gewächs,
n. unter den verwendungen des wortes stehen sich in erster linie gegenüber ein verbalsubstantiv zu wachsen (
s. d.)
und ein sammelwort, das alles was wächst, in sich vereinigt. an das letztere schlieszt sich hauptsächlich die bedeutungsentwicklung an, die im wesentlichen auf dem wege der bedeutungsverengerung erfolgt. das wachsthum als eine von innen nach auszen drängende entwicklung war eine vorstellungsform, in der man früher auch die anorganische welt erfaszte, später wurde sie auf die organische eingeschränkt, hier wurden mensch und thier mit bestimmten isolierten bedeutungen ausgeschieden. aus dem noch übrig bleibenden gebiete der vegetation zog sich das wort allmählich mehr und mehr auf die eigentliche pflanzenwelt im gegensatz zu baum, strauch, kraut
u. a. zurück. ein charakteristischer zug für das sammelwort ist, dasz es wie pflanze (
s. d.)
die totalität der äuszeren erscheinung zum ausdruck bringt. wo es aber auf einzelne züge derselben eingeschränkt wird, stellt es das blätterwerk dar im gegensatz zu blüthe, frucht, zweig.
wie bei allen sammelworten spielt auch in die bedeutungsentwicklung von gewächs
der übergang zu individualisierenden functionen herein, der unserem an und für sich den singular bevorzugenden worte auch pluralbildungen zuführt. für die mannigfachen bedeutungen, die sich somit in gewächs
vereinigen, hatte schon die ältere sprache bildungen zur seite, die aus demselben stamme geformt sind. Ulfilas
hat für die verwendungen, die an das verbalsubstantiv anknüpfen, die formen vahstus (
m.), usvahsts (
f.).
das letztere ist reines nomen actionis: usvahst leikis taujiþ du timreinai seinai in frijaþvai (
augmentum corporis facit, τὴν αὔξησιν τοῦ σώματος ποιεῖται, machet, das der leib wechset zu sein selbs besserung, und das alles in der liebe. Luther
Ephes. 4, 16; er thut merung seinz leibez in der pawung, in der lieb.
Codex Tepl. ebenso Eggestein
und Koburger);
in vahstus
für wachstum des leibes,
pubertas, reiferes lebensalter
macht sich mehr das ergebnis der thätigkeit geltend: vahseiþ du vahstau guþ
s. Ulfilas
Coloss. 2, 19 (
crescit in augmentum dei, αὔει τὴν αὔξησιν τοῦ θεοῦ, und wechst im herren in der merung gotz.
codex Tepl., ebenso Eggestein; zu der merung gots Koburger
und bibel von 1487; wechst zur göttlichen grösze. Luther); jah Jesus þaih frodein jah vahstau jah anstai at guþa jah mannam Ulfilas
Lucas 2, 52 (
σοφία καὶ ἡελικία,
sapientia et aetate; Jesus, der nam zu an der weizheit, und an dem alter, und an der gnaden bei got, und bei den leuten.
codex Tepl., ebenso Eggestein
und Koburger,
ähnlich Luther).
die althochdeutsche periode hat giwahst, giwahsti
in den bedeutungen von statura, pubertas vgl. Graff 1, 688;
für die collectivbedeutungen tritt die form wahsamo,
fructus ein Graff 1, 689;
erst Notker
zeigt gewahst
auch im sinne von fructus: maht tû gevehet werden. nâh tîen blûomôn? alde solt tû ebenbirîg werden. dîen sumerlichên gewahstên?
an vernis floribus ipse distingueris? aut tua in aestivos fructus intumescit ubertas? Notker (
Boethius) 3, 72
a Hattemer. auch für die mittelhochdeutsche zeit ist der verwendungskreis von gewahst, gewähste
fast ganz auf das nomen actionis beschränkt, vgl. mhd. wb. 3, 463
b. Lexer 1, 972;
das gleiche gilt für gewehsede Lexer 1, 981.
collectivbedeutung knüpft an diese formen nur vereinzelt und erst später an, vgl. recrementum unchrut, awahst
glossen zu Prudentius Steinmeyer-Sievers 2, 456; und also haben wir ainem jeglichen kircheren iemer ewiklichen mit friem guotem willen dar an ze hilff geordnet und frilichen ergeben zehen schOeffel guotes winterkorns .. allweg dez besten korns und der besten gewAescht, so denn iendert beral dar in und darzuo gehOert oder gehOeren sol. mon. Zoller. 1, 255 (1384).
dagegen ist das collective moment in seiner beziehung auf concrete vorstellungen von anfang an mit dem substantiv wahs
verknüpft, das am frühesten in compositis belegt ist (
vgl. mhd. wb. 3, 463
b): beinwachs,
s. theil 1, 1388; weltewahso,
copadium (Heinrici
summarium) Steinmeyer-Sievers 3, 226 (weltowahso,
nervum. sumerlaten 63, 22); wisewahs
Kulmer recht 5, 27; wînwahs
Wigalois 4538; weinwachs, holzwachs
bei Schmeller 2
2, 838.
hieran ist auch unser neutrum als collectivbildung mit dem präfix ge
zu knüpfen, die zum ersten mal zu anfang des 14.
jahrh. belegt ist: [] die reine frouwe lobesam bi sich in iren busen nam alles ir gewasses gar cleine risten flasses; ir was doch manige an der zal.
Elisabeth 3009
Rieger; seit wir nû hOeren aus aller maister kunst behendt, das iecz geschefft in seinem wesen got erkent, dez het sich maniger herter stain enczwai entrent, dô er enphant sein schöffers nôt und sterben. vil frucht auf erd und di doch unentphintlich ist, noch êrt si got durch hübsch gepld, und kennet krist, ein iecz gewachs nâch seiner zeit als im di frist ist aufgesaczt von sein frucht zuo erwerben. Oswald von Wolkenstein CXV, 2, 7
Weber. gewechs der zeit.
Grazer brevier des 15.
jahrh. Lexer
nachtrag 208.
dazu vgl. von ungewehse (
miszwachs) hunger dulden.
Münchner handschrift (1111) 90
b Schmeller 2
2, 839.
die ältesten belege weisen sämmtlich den collectivgebrauch auf; die functionen eines nomen actionis hat gewächs
von dem älteren gewähst
übernommen, das es verdrängte. von verwandten sprachen zeigt das holländische die in der bildung völlig entsprechende form gewas,
vgl. das mitteldeutsche gewass,
mittelniederd. gewas Schiller-Lübben 2, 99
a;
die neuere dänische sprache hat anscheinend als lehnwort gewächs
eingeführt: gevaext,
plante Kalkar
ordbog 2, 35
b. II. gewächs
in den bedeutungen, die auf ein nomen actionis zurückgehen; anknüpfung an das ältere gewahst. I@11)
das nomen actionis kommt selten rein zum ausdruck, meist tritt der begriff der thätigkeit hinter dem objecte zurück, an dem sich jene äuszert. einzelne verwendungen lassen jedoch den ursprünglichen begriff noch deutlich erkennen. I@1@aa)
für den knaben, der mannbar wird, belegt Schmeller 2
2, 839
die redensart: der bue hat's gwachs.
das substantiv, das hier den verbalbegriff rein zum ausdruck bringt (das wachsen)
berührt sich mit gewahsti
pubertatis in den glossen zum konz. Karth. Steinmeyer-Sievers 2, 118.
vgl. dazu der wuohs unter jâron: der ie âne zît was (
Jesus), unter tagen gemêrter sîn gewahst, duo wuohs daz chint edeli. Ezzos
gesang 13, 4 (
denkmäler 1
3, 35); nu sculn wir ave beginnen sagen fon dem kinde den zoh man zarte: do bezzert er sich harte. fon iare ze iare begund iz sich meren an der gewahste unde an der guote. Adelbreht
Johannes Baptista 145 (Kraus
deutsche gedichte 20).
ebenso deutlich und in allgemeinster fassung zeigt sich der verbalbegriff im gebrauche von gewächs
bei Böhme: die krafft des lichts dringet durch, und temperiret sich mit der krafft der erden, und nimpt dem tode seinen stachel, und dem zorn seine gifftige gewalt, und dringet inmitten des leibes in dem gewächse, als ein hertz mit auff. J. Böhme
Aurora (
Amsterdam 1676)
s. 498; also ist das warhafftige gewächs in der natur, es sei gleich in einem menschen, thiere, holtze, kraut oder steine.
hierher gehört auch adultus, pestander an dem alter und gewachs.
vocab. incip. teut. Diefenbach 15
a. I@1@bb)
mit beziehung auf baum und gesträuch ist eine ähnliche verwendung des nomens actionis beliebt, die in einzelnen belegen zugleich den übergang zur übertragung des wortes auf das entstandene object darlegt: I@1@b@aα) damit das holz zu dem gewechs seinen raum und luft haben mög.
Bair. landrecht von 1616,
s. 744, Schmeller 2
2, 839; ... alsz wirdt inen ... auferlegt ... selb verwaxne gemein .. weeg und steig zu erweitern .. auf dasz alszdann dasz gehilz sein gewöx volbringen ... mag.
waldordnung zu Strassfried 1692,
öster. weist. 6, 441, 25; zum neunten soll den holzarbeitern allenthalben hiemit bei verlurst obgesezter straf aufgeladen sein das sie das aistach in den schlögen so vil imer müglich zu haufen werfen, auf das es nit also zerstreiter in der weit (das junge wachsende holz am gewächsz zu verhindern) ligint bleiben.
Bambergische waldordnung von 1506,
österr. weist. 6, 417, 32; die jungen und gewachsigen stämblein aber ... auszschnaiten und auszbuzen, auf daz sie zum gwachs desto geraumber und bequember sein.
waldordnung von Arnoldstein und Gailitz (1644),
österr. weisth. 6, 448; sibentens solten diejenige so die jungen feihtpämblein beschnaiten wodurch sie zum gewähs verhindert werden tax jeden stämbl schuldig zu erlegen sein fl. 9 kr.
dorfordnung der probstei St. Martin 1730,
österr. weist. 374, 21; dann sie (
die völker) waren viel zu matt
[] und schwach, sie sahen wol dasz es ein wilder, bOeser baum war, aber sie waren zu matt und schwach, und konten ihm sein gewächse nicht wehren. J. Böhme
Aurora (
Amsterdam 1676)
s. 29. I@1@b@bβ) erstlichen sollen die 2 forster denen undertonen wie ingleichen denen forsthelden jeden alle 2 jahr, wan sie esz von nöten haben, aine pucchen zue span auszzeigen oder jährlichen 2 und 2 aine puechen paszirt sein, doch nit ausz gerechtigkeit sondern ausz guetwilligkeit desz gnedigen herrn ... und zwar ain solche puechen an der kein gewäx. ...
banntaidingsartikel der herrschaft Festenberg 1675,
österr. weist. 6, 98, 4; ob sich aber eines unter ihnen (
dem mancherlei kraut und blumen) zu hoch erhübe mit seinem gewächse, und verdorrete, weil es nicht safft genug hat, was kann ihm die erde thun? J. Böhme
Aurora (
Amsterdam 1676)
s. 207. I@1@cc)
dasselbe bei pflanzen und beim getreide. I@1@c@aα) auch melden sie, das ain ieder auf ainem hof nit mehr haben soll dann sechs hennen und ain hanen, und wan das korn kimbt zu seinen gwäx, so soll ain ieder die hennen haben dem andern ohne schaden.
öffnung vom Öetzthal 1684,
Tiroler weistümer 2, 387; in Teutschland musz man dise kräuter in gärten ziehen, sie auch wol mit lauwem wasser täglich besprentzen, bisz sie ins gewächsz kommen. Tabernaemontanus
kräuterbuch (1588) 257; da wöllen ettlich Proserpina sei der mon, der von unden auff sich ergäntzt, und die weil er verfnstert wrdt under der erden, do sie Pluto hab hingefüert. etwo nimpt mans an statt des getreids, dann so dz gwitter nit hilfft, sein gewächsz nit für gen mag. Johann Herold
heydenwelt dd 1
b (
Basel 1554); 't kummt in 't gewass. Berghaus 1, 655
a; good gewass (
guter stand der früchte).
ebenda. I@1@c@bβ) disz dritte, und von gewechs und sohmen das gröste under den daucis ist dem fenchel nicht ungleich. L. Thurneisser
beschreibung influentischer wirkungen aller erdgewächse (
Berlin 1578)
s. 62
a; sodann giebt roggen von sande, von einer trocknen ernte, so wie gedörreter und alter roggen weit mehr mehl als der leichte, hohle und dickhäutige von schlechterm gewächse. Möser
patriot. phant. 4, 145 (
Berlin 1847). I@1@dd)
vereinzelt wird diese bedeutung auch auf die thierwelt angewendet. on dit aussi: in diesem teiche stehen karpfen auf gewächs,
il y a de l'alevin dans cet etang. Schwan (1782) 740. I@1@ee)
übertragung: gleich wie die menschen vom anfang her hatten gelebet im gewächse der wilden natur, und nur nach irdischen dingen getrachtet. J. Böhme
Aurora (
Amsterdam 1676)
s. 36. I@22)
der begriff der thätigkeit tritt zurück hinter dem ergebnis, das sie erzielt. I@2@aa)
das wachsthum, der wuchs, die körpergrösze des menschen. I@2@a@aα)
übergang von gewächst
in gewächs. I@2@a@a@11))
statura uflengi (
Tegernseer handschr. 11.
jahrh.), gewahst, giwahst
vel uffilengi (
Tegernseer handschrift des 10./11.
jahrh., glossen zu Gregors homilien) Steinmeyer-Sievers 2, 267; dîn gewast ist glîch dero palmon, unte dîne spunne sint glîch den wîntrûbon. Williram 121, 1 (gewahsede
Leidner handschr. 11.
jahrh., gewasduom
Einsiedler handschr. 12.
jahrh.).; si begunden kosten ange sîn gewähste und wie er wære gevar. sîn vleisch was verswunden gar von vasten und von wahte. der lîp was in der ahte als er ein engel wære.
Servatius 1099 (
zs. f. d. a. 5, 110). I@2@a@a@22)) iþ hvas izvara maurnands mag ana aukan ana vahstu seinana aleina aina. Ulfilas
Matth. 6, 27; welih iuuar thenkenti mag zuogiouhhon zi sinero giwahsti eina elina?
quis autem vestrum cogitans potest adicere ad staturam suam cubitum unum. Tatian 38, 3; (
ad staturam ziwahsmen, kewahste, gewaste.
althochd. glossen zu dieser stelle. Steinmeyer-Sievers 1, 710
b); wan welcher eur mag gedencken zu zelegen zu seiner gewechsten ein eln.
codex Tepl. (wann welcher euwer mag gedencken zu zelegen zu seiner gewechst ein eln. Eggestein;
ebenso Koburger
und Augsburger bibel von 1487; wer ist unter euch, der seiner lenge eine elle zusetzen müge. Luther. Emser. Eck. Froschauer. Dietenberger); jah sokida gasaihvan Jesu, hvas vesi, jah ni mahta faura managein, unte vahstau leitils vas. Ulfilas
Lucas 19, 3; und er sucht ze gesechen Jhesum, wer er were, und er mocht nit vor der geselschaft, wan er waz luczel an der gewechste.
[] codex Tepl. (
ὅτι τῇ ἡλικία μικρὸς ἦν,
quia statura pusillus erat; er was lutzeler gewechst. Eggestein; klaines gewechsz. Koburger
ebenso Augsburger bibel von 1487; denn er war klein von person. Luther); die menig die ist michel und lenger gewechst denn ir. Eggestein
5 Mos. 1, 28 (
maxima multitudo est et nobis statura procerior; lengers gewechs. Koburger; das volck sei grösser und höher denn wir. Luther,
ebenso Züricher und Straszburger bibel; vil geräder an ir lenge. Eck; in der leng grösser und höher. Dietenberger); das volck, das wir schautten, ist langes gewechsz. Eggestein 4
Mos. 13, 33 (
ebenso Koburger;
populus quem aspeximus procerae staturae est; und alles volck, das wir darinnen sahen sind leute von grosser lenge. Luther;
ebenso Züricher, Straszburger bibel, Dietenberger
und Eck). I@2@a@bβ)
entsprechend der einbürgerung unseres wortes in der bibelübersetzung tritt es auch sonst in der bedeutung von wuchs, körpergrösse
auf. vgl. an dem alter und gewachs,
adultus. oben 1,
a; diese zwei persohnen sind von guten gewächsze.
Weimarer staatsarchiv (
Kalbsrieth 1745) Diefenbach-Wülcker 618.
gegen diesen gebrauch von gewächs
wendet sich Gottsched
betrachtungen über den gebrauch und miszbrauch vieler deutscher wörter (1758) 116; in ansehung des wachsthumes wird es (gewächs) in der vertraulichen sprechart und im scherze zuweilen von der grösze gebraucht, zu welcher ein ding gewachsen ist, von der taille, statur ... wo aber wuchs theils richtiger theils üblicher ist. Adelung 2, 641.
in diesem sinne trotz der festellungen Gottscheds
und Adelungs
wird gewächs
für den menschlichen wuchs
von Lessing, Wieland, Herder, Heinse, Göthe
und Tieck
gebraucht. ausgebreitete verwendung erfährt es in der sprache Winckelmanns,
der namentlich die übergänge von der vorstellung des wuchses zu dem durch den wuchs gekennzeichneten geschöpfe darbietet. aus der volkssprache der Wiener wird gewächs
in der erst erwähnten bedeutung auch noch von Loritzer
belegt. I@2@a@b@11))
der menschliche wuchs: I@2@a@b@1@aa))
in allgemeinster fassung: wodurch der rücken mehr einheit im gewächse wie bei weibern zeiget. Winckelmann
werke 4, 66 (
Dresden 1811); man findet auch, dasz das griechische frauenzimmer, die fehler des gewächses zu verbergen, den leib mit dünnen brettergen von lindenholz gepresset habe. 5, 16; eben so viel stufen verschiedener formen und gewächse sind hingegen in den figuren weiblicher schönheiten nicht, als deren gewächs nur allein nach ihrem alter verschieden ist. 4, 110.
zum plural s. u. I@2@a@b@1@bb))
mit bestimmungen, die auf den träger hinweisen. I@2@a@b@1@b@aα)) ihre (
der griechischen künstler) betrachtung war auch gerichtet auf das gewächs der verschnittenen. Winckelmann
werke 4, 65. I@2@a@b@1@b@bβ)) also musz man sich das gewächs der Helena, einer Spartanerinn, beim Theokrit vorstellen. Winckelmann
werke 1, 154. I@2@a@b@1@cc))
charakterisierende bestimmungen. I@2@a@b@1@c@aα)) über die menschheit erhaben ist sein gewächs (
vom vatikanischen Apollo). Winckelmann
werke 6, 260; ich kenne personen, in welcher die natur ihr werk auf das vollkommenste und schönste ausgeführet hat, so dasz ihr gewächs und ihre gestalt, nicht nur mit den schönsten menschen jener länder kann verglichen werden. 3, 57; die grosze statur der einwohner dieses landes (
Italien) musz einem jeden in die augen fallen, und das schöne gewächs und die stärke ihrer leiber siehet man am bequemsten an den halb entkleideten seeleuten. 3, 52; so stellen sie sich, wofern sie anders können, was blonderes vor als schnee im sonnenschein ... auch hand und fusz ums halbe nicht zu klein; im übrigen lang und gerad wie eine Oreade, von schönem gewächs, wie ein pfersich voller saft, doch, wie die heldin der lliade, (die wahrheit zu sagen) ein wenig ammenhaft. Wieland 4, 116 (
neuer Amadis 6, 15); dasz man nicht leichtlich ein frauenzimmer von angenehmerer gesichtsbildung und netterem gewächse antreffen könne. Tieck
insel Felsenburg 2, 168. I@2@a@b@1@c@bβ)) die kleinen augen der entlegenen nordlichen und ostlichen länder, sind in der unvollkommenheit ihres gewächses mit begriffen, welches kurz und klein ist. Winckelmann 4, 47; mademoiselle D. ist von gestalt und gewächs sehr leidlich, wenn sie auch nicht hat was man ein theatergesicht nennt. Zelter
an Göthe (1815),
briefwechsel 2, 204. I@2@a@b@1@c@gγ)) das leibchen (
der statue eines jungen Apollo) ist äuszerst
[] zart gehalten und doch regt und bildet sich alles. es ist eine wahre wollust, Venus und ihn zugleich von hinten zu sehen, das weibliche und üppig bübliche des gewächses; Venus ist ein schwall von hinten, etwas speckicht: Apollo lauter süszer kern. Heinse
Ardinghello V (
Kürschner 136, 126),
in der ausgabe von 1853
ist wuchs
eingesetzt; in zärtlichen gliedern und in einem fleischigern und rundlichern gewächse. Winckelmann
werke 4, 61. I@2@a@b@1@c@dδ)) wenn sie sie sehen sollten, sie würden sich selbst in sie verlieben, ein rundes volles gesicht, das aber gar nichts kindisches mehr hat; ein gewächse, wie ein rohr. Lessing (
der schatz) 1, 465.
vgl. Adelung
a. a. o. vergl. unten sp. 4714; noch habe ich bruchstücke von einem Merkur, wo zum ganzen nur die hände fehlen. das gewächs ist zart und schlank, der kopf voll schönheit und kraft, und stellt einen klugen sinnreichen jüngling dar. Heinse
Ardinghello V (
Kürschner 136, 126);
hier ist das wort auch in der ausgabe von 1853 (1, 311)
beibehalten; ihr (
der Diana) gewächs ist daher leichter und geschlanker als der Juno und auch der Pallas. Winckelmann
werke 4, 119; das gewächs der mediceischen Venus ist ungemein geschlank. 4, 175; ein schönes jugendliches gewächs der gottheit erweckete zärtlichkeit und liebe. 4, 72; das stolze gewächs ihres schlanken leibes schwillt unterm gewand so reizend hinab, dasz man dieses vor wuth gleich wegreiszen möchte, und die brüste drängen sich heisz und üppig hervor, wie aufgehende frühlingssonnen. Heinse
Ardinghello s. 205 (
sämmtliche schriften Leipzig 1857
bd. 1). I@2@a@b@22)) wuchs
in der nebenbedeutung von art, gattung. bei meiner treu! bei meiner sechse! die ist just so von meinem gewächse, eine nixe wie ich, — wohl gar eine hexe.
nymphe der Saale bei Göthe (
was wir bringen) 11, 340. I@2@a@b@33))
übergang von der bedeutung des wuchses
zu der vorstellung des dadurch gekennzeichneten geschöpfes. I@2@a@b@3@aa)) es ist schwer, ja fast unmöglich, ein gewächs zu finden, wie der vaticanische Apollo ist. Winckelmann
werke 4, 63; der jüngling Apollo darf ein übermenschlich-stolzes gewächs sein, aber kein kolossus; denn er ist nicht Jupiter, und die schlanke und schnelligkeit seiner glieder würde in einer thurmgestalt erliegen. Herder (
plastik 1778) 8, 78
Suphan. vgl. dazu: ein langes hageres gewächs,
of a tall, lank size. Fahrenkrüger 2, 326
a. I@2@a@b@3@bb))
überwiegend verbindet sich diese verwendung bei Winckelmann
mit dem pluralgebrauche (
s. u.). I@2@a@b@3@b@aα)) ein solcher himmel ... bildet unter menschen die schönsten und wohlgebildetsten geschöpfe und gewächse. Winckelmann
werke 1, 135; die im institut zu Bologna befindliche mumie kann darthun, was Pausanias von auszerordentlich groszen gewächsen unter ihnen bemerket hat, indem er saget, dasz er Celten gesehen, die so grosz als der Aegypter ihre todten gewesen. 3, 69; dieses verhältnisz des fuszes zu dem körper ... gründet sich auf die erfahrung in der natur, auch in geschlanken gewächsen. 4, 174. I@2@a@b@3@b@bβ)) die idealische schönheit aber findet nicht allein statt in dem frühlinge der jahre und in jugendlichen oder weiblichen gewächsen, sondern auch im männlichen alter, welches die alten künstler in den bildern ihrer gottheiten durch die jugend fröhlich macheten und verjungeten. 4, 93; wo die natur weniger in nebeln und in schweren dünsten eingehüllet ist, giebt sie dem körper zeitiger eine reifere form; sie erhebet sich in mächtigen, sonderlich weiblichen gewächsen, und in Griechenland wird sie ihre menschen auf das feinste vollendet haben. 4, 7;
anders zu beurtheilen ist die unter II
behandelte persönliche verwendung. I@2@bb)
das wachsthum, die körpergrösze in der thierwelt. die verwendungen beschränken sich auf das pferd: diesen pferden werden ... diejenige entgegensetzt, welche durch gantz Teutschland ... erzogen werden. und zwar vornemlich 1 in der gestalt und gewächse. .. Pinter
pferde-schatz s. 83
b (1688); unter die einfachsten mängel werden gezehlet, die an dem gewächs einen sichtbaren mangel haben. 94
b; mangel des gewächs, wo sich an dem gewächs solche mängel befinden, welche die abrichtung gar unsicher oder unmüglich machen, welches vier sonderliche haupt-mängel sein, so vor allen anderm bösen gewächs zu scheun und zu meiden. 92
a; ein pferd von einem schönen gewächse. Adelung 2, 641. I@2@cc)
pflanzenwelt. spanisch rohr von einem gewächse,
canna India enodis. Stieler 2400;
ebenso Frisch 2, 412
a;
on dit [] aussi au lieu de wuchs: ein spanisches rohr von einem gewächs, wuchs,
canne d' un jet, d' un seul jet, d' un beau jet Schwan (1782) 740.
vgl. dazu Lessing 1, 465. IIII. gewächs
als sammelwort. die ältesten belege weisen hier schon jene bedeutungsverengerung auf, die dem groszen theile der verwendungen des collectivums zu grunde liegt, gewächs
in beziehung auf die pflanzenwelt. weiter gefaszt erscheint der begriff im compositum ungewechse,
miszwachs (
sp. 4710).
die zahlreichen jüngeren belege für den medizinischen gebrauch des wortes, die sich den früh belegten bildungen beinwahs, waltwahs
zur seite stellen, geben die berechtigung, den ursprünglichen gemeinsamen begriff so weit zu fassen, wie die etymologie es nahe legt, gewächs,
alles was wächst. II@11)
allgemeinste fassung. die belege sind naturgemäsz spärlich; die verwendung erscheint auf einzelne verbindungen beschränkt. II@1@aa) kompt herzu jr heiden und höret, jr völcker merckt auff, die erde höre zu, und was drinnen ist, der weltkreis, sampt seinem gewechse. Luther
Jesaias 34, 1;
ebenso Eck
und Dietenberger (
audiatur terra et plenitudo ejus, orbis, et omne germen ejus; hör du erd und alles das daruff ist: du ummkreisz und alles daz daruf wachszt.
Züricher bibel von 1525; der umbring und all sein keim. Eggestein; der umbkreisz und alle sein blum. Koburger); viehe und ander gewächs. Aristoteles
probl. (1585) 138
a; alles gewechses ursprung, auff und zunemen, ist von werme und feuchtigkeit, die beide müssen sein, so etwas wachsen soll, aber ein jegliches gewechs mus seine mas haben. Coler
hauszbuch (
Wittenberg 1604) 3.
theil, s. 60. II@1@bb)
in übertragener bedeutung: der aber samen reichet dem seeman, der wird je auch das brot reichen zur speise, und wird vermehren ewren samen, und wachsen lassen, das gewechse ewer gerechtigkeit (
καὶ αὐξήσει τὰ γενήματα τῆς δικαιοσύνης ὑμῶν). Luther
2 Cor. 9, 16.
ebenso Züricher bibel von 1525 (und mert die wachsung der frucht euer gerechtikait.
Codex Tepl., ebenso Eggestein
und Koburger; zunemung und früchte. Eck
und Dietenberger); gleich wie der vatter seinen sohn, das ist, sein hertz oder licht ausz allen seinen kräfften gebäret, und dasselbe licht, welches der sohn ist, gebäret das leben in allen kräfften des vatters, dasz in demselben licht in des vatters kräfften auffgehet allerley gewächs, zierheit und freuden: also ist auch der engel reich beschaffen, alles nach dem gleichnis und wesen gottes. J. Böhme
Aurora (
Amsterdam 1676)
s. 129; nicht mustu mir disz gewächse des himmels dieser welt gar vergleichen, dann in dieser welt hats 2 qualitäten, eine böse und eine gute, und wächst viel durch krafft der bösen qualität, dasselbe wächst im himmel nicht. 114; und alle heil-engel mit sampt allen heiligen menschen werden über ihnen, und unter und neben ihnen (
den teufeln und gottlosen menschen), ewig triumphiren, und von grosser freude, wonne und lieblichkeit singen, von gottes heiligkeit, von ihrem königlichen regiment, von der holdseligen frucht des himmlischen gewächses. 194. II@22) gewächs
mit bezug auf die anorganische welt. J. Böhme
giebt der vorstellung ausdruck, dasz kupfer, silber, gold u. a. in der erde wachsen: die ander gestalt des himmels in der göttlichen pomp ist der Mercurius oder der schall, gleichwie in dem Salniter der erden ist der schall, davon wächst gold, silber, kupffer, eisen und desgleichen, davon man kann allerlei instrumenta machen zum schall oder zur freude.
Aurora s. 91; gewächse
mit bezug auf das erz bei Mathesius
leich-predigten 68
a; silbergewächs S. Münster
cosmogr. 1161; ertz-gewächse, berggewächse,
oars, minerals. teutsch-engl. lex. (1716) 767; ehedem belegte man auch die mineralien mit dem namen der gewächse oder erdgewächse (
in theil 3,
sp. 769
hierfür kein beleg), welchen ausdruck man aber nicht mehr von ihnen braucht, seitdem man überzeugt ist, dasz sie nicht sowohl durch eine innere entwicklung der theile, als vielmehr durch eine anhäufung von auszen entstehen. Krünitz (1775) 18, 47; gewächs (
bergwerk) die besondere form und gestalt, welche einige seltene stufen von der natur erhalten. Jacobsson
technologisches wörterbuch 2, 79.
vgl. auch gewachsener boden, gewachsener stein
unter gewachsen (
s. d.);
vgl.röschgewächse, weichgewächse. II@33) gewächs
als anatomischer begriff. es umfaszt zunächst alles, was am menschlichen oder thierischen körper wächst. das wort hatte hier jedoch von anfang an pathologische bedeutung, gewächs = auswuchs.
in der älteren medizin, so wie noch heute im volkstümlichen gebrauch, wird es für alle auszergewöhnlichen [] bildungen gebraucht, ohne unterschied ob es vereinzelte miszbildungen oder allgemein übliche erscheinungen betrifft, die auf bestimmte krankheitsformen zurückweisen. ebenso wird im volkstümlichen und ältern litterarischen gebrauche kein unterschied in bezug auf das bildungselement gemacht. die neuere medizin läszt das wort in der bedeutung von geschwulst
für den verkehr des arztes mit dem patienten noch heute zu. die ersten belege stammen aus Paracelsus
und Maaler. II@3@aa)
in bezug auf den menschlichen körper. II@3@a@aα)
allgemeine bezeichnung irgendwelcher miszbildung: da was ain knab hie, bei 18 jaren alt, ain Frantzos, der hett ain gewex da fornen underthalb des gelincken prüstlins, das geleichet ainem kind. es hett 2 schenckel und 2 fies und hett 2 arschbacken ... wer den knaben wolt sechen, der muoszt 2 pfening geben. W. Rem
chronik von Augsburg, d. städtechroniken 25, 56; fürs ander mit dem wunderbarlichen gewächse, so diesem monstro, in gestalt eines saurüssels, ausz dem halse gehangen hat, unser herr gott wollen anzeigen das viehische, sodomitische unnd abscheuliche leben. Andreas Angelus
widernatur und wunderbuch (1597)
s. 173; in diesem kopfe würde nimmermehr ein Faun erkannt werden ohne den ansatz zum gewächse kleiner hörner, die auf beiden seiten der stirn hervorzukeimen anfangen. Winckelmann 4, 78; der aufgeworfene schwülstige mund (
der mohren) ... ist ein überflüssiges gewächs und ein schwulst, welchen die hitze ihres climas verursachet. 4, 46. II@3@a@bβ)
ausdruck für den medizinischen begriff: II@3@a@b@11)) von apostemen, geschwären, offnen schäden und anderen gewächsen am leib. Paracelsus
wundarzn. (1618) 431; Th. Paracelsus: opus chyrurgicum, warhaffte und vollkomne wundartznei, darinn begriffen wie die wunden, offne schäden, gewächs, gebrechen, frantzosen, blatern, beulen, lähmi, allerlei zufäll und krankheiten ... mit natürlichern ordnung curirt werden sollen.
Straszburg 1564; hanenfusz gestossen ... vertreibet alle unnatürlich gewächs. Tabernaemontanus
kräuterbuch (
Basel 1731) 116
b; das kraut warm übergelegt zertheilt allerhand geschwulst, geschwür und gewächs. 972; excrescentia, ein auswachs, gewächs; man braucht dieses wort überall von allen widernatürlichen erhöhungen auf und über der haut, und innerlich in hohligkeiten des leibs, in adern, ganzen eingeweiden, und behältnissen, wo es aussehet, als ob etwas von der natürlichen oberfläche solcher theile herausgewachsen wäre, fest an derselben hangt, und von ihr gleichsam in einem fortlauft, als von warzen, gewächsen in der nase, und in adern, schwammgewächsen. Albrecht v. Haller
medicin. lexikon (
Ulm 1775) 409.
ähnlich Bernstein
chirurg. lexikon (
Gotha 1783) 1, 239; von den fleischgewächsen, sie entstehen an allen theilen des körpers, sind weicher und werden weiter als die warzen. Richter
chirurg. bibliothek (
Göttingen 1790) 10, 130. II@3@a@b@22))
agnatum ubergewächs Rihelius (1590) EEE cij.; gewächs,
etiam est ganglium sive gangilium, i. e. excrescentia, et eminentia quaedam, sive tumor, et tuber in corpore, alias etiam oedema. Stieler 2400; ein gewächs am leibe,
escrescenza, nascenza Castelli (1730) 1308
a; gewächs ... heisst in der wund-artznei alles dasjenige, welches an irgend einem theile des leibes auswächset, und nicht zur rechten und förmlichen bildung desselben gehöret. Chomel 4, 1033
a;
ebenso Justi
ökonomisches wb. (1769) 1, 1284; gewächs,
terme de chirurgie, excrescence, squire Rondeau-Buxtorff (1740) 253
b;
ähnlich Schwan (1782) 740; gewächs, ein unnatürlicher oder ungewöhnlicher auswuchs an thieren und pflanzen. dergleichen gewächse sind die galläpfel an den bäumen, die polypen bei menschen und thieren, die mondkälber in der bärmutter, ein fleischgewächs, ein nasengewächs
u. s. w. Adelung 2, 642; gewächs am leibe,
excrescency, protuberance, wen Fahrenkrüger 2, 326
a;
ähnlich Ebers 2, 644
a. II@3@a@b@33)) den überhäufften schmertz stillt weihrauch und corall, nicht aber ungeduld, wer sein betrübtes leiden durch sie zu mindern denkt, wirft kletten auf crystall, will mit vergifftem stahl gewächs und brüche schneiden, die hohen sternen burg aus ihren angeln ziehn, mit schwefel, wachs und oel die wilden flammen dämpfen, und wider die nater zu streiten sich bemühn, ja endlich gar mit gott und seiner allmacht kämpfen. Chr. Günther
ged. 1090 (
Breslau und Leipzig 1751).
desgl. 1735; er darf nicht zu viel haben, sonst ist er ein mit geschwüren und gewächsen behafteter siechender.
F. L. Jahn 1, 171. II@3@a@b@44)) s g'wächs .. geschwürr. Seiler
Basler mundart 156; gewächs, auswuchs, z. b. ein höcker. Loritzer
volkssprache [] der Wiener; gewass,
die verwachsung, geschwulst Berghaus 1, 655
a. II@3@a@gγ)
spezialisierungen. II@3@a@g@11)) ein gewächs am leibe, an der haut,
an excrescency, protuberance, wen, a hard bunch or swelling on your body, skin etc., ein gewächs am halse, ein kropff,
a buntch or swelling on the throat, a wen on the throat; ein muttergewächs,
a mooncalf. teutsch-engl. wb. (1716) 767
ff.; gewächs am leib,
excrescentia, eminentia, tumor; harthäutiges gewächse,
condyloma; gewächs der nase,
polypus narium; fleischgewächs einer frauen im leib,
mola. Frisch 2, 412
c; in verblümten verstande heiszt ein gewächs auch eine art von krankheit, da aus dem menschlichen körper allerlei arten von austretenden beinernen oder fleischernen theilen wachsen z. e. ein kropf am halse, ein überbein an der hand, ein fleischigter auswurf an der nase, oder an einer hüfte, und dergl. der immer gröszer wird, kann also ein gewächs heiszen. Gottsched
beobachtungen 116. II@3@a@g@22))
bestimmte einzelwendungen führen vor allem auf verdeutschungen der kunstausdrücke des Plinius
zurück: II@3@a@g@2@aa))
mola, ein ungeformet stuck fleisch so zu zeiten in der weiberen bärmuter wachszt one mannes somen. Frisius 831
c;
ebenso Rihelius. Henisch 1589; gewächs im leibe einer frauen,
mola, alias fleischgewächs. Stieler 2400;
ebenso Kirsch
corn. 2, 150
b (
fehlt in der ausgabe von 1764); gewächse der gebährmutter. Chomel 4, 1034. II@3@a@g@2@bb)) ein gleiches (
vergl. oben 1)) in eines mannes leib. Henisch 1589. II@3@a@g@2@cc)) gewächs umb den affter,
sedis vitia et attritus Maaler 178
a; gewächs am hintertheil,
condilomes Rondeau-Buxtorff 1, 253
b; von einem gewächse am mastdarm. Richter
chirurgische bibliothek (1790) 4, 638. II@3@a@g@2@dd)) gewächse zwischen den augen und denen augenliedern. Chomel 4, 1034;
encanthis, frz. mure, ein gewächs am groszen augenwinkel. Bernstein
chirurg. lexikon (1783) 1, 220. II@3@a@g@2@ee)) gewächse, welche bei den mandeln oder hinten in dem munde auswachsen. Chomel 4, 1034; eine geschwulst am zahnfleisch, ein zahnfleischgewächs. Bernstein
chirurg. lexikon (1783) 1, 230. II@3@a@g@2@ff)) gewächse in der nasen. Chomel 4, 1034;
vgl. oben aus Gottsched
beobachtungen 116. II@3@a@g@2@gg)) gewächse in dem hertzen, gewächse auf dem nabel
u. a. Chomel 4, 1034. II@3@bb)
in beziehung auf die thierwelt. II@3@b@aα) so ein rosz ein gewächs hat, dasz es daran hinkt. Seuter
roszarznei 285; gewächse bei den pferden. Chomel 4, 1033
a. gewächs am fleisch. Pinter
pferdeschatz 420
b; überbein, beingewächs. 421
a; wann die studten gefüllet, so bringet das füllen auf der zungen ein gewächs mit sich, welches man die miltze zu nennen pfleget. 444
c. II@3@b@bβ) an einem ort in Asia, den man der Caricer gegend nennet, sind kühe eines scheuszlichen anblicks, die haben auff den vordern buochen am hals ein hohes gewächs wie dicke beuhel. Plinius
deutsch von Heyden (
Frankfurt 1651)
s. 308. II@3@cc)
auf übertragene verwendung im volksmunde deutet gwiechs (
das hochgeschnittene rückentheil am kamisol der bauernmädchen)
bei Schmeller 2
2, 839
hin: sagts, um mö habts denn d' gwiex droben bei der üechs. Kaltenbrunner
gedichte 20, 20
b. II@44) gewächs
als sammelname für gattungen der vegetabilischen welt. es stehen sich hier mannigfache abstufungen des bedeutungsumfanges gegenüber, je nach dem grade, den die verengerung erreicht hat. II@4@aa) gewächs,
als gesammtname für das regnum vegetabile: dann, wenn mans eigentlich nehmen wollte, leben wir im schlaff nur vitam vegetativam wie die kräuter und gewächse. Hohberg 1, 246
a (
Nürnberg 1687).
die allgemeinste fassung erhält der begriff in der abgrenzung des gewächses gegen andere gruppen, vor allem die thierwelt. die verbindung mit der erde
als dem geltungsbereich der gattung läszt für den umfang ebenfalls noch weite grenzen, vgl. erdgewächse
theil 3, 769. 770.
ähnliche anhaltspunkte bietet die aufzählung der einzelnen arten, die im inhalt begriffen sind. in allen drei gruppen ist der plural gebräuchlich. schon die zusammenstellung mit substantiven, die den plural begünstigen, zieht diesen numerus auch für unser wort nach sich. andererseits wird da, wo einzelne artbegriffe einander gegenübergestellt werden, für den zusammenfassenden gattungsbegriff der plural ebenfalls nahe gelegt: [] II@4@a@aα) II@4@a@a@11)) der (
berg) hat ein hölen uber-zwerg, darinn da leit ein schröcklich thier. dasselbig hat verwüstet schier die gantzen welt, gewechs und viech. H. Sachs (
der eigennutz, das greulisch thier)
litt. ver. 104,
s. 434; kein gewächs und kein tier wird gefunden, was überall gleich gut gedeiht.
F. L. Jahn 1, 166. II@4@a@a@22)) das ist der corpus der natur, darinnen alle himmlische creaturen und figuren und gewächse gebildet werden. J. Böhme
Aurora (
Amsterdam 1676)
s. 201; ein kind musz erst den boden kennen lernen, worauf es geboren ist, gewächse, thiere und menschen, eh' es etwas ausländisches fassen kann. Heinse (
Ardinghello) sämmtl. werke (
Hamburg 1857) 1, 53; wie man diesz häufig an den gewächsen und thieren dasigen landes beobachtet, die alle grösserer natur und von stärkerem vermögen als irgend sonst wo anzutreffen sind.
F. Müller
Genovefa 34; nachdem schon längst der erde schoosz gewächs' und früchte trug, die nahrung künftiger thiere, risz sich der feinre theil der elemente los und bildete vermählt, dasz es die schöpfung ziere, das gröber zwar, doch auch beseelte vieh; ... Alxinger
Doolin von Mainz s. 168. II@4@a@bβ) denn er (
der herr) hat mich angezogen mit kleidern des heils, und mit dem rock der gerechtigkeit gekleidet. wie einen breutigam mit priesterlichem schmuck gezieret, und wie eine braut in jrem geschmeide berdet. denn gleich wie gewechs aus der erden wechst, und samen im garten auffgehet. also wird gerechtigkeit und lob fur allen heiden auffgehen, aus dem herrn. Luther
Jesaias 61, 11 (
sicut enim terra profert germen suum; gewächs
bei Eck
und Dietenberger, keim Eggestein; blümen Koburger; frucht
Züricher bibel von 1525); und das denn der zorn des herrn ergrimme uber euch, und schliesse den himel zu, das kein regen kome, und die erde jr gewechse nicht gebe, und bald umbkomet von dem guten lande, das euch der herr gegeben hat. Luther 5
Mos. 11, 17 (
nec terra det germen suum; gewächs Eck
und Züricher bibel; gewechsz Dietenberger; keim Eggestein; frucht Koburger); das wasser quellet auch in allen lebendigen und webenden dingen in dieser welt, in dem wasser bestehet der leib aller dinge, und in der luft der geist, es sei gleich im fleische oder in den gewächsen ausz der erden. J. Böhme
Aurora (
Amsterdam 1676)
s. 52; mit den metallen hats eben eine substantz und geburt, wie mit den gewächsen über der erden. 490; die gewächse der erden. 489; schneewasser erquicket sehr herrlich die erde, und ander gewechs, so da kein regen mit frost darzu kömpt zwischen zwei eisz zu stehen. Colerus
das ander theil, zum calend. perp. gehörig (1607) 102; allein dieser partus rerum vegetabilium ist nicht allen geschlecht der erden gewechses auff eine zeit verordnet worden, das sie zugleich, oder miteinander geberen sollen, sondern ein jedes empfehet und gebieret zu seiner zeit, wie denn auch das geflügel und die thier. Colerus
calend. perp. (1604)
s. 60; denn weil der monde nach gott, des gewechses vornemester regent ist, so müssen etliche sachen geseet oder gepflanzet werden, wenn der monde unter der erden ist. Colerus
hausbuch (1627)
s. 253
a. II@4@a@gγ) gewächs, gewechsz, gewechse, gewechst,
fruges, frumentum, arbor, arbustus, arundinetum. Diefenbach-Wülcker 618
b;
arbor gewechs.
vocab. predic. Diefenbach 44
c; ein jedwedes gewächs wird entweder durch den samen oder die wurtzeln oder den zweig oder die stangen gepflantzt. Henisch 1589; gewächs,
planta, propago, stirps, viviradix Stieler 2400; die haupteintheilung der gewächse bestehet in kräutern, stauden und bäumen. Chomel 4, 1030; gewächs ... eine allgemeine benennung aller aus der erde wachsenden vegetabilischen körper, aller produkte des pflanzenreiches. Adelung 2, 641; gewächs,
planta est vegetabile integrum, sive arborem velis sive fruticam, sive herbam ... planta ergo, vel vegetabile crescit et vivit, sicque a fossilibus omnibus differt, quod structura determinata gaudeat, ab animalibus, quod vera sensibilitate careat. Blancard
lexic. medicin. 2, 972. II@4@a@dδ) dann in der göttlichen pomp gehet gleichwol herfür allerlei gewächs von bäumen, stauden und allerlei frucht. J. Böhme
Aurora s. 93;
vimen, allerlei weiche bender, von was gewächsen si joch seigind, von weiden birken
etc. Frisius 1380
c. II@4@a@eε) seintemal gott der allmechtig der anfang und aller erst aller gewechsen erfinder, erschaffer ... pleiben wurt. Bock
[] kräuterbuch (
Straszburg 1551)
vorrede 7; ist der feind ausz der undern sphaer, so ist die ober sphaer freund: nicht allemal die gewächsz, sondern auch die himmlische arcana helffen. Paracelsus
opera (
Basel 1589)
s. 55 (
von der astronomey); gewächse,
vegetabilia Nemnich 3, 192; die gewächse, pflanzen,
the vegetables. Ebers (1802) 2, 644
a; die gewächse
vegetables. Fick
deutsch. engl. lex. 2, 178
a; sieh! da glänzt das gebüsch, felder und duftende haine blitzend von kühlem tau, der die gewächse erfrischet, nähret, und stärkere wohlgerüche zum himmel schickt. Grillparzer (
an die sonne) 2
5, 77. II@4@bb)
aus dem gesammtbegriff der pflanzenwelt ist der baumwuchs ausgeschlossen: erstlich wird das erste (gewächs) von den pflanzen gebraucht, weil sie wachsen, doch mehr von kleinen arten, als von groszen bäumen, ein garten voll schöner gewächse, bedeutet eben keinen obstgarten, aber wohl einen blumen und kräutergarten. Gottsched
beobachtungen 116;
auch Adelung
a. a. o. bemerkt für gewächs
als benennung aller producte des pflanzenreichs: besonders der kleinen arten desselben, mit ausschlieszung der bäume. II@4@b@aα) so wil ich euch regen geben zu seiner zeit, und das land sol sein gewechs geben, und die beume auff dem felde ir früchte bringen. Luther
3 Mos. 26, 4 (
et terra gignit germen suum; gewechs
Züricher bibel, Straszburger bibel und Dietenberger; keim Eggestein; blomen oder frücht Koburger); zum dritten kann das verbieten nicht statthaben, wann jemand bäume oder gewächs hätte, so auf des nachbarn anstossende gründe hingen. Pegius
drei bücher von dienstbahrkeiten s. 250; gleich wie die engel seind, also auch die gewächse und die früchte, alles ausz göttlicher krafft. J. Böhme
Aurora s. 114; dabei beschrieb ich ihm den gegenwärtigen zustand der inseln und des festen landes; gesellschaften, sitten und gebräuche, feste und spiele, klima, jahreszeiten, wind und wetter, gewächse und früchte, und was von den alten noch übrig ist. Heinse (
Ardinghello) sämmtliche schriften 1, 34; ohne samen und pfleg entkeimen alle gewächse, weizen und gerste dem boden, und edle reben, die tragen wein in geschwollenen trauben, und gottes regen ernährt ihn. Voss
Odyssee 9, 109 (
ausgabe von 1781; steigt das gewächs auf
in der 3.
ausgabe); ein groser vortheil wird es immer sein, dasz man in dem lande allerhand gewächse baue. ... J. J. Reinhard
vermischte schriften (
Frankfurt und Leipzig 1769)
achtes stück 1103. II@4@b@bβ)
so bildet sich vereinzelt die sonderbedeutung von getreide
heraus: II@4@b@b@11)) uberflüssig und allzuheuffig daw und näbel, im april und meimonat, wenn die erd jhr erstgewechs herfür bringt, ist schedlich dem saat. Colerus
das ander theil dem kal. perp. zugehörig s. 104; das land giebt sein gewächs; darunter kann nebst den gartenkräutern das getraid und heu verstanden werden. Gottsched
beobachtungen 116. II@4@b@b@22)) da sagt er (
Bartholomäus Hund), die von Buchen hätten ihm einen grossen gebauten acker, ein morgen 10. oder 12. mit frucht, das heiszt in der Laffen (Lappen), und stöszt ein holz daran das heiszt auch in der Laffen (Lappen), der in allem gewächs schön erwachsen war, dasz man schier schneiden hat sollen, mit allem viehe zu Buchen freventlich muthwilliger weisz darein getrieben. Götz von Berlichingen
lebensbeschreibung (
neudruck)
s. 66; und so lang er (
der ander bruder) schätze zu samblen trachtete, ward sein krieges-heer zerstreuet, denen kauffleuten kam es zu ohren, dasz in dieses unverständigen königes lande tyrannei regierte, darum kaufften und verkaufften sie aldar nichts, die unterthanen verlieffen, und das gewächs verbranndte im felde. Olearius
der persianische baumgarten s. 14
a; den ohne das, das er (
der hagel) des ackers gewechs niderschlegt unnd verderbet, zerstösset unnd zerknirschet er auch die weinranken. Colerus
das ander theil zum cal. perp. gehörig s. 104. II@4@b@b@33)) in der landwirthschaft bezeichnet er (
der name gewächs) alles das, was auf dem felde gebauet wird, feldfrüchte (roggen, korn, wicken u. dergl.). Dieterich
naturhistorisches handwörterbuch 1, 593 (
Ulm 1816). II@4@b@b@44)) die eltern trösteten sich mit dem erlös aus dem gewächs. J. Gotthelf 1, 41 (
bauernspiegel); gewächs,
getreide Rütte
dialekt. ausdrücke bei J. Gotthelf 37. II@4@cc)
aus dem begriff der pflanzenwelt ist neben dem baumwuchs auch das getreide ausgeschlossen; in diesem sinne umfaszt das wort das, was in das gebiet der gärtnerei gehört, wobei [] sich jedoch wiederum engere und weitere begriffe entgegen stehen. der weiteste begriff berührt sich mit der hauptverwendung von pflanze, vgl. theil 7, 1709,
wofür die mittelhochdeutsche sprache krût
bevorzugte; die engeren bedeutungen scheiden sich wie zier- und nutzpflanze. II@4@c@aα) gewächs,
pianta Ferro Montano (
Leipzig 1700) 139
b;
ebenso Castelli 1308
a; gewächs,
planta Th. Spieser
novum lexicon univers. (
Basel 1700) 150
b. Weissmann 156; von pflanzung des gewächses. Pegius
drei bücher von dienstbahrkeiten (
Frankfurt und Leipzig 1718)
s. 408; gewächs ... hat mit dem worte pflantze einerlei bedeutung. Justi
ökonom. wb. (1769) 1, 1284; gewächse, dieser name ist mit deme der pflanzen gleichbedeutend. Dietrich
naturhist. handwb. 1, 593 (
Ulm 1816); als sie (
die frauenzimmer und junker) nun erschienen, und doch ein grosser schnee draussen lag, do begab sich in D. Fausti garten ein herrlich und lustig spectacul, dann es war in seinem garten kein schnee zusehen, sondern ein schöner sommer, mit allerlei gewächsz, dasz auch das grasz mit allerlei schönen blumen dahir blühet und grünet.
Faustbuch von Spiesz, neudruck 191. II@4@c@bβ)
gegensatz von nutz- und zierpflanze. II@4@c@b@11)) in suma es ist sunst durch aus zur selbigen zeitt an fruchtbarem gewexs in solchen gärtten nichts zu sehen gewesztt als beriertte cittronen höcken. Krafft
reisen und gefangenschaft s. 71 (
litter. ver. 61); wie die gewächse im kräuter-garten auszutheilen. Hohberg
georgica curiosa (
Nürnberg 1687) 1,
s. 686; gartengewächse nennet man diejenigen pflanzen und kräuter, welche in den gärten gezogen werden, die man isset, ehe sie zur nöthigen reife gelangen und wieder saamen tragen, artischoken, spargel, kohl, mohrrüben. Stosch
versuch (1777) 1531; in der gärtnerei faszt er (
der name gewächs) alles dasjenige in sich, was 1) in menge auf den äckern gezogen wird, aber gartencultur genieszt, feldgartengewächse wie anis, fenchel, senf
u. a. (handelsgewächse) oder hanf, flachs (manufacturgewächse) oder waid, saflor, färberröthe (farbgewächse); 2) in gärten gepflanzt wird, küchengartengewächse wie petersilie
u. a. (suppenkräuter), spinat, kohl (gemüsekräuter), sellerie, pastinak
u. a. (wurzelgewächse), schalotten, zwiebel
u. a. (zwiebelgewächse), salbei, thimian (gewürzpflanzen), isop, melisse (arzneigewächse), salat (salatgewächse). Dieterich
naturhist. handwb. 1, 593. II@4@c@b@22)) die mannigfaltigkeit der gewächse gibt einem garten weit grösseren zierrat, als wenn sie alle von einerlei gattung sind. Weichmann
poesie der Nieder-Sachsen (
Hamburg 1721)
vorrede; kein gärtner hat noch seine gewächse nach dem blauen oder rothen topfe genannt, in die er sie etwa setzte. Herder (
vom erkennen und empfinden 1778) 8, 231
Suphan; so offt der gärtner mit seinen frembden gewächsen herpralte, ... hielt er allzeit eine schlechte feldblume dargegen. Weise
die drei ärgsten erznarren, neudruck s. 47. II@4@c@gγ)
nur vereinzelt schränkt sich der gattungsname auf das wildwachsende ein: reinige und fege auch die rören von allerlei gewechse unnd nixflachse, damit der leidige sattan disz geböre gern verwachsen lassen, und das kein frosch oder kröte disz rörwerck verstopffe. Matthesius
vorrede zu Luthers leben und sterben B 2
b (1567); gewächs an den bäumen,
bosse Rondeau-Buxtorff 253
b.
vgl. dazu sp. 4721. II@4@c@dδ)
übertragen auf geistige production: hier liebe frau ein büschel eignen gewächses ists ihnen nach der gestrigen thorheit wohl geworden. Göthe
an frau von Stein (26.
mai 1776)
briefe 3, 71; es gibt ganze reihen von phrasenbildungen und jamben- oder prossätzen, welche wie zellengewebe sich aus diesem Schlegel-Tieck-Shakespeare bei begabten leuten fast von selbst einstellen und weiterwuchern, bis man sie abzuschneiden und eigenem gewächse platz zu machen lernt. G. Keller (
an Emil Kuh, 18.
nov. 1873)
bei Bächtold 3, 122; narrheiten von ihrem eigenen gewächs. Wieland 13, 12
; vgl. auch unten gewächs = wein. II@55) gewächs
in individualisierender verwendung. die gruppe knüpft an die vorhergehende an, insofern sie wesentlich innerhalb der pflanzenwelt sich hält (
vgl. jedoch b).
der gattungsbegriff wird durch einschränkende bestimmungen oder durch den zusammenhang zum artbegriff verengt, der sich dann für einzelne verwendungen festsetzt. hierfür tritt in erster linie der plural ein. der singulargebrauch dagegen dient hauptsächlich dazu, einen einzelnen träger der art zum ausdruck zu bringen. II@5@aa)
die verwendungen mit beziehung auf die pflanzenwelt. II@5@a@aα)
der plural: ich durchdachte Jägers miszbildungen der
[] gewächse, ingleichen Philipp R., pflanzenkrankheiten. Göthe (
tag und jahreshefte) 32, 111. II@5@a@a@11))
einschränkende bestimmungen beziehen sich auf die herkunft: II@5@a@a@1@aa)) eine merkwürdige dauerbarkeit und zähigkeit macht diese kleinen vegetabilischen organismen selbst noch mitten in der knospen- und blüthezeit unempfindlich gegen einen temperatur- und witterungswechsel, dem die tiefländischen gewächse erliegen müszten. Tschudi
das thierleben der alpenwelt 491; bleibet hier auszen Bellyn, und laszt die gräser und kräuter nach belieben euch schmecken, es bringen diese gebirge manche gewächse hervor, gesund und guten geschmackes. Göthe (
Reineke fuchs) 40, 98. II@5@a@a@1@bb)) den groszvater des grafen hatte vor funfzig jahren die forstcultur ernstlich beschäftigt, wobei er denn nordamerikanische gewächse der deutschen landesart anzueignen trachtete. Göthe (
tag und jahreshefte) 31, 228; man hat auch ausländische bäume und pflanzen, welche, weil sie die kälte nicht vertragen können, in besondern dazu eingerichteten häusern müssen verwahret werden, diese nennen die gärtner bisweilen schlechtweg und gleichsam
κατ' ἐξοχὴν gewächse. die häuser worin sie aufbehalten werden, heissen gewächshäuser. Stosch
versuch 1531; in diesem (
haus) wohnte dazumal mit einem alten diener ganz allein ein sonderlicher mann, der war in natürlicher kunst und in arzneikunst sehr gelehrt und war mit seinem herrn, dem grafen, weit in der welt herumgereist, in heiszen ländern, von wo er manche seltsamkeit, an tieren, vielerlei gewächsen und meerwundern hinaus nach Schwaben brachte. Mörike (
hutzelmännlein) ges. erzählungen 2
2, 141. II@5@a@a@1@cc)) die wilden blattpflanzen am wege lieszen saftlos ihre blätter hängen, sie waren mit graulichem staub überzogen und sahen aus wie gewächse einer untergegangenen welt, die vor vielen jahren einmal grün war und blüthen trug. Freytag (
soll und haben) ges. werke 4, 335. II@5@a@a@22))
kennzeichnung bestimmter eigenschaften. II@5@a@a@2@aa)) höhere gewächsz und pflantzen. Bock
kräuterbuch vorrede a 5
a; dieses lebensprincip manifestiert sich in den längenfasern, die wir als biegsame fäden zu dem mannigfaltigsten gebrauch benutzen; es ist dasjenige was bei den bäumen das holz macht, was die einjährigen, zweijährigen aufrecht erhält, ja selbst in rankenden kriechenden gewächsen die ausdehnung von knoten zu knoten bewirkt. Göthe (
über die spiral-tendenz der vegetation) 55, 100; wein- und rosenstöcken, und dergleichen andern in der erde sitzenden gewächsen. Hohberg 2, 48
a; es war ihr eine epheulaube gebaut worden mit hängelampen und rankenden gewächsen in zierlich gebrannten, aufgehängten töpfen. Gutzkow
ritter vom geiste 3,
cap. 10. welche gewächse von selbst in die stralende luft sich erheben, fruchtlos steigen sie zwar, doch froh und mutiger stärke: denn sie treibt im boden natur. Voss
Vergils georgica II, 47 (
sponte sua quae se tollunt in luminis auras). zu palmengipfeln schlugen auf die säulen und der azur des himmels strahlt herein. arome würzen wollustwarme lüfte, die riesigen gewächse mächtig rauschen. S. Wiese
Don Juan (1840)
s. 46. II@5@a@a@2@bb)) die hitzige brennende gewächs gemanen mich der heissen erdruoben zu gedencken, genant cyclaminus. Bock
kräuterbuch s. 342
a; aus der kalten rauhen erden schlieffen vil hitziger gewechs, des man sich wol mag verwunderen, als fürnemlich die gemeine brennende nessel.
s. 1; die kalten und schatten liebende gewächse. Hohberg
georgica curiosa (
Nürnberg 1687) 1, 686. II@5@a@a@2@cc)) an den feuchten rändern verschiedener sumpfgründe des melancholischen reviers um Einsiedeln, bietet sich dem botaniker eine der seltsamsten schweizerpflanzen dar ... auch sie ist unstreitig wohl den zahlreichen gewächsen mit beizuzählen, welche der kultur unserer kunstgärtner auf immer unzugänglich bleiben werden. Matthisson 2, 183 (
erinnerungen 1, 2). II@5@a@a@2@dd)) hexandria sind solche gewächse, deren blumen sechs abgesonderte staubfäden haben, und machen Linne's sechste classe aus.
vollständiges botanisches wörterbuch (
Frankfurt und Leipzig 1773) 4, 806; incompletae sind solche gewächse an deren blumen entweder die krone oder der kelch fehlt, und machen bei Royen eine eigene classe aus. 5, 35; cerealia
[] sind solche gewächse, deren samen oder wurzeln meelig sind, und wegen ihrer nährenden eigenschaft von denen menschen in dieser absicht, vornemlich aber zu meel und brod gebraucht werden. 2, 791. II@5@a@a@2@ee)) sie führte unmittelbar in das glashaus der ehemaligen orangerie und war im barocken geschmack des vorigen jahrhunderts darauf angelegt, hohen fremdenbesuch zu überraschen, wenn man, zumal in dieser jahreszeit, aus der toten natur in eine schauerliche nacht eingetreten, nach fünfzig sechzig schritten plötzlich einen ganzen frühling grünender gewächse hell und warm aus einer mächtigen glasthüre sich entgegenleuchten sah. Mörike (
maler Nolten)
ges. schriften 3, 126; II@5@a@a@2@ff)) diese gewächse werden im herbst vor dem winter glatt bei der erden abgeschnitten, so erhohlet sich die wurtzen desto besser. Hohberg
allerhand köstliche getränke (1637)
s. 688. II@5@a@bβ)
der singulargebrauch. II@5@a@b@11)) planta, pflanze, gewächs, so nennt man ein organisches geschöpf ohne empfindung.
vollständ. botanisches wb. (1775) 7, 149; gewächs,
une plante, planta. neues und ausführliches dictionarium (
Genf 1704) 144
b; gewächs,
une plante, planta, una pianta. Veneroni (1766) 74
b; jedes gewächse,
quaelibet planta. Steinbach 912; das gewächse hat keine nahrung,
planta naturali alimento destituitur. ebendort; das gewächs wird von den würmen angefressen.
ebendort; ein gewächs, kraut, eine pflanze. Blancard
lexik. medic. 2, 972; gewächs,
a plant, an herb or any thing, that waxes or grows out of the earth, a growth or production of the ground or soil. Ebers (1802) 2, 644
a; ein gewächs versetzen,
transferre plantam. Kirsch 2, 179
b; ein gewächs einsetzen,
plantam pangere Steinbach 912; ein gewächs mit befeuchtung erquicken, mit fleisz ausheben, aus einem mageren boden in einen guten versetzen.
ebendort; nicht vor heiligem wein andres gewächs, Varus, dir angebaut, wo mit lockeren au'n Tibur umher, Catilus burg sich kränzt! Voss
Horaz (
oden 1, 18, 1) 1,
s. 46; wenn ihr aber auch wiszt, was an mehl aus dem ersten und andern siebe, oder aus der beutelkiste kömmt, so tritt schon wieder eine andre ungewiszheit ein, indem das geruhete und getrocknete mehl schon weit ergiebiger als das frische, so wie das eine gewächs gedeihlicher als das andere ist. Möser
patriot. phantas. 4, 146 (
Berlin 1843); ohne samenkörner ist keine ernte, kein gewächs ohne zarten wurzeln und staubfäden. Herder (
vom erkennen und empfinden) 8, 171
Suphan. II@5@a@b@22)) wildes, fremdes gewächs,
plante sauvage, étrangère Rondeau-Buxtorff 253
b;
ebenso Schwan (1782) 740; ein fremdes gewächs,
a foreign, an exotic plant or growth. Ebers (1802) 2, 644
a;
ebenso Fahrenkrüger 2, 326
a; gewächs zwischen einer staude und einem kraut,
sous-arbrisseau (
halbstaude). Rondeau-Buxtorff 253
b. II@5@a@b@33)) aber mitt verwunderung hab ich in zwaien gärtten gesehen die aller schöneste und sehr grosse cittron, die in warhaitt zwaier span lang und iber einer spann dick gewesen. ... weils ein starckh gewäxsz und gar handig aus der hand zuessen, kindtte einer deren vil umb ein schlechtts geltt von innen bekhomen. Krafft
reisen und gefangenschaft s. 70; attich, ist ein bekanntes gewächse, und eines unter der bauren und armer leute theriackräutern zu halten. Hohberg
georgica curiosa 1, 687
b; es ist ein gewechs, das man nennet panava und ligeum molucense, denn es wechst in Molucis. Colerus
hauszbuch s. 635
a; in Scythien, oder Tartarien, säet man einen saamen, den melonen: oder cucumersaamen fast gleich, in die erde, daraus kommet ein gewächs, welches sie Borametz nennen. Martin Zeiller
hundert episteln s. 503 (1663); dort blühet ein gewächse von weichen blättern. Wieland 32, 190; dagegen musz ich gestehen, dasz man mir die gewöhnliche kastanie in strauchgestalt als ein seltenes gewächs gezeigt hat, welches im winter eingewickelt wird. Bismarck
briefe an seine frau (28.
juni 1859)
s. 72. II@5@a@b@44)) ebenda (
im römischen Untergermanien) gedieh auch wohl in jungfräulichem marschboden der rettich zu der grösze eines kindes, was Plinius 19 § 89 versichert, während der wilde spargel oder nach dem scherz des Tiberius (Plin. 19 § 145) das dem spargel ähnlichste gewächs sich reichlich in Obergermanien fand. Müllenhoff
deutsche alterthumskunde 4, 153. II@5@a@b@55)) der auszgedruckt von disem gewächs (
welsch schwertel) tödtet die fliessende feuchte zitters zen oder flecken, darmit
[] gesalbet, wer da will der mag sie weitter versuchen zu eszen. Bock
kräuterbuch (
Straszburg 1551)
s. 341
b; also ist der stengel des gewechses reifet und kornnecht, innwendig holl. L. Thurneisser
beschreibung influent. wirkungen aller erdgewächse (1578) 62; nun weil disz gewechs den mehrerntheil auf den höchsten gebirgen steht, und furkumbt, wirdt es umb desz heiligen creutzes erfindungstag ... ausz einem hülsenden stengel .. herfür zuschiessen gesehen.
s. 62
b; es wird dahero auch der sommer- und winterräps zuverlässig gedeihen, wir können in Teutschlande den acker nicht besser als durch dieses gewächs benutzen. J. J. Reinhard
verm. schr. (1769) 1100 (8.
stück); ich glaube, es würde auch dieses gewächs (
kieserling) vor Finland sehr tauglich sein. 1108. II@5@bb)
übertragung auf menschliche individuen. II@5@b@aα)
der vergleich wird durch einzelne züge durchgeführt: und dein same würde sein wie sand, und das gewechse deines leibs wie des selbigen kies des name nicht würde ausgerottet noch vertilget fur mir. Luther
Jes. 48, 19 (
et fuisset quasi arena semen tuum, et stirps uteri tui ut lapilli ejus; deines leibs gewächs. Dietenberger; daz geschlecht deins bauchs. Eggestein
und Koburger; die frücht dines libs.
Züricher bibel; der stammen deins leibs. Eck); sihe, es kompt die zeit, spricht der herr, das ich das gnedige wort erwecken wil, welchs ich dem hause Israel und dem hause Juda geredt habe. in denselbigen tagen und zur selbigen zeit, wil ich dem David ein gerecht gewechs auffgehen lassen (und sol ein könig sein der wol regieren wird). Luther
Jerem. 33, 15 (
germinare faciam David germen justum; gewechs Dietenberger; den keim des rechtz. Eggestein; blumen der gerechtigkeit. Koburger; keim der gerechtigkait. Eck; pflantz der gerechtigkeit.
Züricher bibel)
vgl. dazu Luther
Jer. 23, 5 (
germen justum; hier auch bei Eck
und Dietenberger gewächs); der frühe tod des weisesten und tugendhaftesten herrschers kann einen unmündigen in den händen solcher weiber, solcher kämmerlinge lassen, in welchen das zarte gewächse zu keiner tugend umgebogen, nach der leitung des lasters erstarket. Haller
Alfred (
Wien 1783)
s. 85; sein treibhaus, das ihn auferzog und zudeckte, bleichte ganz natürlich seine lilienhaut zu einem weiszen grund, auf welchen zwei wangenrosen .. und die dunklere feste rosenknospe der oberlippe geblasen waren ... endlich hatten weder anstrengung, noch leidenschaften, ihren waldhammer in die scharfen lettern desselben in dieses schöne gewächs geschlagen und ihm war noch kein todesurtheil, das seinen fall bezeichnet, in seine rinde eingeschnitten. Jean Paul
unsichtbare loge 1, 50; ich bringe ihnen nicht eins vor den prächtigen gewächsen, die hier im thiergarten gepflegt werden, auch keine goldfische aus dem dunkeln wasser, über dem das griechische götterbild lächelnd steht: warum aber sollte ich ihnen diese unschuldigen blüthen, die immer wieder frisch aus der erde dringen, nicht nochmals darreichen? W. Grimm
kinder- und hauszmärchen, s. VIII; so wird dir auch dasselbe bildungsgesetz höherer natur offenbar werden in den palmen, cedern und eichen der deutschen familien und in ihrem moose. zwischen jenen fürsten und diesem pöbel aber wird dir ein mittleres gewächs als das verbreitetste erscheinen, nicht erhaben wie jene, nicht verächtlich wie dieses, sondern mäsziger grösze, doch aber grosz genug, um von den oberen lüften noch angeweht zu werden, welche die kronen der fürsten umspielen. Immermann
memorabilien (1840) 1, 119. II@5@b@bβ)
das metaphorische moment tritt zurück: II@5@b@b@11))
im singular: dasz er weder durch zu vieles liebkosen verzärtelt noch durch schmeicheleien eitel und einbildisch gemacht werde, soll eine der angelegensten sorgen aller derer sein, denen du dieses edle gewächs zu pflegen anvertraut. Wieland 24, 17; da stehe ich in meiner wachsamkeit ohne schlaf, — schenkt nur voll! — ein aufgeräumter, brauchbarer mann, ein straffes gewächs vom haupt zum fusz. Immermann (
papierfenster eines eremiten) 9, 133; ich fange an mit der gnädigen frau, einem fremden gewächs auf diesem boden. A. von Droste-Hülshoff 2, 327; eine gräfin Harrach aus Dresden, die bei sich ein fräulein von der Mosel hat, kein geringes gewächs. Bismarck
an seinen vater 8.
august 1844; der müllerknecht (
ein gedicht von Chamisso) ein mattherzigsentimentales gewächs, hält die mitte zwischen leben und tod. Hebbel
briefwechsel 1, 48. II@5@b@b@22))
im plural: daz volck das wir gesehen haben, ist gerader länge: da haben wir gesehen die grosse wunder
[] gewächsz sun Enak. Eck
4 Mos. 13, 33 (
et vidimus monstra quaedam filiorum Enac de genere gigantes; wir sahen auch wunder grosse leut daselbst. Dietenberger);
vgl. oben sp. 4713; wir wandelten zufrieden, wir glaubten uns zu zwei, doch anders war's beschieden, und sieh! wir waren drei, und vier' und fünf' und sechse; sie saszen um den topf, und nun sind die gewächse fast all' uns übern kopf. Göthe 1, 127; es sind vielleicht nicht die schlechteren gewächse der schule, welche für das, dessen zweck sie einstweilen nicht einsehen, böswilligst keinen sinn zeigen und beharrlich darin nichts thun. G. Keller
der grüne Heinrich (1854) 1, 361. II@5@b@gγ)
sehr beliebt ist in der zwanglosen sprache die verbindung ärmliches gewächs, klägliches gewächs: da sieht unser Wilhelm rexe sich das klägliche gewächse mit den königsaugen
an. sagte gar nichts weiter, sundern wandte sich, so dasz bewundern jener seinen rücken kann. W. Kreusler '
könig Withelm sasz ganz heiter'.
ähnliche entwicklung bei pflanze, frucht, kraut,
vgl. Berliner pflanze, ein nettes früchtchen, böses kraut
theil 5, 2112.
vgl. inutilis herba bei Ovid; ital. mal' erba. II@5@cc)
übertragung auf abstracte begriffe: II@5@c@aα) dem gröszesten verächter des menschengeschlechts ists indessen unläugbar, dasz in so viel wilde ranken vernunft und freiheit unter den kindern der erde aufgeschoszen sind, diese edlen gewächse unter dem lichte der sonne auch schöne früchte getragen haben. Herder (
ideen zur philos. der geschichte)
zur philos. 3, 175; dasz aber staaten, als einrichtungen der menschen, als kinder der zeiten, ja oft als blosse gewächse des zufalls, glücklicherweise alter und jugend ... haben.
zur phil. 3, 24; während in England ... der staat ein irrationales gewächs blieb und in gebräuchen, meinungen und sitten das mittelalter und die scholastik ihre herrschaft behaupteten, brach Frankreich die Bastille. Hehn
über Göthes H. und D. 31; die seltsamsten gewächse sprossten, wie durch einen lauen regen hervorgelockt, in das licht des tages empor und erfüllten die zeitungen ... mit der geschichte ihres wachstums und ihres gedeihens. Fr. v. Uechtritz
deutsche vierteljahrsschr. 1842. 4, 92; das umgekehrte (
verfahren) bringt mich dagegen immer zur verzweiflung, denn es behandelt ein unergründliches mysterium der natur wie ein rechenexempel und kann dem miszgeschick, handwerkerfabrikate und natürliche gewächse alle augenblick mit einander zu verwechseln, ja erstere in ihrer logischen zweckmäszigkeit den letzteren vorzuziehen, darum auf keine weise entgehen. Hebbel
briefwechsel 1, 427 (
an Kühne 16.
juni 1848). II@5@c@bβ) deutsch blut sei noch nicht versiegen noch das adlich gewächs deutscher tugend ganz ausgewurzelt. Herder
zur philos. 13, 107 (
Hutten); ohne einschränkung ist nur die preisschrift über die wirkung der dichtkunst als ein gewächs des neuen bodens anzusprechen. Suphan
einleit. zu band 8
der Herderausgabe s. 6. II@66) gewächs
als sammelname, unbegrenzt in beziehung auf gattungen und arten, begrenzt in beziehung auf die art des wachsthums. in verbindung mit dem possessivpronomen erhält gewächs
die nebenbedeutung eines vom träger des pronomens überwachten, zu seinen gunsten geleiteten wachsthums: II@6@aa) ein schwein .. meines eignen gewächses. Wieland (1853) 34, 310. II@6@bb) korn von meinem gewächs,
blé de mon cru. Rondeau-Buxtorff 253
b; das ist korn von meinem gewächs. Adelung
a. a. o. II@6@cc) wein von meinem gewächse
vgl. sp. 4725. II@6@dd)
vgl. oben büschel eigenen gewächses. II@77) gewächs
für eine bestimmte entwicklungsstufe innerhalb der gattungen und arten. der im verbum ruhende begriff der entwicklungsfähigkeit macht sich hier geltend. innerhalb der pflanzenwelt wird das blätterwerk
in gegensatz gestellt zu wurzel, stamm, zweig
einerseits, blüthe, frucht
andererseits. II@7@aa)
viritum grünes gewechs.
vocab. rerum 1468 (
Keller Augsburg)
bei Diefenbach
beitr. z. wissenschaftl. kunde 383
a; gewächs,
germen Maaler 178
a;
germen .., der saamen, zwig, schosz oder gewächs. Frisius 602
a;
ebenso Rihelius Bbb 5
a; gewächs,
planta, ein junges,
pullus, germen, soboles. Kirsch (1764)
[] 2, 179
b;
stirps stamm eines gewächs oder baums. Frisius (1568) 1243
b;
ebenso Rihelius;
planta de arboribus, ein zwi oder gewächs an bäumen oder kreutern. Frisius (1568) 1009
b;
ebenso Rihelius LL 1 3
a;
plantarium, zwiplatz, ort voll zwien oder junges gewächses. Frisius (1568) 1009
b;
ebenso Rihelius LL 1 3
a (zweigplatz
etc.); im gemeinen leben gilt er (
der name gewächs) überhaupt allen jungen pflanzen. Dieterich
naturhist. handwb. 1, 593. II@7@bb) er ist zwar gepflantzt, aber solt er geraten? ja, so bald jn der ostwind rüren wird, wird er verdorren, auff dem platz seines gewechs. Luther
Hesekiel 17, 10 (
in areis germinis sui arescet, dorret in dem gertlein seines gewechszes. Koburger; in gründen seines gewächs. Eck; in den eckern seins keims. Eggestein; uff sinen furchen dorren und welck werden.
Züricher bibel); so sprich nu, also sagt der herr, herr, solt der geraten? ja man wird seine wurtzel ausrotten, und seine früchte abreissen, und wird verdorren, das alle seines gewechs bletter verdorren werden, und wird nicht geschehen durch grossen arm, noch viel volcks, auff das man in von seinen wurtzeln wegfüre. Luther
Hesekiel 17, 9 (
siccabit omnes palmites germinis ejus, alle geschosz seins gewächs. Eck; die schüsling seins keims. Eggestein; alle schüsling seiner grüne. Koburger; sine grünen schosz dürr und sine gerten welck.
Züricher bibel; und also seine grüne zweige austrücknen. Dietenberger); du trenckest seine furchen, und feuchtest sein gepflügtes, mit regen machstu es weich, und segenest sein gewechse. Luther
psalm 65, 11 (
laetabitur germinans; ebenso Züricher bibel; wirt erfreuwet der keimend. Eggestein; der grünend. Koburger; das sprosset. Eck); item, zwelftens, der neben dem holz in pannwäldern ein streb oder plissen samblet, so dem jungen gewex ein schedliche sach ist, und den der waltmaister attrapiert, der ist zur straf der streb verfallen ...
Tiroler weisthümer 4, 415; siehet man, das des frühlings gewechs oder getreide, blumen und frucht wird uberflüssiger, heuffiger, vollkomlicher, und grösser in seinem herfürkommenden gewechs, als es je sonst gewöhnlich pflegt zu sein, so befürchtet man, das viel mandeln, wenig scheffel geben wollen. Colerus
das ander theil zum calendario perpetuo gehörig s. 105; die äusserlichen gewächse abschneiden. Steinbach 912. II@7@cc)
in dieser bedeutung wird gewächs
ein kunstgewerblicher ausdruck, sofern es das blattwerk als zierrath in der goldschmiedekunst, in der glasmalerei etc. bezeichnet: geschwind trat in den kreis hinein Hector von Troia, der held allein, gantz ernstlîch und trutziger gstalt, starcker glidmas, doch nit zu alt, ungleicher augen, ein herrlich mann; der het ein stählen bantzer an, ein sturmhut auff dem haupte sein, mit gold ein gwechs geschmeltzt darein. H. Sachs (
ein wunderbarlich gesicht keyser Maximiliani) 20, 485
Keller-Götze; item was der stützen oder stangen von reiner arbeit, als von gewechs und laubwerck, zuo dem vergettern oder zuo den kennern, kendel, rinnen und zinnen, tauff und grabstein, dergleichen etwas wert, das sol auch nach billigkeit belohnt werden. Leonhart Fronsperger
bauordnung (1564)
s. 86
a; wenn du wilt vester (
fenster) machen mit gemolten glas, es sei pild oder gewechs oder woben (
wappen), wellerlei das ist: so mustu dir das laszen entwerfen auf papir einen maler. Mannert
miscellanea (
Nürnberg 1795)
s. 114; wiltu aber klein dink machen, das subtiler sol sein, von plumen oder andern gewechslein.
anweisung zur glasmalerei (16.
jahrhundert)
Wackernagel 56. II@88)
eine eigenartige entwicklung hat der gebrauch von gewächs
in der anwendung auf die pflanzengattung der rebe genommen. einzelne wortverbindungen übten hier nach der collectivierenden wie nach der individualisierenden richtung bestimmten einflusz. innerhalb dieser entwicklung machen sich die unter 4—7
beobachteten bedeutungsgruppen wiederum geltend. II@8@aa)
verbindungen mit rebe, weinstock
etc. es sind genetivverbindungen, in denen die rebe im subjectiven genetiv steht, d. h. den ausgangspunkt des wachstums darstellt. gewächs
bezieht sich hier nicht wie in der gruppe 7
auf die erste entwicklungsstufe, sondern auf die letzte, auf den endertrag. die ersten belege stammen aus Luther: warlich, ich sage euch, das ich hinfurt nicht trincken werde vom gewechse des weinstocks, bis auff den tag, da ichs newe trincke, in dem reich gottes (
ἐκ τοῦ γενήματος τῆς ἀμπέλου). Luther
Marcus 14, 25
[] (
ebenso Züricher bibel, Emser, Eck, Dietenberger; von dirre geburt dieses wînstockis. Beheim; von dem geschlecht der rebe. Eggestein
und Koburger);
ebenso von diesem gewechse des weinstocks Luther
Matth. 26, 29; ich werde mit den geliebten nun nicht mehr das gewächs der frohen rebe genieszen. Klopstock
Messias 4, 1117. II@8@bb)
verbindungen mit wein. II@8@b@aα) fisch und wein gewechs. Münster
cosmogr. (1537) C 3
a; wein gewächs,
weinwachs, '
growth of wine'.
teutsch-engl. lexik. (1716) 767. II@8@b@bβ) das ist wein von meinem eigenen gewächse,
that's wine of my own growth. teutsch-engl. lexik. 767;
vgl. Frisch 2, 412
a; wein von meinem gewächse,
vin de mon cru. Rondeau-Buxtorff 253
b. Schwan (1782) 740; Malaga kann die verkäufer mit seinem eigenen gewächse versehen. Adelung
a. a. o.; weine liefert
per liter 55 pf. eigenes gewächs, naturrein, jahrgang 1896 und 1898
M. L. weinbergbesitzer.
zeitungsnotiz. II@8@b@gγ) wein von besonderem gewächs,
vin d'une sorte (
espèce)
toute particulière. Rondeau-Buxtorff 253
b; ein glas Pontak vom besten gewächse. Adelung
a. a. o.; wir bringen myrrhen, wir bringen gold, dem weihrauch sind die damen hold, und haben wir wein von gutem gewächs, so trinken wir drei so gut als ihrer sechs. Göthe 1, 165. II@8@b@dδ) was ist dieser wein für ein gewächs. Frisch 2, 412
c; jener wein ist heuriges gewächse,
that wine is of this year's growth. Hilpert 2, 1, 461. II@8@cc)
gewohnheitsmäszige beziehung auf den wein, die keinen sprachlichen ausdruck erhält. II@8@c@aα) gewächs
als sammelwort. es umfaszt den gesammtertrag, ein begriff, der bald örtlich, bald zeitlich, bald in beziehung auf den besitzer eingegrenzt wird. II@8@c@a@11)) auch wer gewahs keuft oder den theil von dem gewahs, und der bodem nit sein ist, umb uszwertige burger, der sal auch davon tun als man von andern uszwertigen wein tut.
oberrhein. stadtrechte (
Wertheim 1428) 1, 1, 21
Schröder. II@8@c@a@22)) järlichs gewächs,
proventus. Rihelius EEE cjj; dieses jahrs gewächs, oder das heurige gewächs ist ie so häuffig als das vorige,
this year's crop, growth, or harvest is yea as plentiful as that of last year. teutsch-engl. lexik. 767; heuriges gewächs,
hornotina. Steinbach 912. Frisch 2, 412
c. II@8@c@a@33)) es ist auch also beret daz denhein tuomherre noch denhein pfaffe, denheine tavernen noch win veile haben sol in sime huse noch in sime hofe, ez enwere denne daz einre sin gewehsede verkouffen wolte aun geverde.
Straszburger vertrag von 1314
d. städtechroniken 9, 970. II@8@c@bβ) gewächs
in individualisierender verwendung: II@8@c@b@11)) Thüringens berge, zum exempel, bringen gewächs, sieht aus wie wein, ist's aber nicht. Claudius 3, 117; hiesiges gewächs, sagt der waldhornist. Eichendorff
taugen. 120; ein edles fasz, das mit einer geringeren menge unedlen gewächses aufgefüllt worden. Arnim
Isabella von Aegypten 142; kapitalstoff der rothe! ihre gesundheit meine verehrlichen herren .. echt vaterländisches gewächs! J. Scherr
Michel 1, 129; es waren nicht dieselben fässer, aus denen die alten mönche ihren trunk zogen, aber es war dasselbe gewächs von den rebenhügeln der Hegyalla, der rosige wein von Menes, der stolz Oedenburgs und der milde trank der sorgfältigen lese von Rust. G. Freytag (
soll und haben) ges. werk 4, 434; das hier ist das edelste gewächs, sagte er, zu einem fasz tretend. 4, 435; 'beim himmel!' rief kopfschüttelnd der kellermeister drauf, 'kein edleres gewächse sproszt' je am Rheinstrand auf; seht nur den wein, wie duftig! wie hell er blinkt und blitzt! der ist vom besten fasse, darauf die katze sitzt. A. Grün (
d. letzte ritter)
ges. werke 3, 165. II@8@c@b@22)) da erhebt sich dann sogleich ein streit über den vorzug der verschiedenen gewächse und hier ist erfreulich zu sehen, dasz die magnaten unter sich keinen rangstreit haben. Göthe 43, 272 (
sankt Rochusfest zu Bingen); jetzt hat der groszherzog mit den überrheinischen districten die besten gewächse verloren. jene feurigen, gewürzhaften haardtweine, der Forster, Deidesheimer u.
s. w. verdienen ein vielfaches: est! Immermann (
reisejournal 1, 13) 10, 44. II@8@c@gγ) gewächs
in bezug auf die entwicklungsstufe: zum sibenden, die weinbet belangen, ist auch ie und allweg der brauch und recht zu Wangen gewesen und nie anders von unsern
[] voreltern gehört noch gehalten worden, das man eines jeden jars zu herbstzeiten nach gelegenheit desz gewechs geben hat, und nit weiter getrungen worden. J. Grimm
weisthümer 5, 465 § 7. IIIIII.
formen und gebrauch. III@11)
formen. III@1@aa)
der stammvocal. III@1@a@aα)
der umlaut, durch die konsonantenverbindung hs
gehemmt, setzte sich erst spät fest: gewas
in der Elisabeth; gewachs
bei Wolkenstein; gewahs
oberrhein. stadtrechte I, 1. 21; gewassche
bei Wenck
urkundenb. 1, 395; gewachs
vocab. incip. theut. Henisch
stellt noch g'wachs
neben gwächs,
ein zeichen der vielseitigkeit in den angaben von H.,
denn die schriftsprache führt unter dem einflusz von Luthers
bibelübersetzung den umlaut durch. Schottel 634
b giebt allerdings noch die form gewachs,
doch ohne belege, und Schmeller
belegt die mundartliche geltung von s' gwachs
als verbalsubstantiv. III@1@a@bβ)
wo der umlaut bezeichnet wird, verräth sich die ausnahmsstellung des vocals vor hs
zunächst durch die schreibung ä
vgl.gewähst
in der vorlutherischen bibel, gewächs
in der Züricher bibel, bei Eck
und Dietenberger.
auch hier ist es Luther,
der die schreibung e
durchsetzt (
theilweise ist sie auch in die nachdrucke der bibel übergegangen),
die sich noch bei Colerus
belegen läszt. später wurde dann der zusammengehörigkeit mit wachsen
rechnung getragen und aufs neue ä
geschrieben. III@1@bb)
die silbenschlieszende consonantenverbindung: III@1@b@aα)
die schreibungen hs
und x
treten frühzeitig zu gunsten des neuhochdeutschen chs
zurück. III@1@b@bβ)
lautgesetzliche erscheinungen: auf mittel- und niederdeutschem boden ist assimilation des gutturals an den dentalen spiranten zu beobachten: gewass;
vgl. oben sp. 4710;
vgl. auch gewassen
sp. 4729. III@1@cc)
die suffixe: zu gewächst
vgl. sp. 4709.
es erscheint zum letzten mal in der vorlutherischen bibel (Eggestein)
und im vocab. theut. von 1482 (
Nürnberg),
vgl. Diefenbach-Wülcker 618;
zu gewehsede
vgl. Lexer 1, 981.
das suffix i
wird in den oberdeutschen denkmälern frühzeitig apokopiert: gewechsz Brack
vocab. von 1495
gegen gewechse
vocab. opt. (
Wackernagel). Luther
hat fast durchaus gewechse,
die nachdrucke gewechs, gewächs, gewächsz. III@22)
der pluralgebrauch. der form gewächse
steht mundartlich gewächser
gegenüber, vgl. Seiler
Basler mundart 156;
schwache biegung ist bei Bock
belegt: aller gewechsen erfinder.
vorrede zum kräuterbuch (1551) 7. III@2@aa)
die an das verbalsubstantiv anknüpfenden verwendungen beschränken sich auf den singulargebrauch. eine ausnahme macht nur die bedeutung gewächs, wuchs,
die in einzelnen belegen zu derjenigen des körpers übergeht und dann auch in den plural tritt. vgl. oben sp. 4713. III@2@bb)
das sammelwort neigt zum plural nur in denjenigen verwendungen, in denen individualisierender gebrauch angebahnt ist. vgl. erzgewächse
sp. 4714;
vgl. die spezialisierungen des pathologischen begriffes sp. 4716;
vgl. die loslösung der unterarten aus dem allgemeinen gattungsbegriff sp. 4720
ff. Voss
hat in der Odyssee 9, 109
für die dritte ausgabe den singular eingeführt gegenüber dem plural in der ersten: ohne des pflanzers sorg' und der ackerer steigt das gewächs auf, alles weizen und gerst', und edele reben, belastet mit grosztraubigem wein, und Kronions regen ernährt ihn. III@33)
zusammensetzungen. der syntaktische gebrauch zeigt wenig ausgeprägte formen. beliebt sind vor allem die genetivverbindungen, die zu zusammensetzungen führen. vereinzelt mischen sich hier auch attributive adjective ein: III@3@aa) erzgewächse; röschgewächse,
vgl.rösches gewächse
theil 8, 1167; weichgewächse. III@3@bb) beingewächs, fleischgewächs, knochengewächs,
vgl. den anatomischen begriff sp. 4715. III@3@cc) III@3@c@aα) auffgewächs: so ist das nicht allein schedlich dem auffgewechs der saat. Coler
calender ander theil 103; ungewechse
vergl. oben sp. 4710; missgewächs: ain halbez som win und zehen schilling pfennig ... oder so von miszgewechsz wegen nit win wurd ain pfund pfennig.
stiftung an die pfarre Gais (1456) Zellweger
urkunden 2, 1, 17; weil aber der gröszte theil der pferde, gleichwie die miszgewächs der erden, in böser gestalt auffwachsen; so scheinet, als ob solcher mangel von geschlecht zu geschlecht, als erblich fortgepflanzet würde. Pinter
pferdeschatz, s. 91
b. III@3@c@bβ) erdgewächs, alpengewächs, berggewächs, feldgewächs. Chomel 4, 1034; gartengewächs.
ebendort; haide-, land-, luft-,
[] meer-, treibhaus-, mistbeet-, spalier-, sumpf-, topf-, wassergewächs.
ebendort; denn sie (
die gerstenwürmer) zerwühlen und durchlauffen die ecker, und beissen dem getreide, pflantzen und anderm erdgewechs die wurtzeln ab. Colerus
hauszbuch, s. 272
b; einen mit gartengewächsz speisen,
pascere aliquem oleribus. Henisch 1590; auf, auf, o genossen! er kommt! o bedenkt, da ein schöpfer er selbst, was bieten wir ihm? ach! würde sofort des gehegs sumpfteich ein befruchtender strom, und ein lorbeerwald diesz haidegewächs, und die wolken umher babylonische hangende gärten. Platen
rom. Ödipus 5 (
ges. werke 1847, 4
s. 143); ein alter hirte, freundlich zu dem kind gebeugt, gab ihm soeben ein versteinert meergewächs, seltsam gestaltet, in die hand zum zeitvertreib. Mörike (
gedichte)
ges. schriften 1, 227; auch lobet gott, ihr luftgewächs ihr wolken hochgeboren. Spee
trutz nachtigall s. 116
Balke; graf Friedrich (
v. Toggenburg) dagegen meinte, er sei für seine person nicht besonders erpicht auf das eigene hausgewächs (
lieder seines vorfahren). G. Keller (
Hadlaub) 6, 45. III@3@c@gγ) arzneigewächs; bienengewächs: die gegend war wüst und öde. ich habe keine biene gehört, und ich wollte was drum geben, dasz hier kein bienengewächs im ganzen bezirk aufzutreiben gewesen. Hippel
lebensläufe 2, 136 (
Berlin 1827); farbgewächse
vgl. sp. 4719; futtergewächs; heugewächs
vgl. Grimm
weisthümer 3, 745; giftgewächs: auf den schrecklichen wink der gebietherinn schwebten sie auf, und nieder, am rabenstein; wie der mauerspecht am gemäuer, der mit kläglichem ruf nach gewürm und käferchen spähet; nagten so manch giftgewächs, auch das moos mit den zähnen ab von dem stein und gehölz, und schwebten hinab auf die strasze. Pyrker
Rudolf von Habsburg 5.
ges.; handelsgewächse: da kamen ... gutsbesitzer jedes standes aus der landschaft, welche die angebauten handelsgewächse, farbekräuter, gewürze u.
s. w. anboten. Freytag (
soll und haben) 4, 59; nutzgewächse; ziergewächse. III@3@c@dδ) apfelgewächs, boumgewechse
arbustum. mhd. wörterbuch 3, 463
a; blattgewächs; dorngewechst,
spinetum. vocab. opt.; farrengewächs, gemüse-, knollen-, moos-, rankengewächs; rosstuden gewechst,
rosetum. vocab. opt.; salat-, schling-, schoten-, schwammstrauch gewächse; weingewächs Schaidenreiszer 38; von den wurzelgewächsen sind rübe und möhre alteinheimisch. Müllenhoff
deutsche altertumskunde 4, 153; zwiebelgewächs Chomel 4, 1034. III@3@c@eε) III@3@c@e@11)) dauergewächse, jahres-, sommer-, wintergewächse. III@3@c@e@22)) nachtgewächse, schattengewächse. III@3@c@e@33)) haupt, neben-gewächse; kunstgewächse
theil 5
sp. 2700; edelgewächse.