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klappern

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
19 in 15 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

klappern

Bd. 4, Sp. 624
klappern, kläppern -a-, –ę- wie bei Klapper sich verteilend Allg. schw.: 1. klapperndes Geräusch verursachen, mit sachl. u. persönl. Subj.; dat Fenster klappert, dat es net rechtig zo; et Müllerad klappert; der Wage klappert üvver de Stross; dem kl. de Daler en der Täsch er ist reich Rip, Allg.; dem kl. de Knoche im Leib so mager ist er Ottw-Elversbg; de Zeh (Zähne) kl. em vor Kälte; him klappert de Bocks vo lauter Angst Bitb, Allg.; er hat mir em Reis-che am Finster gekläbbert Simm-Laub; hei klappert met et Geld in de Täsch; wen klappert dor mät de Klompe öwer den Hof? Mörs-Orsoy, Allg.; op de Dör kl. Rees, Allg.; met de Zäng für Kält kl. Rip, Allg.; met de Deck för K. kl. Eup-Lonzen; met de Ogen kl. durch eifriges Hinsehen jmds. Aufmerksamkeit erregen Barm; of de Bällere kl. mit zahnlosem Munde kauen Koch-Bertrich (-ę-); mat de Fangern kl. mit den Fingern schnalzen Bitb-Betting; der Hond klappert fletscht die Zähne Ahrw-OWinter, Mörs-Alpen; der Has klappert mit den Ohren Rhfrk. RA.: Kl. höart tum Haundwerk man muss Reklame machen Mülh-Ruhr, Allg. Dem klappert dat Maul wie ner Geiss, wenn se frisst Goar-Braunshorn. Marie, M., Marotz, wat klappert dir de Botz (Hose)! Rip. Et klappert an (in) der Gass die Frau hat ein Kind zu erwarten Trier-Zemmer. Er stroft die Leire (Leute), das et klappert Simm. En es so dir (mager), dat en klappert Trier, Saar, Lennep-Dahlhsn, Klev, — e kl. wie e Wan (Wagen) Merz-Bergen, — e mot de Ben zesammeklappert Monsch-Rollesbr. Kadderinche, Philipinche, gehschte met mer en's Gras? Dort peife die Velcher (Vögelchen), dort kläppert der Has Wend-Remmesw. — Im bes. a. meist -a- rasch hintereinander mit der Peitsche knallen; hart kl. Nahe, Hunsr, Koch-Lahr Lütz, Kobl-Vallendar, Neuw-OKasb; doch -ę- Birkf-Hettenr Idar Leisel NBromb Wilzenbg, Wend-Ausw, Bernk-Allenb. RA.: Et is Fohrmann so alt, er klappert noch amol gere Alter schützt vor Torheit nicht Simm. Wer die Geischdel hat, der klappert wer die Macht hat, gebraucht sie Birkf, Kreuzn. — b. mit der Klapper 1 b, der Kartagskl., klappern (-a- u. -ę- wie bei Klapper) Allg.; dabei rufen die Klapperjungen die verschiedenen Gelegenheiten u. Zeiten aus, bes. in den kath. Geb. des Rhfrk u. Mosfrk, weniger in der Erzdiözese Köln: Kläpper, kl., Hohnekrach, iwermor es Usterdag! (zu Karfreitag) Bernk-Wehlen, Mos verbr.; klapper, kl., Meddig, wer hongerig es, de geiht nom Schaf (Schrank)! (zur Zeit des Mittaggeläutes) Schleid-Dollend; klappere, kl., Mettag, we geiss hät, de lach, we net geiss hät, de krisch! Eusk-Wichterich, Rheinb-Meckenh; zwölf Uhr, zw. U., wer noch net gesse hät, es ze bedure! Köln-Rodenk; klappere, kl., ful Mäd (Magd), stand op! (zur Zeit des Morgengeläutes) Eusk-Esch; Morgensklock, M., we noch net op es, es eme Schlofskopp! Köln-Rodenk; Mittag, M., krach, mor is der Dag, krit jeder sei Sach; M., M., Huhnekrach, mor is häliger Osterdag! (zu Karsamstag) Merz-Nunk; M., et Hohn hät gelag, et leit noch kei Ei em Schaf (Schrank)! Ahrw-Westum, Aden; et es M., et es M., schneid Zopp en siewen Kemp (Trog) voll fir än Mann! Merz-Hilbring; et laut (läutet) M., bakt Pangkich! Saarbg-Soest; Ovendsklock, O., we kei Ei git, es ene Plackkopp! Köln-Rodenk; zom iərschtemol, weər net komme well, de blif do! (zur Messe) Schleid-Wollenbg; se Hauf, se H., wer zwei Bän hat, der lauf; wer änt hat, der heps; wer känt hat, der retsch, se Hauf, se H., Eier eraus, Speck eraus, sonscht kemmt der Wolf en aner Haus! Saarbr-Leb (u. so mit Var. in der Diözese Trier allg.); et lett ze Haf, we net gohn kan, de lof! Bitb-Mettend; ze H., ze H., en de Krützgang! Prüm-Stadtkyll; zom irschtemol, zom i. (u. ebenso zom zweitemol), Vinle blau, zo Hof, zo H., zo H., klapper, kl. Rusekranz, zo H., zo H., zo H.! Dür-Poll; kl., kl., klen, wer net komme well, de blif dohem! Dür-Girbelsd; et erscht on't letzt mol vor en't hälig Amt! Saarl-Rodenk; zom iərztemol, zom zweitemol, zosamme, z., we mer kei Ei git, moss sich schamme! Köln-Rodenk, om acht Uhr geht de Andacht an, morge frih wolle mer de Eier han! (Karfreitag) Ottw-Landsw; klappere, kl., op hem an! wenn der Zug der Klappernden die Runde gemacht hat Eusk-Wichterich; die Löck, die L., stoht op, heft dat hellig Krütz op! (am Ostermorgen) Ahrw-Ramersb; raus, r., zum hälligen Grof! Saarbg-Soest; zu Ostern sammeln die Klapperjungen Eier ein, singend: Eier eraus, oder mer schecken ich (euch) de Wolf (Wiesel) an (in) et Haus! Bitb, Malzkochen raus oder Klapper an't Haus! Trier-Schweich; Mohn, siwen Eier oder en Hohn! Bitb-Bickend; he kunn de Jonge, die geklappert han; die hädden och geərn en Osterei; ei of zwei, ei of drei un ene düchtege Weck dobei! Köln-KlKönigsd; bis etwa 1880 wurden auch Eier für den Küster gekläppert May-Hatzenport. — c. et kläppert die Glocke schlägt einseitig an zur Wandlung Mörs-Xanten, Klev-Üdemerbr. — d. mit der Kläpper klappern, vom Nachtwächter Klev, Rees; Kläpperkes make an der Schelle ziehen zum Unfug, von Kindern Klev. — e. -ę- mit zwei zwischen den Fingern geklemmten flachen Knochen oder Steinen ein klapperndes Geräusch machen Kref. — f. mit dem Scheidhämmerchen den gerösteten Eisenstein beklopfen, so dass die etwa noch in ihm vorhandenen Verunreinigungen ausgeschieden werden Altk, Siegld. — g. -Eə- beim Bügelsp. mit dem Schläger den Ring berühren, was nicht gilt MGladb. — h. stets -ę-, –e- Eier kl., zu Schnee schlagen, in die Suppe schl. Rhfrk, Kobl, Koch; das Blut des geschlachteten Schweines schlagend rühren, dass es nicht klümpert Kreuzn, Goar, Kobl, Koch; -a- Trier-Beuren. — 2. übertr. a. -a-, –ę- schwatzen, ausplaudern Simm-Laufersw, Saar, WMosfrk (Mos bis Koch), Malm, Schleid, Eusk, Rheinb, Köln, Bergh, Dür, Aach-Eschw, Neuw, Sieg; die Elster klappert rätscht Malm-Losh. — b. -ę- fortlaufen, aus Furcht Saarbr, Merz, Saarbg; hörbar, laut kommen, hin- u. herlaufen Daun, Rees, Mörs; de ganzen Dag de Dör herinkl. Mörs. — Abl.: die Klapper(er)ei, dat Geklapper(sch), der Klapperer [Kartagsklapper Kobl-Ld (-ę-), Kemp-Ödt (-ę-)], die Klappersche (Schwätzerin).
6091 Zeichen · 114 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    klappernswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    klappern swv. BMZ klappern. dâ clapperde daʒ gesteine Roth. 4551. daʒ leber und lunge klappernt von sînes rosses sprunge…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klappern

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Klappern , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und das Iterativum und Intensivum von klappen ist, e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    klappern

    Goethe-Wörterbuch

    klappern auch subst Inf 1 hart klingende, kurze Geräusche wiederholt hintereinander von sich geben od verursachen; auch …

  4. modern
    Dialekt
    klappernschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    klappern , kläppern schw. : 1. 'klapperndes Geräusch hervorbringen', klappere (glabərə) [verbr. WPf (ohne O-PS) u. NPf m…

  5. Sprichwörter
    Klappern

    Wander (Sprichwörter)

    Klappern 1. Am Klappern kann man nicht erkennen (merken), wie die Mühle mahlt. Frz. : Vous ne oriez (n'entendriez pas) p…

  6. Spezial
    klappern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    klap|pern vb.intr. tlaperné (-nëia), rebate (rebat, rebatü), slangherné (-nëia). ▬ taktmäßiges Klappern (besonders beim …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klappern

15 Bildungen · 7 Erstglied · 6 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von klappern 2 Komponenten

klapp+ern

klappern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

klappern‑ als Erstglied (7 von 7)

klappernarr

DWB

klapper·narr

klappernarr , m. nugator, garrulus Frisch 1, 519 b aus Keisersbergs narrenschiff 24 a . s. klappern 2.

Klappernoors

MeckWB

Klappernoors m. Schelte für Knaben, der mit Türen klappert oder sie nicht schließt Pa Ganzl .

Kláppernúß

Adelung

klapper·nuss

Die Kláppernúß , plur. die -nüsse, in einigen Gegenden, ein Nahme der Pimpernüsse, weil sie klappern wenn sie geschüttelt werden; Staphylea …

klappernusz

DWB

klappernusz , f. die pimpernusz, staphylea pinnata, weil sie geschüttelt klappert, nd. kläternöte pl. Adelung ; siebenbürgisch klpernss Ha…

klappern als Zweitglied (6 von 6)

abklappern

RDWB1

abklappern umg. ein Geschäft nach dem anderen ~ - пробежаться по всем магазинам, прочесать все магазины разг. der Film klappert klassische S…

maulklappern

DWB

maul·klappern

maulklappern , n. klappern mit dem maul, schwätzen, prahlen ( vgl. klappern 2, th. 5, 973 fg. ): eben so ( närrisch ) thut dieser geist auch…

Tähnenklappern

MeckWBN

Wossidia Tähnenklappern n. Zähneklappern Müll. Reut. 136 a .

verklappern

DWB

verk·lappern

verklappern , verb. durch klappern wegscheuchen, beschädigen. in dieser bedeutung bei Heinsius 4, 2, 1308 a aufgeführt, sonst nicht belegt. …

Ableitungen von klappern (2 von 2)

erklappern

DWB

erklappern , was erklappen 1: doch mich weckt das donnergetöse der spritzenden räder, und des raschen gespanns dumpfig erklappernder huf Sal…

verklappern

DWB

verklappern , verb. durch klappern wegscheuchen, beschädigen. in dieser bedeutung bei Heinsius 4, 2, 1308 a aufgeführt, sonst nicht belegt. …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „klappern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klappern/rhwb?formid=K06563
MLA
Cotta, Marcel. „klappern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klappern/rhwb?formid=K06563. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „klappern". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klappern/rhwb?formid=K06563.
BibTeX
@misc{lautwandel_klappern_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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