor nicht nur in krähe selbst (s. e), auch aus dem 15. jh., nur mit später vergröbertem j, in krg Mones anz. 6, 345, kreg Haupt 5, 416, 100 (els.), Dief. 152a, s. auch 3, d. I@2@ee) daneben mit herausgedrücktem j pl. kræen Megenberg 182, 25 u. ö. (vgl. sing. chræ, kr u. e, β), und das ist denn eigentlich schon unser krähe, dessen h ja stumm ist. I@2@ff) ferner krô Helbl. 12, 34 (durch den reim gesichert), und wieder auch mit umlaut krœn pl. Haupt 7, 357 var. (14. jahrh.), jenes in voller form 'krowe' Freid. 142, 15 var.; das kann blosze vergröberung sein aus krâ, krâwe, aber vgl. klô klaue, ahd. chlôa sp. 1026 mitte, die unmittelbar auf chlawa mit der urspr. kürze zurückzugehn scheinen. I@2@gg) auch kræwe musz bestanden haben, denn nur daraus begreift sich im 15. jh. krew, kreu Dief. 152a (vgl. auch krewa cornix dess. nov. gl. 115a, krewe Boner. 11, 25 var.). es erscheint als nebenform zu kræje, dieses mit krâwe vermittelnd; vielleicht schon ahd. chrâwia? s. auch unter krähen I, 2, e. I@2@hh) ob das krœn pl. (s. f) und das chrön 3, k auch auf mhd. krœje führt? oder krœwe? letzteres steckt wirklich in 'kröwen' pl. Megenberg 199, 27 var., s. mehr 3, h. I@2@ii) endlich schon mhd. auch chrâhe Dief. 152a (vgl. das 'kraha' nov. gl. 115a), wahrscheinlich mit ausgesprochenem h, wie es auch sonst für -j- oder -w- hinter dem stammvocal eintrat; die form schlieszt sich an ahd. chrâa (1, a, γ) an. I@33) Die nhd. formen (mit einschlusz des 15. jh.). I@3@aa) dem mhd. krâ entsprechend I@3@a@aα) kra: darumb kratzet kein kra der andern ein auge aus. Luther 4, 528a. im pl.: dolen und kraen. 5, 21a (in den br. 4, 7 vom herausg. in krähen gebessert). nebelkra H. Sachs 1, 426a, pirgkra 426c. so noch oberd. und md., z. b. sächs., hier im pl. krâen, sg. auch krâe. oberd. im pl. krân (wie mhd.), fastn. sp. 992, 3 (s. II, 3, a) und noch jetzt mehrfach. I@3@a@bβ) unsicher ist im 15. 16. jh. krae, s. unter e, β. I@3@a@gγ) auch krah, was sich aber mit krahe mischt (s. unter i): die krah lesset ires hüpfens nicht. Agricola spr. nr. 339; ohn dasz die krah mit meinem gut nach räuber art sich schmücken thut. Opel u. Cohn der 30 jähr. kr. 437, 100. I@3@bb) dem mhd. krâwe entsprechend: es beiszt kein krawe der andern die augen aus. Agricola spr. 27a. auch krauwe (vgl. dazu u. c a. e.): wann der wolf alt wird, so reiten ihn auch die krauwen wol. Gartneri dict. prov. 101b. auch kraue oder krau: chraun pl. Megenberg 199, 27 var.; von alster, krauen, geiern und weien. Liliencron volksl. 2, 133b, 97. krau heiszt es noch im nordungr. berglande Schröer 73b, in der Oberpfalz Schmeller 2, 377. I@3@cc) mhd. kreie lebte fort I@3@c@aα) besonders alem.: die krei ist usgeflogen dem steinbock in sin land. Lenz Schwabenkr. 120b. 121a; der steinbock was die kreien (sg.) anjagen wol in dem grünen wald. 122a, in einem schweiz. liede von der schlacht auf der Malser heide (auch bei Körner hist. volksl. 35, Liliencr. 2, 395), die krähe ist der östr. adler, der steinbock Graubünden. auch kräy Frisius, Maaler, kraye Junius 44b, kraj Liliencron 2, 25a (v. 13), was dem ahd. chraia noch ganz nahe steht: viel weniger dann ein spinnenweb ein atzel oder krAey kan aufhalten. Fischart bien. 1588 45b; wenn die kray singt .. verkündt sy ein ungwitter. Heuslin Gesners vogelb. 163a. so noch schweiz., vorarlb. I@3@c@bβ) aber auch auf mitteld. boden (vgl. u. 2, c): von den dolen oder kreien. Luther 3, 313b. und fränkisch, kraye, kray Hohberg 2, 650a. auch mittelrheinisch in einem voc. des 15. jh. krey Dief. 152a (woran sich dann nl. kraai, nd. kreie schlieszt). md. noch im 17. jh.: sie heiszen mich die diebisch krei. ihr groszen herrn, kommt auch herbei! vogelsang, Opel u. Cohn 30j. kr. 436. I@3@c@gγ) hierher auch kreige (Freid. 142, 15 in B), els.: uf das die fögel, kreygen und rappen die (die trauben) nit abessent. Keisersberg post. 3, 81b, wie ebend. seygen säen, 81a meygen mähen; [] so du gar redest unbedacht, wirst du gezelt der kreigen glich, die selber gern hort singen sich. Brant thesmoph. 163 (s. 148b). Es ist vergröbert aus kreije, das sich wol mhd. auf alem. boden verrät in 'derselben kreyien' (vorher kreie) MS. 2, 2b. da ist das -i- aus ahd. chraia zu -ij- verbreitert, ganz wie in krauwe das w (uu) von ahd. chrawa zu -uw-. I@3@dd) ebenso lebte kræje vergröbert nach in kräg Dasypod. 42b (krAee 366d), gewöhnlich krege, kreg (s. schon unter 2, d): kein kreg ein dulen macht. Murner schelm. 2a; gar vil (der fliehenden) die klummen uf die böm ... man schosz si als die kregen (: wegen = wæjen). Veit Weber in Wackern. leseb. 1053, 25 (1859 kræyen 1251, 33), Liliencr. 2, 93b; sie thet auch in den kessel legen ein hirn von einer alten kregen. J. Wickram bei Haupt 8, 407. I@3@ee) aus kræje ward aber auch kräe (schon später mhd. 2, e), wo doch der umlaut das einstige -j- noch ausweist. I@3@e@aα) krAee Dasypodius 366d, Schönsleder. in einer fabel bei Waldis 1, 65 von der krAeen und dem schaf: das leid, das dir die krAee jetzt thut. v. 5; die krAee sprach 'weisz wol, wem ichs thu'. v. 10, und 2, 7 von der krAeen: ein dürstig krAee ein eimer fand. v. 1; der vers aber zeigt, dasz mit krAee nur krAe gemeint ist, wie z. b. Stieler schreibt. So ist im 15. 16. jh. oft ehe, wehe u. dgl. gedruckt und geschrieben, auch oberdeutsch, wo der vers eh, weh ausweist, so ist mit rehekalb bei Waldis 3, 68 überschr. sicher nur rehkalb gemeint. diesz -e scheint auf grammatischem denken zu beruhen, das die regel wenigstens fürs auge herstellte. I@3@e@bβ) deshalb ist 'krae' unsicher, ob nicht krâe oder krâ gemeint ist (nach a); krae z. b. Dief. 152a, voc. 1482 r 2b, Alberus z 1b, noch im 17. jh. bei Logau, als einsilbig: wo die krae dem schweine lauste. 2, 246. bei Fischart doch deutlich für krAe, im reime: den einen weisz gleich wie der schne, den ander wie ein winterkrae. Domin. 784 (1, 153 Kurz). in vocc. des 15. jh. chræ, krAe, auch kre Dief. 152a. I@3@ff) auch krô, nicht nur im 15. 16. jh. (Dief. 152a): auf einem schaf da reit ein kro, sie sang und war von herzen fro. Waldis 1, 65, 1, holkro H. Sachs 1, 426c, sondern auch heute noch, z. b. in tirol., schles. mundart. im pl. drei kroen (neben ein kro) in einer hs. (2) der Lüneb. ritteracad. Aber auch im sg. kroe Dief. 152a, vermutlich mit demselben -e wie unter e, α, das nur fürs auge da war. vgl. kroenbein fastn. sp. 584. freilich ist doch auch krö noch nhd. vorhanden, s. unter h. I@3@gg) auch das vermutete mhd. kræwe (s. 2, g) noch im 16. jh. als kräw, kreu: ain kräw beiszt der andern die augen nicht ausz. Schades sat. u. pasqu. 3, 144; ein trostel die het ich im kefich, und ein kreu wie die dorfbauern haben. dialog des 16. jh. (s. unter dorfbauer). I@3@hh) ebenso krœwe, wo nicht krœje(?) als krö: es ist dahin geschrieben (d. h. in den kamin), das es kein kuh ableckt und kein krOe auskratzt. Agricola spr. nr. 339 (Wittenb. 1582), auch in der erklärung nachher kein krOe wirds auskratzen. I@3@ii) krahe (auch schon mhd.) Junius nom. 44b: kein krahe pickt der andern die augen aus. Fischart ged. 1, 168 Kurz; wie im herbst rottenweis die krahen (: sahen). froschm. D 1b; es sei keine (theurung) nie so grosz, dasz nicht die priester wein und die krahen nüsse haben. Zinkgref 1653 1, 158. Im sing. meist krah Dief. 152a: die krah klagt auch recht über mich. Reinicke fuchs Frkf. 1583 117b; dein unschuld sihet man wol da an dem kaninichen und der krah. 137b. Freilich mischt sich das völlig mit kra (a), da im 16. 17. jahrh. das h schwerlich irgendwo noch gesprochen wurde. I@3@kk) endlich auch mit dem n der (schwachen) flexion oder des pl. bair. östr. krân (grn Castelli 148), tirol. krôn Schöpf 339, und schon im 15. jh. in einem bair. voc. 'cornix ein chrön' Fromm. 4, 296b, was zu krö unter h gehören wird. ebenso zu krei (c) in der Straszb. gemma 1518 F iijb cornicula ein kreyn neben cornix ein krey. es ist wie brein (s. d.) neben brei, klein neben kleie sp. 1085 mitte, wie bogen für mhd. boge. ganz merkwürdig aber nrh. krôl f., z. b. in Köln. [] I@3@ll) diese fülle von formen muszte für die höhere und büchersprache verwirrend sein. Agricola z. b. brauchte in demselben buche krah und krö (vermutlich nach seinen quellen), Luther kreie und kra, Fischart krahe, krae, kräh und kräy (s. m, γ), Waldis in demselben gedichte krAee und kro, letzteres freilich als reimwort zur aushilfe (s. f), denn dem dichter diente die formfülle jener zeit zum vortheil. man liesz auch dem leser die wahl: so durstig war ein kreie oder krae im heiszen sommer. Kirchhof wendunm. 1603 7, 139. I@3@mm) die nötige rettung brachte endlich krähe, und die getroffene wahl ist gut zu nennen. I@3@m@aα) krähe schlieszt sich dem klange nach an das ahd. chrâja an (1, a, α) und zwar über das mhd. krâ hinweg, gegen dessen starke verstümmelung das nhd. wort in seinem rückschritte selbst einen fortschritt darstellt. dabei bleibt es in gleicher linie mit andern wörtern derselben urspr. gestaltung, wie mähen, vor allem mit krähen, dessen formschicksale denen von krähe durchaus gleichen. I@3@m@bβ) auch die schreibung ist geschichtlich wolbegründet. wie das h schon mhd. statt des urspr. -j erscheint (s. 2, i, damals freilich gesprochen), so ist es z. b. in krähen schon ahd., und stimmt zu dem in wehen, drehen, nähen, kühe u. a. I@3@m@gγ) welcher einflusz oder welche mundart krähe durchgesetzt hat, weisz ich nicht. neben 'krAee' oder 'krAe' (e, α) erscheint es zwar einzeln auch mit h oberd. im 16. jh.: dasz er (Longinus) blind gewesen, und als er nach einer krähen zustechen vermeint, in Christi seit gestochen hab. Fischart bien. 1588 158b, aber gleich darauf nennt er ihn der gut blind krAeyenstecher, d. h. er fällt im scherzenden tone in die alem. mundart (s. 3, c, α) und jenes scheint künstlich angenommen. kräh sg. ebend. 110b. 116b (s. unter II, 3, b), und in 'nachtrab oder nebelkräh' (dicht. 1, 3 Kurz). Natürlich auch krehe oder kreh (noch im 17. jh.): der huhu (friszt) der krehen (eier). Garg. 196a (362 Sch. krähen); weil ich schon hör und sih den flug der lauten rappen, hetzen, krehen. Weckherlin 464; die krähe geht ihres hüpfens nicht ab. Colerus hausb. (1640) 477. aber der sieg von krähe fällt erst ins 18. jh., noch Stieler schwankte zwischen krä und krähe, noch Denzler zwischen krähe und krehe. I@44) Über das geschlecht ist zu bemerken, dasz auch ein masc. besteht. denn östr. heiszt es der grn Castelli 148 (bei Höfer 2, 161 doch die krân), auch schweiz. der kray neben die kray Stalder 2, 127. das ist sicher alt, gestützt durch die form krähin (s. d.) und vielleicht zusammenhängend mit der verwechselung von rabe und krähe (s. II, 1, a). ebenso ist krack sowol m. als f., für krähe und rabe. I@55) Ursprung und verwandtschaft. I@5@aa) der name des thiers gibt im stamme deutlich sein geschrei wieder (s.kra!), die krähe, chraia musz als die krächzende, die kra kra schreit, bezeichnet sein; vergl. krähen II, 2, a von der krähe, und die unter krack krähe 2, b genannten wörter für krächzen, die einstimmend weit über das germ. gebiet hinaus gehn. I@5@bb) als nächst verwandt erscheint eben diesz krack, altn. krâka u. s. w. (sp. 1927), mit kürze und länge wechselnd wie ahd. chraia und chrâja. die wiederholung des k im auslaute darin ist, als hätte man damit doppelt 'kra kra!' wiedergeben wollen, wie in krâken (crocire u. s. w.) neben krähen, ahd. chraian. I@5@cc) aber auch mit anderm auslaut krapp rabe (s. d.), und noch anders innerlich gestaltet isl. krúnkr m. rabe (krúnka krächzen), daneben norw. krump m. rabe, und neben diesem wieder altn. krummi und krumsi m. rabe, auch kramsi, kraumsi (Egilsson). also grosze manigfaltigkeit, aber immer mit kr- als grundlage. doch auch mit kar- in karocke saatkrähe sp. 222 (15. jh. karok Dief. n. gl. 156b), und mit kor- in altn. korpr rabe, schott. corby (finn. korppi). I@5@dd) aber das kr- oder k-r setzt sich fort weithin in die urverwandten sprachen: lat. corvus rabe, skr. kâravas krähe (deren bildung an ahd. chra-wa erinnert), ferner lat. cornix krähe, gr. κορώνη krähe, κόραξ rabe (diesz mit k-r-k als grundlage). dann lett. krauklis rabe, poln. kruk, böhm. krkavec; merkw. niederwend. karwona krähe (vgl. altsl. vrana krähe); wegen des mangels der lautverschiebung s. sp. 3. Nemnich nennt auch armen. kara krähe, tatar. karga, neugr. κάργα u. a. I@5@ee) ich kann mich nicht entbrechen daran zu erinnern, dasz die fragliche grundlage, nur mit andrer lautstufe, nämlich als hr-, eig. auch in rabe und mhd. ruoch krähe vorliegt; denn jenes hiesz urspr. hraban und stimmt demnach im lautstoffe zu krapp rabe, das andere aber war ahd. hruoch, das ebenso zu krack stimmt. [] IIII. Bedeutung und gebrauch. II@11) nicht unsere krähe allein führt diesen namen. II@1@aa) auch der rabe. so in Hessen: 'krâ f., pl. krâwe, wird im kreisze Hünfeld nicht blosz die krähe, sondern eigens auch der rabe genannt'. Vilmar 222. ebenso flämisch krauw f., rabe und krähe, s. Schuermans 289, und gewiss noch anderwärts; hier erklärt sich wol Nemnichs kräge, rabe sp. 1927 (α). Auch krack sp. 1927 ist sowol krähe als rabe, und umgekehrt braucht in Sachsen, Thüringen das volk oft rabe mit für die krähe. dasz man aber seit uralter zeit beide vögel in nächste verbindung brachte, zeigt sich in merkwürdigster weise unter krähin (s. d.), wo die krähe als frau des raben erscheint, bei Germanen und Slaven. Beide namen begegnen und kreuzen sich förmlich bei einer art, corvus corone, sowol die schwarze oder aaskrähe, hauskrähe, als auch der kleine rabe, aber auch die rabenkrähe genannt (Nemnich 2, 1241). vergl.krähendohle, krähenspecht. II@1@bb) auch der häher in einigen arten. die mandelkrähe oder garbenkrähe, blaue krähe u. ä. heiszt auch weizhäher, birkenhäher u. ä. (Nemnich 2, 1214), der nuszhäher auch die nuszkrähe (2, 1237), kärnt. gragl m., was ebenso zu krack krähe stimmt, auch nord. wird er als kraka, d. i. krähe bezeichnet (s. sp. 1927). in folg. ist vielleicht der nuszhäher gemeint: es sei keine (theurung) nie so grosz, dasz nicht die priester wein und die krahen nüsse haben. Zinkgref 1653 1, 158. II@1@cc) eigner weise hieszen ahd. auch der kranich und der staar chreia (Graff 4, 587), völlig wie chreia krähe (I, 1, a, α). doch bedarf diesz zusammentreffen genauerer prüfung (s. unten krei kranich und staar). aber der urbegriff des krächzenden, kreischenden schreiens wird auch ihnen zu grunde liegen. II@22) krähe kurzweg im engern sinne ist die graue krähe, die gemeine, corvus cornix, auch nebelkrähe, asch- winter- holz- schild- sattelkrähe genannt. nahverwandte arten sind die saat-, feld- oder ackerkrähe, auch schwarze krähe, ferner die alp- oder schneekrähe, die Schweizer oder steinkrähe u. a. II@33) in redensarten drückt sich ihre eigenart aus. II@3@aa) als thier, das dem aase nachgeht: nun mueszdu si zu einem weib haben, oder dich essen kran und raben. fastn. sp. 992, 3, 'oder du verdienst todesstrafe'. so auch in rechtsbüchern: daʒ man teilet den lip (des missethäters) den krahen und daʒ gut den erben und die lehen den hern. Marinzer gewohnheitsrecht, anf. 15. jahrh., Mones anz. 7, 360, vgl. J. Grimms rechtsalt. 41. II@3@bb) daher wird sie der sanften taube entgegengestellt: hört nur zu und merket wol darauf (auf das wunderliche argument), dann hie wird ein kräh ein taub machen. Fischart bienenk. 1588 116b, d. h. hier wird ein unmögliches möglich gemacht werden (vgl. Murner unter I, 3, d kein kreg ein dulen macht); wer will die kräh nicht für die taube geben? Schlegel sommernachtstr. 2, 2, bei Shakspeare change a raven for a dove. Eigen ist der zweifel, ob die krähe auch ein vogel sei: und es musz darbei bleiben, und solt auch kräh kein vogel sein. Fischart bien. 1588 117a, auch bei Marnix al soude craey gheen voghel zijn 111a, es ähnelt dem zweifel, ob der daumen auch ein finger sei (s. 2, 846). Ihre schwarze farbe wird hervorgehoben: swer die krân tweht (wäscht), des (so l.) mêret sich ir swarzer glanz. krone 2056, vgl. Zingerle sprichw. im mitt. s. 84; wie die krähe im schnee (mondschein), so schwarz, abstechend. II@3@cc) andere züge aus ihrem leben: keine krähe hackt der andern die augen aus. Wieland 6, 40. 131 (vgl. schon u. I, 3, a Luther); er lebt hier wie die eule unter den krähen, als zielscheibe des angriffs; die krah lesset ires hüpfens nicht. Agricola spr. nr. 132; vom kamin, wo schrift sicher ist, dasz die krähe sie nicht auskratze, s. denselben unter I, 3, h; dieser vogel lebt gar lang, also dasz man ir alter zu einem gmeinen sprüchwort braucht, da man spricht: er läbt lenger dann ein kray. Heuslin Gesners vogelb. 163a. II@3@dd) ihr erscheinen in menge bei den wohnungen verkündet den winter: wie der Westfale sagt, umb éiner kraie willen wird nicht winter. Spangenberg jagteufel 2b. ihr geschrei aber verkündet unglück, s. z. b. Heuslin u. I, 3, c, α. Damit steht vielleicht in beziehung eine redensart von ihrem mangelnden christenthume: der vom orgelspielen oft so viel verstehet, als die krähe vom sonntage. Mattheson organistenprobe Hamb. 1719 vorb. s. 6; der patriot (die zeitschrift) ist ein dummer kerl ... [] der so viel vom jure verstehet als die krähe vom sonntage. M. Richey der patriot, 3. jahr, Hamburg 1729 s. 433; dasselbe sprichwort gilt von der katze und kuh. II@44) eine art geschütz: anstatt der .. krähen .. und anderer stück, so die alten im brauch gehabt. Garzoni schaupl. 657a.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Krähe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Krähe , plur. die -n, eine Art Vögel mit drey bloßen Vorderzehen und einer Hinterzehe, mit geschuppten schwärzlichen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Krähe

    Goethe-Wörterbuch

    Krähe 1 mittelgroßer Rabenvogel; in früher Vokabelliste Nahmen der Vögel .. K.[ = ]Cornix DjG 3 1,21,36 Labores juv [175…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Krähe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Krähe , s. Rabe .

  4. modern
    Dialekt
    Krähef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Krähe f. : ' Nebelkrähe (Corvus corone cornix) ', Kräh (grē) [ KB-Kriegsf LU-Friesh ]; vgl. PfWB Nebelkrähe , PfWB Krak …

  5. Sprichwörter
    Krähe

    Wander (Sprichwörter)

    Krähe 1. Als man die Krähe fragte: Welches sind die schönsten Vögel? sagte sie: Meine Jungen. – Cahier, 2579. Die Neugri…

  6. Spezial
    Krähe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Krä|he (Corvus sp.) f. (-,-n) ‹ornit› cornidla (-les) f. ✒ eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus dui cians ne se mo…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kraehe

133 Bildungen · 70 Erstglied · 62 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kraehe 2 Komponenten

kra+ehe

kraehe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kraehe‑ als Erstglied (30 von 70)

Kräh(en)acker

PfWB

kraehen·acker

Kräh(en)-acker m. : FlN, amtl. Krähenacker [ KB-Eisbg ]; vgl. Kräh(en)brunnen, PfWB -stein . —

Krähenapp

RhWB

kraehe·napp

Krähen-app -ę·i.ənap Mettm-Gruiten , Düss-Erkr , Ess-Dellwig ; -nęp Mettm-Vohwinkel , Duisb , Ruhrort , Ess-Werden , Mörs-Gerdt Neuk ; -øp G…

Krähenauen

LothWB

kraehe·nauen

Krähen-aue n [khræənauə Fo. Pü. u. s; krǽno Bo. ; kræau Gelm.; grênauə Pfb. ; kréənáən D. Si. ] pl. Hühneraugen, Leichdorne: ich han K., das…

Krähenaug

ElsWB

kraehen·aug

Krä h enaug [Kránàik NBreis. ; –ài Bebelnh. ; Krájənœi Barr ; Krájənœy K. Z. ; Krǽjənaù Str. Lützelstn. ; Krájənai Wörth ; Krænənæi Lorenzen…

krähenauge

DWB

kraehen·auge

krähenauge , f. 1 1) wie hühnerauge, leichdorn ( Frisch ): kreenaug, clavus. Dasyp. 367 d ; weinrauten grün gestoszen und wie ein pflaster ü…

Krähenaugen

Meyers

kraehen·augen

Krähenaugen ( Brechnüsse ), s. Strychnos nux vomica , Text zur Tafel »Arzneipflanzen II« , Fig. 8.

Krähenaugenfuß

PfWB

kraehenaugen·fuss

Krähenaugen-fuß m. : 'Fuß mit schmerzhaften Hornhautbildungen', Krähnaagefieß [ FR-Tiefth ]. — Der erste Wortteil zu PfWB Krähenauge 1.

Kräh(en)bach

PfWB

kraehen·bach

Kräh(en)-bach f. : FlN, amtl. Krehbach [ KL-Morlt ]; a. 1432-1462: In der hindersten Creenbach [GGA 58m, Bl. 22 (ebd.)]; a. 1601: Krehenbach…

krähenbeere

DWB

kraehen·beere

krähenbeere , f. empetrum nigrum, heide mit schwarzen beeren, dän. kragebär, krekling, engl. crakeberry, crowberry. vgl. DWB krähenauge 3.

krähenbein

DWB

kraehen·bein

krähenbein , n. neun auf croenpein, der kan ich ausz der moszen vil. fastn. sp. 584 , ein fluch?

Kräh(en)born

PfWB

kraehen·born

Kräh(en)-born m. : FlN, amtl. Krähenborn [ ZW-Nd'aub KL-Morlt ]; vgl. PfWB Krähenbach , PfWB -berg 1. a. 1565: Kreenborn [HanLicht. 158 (PS-…

Kräh(en)brunnen

PfWB

kraehen·brunnen

Kräh(en)-brunnen m. : FlN, amtl. Krähenbrunnen [ KB-Eisbg ], Kräh- [ HB-Altstdt ]; vgl. PfWB Krähenacker , PfWB -stein . a. 1607: untig dem …

Krähenbusch

RhWB

kraehen·busch

Krähen-busch -·ə.nəmbš Kemp ; -Eiənboš Mörs m.: Saatkrähenkolonie, Kr.wäldchen.

Krähenei

RhWB

kraehe·nei

Krähen-ei n.: 1. wie nhd. Allg. — 2. übertr. verächtl. kleines Hühnerei Schleid-Hellenth .

Krähenfänger

RhWB

kraehen·faenger

Krähen-fänger -Eiə- Mörs-Rheinbg Xanten m.: in der RA.: Et es noch fruw Dags (früh am Tage), sei de Kr., du ging de Sonn onder.

Krähenfahne

RhWB

kraehen·fahne

Krähen-fahne -·ə.fā:n Eusk-Enzen ; -:nəvā:nt Bergh-Blatzh f.: Vogelscheuche auf dem Felde.

Krähenfüße

Pfeifer_etym

krähen Vb. ‘gellende Schreie von sich geben’ (besonders vom Hahn), übertragen ‘unschön singen, sprechen’, auch (vom Säugling) ‘vergnügt schr…

Krähenfuß

Campe

kraehen·fuss

Der Krähenfuß , des — es, Mz. die — füße , der Fuß einer Krähe. Uneigentlich belegt man mit diesem Namen 1) Schlecht geschriebene, krüppelic…

krähenfusz

DWB

krähenfusz , m. 1 1) im genauen sinne, fusz einer krähe: ( wie ) mit einem krähenfusz geschrieben ..... die hand die diesz gekratzt. Wieland…

krähengeschrei

DWB

kraehen·geschrei

krähengeschrei , n. gekrächz der krähen. bei Herder Adrast. 5, 297 : ohngeachtet des wilden krähgeschreies über diese sprache und dichtkunst…

kraehe als Zweitglied (30 von 62)

Aaskrähe

Campe

aas·kraehe

Die Aaskrähe , Mz. die — n, eine Art Krähen (Corvus corone L.), die an andern Orten Nebelkrähe und Rabenkrähe heißt.

Ackerkrähe

Adelung

acker·kraehe

Die Ackerkrähe , plur. die -n, ein Nahme der gewöhnlichen schwarzen Saatkrähe, Corvus frugilegus, L. welche von den Feld- und Holzkrähen noc…

astkrähe

DWB

ast·kraehe

astkrähe , f. corvus cornix, entstellt entweder aus aschkrähe, oder aster, aglasterkrähe.

Blaukrähe

Adelung

blau·kraehe

Die Blaukrähe , plur. die -n, ein hellblauer Häher, der auf dem Rücken bräunlich, und auf den blauen Fittigen schwarz gesprengt ist. Er ist …

Büschkrähe

RhWB

buesch·kraehe

Büsch-krähe -kr: Waldbr , Gummb f.: alte, grosse Kr., die sich allein im Wald aufhält.

Dorfkrähe

Wander

dorf·kraehe

Dorfkrähe Es ist eine geputzte Dorfkrähe. ( Niederlausitz. ) Eine verputzte Frauensperson vom Lande.

Eckkrähe

RhWB

eck·kraehe

Eck-krähe -krō: Wippf-Engelsk Hardt f.: Schneegans, Kranich.

goldkrähe

DWB

gold·kraehe

goldkrähe , f. , name für den vogel coracias garrula L., blaukrähe, vgl. Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 2, 158 , Brehm tierleben 5, 250…

grünkrähe

DWB

gruen·kraehe

-krähe coracias garrula Naumann nat. d. vögel 2, 158 , als grünekrähe allg. haush. lex. (1749) 1, 624;

Herbstkrähe

RhWB

herbst·kraehe

Herbst-krähe RhWBN -kr:n Schleid , Köln , Bergh , Dür , Jül f.: 1. Nebelkrähe. RA.: Dat flüg eröm wie en H. die Sachen liegen in tollster U…

hohlkrähe

DWB

hohl·kraehe

hohlkrähe , f. picus martius, der schwarzspecht. Nemnich 4, 963 . mhd. erscheint holichrâ als übersetzung von parva parra Dief. 414 c ; para…

holzkrähe

DWB

holz·kraehe

holzkrähe , f. name dreier vögel: des picus martius, schwarzspecht, holzhuhn; coracias garrula, holzhäher; corvus cornix, nebelkrähe.

landkrähe

DWB

land·kraehe

landkrähe , f. krähe vom lande; in einem bilde für eine landfrau: man kann denken, mit welcher gier die zierlichen stadtpfauen über die so a…

mandelkrähe

DWB

mandel·kraehe

mandelkrähe , f. coracias garrula, blaue krähe, blaue holzkrähe, gegen herbst im felde auf den mandeln oder garbenschobern sitzend. Nemnich …

Mantelkrähe

Campe

mantel·kraehe

Die Mantelkrähe , Mz. — n , die Nebelkrähe, die gleichsam mit einem grauen Mantel bedeckt ist.

Markkrähe

RhWB

mark·kraehe

Mark-krähe mar(ə)kr: ( -kr·ə.n, s. S.) von Koch-Büchel Binning Brohl Calenborn Forst Haur Kaifenh Kaisersesch Masbg Urmersb Müllenb ( mǫər…

Meerkrähe

Campe

meer·kraehe

Die Meerkrähe , Mz. — n , eine Art des Börses, mit silberglänzendem Bauche, Rücken und Seiten, die mit gelben und fahlen Flecken bezeichnet …

Ableitungen von kraehe (1 von 1)