lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Hirse

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
20 in 19 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
69
Verweise raus
42

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Hirse

Bd. 9, Sp. 373
Hirse (Panicum L.), Gattung der Gramineen, Gräser mit in Ähren, Trauben oder Rispen gestellten, ein- bis zweiblütigen Ährchen (die erste Hüllspelze meist kleiner als die gleichgroßen zweite und dritte), verhärten den, wehrlosen oder mit Spitzchen versehenen Deckspelzen und Vorspelzen. Die Körner sind durch die verhärteten Deckspelzen beschalt und glänzend. Gegen 300 Arten in allen wärmern, wenige in gemäßigten Ländern. Die gemeine H. (Rispenhirse, P. miliaceum L., s. Tafel »Getreide III«, Fig. 3), mit 60–90 cm hohem Halm, breit-lanzettlichen, am Rand und auf der Unterfläche behaarten Blättern, lockerer, überhängender Rispe und eiförmigen Ährchen, wird in mehreren Varietäten mit weiß, gelb, rotgrau und schwarz beschalten Körnern kultiviert. Sie verlangt ein kräftiges Land der Sandkonstitution und durchlassenden Untergrund. Die Kultur ist umständlich und eignet sich mehr für Kleinbesitzer; man sät Ende Mai, jätet nach dem Erscheinen des zweiten Blattes, behackt vor dem Schossen abermals und entfernt überflüssige Pflanzen. Zur Ernte schneidet man die Rispen, sobald sich in den Spitzen derselben reife Körner zeigen, und bringt sie zur Nachreife unter Dach. Das grüne Stroh wird zur Fütterung gelegentlich eingebracht, es ist besser als Gerstenstroh. Über Saat- und Erntemenge s. Getreidebau, S. 761. Die Vegetationszeit dauert 13–16 Wochen, die Keimfähigkeit zwei Jahre. Die H. stammt wahrscheinlich aus Ostindien und hat weite Verbreitung gefunden. Sie wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit kultiviert, war Griechen und Römern seit Julius Cäsar bekannt, und Strabon gibt an, daß sie in Gallien vortrefflich gedeihe und die stärkste Schutzwehr gegen Hungersnot sei. auch die slawischen Völker lieben die H. sehr. Jetzt wird H. besonders in Südrußland und Rumänien, auch in Schlesien, Mähren, Polen, Böhmen, Ungarn, Innerösterreich, Frankreich gebaut, und in Kärnten bildet sie die tägliche Speise des gemeinen Mannes. Sehr stark wird sie in Ostindien, China und Japan gebaut. Die H. enthält geschält 11,79 Wasser, 10,51 Stickstoffsubstanz, 4,26 Fett, 0,57 Zucker, 1,16 Dextrin und Gummi, 66,43 Stärke, 2,48 Rohfaser, 2,8 Asche. Sie ist sehr nahrhaft, jedoch etwas schwerverdaulich, und wird besonders zu Grütze und Graupen verarbeitet; auch soll sie, mit gleich viel Weizenmehl vermengt, gutes Brot geben. Sie wird viel zur Verproviantierung der Schiffe benutzt. Früher gebrauchte man H. in der Medizin als schleimiges Mittel bei Durchfällen und äußerlich zu Umschlägen. Als Mastfutter für Geflügel wird H. in Wasser oder Milch gekocht und ist dann sehr wertvoll. Hirsespreu liefert gute Kissen für Kranke zum Schutz vor dem Aufliegen. Vgl. auch Futter und Fütterung. Die Bluthirse (Blutfennich, rotes Fingergras, Schwaden, Himmelstau, P. [Digitaria] sanguinale L., s. Tafel »Getreide III«, Fig. 4), mit violetten, einfachen, einseitswendigen Trauben (Scheinähren), diese gefingert, selten zerstreut, wächst auf Gartenland als Unkraut, wird in Böhmen, Kärnten, Slawonien auf Sandboden gebaut, um die Früchte zu Grütze und Suppen zu benutzen. In den Vereinigten Staaten baut man die Bluthirse als Futterpflanze (crab grass). Sie kommt in Indien wild und angebaut vor und ist wahrscheinlich von dort nach Europa gelangt. Auf für H. geeignetem Boden steht sie der Rispenhirse im Ertrag weit nach. P. crus galli L., Ährchen in drei- bis vierzeiligen Trauben, diese wieder traubig oder rispig gestellt, zweite und dritte Spelze mehr oder weniger begrannt, kosmopolitisch, wird auch als Futtergras, eine Varietät (P. frumentaceum Roxb.) in Ostindien der Körner halber gebaut. P. plicatum Lam. (s. Tafel »Gräser V«, Fig. 13), mit sehr ansehnlichen, zwischen den Rippen gefältelten Blättern, die Ährchen in Scheinähren und diese in Rispen gestellt, die Zweiglein über die Ährchen verlängert, stammt aus den Tropen der Alten Welt und wird in Warmhäusern als Ziergras kultiviert. P. altissimum Jacq. (P. jumentorum Pers., Guineagras, Moha), 2–3 m hoch, mit lockerer, aufrechter Rispe und lanzettlichen Ährchen, im tropischen Afrika heimisch, wird in tropischen Ländern, besonders Amerikas, auch in Frankreich wegen des reichen Ertrags als Futtergras kultiviert. – Kolbenhirse (P. italicum L.), s. Setaria. Mohrhirse, s. Sorghum. Negerhirse, s. Pennisetum.
4290 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    HIRSEstswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    HIRSE stswm. hirse. ahd. hirsi Graff 4,1039. Gr. 2,266. gesch. d. d. spr. 330. milium sumerl. 34,39. gl. Mone 6,438. 7,6…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hirse

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Hirse , plur. inus. eine Hülsenfrucht, welche der kleine rundliche glänzende Same einer Art des Schwadengrases ist, …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hirse

    Goethe-Wörterbuch

    Hirse einmal pl ‘H-en’ a die Getreidepflanze, iZshg mit der Gewinnung von Getreidewein 53,419,4 Nachtr Plp uö(ebd) b für…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hirse

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Hirse (Panicum) , Getreideart mit 2 Hauptarten: die Rispen -H. (P. miliaceum) u. die Kolben -H. (P. italicum) . Die H. w…

  5. modern
    Dialekt
    Hirsem., f.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Hirse m., f. : 1. 'die Getreideart Panicum mil.', Heʳsche (häʳšə) [(1925) mancherorts bes. VPf, PfId. 65 Wilde 105], Hiʳ…

  6. Sprichwörter
    Hirse

    Wander (Sprichwörter)

    Hirse 1. Wie der Hirse den Buchweizen hasst, so hasst der Buchweizen den Hirse. 2. Wer Hirse säet, erntet Hirse. 3. Den …

  7. Spezial
    Hirse

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hir|se (Panicum miliaceum) f. (-,-n) ‹bot› mëi m.

Verweisungsnetz

78 Knoten, 77 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 7 Hub 1 Wurzel 2 Kompositum 56 Sackgasse 12

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hirse

105 Bildungen · 89 Erstglied · 15 Zweitglied · 1 Ableitungen

hirse‑ als Erstglied (30 von 89)

Hirseboz

SHW

Hirse-boz Band 3, Spalte 611-612

Hirsebrei

SHW

Hirse-brei Band 3, Spalte 611-612

Hirsebusch

SHW

Hirse-busch Band 3, Spalte 611-612

Hirsefeld

SHW

Hirse-feld Band 3, Spalte 611-612

Hirsegras

SHW

Hirse-gras Band 3, Spalte 611-612

Hirsekern

SHW

Hirse-kern Band 3, Spalte 611-612

Hirsekorn

SHW

Hirse-korn Band 3, Spalte 611-612

Hirsesalz

SHW

Hirse-salz Band 3, Spalte 611-612

Hirsespreu

SHW

Hirse-spreu Band 3, Spalte 611-612

Hirsewasem

SHW

Hirse-wasem Band 3, Spalte 611-612

Hirsebau

Campe

hirse·bau

Der Hirsebau , des — es , o. Mz . der Anbau der Hirse.

hirsebrei

DWB

hirse·brei

hirsebrei , m. brei aus hirse bereitet: hirszbrei, milium, est quoddam genus leguminis. voc. inc. theut. k 2 a ; ein hirsenbrei, miliarium. …

Hirsebrey

Adelung

hirse·brey

Der Hirsebrey , des -es, plur. inus. ein aus ausgeschlagenen und gereinigten Hirsekörnern gekochter Brey; Hirsenbrey, in Niedersachsen Hirse…

hirsebrîn

MWB

hirsebrîn M. ‘Hirsebrei’ hirsbrîn ist ir spîs EnikWchr 27525 MWB 2 1595,60; Bearbeiter: Tao

hirsebrī

KöblerMhd

hirse·brī

hirsebrī , M. nhd. Hirserbrei Q.: Enik (um 1272) E.: s. hirse (1), brīe W.: nhd. DW- L.: MWB 2, 1595 (hirsebrî)

hirsedorn

DWB

hirse·dorn

hirsedorn , hirsendorn , m. rhamnus catharticus, auch hirschdorn, s. d.

hirsefieber

DWB

hirse·fieber

hirsefieber , n. febris miliaris, mit kleinen blasen auf der haut vom aussehen eines hirsekorns. Frisch 1, 456 a .

hirsefink

DWB

hirse·fink

hirsefink , m. miliaria avis, die ammer und ihr geschlecht. das.; hirszfink, ossifragus Maaler 226 a . vgl. hirsevogel.

hirsegrûʒ

Lexer

hirse·gruz

hirse-grûʒ stmf. hirsekorn Berth. 419,1. hirsen grûʒ Helbl. 1,380. ebenso

hirsegrütze

MWB

hirse·grütze

hirsegrütze stNF. ‘Hirsegrütze’ nim frische mandelkern [...] vnd hirse gruͤtzze vnd gesotene eyer [...] BvgSp 47 MWB 2 1595,62; Bearbeiter: …

hirsegrūz

KöblerMhd

hirsegrūz , st. M., st. F. nhd. Hirsekorn Q.: Berth, Helbl, SalArz (Anfang 13. Jh.) E.: s. hirse (1), grūz W.: nhd. DW- L.: Lexer 90b (hirse…

hirse als Zweitglied (15 von 15)

futterhirse

DWB

futter·hirse

futterhirse , m. und f. eine lange, dicke rohrartige halme treibende und dadurch ein gutes futter abgebende hirsenart, holcus sorghum. auch …

Kirmeshirse

Wander

kirmes·hirse

Kirmeshirse Den Kirmeshirse auftragen. »Die Dorfleute tragen allzeit jhren Kirmesshirse auff vnd sagen, der Wirt habe einen Ring hinein geth…

Maihirse

Wander

mai·hirse

Maihirse Maihirse – Kei(n)hirse. – Orakel, 485.

meerhirse

DWB

meer·hirse

meerhirse , m. lithospermum ( vergl. meergries): phalaris, dyospyron, wild meerhirsen. Alb. tt 2 a ; meerhirsen oder steinsamen. Bock kräute…

merhirse

Lexer

mer·hirse

mer-hirse m. BMZ granum solis Voc. o., milium solis Dfg. 361 a , vgl. merbinʒ, sumer-, sunnehirse, sunnenkorn.

steinhirse

DWB

stein·hirse

-hirse , f. name der pflanze lithospermum officinale Holl wb. d. dtsch. pfl. 362 . steinhirsz Sebiz feldb. (1579) 58 ; Wirsung artzneyb. reg…

sunnehirse

Lexer

sunne·hirse

sunne-hirse m. granum solis Dief. n. gl. 197 a . vgl. sumerhirse, sunnenkorn, -krût.

sunnenhirse

KöblerMhd

sunnen·hirse

sunnenhirse , sw. M. nhd. „Sonnenhirse“, echter Steinsame ÜG.: lat. grana solis Gl, milium solis Gl Hw.: s. sunnenhirs, sunnehirse Q.: Gl (1…

waldhirse

DWB

wald·hirse

waldhirse , f. ( früher auch m. ) name mehrerer mit der hirse verglichenen grasarten. Campe. 1 1, 1@a a) der wiesenkuhweizen, melampyrum pra…

Ableitungen von hirse (1 von 1)

gehirse

DWB

gehirse , n. als coll. zu hirs, d. i. hirsch, bei Melissus das gehirse ps. S 3 a .