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Gemeinde

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Gemeinde

Bd. 1, Sp. 1544
Gemeinde 1. Der der gemeynde dient, hat ein bösen herren (Meister). – Franck, II, 171a; Tappius, 169a; Gruter, I, 14; Henisch, 1486, 15; Lehmann, II, 839, 247; Guttenstein, 98, 124; Petri, II, 693; Körte, 2006; Simrock, 3383. Frz.: Qui sert au commun a un méchant maître. (Gaal, 671.) Holl.: Die der ghemeinten dient, dient enen quaden heer. (Tunn., 11, 9; Bohn I, 308; Harrebomée, I, 228.) It.: Chi serve la communità, ha un cattivo padrone. (Pazzaglia, 332, 3.) Lat.: Pravo servit hero, qui vulgo servit iniquo. (Fallersleben, 235.) – Pro beneficentia Agamemnonem ulti sunt Archivi. (Tappius, 168b.) 2. Der dienet der Gemein, dessen Lohn ist klein. – Lehmann, II, 78, 65. 3. Der Gemeinde vorstehen, ist nicht müssig gehen. Lat.: Sacerdotium non est otium. 4. Die Gemein ist selten ein. – Petri, II, 835. 5. Die Gemein muss der Herrn Gelag zahlen. – Opel, 374. 6. Die (jüdische) Gemeinde bleibt Gemeinde, Bauer spann aus! – Tendlau, 1049. Ein Bauer hielt einst in Frankfurt a.M., nachdem längst die Judengasse sich gelichtet hatte und grossentheils von Nichtjuden bewohnt war, in derselben mit einem Wagen, vor welchen ein Pferd und ein Ochs gespannt waren, was nach 5 Mos. 22, 10 nicht gestattet ist. Man zwang den Bauer auszuspannen, was zu dem obigen Sprichwort Veranlassung gab. 7. Eine Gemeinde hat ein dickes Fell. Böhm.: Obec má tvrdou (tlustou) šíji. (Čelakovský, 358.) 8. Eine Gemeinde ist ein fauler Hauf. (Eifel.) In Bezug auf Fronarbeiten, die gemeinschaftlich gemacht werden sollen. Frz.: Une communauté n'est comme unité. (Leroux, I, 6.) 9. Eine Gemeinde stirbt nicht. – Hillebrand, 37, 46; Graf, 487, 38; Schenk, Forstrecht, 268. Eine Gemeinde ist eine Corporation, die zwar durch einen Staatsact aufgehoben werden, aber nicht sterben kann, es müssten denn ihre sämmtlichen Mitglieder durch eine Seuche u.s.w. weggerafft werden. 10. Eine grosse Gemein kan nicht durchauss rein seyn als hetten sie die Tauben gelesen. – Petri, II, 192. 11. Von der Gemeinde baut, man des Kaisers Gut. – Graf, 487, 21. Der Kaiser, d.i. der personificirte Staat, ist ja eben nur die Summe der Gemeinden. Mhd.: Von der Gemeinde sol man bavven des kaysers gut. (Endemann, II, 74.) 12. Was man der Gemeinde thut, kommt allen zugut. Frz.: Tout n'est pas de courir, il faut partir à point. (Cahier, 457.) 13. Was man gibt der Gemeine, bekommt nicht der eine. Frz.: Qui donne au commun, ne donne à pas un. (Cahier, 557.) 14. Wer der Gemeinde dient, der hat Schande zum Lohn. – Eiselein, 225. Frz.: A l'office du commun bon ou méchant il en faut un. (Leroux, I, 25.) – L'âne de la commune est le plus mal bâté. – Qui sert commun, il ne sert nesung (pas un). (Leroux, II, 310; Cahier, 412.) It.: Chi serve a commun, non serve a nessun. (Eiselein, 225.) 15. Wer der Gemeinde dient, et similibus horum, der hat Undank in fine laborum. – Eiselein, 225; Simrock, 3382. 16. Wer der Gemeinde dient, hat bald einen blauen (striemigen) Rücken. 17. Wer der gemeyn dient, dem danckt niemand. – Franck, II, 171a; Gruter, I, 79; Henisch, 645, 37; Schottel, 1146a; Petri, II, 693. Engl.: The common horse is worst shoed. Frz.: Communautés commencent par bastir leur cuisine. (Leroux, I, 6.) – Qui sert une communauté, n'oblige personne en particulier. (Kritzinger, 158b.) It.: Chi serve à commun, non serve à nessun. (Bohn I, 85.) – Chi serve al commune ha cattivo padrone. (Gaal, 671.) Span.: Quien hace por comun, hace por ningun. (Bohn I, 249.) Ung.: A közös lónak túros a háta. (Gaal, 672.) 18. Wer dient der Gemein, der steht zuletzt gar allein. – Lehmann, 576, 3. 19. Wer dient einer Gemein vnd einer Jungen Frawen allein, vnd Kindern et similibus horum, der hat vndank in fine laborum. – Petri, II, 695. 20. Wie die Gemeinde beschlossen, so wird die Glocke gegossen. Böhm.: Hromada obci porada. – Hromada vsi od povídá. Jak uložila hromada, tak bud'. (Čelakovský, 339, 12 u. 14.) 21. Wie die Gemeinde, so der Priester. It.: Ad un popoli pazzo, un prete spiritato. (Bohn I, 68.) 22. Wol der Gemêne dênt vnd Försten syn Geld lehnt, darto vêl Füer wil böte, de mot lyden sûr vnde söte. – Petri, II, 808. 23. Zu einer Gemeinde gehört mehr als eine gemeinsame Schüssel. 24. Er ist unter die grosse Gemeinde gegangen. Von einem Juden, der Christ geworden ist. d.-deutsch: Er is unter Gross-Kahel gange'. (Tendlau, 383.) 25. Er stellt die Gemeinde (jüdisch: Kille) auf eine Nadelspitze. – Tendlau, 483. Da die jüdische Gemeinde für das Betragen ihrer Mitglieder verantwortlich, so konnte ihr ein einzelner durch seine Handlungsweise sehr gefährlich werden. [Zusätze und Ergänzungen] 26. Eine Gemeinde ohne Haupt ist ein Bienenvolk ohne Weisel, eine Heerde ohne Hirten. 27. Wer da redet für die Gemeinde, der bleibt zuletzt allein. – Richter, Axiomata, I, 126, 26. 28. Wer der Gemeinde dient, ist jedermanns Knecht. – Abele, Gerichtshändel.
4894 Zeichen · 159 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gemeindestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    gemeinde stf. vgl. Gr. 2,245. ahd. gimeinida Graff 2,785. 1. die gemeinschaft. gab er uns gimanidi herti der beini Dieme…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gemeindeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gemeinde , F. Vw.: s. gemēnede*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gemeinde

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Gemeinde , oder Gemeine, plur. die -n, von dem Bey- und Nebenworte gemein. 1. Mehrere zu einem Zwecke mit einander v…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gemeinde

    Goethe-Wörterbuch

    Gemeinde von etwa 200 Belegen ein Viertel in der früher üblicheren Parallelform ‘Gemeine’ (relativ oft in Pkt 2), verein…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gemeinde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gemeinde , bürgerl. Genossenschaft mit polit. Bedeutung und privatrechtl. Existenz, neben den Familien der wichtigste Or…

  6. modern
    Dialekt
    Gemeinde

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-meinde s. Gemeine .

  7. Sprichwörter
    Gemeinde

    Wander (Sprichwörter)

    Gemeinde 1. Der der gemeynde dient, hat ein bösen herren (Meister). – Franck, II, 171 a ; Tappius, 169 a ; Gruter, I, 14…

  8. Spezial
    Gemeinde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|mein|de f. (-,-n) 1 (kleine Verwaltungseinheit) comun (-s) m. 2 (Gemeindehaus) ciasa de comun f. 3 (Gemeinschaft) com…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gemeinde

294 Bildungen · 274 Erstglied · 18 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gemeinde 3 Analysen

ge- + meinde

gemeinde leitet sich vom Lemma meinde ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+meinden+-e gemeinden+-e

Zerlegung von gemeinde 2 Komponenten

gem+einde

gemeinde setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gemeinde‑ als Erstglied (30 von 274)

Gemeindegut

SHW

Gemeinde-gut Band 2, Spalte 1237-1238

gemeinde als Zweitglied (18 von 18)

Altgemeinde

DRW

alt·gemeinde

Altgemeinde Landgemeinde mit wirtschaftlichem und öffentlichem Charakter Hanssen,AgrhistAbh. I 548

brüdergemeinde

DWB

brueder·gemeinde

brüdergemeinde , f. die herrnhutische genossenschaft: so gibt mein schwager sein vermögen, insofern er es veräuszern kann, der brüdergemeind…

Landesgemeinde

Wander

landes·gemeinde

Landesgemeinde 1. Die Landesgemeinde ist der grösste Landesfürst. – Graf, 488, 41. »Dass die Meyen Landtsgemeind der grösste gwald vnd Landt…

Maiengemeinde

DRW

maien·gemeinde

Maiengemeinde, f. in der Schweiz eine im Frühsommer (Mai) regelmäßig stattfindende Bürgerversammlung zur Regelung öffentlicher Angelegenheit…

Maienlandsgemeinde

DRW

maien·landsgemeinde

Maienlandsgemeinde, f. wie Maigemeinde wir landamman, rat und gemeine landleüt ... craft einer meienlandsgemeind bei einanderen versambt, ur…

Marktgemeinde

DRW

markt·gemeinde

Marktgemeinde, f. die verfaßte Bürgerschaft eines Marktes (V) von dem einstandrecht der befreündten, grundobrigkeiten ... wie auch stat- mar…

Nachgemeinde

DRW

nach·gemeinde

Nachgemeinde, f. nachträglich stattfindende Landesgemeinde (I) zur Erledigung der verbliebenen Aufgaben so ist die n[achgemeinde] über acht …

Nebengemeinde

DRW

neben·gemeinde

Nebengemeinde, f. I Personenverband, der nicht durch eine Verfassung geregelt ist der ordenlichen procedur deß politischen regiments ... rec…

pfarrgemeinde

DWB

pfarr·gemeinde

pfarrgemeinde , pfarrgemeine , f. die zu einer pfarre gehörige gemeinde: pfarr- oder kirchgemeinde. Stieler 882 ; prediger, welcher seine pf…

Reichsgemeinde

DRW

reich·s·gemeinde

Reichsgemeinde, f. Gemeindeland eines früheren Reichshofs (I) in dem Y. in der fryen richsgemeind 1510 Widnau p. 87 eß sollend ... ein jeder…

stadtgemeinde

DWB

stadt·gemeinde

stadtgemeinde , f. gesamte bürgerschaft einer stadt: bürger- oder stadtgemeinde, civitas, populus cum plebe. Stieler 882 ; stadtgemeine ò ge…

Steuergemeinde

DRW

steuer·gemeinde

Steuergemeinde, f. Versammlung der steuerpflichtigen Einwohnerschaft; ua. zur Steuerfestsetzung waß auf fl. 10 und darob gesteüret wirt, daß…

Talgemeinde

DRW

talge·meinde

Talgemeinde, f. (regelmäßige) Versammlung der Talleute (I) eines Tals (II) zur Beratung und zum Beschluss wichtiger Angelegenheiten; idR. un…

Ableitungen von gemeinde (2 von 2)

ungemeinde

Lexer

un-gemeinde stf. ungemeinsamkeit Orl. 4953 ;

urgemeinde

DWB

urgemeinde , f. , gemeinde 7 und ur- C 4 c: die urgemeinden der apostel Gervinus gesch. d. d. dicht. 2, 204 ; D. Fr. Strausz 4, 127 u. o. —