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Gaffen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
15 in 15 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gaffen

Bd. 2, Sp. 387
Gaffen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, mit weit geöffneten Augen stehen. Die Jünger kapfetun, sahen dem aufgefahrnen Christo gen Himmel nach, Ottfr. Die ougen chaffen gegen ihmo, die Augen sehen auf ihn, Notk. Ih chapfen din, ich warte deiner, ebend. Wir lassen alle bluomen stan, Vnd kapfen an das werde wib, Walther v. der Vogelw. Und werden über sich gaffen, und unter sich die Erde ansehen, Es. 8, 22. Noch gafften unsre Augen auf die nichtige Hülfe, bis sie gleich müde wurden, Klagel. 4, 17. In dieser weitern Bedeutung ist es im Hochdeutschen veraltet, wo man es nur noch im verächtlichen Verstande gebraucht, etwas mit aufgesperrten Augen und Munde ansehen, welches ein Merkmahl einer unwissenden Verwunderung ist. Ein Dummer gafft nach allem. Es frommet dir nicht, daß du gaffest nach dem, das dir nicht befohlen ist, Sir. 3, 23. S. Aufgaffen, Angaffen, Begaffen, Vergaffen. Anm. Im Niedersächs. gapen, japen, wo es aber nicht nur mit aufgesperrten Augen sehen, sondern auch gähnen, bedeutet; im Hannöv. kapen, Holländ. gapen. Im Engl. ist to gape gähnen und offen stehen. Eigentlich bedeutet dieses Wort offen stehen, und scheinet daher aus der Vorsylbe ge und offen zusammen gesetzet zu seyn. Im Angels. ist geopnian öffnen, und gipan offen stehen. Allein, daß das g in dieser Gestalt schon alt ist, erhellet aus dem alten und neuern Schwed. Gap, und Hebr. גבא und גב eine Lücke, Öffnung. Im Dän. ist Gab gleichfalls eine Öffnung. Im Niedersächs. hat man von diesem Worte auch das Frequent. jappen, mit aufgesperrtem Munde nach der Luft schnappen. Das captare oder cuptare in dem Salischen Gesetze ist vermuthlich auch unser gaffen, sehen. Siehe Maulaffe, Waffel und Gähnen.[]
1748 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gaffenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    gaffen swv. s. kapfen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gaffen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gaffen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, mit weit geöffneten Augen stehen. Die Jünger kapfetun,…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gaffen

    Goethe-Wörterbuch

    gaffen von 37 Belegen üb die Hälfte aus den 70er Jahren (mit offenem Mund, aufgesperrten Augen) dreinblicken, sehen, sic…

  4. modern
    Dialekt
    gaffen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    gaffe n [kàfə Osenb. Su. Dü. Bf. Str. Dehli. ] stieren, starr ansehen, mit grossen Augen verwundert und gedankenlos betr…

  5. Sprichwörter
    Gaffen

    Wander (Sprichwörter)

    Gaffen 1. Es ist bös gaffen gegen dem ofen. – Henisch, 1332; Lehmann, II, 129, 159. 2. Es ist ein böss Gäffen, daran man…

  6. Spezial
    gaffen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    gaf|fen vb.intr. ciaré fit, ciaré cun cater edli, ciaré cun la bocia daverta.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gaffen

16 Bildungen · 1 Erstglied · 12 Zweitglied · 3 Ableitungen

gaffen‑ als Erstglied (1 von 1)

gaffenkeiken

RhWBN

gaffen·keiken

gaffen-keiken gapəkīkən Rees-Haldern schw.: Maulaffen feilhalten. — Dazu Gapekiker.

gaffen als Zweitglied (12 von 12)

ergaffen

KöblerMhd

*ergaffen , sw. V. Vw.: s. ane-* E.: s. er, gaffen

aneergaffen

KöblerMhd

ane·er·gaffen

aneergaffen , sw. V. nhd. betrachten, anschauen, anglotzen, verwundert anschauen Q.: SHort (nach 1298) (FB ane erkapfen) E.: s. ane, er, gaf…

anegaffen

KöblerMhd

ane·gaffen

anegaffen , sw. V. nhd. „angaffen“, anstarren, anstaunen, bewundern Hw.: s. anekapfen (1); vgl. mnd. anegāpen* Q.: Gund (1290-1300), KvHelms…

angaffen

DWB

ang·affen

angaffen , gleichsam adhiare oculis, oculo hianti, aperto ore intueri, nnl. aangapen, mhd. anekaffen ( Roth. 2051. myst. 292, 10): was gaffe…

aufgaffen

DWB

auf·gaffen

aufgaffen , patefacere ora, aufsperren, nnl. opgapen: jedennoch gaften wir das maul und augen auf. Opitz 3, 42 .

begaffen

DWB

beg·affen

begaffen , cum stupore intueri, angaffen, nnl. begapen, mit ofnem, gaffendem maul anschauen: die zogen auf alle kirchweihen, messen und märk…

umgaffen

DWB

umgaffen , vb. 1) trennbar, sich umsehen, auch reflexiv, z. t. mit zielangabe durch präpositionale fügung mit nach, auf um, in: niht ûz dem …

vergaffen

DWB

ver·gaffen

vergaffen , verb. in staunende neugierde und verwunderung versetzen, mhd. verkapfen, verkaffen. zusammensetzung zu gaffen ( eigentlich den m…

în gaffen

MWB

în gaffen swV. → în kapfen MWB 2 1888,31;

übergaffen

Idiotikon

übergaffen Band 2, Spalte 127 übergaffen 2,127

īngaffen

KöblerMhd

īngaffen , sw. V. Vw.: s. īnkapfen* (1)

ūfgaffen

Idiotikon

ūfgaffen Band 2, Spalte 127 ūfgaffen 2,127

Ableitungen von gaffen (3 von 3)

begaffen

DWB

begaffen , cum stupore intueri, angaffen, nnl. begapen, mit ofnem, gaffendem maul anschauen: die zogen auf alle kirchweihen, messen und märk…

vergaffen

DWB

vergaffen , verb. in staunende neugierde und verwunderung versetzen, mhd. verkapfen, verkaffen. zusammensetzung zu gaffen ( eigentlich den m…

Zergaffen

Campe

Х Zergaffen , v. rec . s. Zer — zu Ende.

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APA
Cotta, M. (2026). „gaffen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gaffen/adelung?formid=G00032
MLA
Cotta, Marcel. „gaffen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gaffen/adelung?formid=G00032. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gaffen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gaffen/adelung?formid=G00032.
BibTeX
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