Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
empfangen
empfangen
- ›jn. / etw. (in freundlicher oder feindlicher Absicht) erwarten; jm. / e. S. entgegenkommen, entgegentreten‹; im Einzelnen auch: ›jn. / etw. begrüßen, willkommen heißen‹; ›jn. / etw. beherbergen, bei
- ›etw. erhalten, bekommen (auch in Verbindung mit abstrakten Bezugsgrößen wie minne, gnade, trost)‹; im Einzelnen: ›etw. (von jm.) entgegennehmen, annehmen‹ (mit Negationen auch als Formel dankender Ab
- ›etw. (z. B. mit der Hand, dem Mund) (auf)nehmen, auffangen, fassen, greifen‹; auch: ›jn. umgreifen, (in die Arme, auf den Schoß) nehmen‹.
- ›ein Amt, eine Machtbefugnis, ein Recht verliehen bekommen, übernehmen‹; auch: ›eine Aufgabe, eine Weisung erhalten, übernehmen, auf sich nehmen‹; speziell: ›einen Glauben annehmen; eine Ordensregel b
- ›ein Sakrament, einen Segen erhalten, empfangen‹; häufig: ›die Hostie, den Leib Christi empfangen, in sich aufnehmen‹; auch: ›eine Buße, Strafe annehmen‹; offen zu 11.
- ›(Geld, einen Ertrag, Wertgegenstand, eine Ware) entgegennehmen, sich aushändigen lassen‹; auch: ›(Geld, Spenden u. Ä.) einnehmen, annehmen‹; ›etw. verdienen; Gewinn machen‹; speziell: ›etw. erben‹.
- ›etw. (z. B. ein Leid, eine Strafe) zugefügt bekommen, erleiden, ertragen; (einen Schaden) davontragen‹; offen zu 8.
- ›etw. wahrnehmen, sehen‹; häufig: ›etw. empfinden, verspüren‹ (in Verbindung mit Substantiven für Gemütszustände mit Tendenz zum Funktionsverbgefüge).
- ›etw. (z. B. eine Flüssigkeit, Feuchtigkeit, häufig auch: Licht, Wärme) aufnehmen, sammeln, absorbieren‹; speziell: ›mit Licht beschienen werden‹; in Texten religiösen Inhalts meist bildlich; vgl. ent
- ›schwanger sein / werden; (physiologisch) ein Kind empfangen‹; häufig auf Maria, die Mutter Gottes, bezogen; in Texten der Mystik auch bildlich, dann offen zu 11.
- ›etw. verinnerlichen, annehmen, (in sich) aufnehmen‹; auch: ›etw. geistig erfassen, erkennen, verstehen, verarbeiten‹; ›sich etw. vorstellen, imaginieren‹.
- ›eine Eigenschaft, Fähigkeit haben, besitzen; mit einer Eigenschaft, Fähigkeit ausgestattet, begabt sein‹; auch: ›eine Eigenschaft, Fähigkeit behalten, aufrechterhalten‹; trans.: ›jn. (mit etw., für /
- ›(mit etw.) anfangen, beginnen‹; wohl Vermischung mit anfahen 1
Etymologie: zu mhd.