dunst,
m. bei Fleming, Gellert
und einigen andern f. dünne, nasse oder trockene flüssigkeit die in die luft steigt, meist sichtbar ist, doch auch nur durch den geruch empfunden wird; vergl. dampf, duft, brodem, qualm, schwadem.
ahd. tunst
f.? sturm, procella Graff 5, 430,
mhd. dunst
m. Ben. 1, 403,
f. Passional 229, 58
Hahn, doch m. 239, 8
Köpke, schles. danst Weinhold 13
b,
schwed. und dän. dunst.
im goth. altsächs. altfries. niederd. niederl. kommt dunst
nicht vor, das unter das goth. þinsan
und das verlorne þinan
dehnen gestellt wird; vergl. Gramm. 2, 35. 56. dust
f. = dunst Frauenlob 314, 11,
altnord. ags. engl. dust
n. staub. der vom sturmwind aufgeregte staub gleicht einer dunstwolke. verwandt scheint das goth. dauns
vapor, odor, ahd. doum toum,
mhd. toum,
schweiz. däumen Stalder 1, 273.
bair. däm dam Schmeller 1, 371.
schwäb. däum Schmid 121.
nord. daun.
das verbum dämen
dampfen dunsten Reinwald
Henneberg. idiot. 1, 18.
s.dampf oben sp. 714. 11.
eigentlich. das wasser verflüchtigt sich in dünste, löst sich in dünste auf, ist in dünste verflogen. die dünste des weins im keller sind betäubend. der dunst der steinkohlen beschwert die brust. im frühjahr steigen schädliche dünste aus der erde. der dunst steigt aus siedendem wasser. aus sümpfen erhebt sich ein dunst mit widrigem geruch. die ungevuge heize dunst (
des siedenden öls) noch die wallende brunst enwîsete im nindert ungunst
Passional 229, 58
Hahn. sus wart er ledec dirre brunst (
des heiszen sumpfes) die mit so scharfer ungunst im vor des wîsete iren dunst. 239, 8
Köpke. heizer tunst rouch von ir lîbe beide
Rabenschlacht 674. 778. von den orsen gie ein tunst rehte als dâ sich hebt ein rouch von einer brunst.
Lohengrin 2132. von den helden dâ gieng ein dunst durch liehte helme sam ein brunst, dô sie sô grimme vâhten
Ecke 97.
Schade. dô der von Bern die würme sluoc dort in den hôhen tannen, sante er von swerten manegen dunst ûf gên des waldes dolden, daz ich des wânde ez wære ein brunst.
Dietrichs drachenkämpfe 182. bî rîcher traht ein fûler dunst, daz heize ich niht hûsêre Frauenlob
s. 222
Ettm. do er tûsent menschen mit brunste eins tages verdarbte von rouches dunste
Renner 14259. des gab der wolf von im ein dunst aus dem mund recht sam ein prunst Wittenweiler
Ring 53
a, 8. das soltu bedenken schon (
bei dem in verglasten gläsern aufbewahrten, zuvor gesottenen gemüs) das der tunst nicht gee davon
Kochbuch in Haupts
zeitschr. 9, 372. lauf hin zu dem pauren, das er sich kein gelt lasz tauren und zu mir kum, ich hab ein kunst, das von im treib den bosen dunst.
Fastnachtsp. 59, 20. tunst
vapor Voc. incip. teut. y 4. tunst Eychman
Voc. pred. Ee ij. dunst oder dampf des rouchs Keisersberg
Postill 3, 28
b. für böse dunst und überflüssige feuchtigkeit des haubts
Albertus Magnus Buch der heimlichkeiten 51. Luther
gebraucht in der Bibel das wort nicht, nur dampf. dunst dampf Dasyp. 255
a. 317
c. ein dunst geben
vaporare 317
c. der dunst dampf vom erdtreich Maaler 93
d. dunst oder auszdempfung des wassers
das. einen dunst auszwerfen
das. geben derwegen gemeldte drei stück ein dunst oder blost (
blast) Fronsperger
Kriegsbuch 1, 152
a. und zerschlegt hernach der plast oder dunst erst das geschirr
das. damit umbsunst nicht, als der dunst, vergieng ohn frucht der (
l. die) liebe mein.
Ambras. liederb. 40, 33. truckner dunst
vapor Schönsleder K. feuchter dunst
halitus das. hitziger dunst
vapor fervidus das. dunstauszblasung, dampf so sich erhebt und aufsteigt, schwadem, brodem,
vapor, exhalatio, nebula Henisch 770. die lebendige- dunst
spiritus das. am tag vil schlafen ist nicht gut, bös dunst im haupt es bringen thut
das. wan ihre namen, als ein dunst, in kurzen jahren sich verlieren Weckherlin 354. und dasz sie keine dunst vergifte, steckt die frühlingsfackel an Dav. Schirmer
Rosengebüsch (1657) 418. dasz er kan weder hören noch sehn vor solcher dunst Knittel
Sinnenfrüchte (1677)
s. 47. freundschaft liebe huld und gunst gleichen sich dem rauch und dunst H. G. Weber
Liebesflammen (1672)
anhang 3, 2. dünner dunst aus der erde Frisch 1, 211
c. das leben ist wie ein dunst der grosz wird und bald verschwindet Steinbach 1, 309. die dünste steigen aus dem meere, in ihrem unermesznen heere schwebt in der luft ein ocean Christlob Mylius
Belustigungen 532. von diesen eltern (
Betrug und Einfalt) stammt die lust verbotner künste, die leider manchen christ den aberglauben lehrt, die statt der sonnen oft ein blendwerk fetter dünste, und vor den Samuel den geist der lügen ehrt. Günther 538. doch, bruder, wenn ich die natur und was ein irrlicht sagen wollte nur einmal recht verstehen sollte, studierte nennen es die dunst die aus den sümpfen aufgestiegen. Gellert 1, 257. auf einer langen reis Arists war stäts die sonn in dunst versteckt Ew. v. Kleist
Ged. 124. die sonn eilt hinter den vorhang von baumwollähnlichem dunst
ders. Frühling. welches (
feld) leichteren dunst aushaucht und flüchtige nebel. Voss
Virgils landbau 2, 217. wenn nun etwa beschattet des Helios scheibe mit schwärzlich finsterem dunst ein gewölk und ringsumher sich zertheilend hell vom inneren kern auskreisende stralen hervorgehn: traun für den morgen noch wol ist noth dir sicheres obdach. Voss
Aratos 854. du (
gott) winkst nur, und die welt verschwindet wie dunst, in schwüler luft entzündet wie funken des geschlagnen stahls Moses Mendelsohn
in Voss
Musenalm. 1780
s. 154. kaum aber hat dem tag in seine goldne bahn Aurorens rosenhand die pforten aufgethan, so senkt sich nebelgleich ein dunst von mohn und flieder und lilienduft auf seine augen nieder Wieland
Oberon 5, 23. wenn in wolken und dünste verhüllt die sonne nur trübe stunden sendet Göthe 1, 370. da steigt ein dampf, dort ziehen schwaden, hier leuchtet gluth aus dunst und flor 12, 206. als wenn diese ganz feinen dünste von einer leichten luft, wie eine schaumwolle, durch die atmosphäre gekämmt würden 16, 243, die geister gehen in dunst auf 41, 91. auf einmal aber steigt ein dunst empor, und deckt mit dichtgewebtem flor die lieblichste von allen scenen 41, 108.
Mephistopheles. auf meinem Harz der harzige dunst hat was vom pech, und das hat meine gunst 41, 154. das feuer sinkt und lodert klein; ein schauerwindchen fächelts an, bringt rauch und dunst zu mir heran 41, 312. der blitz der flammend niederschlug die atmosphäre zu verbessern, die gift und dunst im busen trug 41, 334. die tiefen strömungen (
des Rheinfalles) erschienen grün, und aller schaum und dunst war lichtpurpur. leichte windstösze kräuselten lebhafter die säume des stürzenden schaumes, dunst schien mit dunst gewaltsamer zu kämpfen 43, 161. über deren (
der erde) bäche die dünste der nacht aufdampften J. Paul
Siebenkäs 1, 96. die offne brust ist frei von sorgen wie frei von dünsten diese luft Kotzebue
Dramat. sp. 3, 187. auch der pöckling schichtweis aufgefahren reizt mit starkem dunst die leckergier J. Fr. Kind
Ged. günstig nähre deine brunst Eros mit dem glutenhauche, dasz du (
lampe) brennest ohne dunst, wie du sonst gequalmt mit rauche. Rückert
Ged. 382. doch wie zur erde neu die schweren dünste fallen, wer weisz ob geister so ins leben wieder wallen?
ders. Weisheit des Brahmanen 41. 22.
pl. blähungen, vapeurs. wenn von steinen gold und spitzen groszer damen busen blitzen, und sich seidner kleider freun, ei, da möcht ich dame sein! aber wenn sie dünste plagen, milz kolik und kopfschmerz klagen, über seitenstechen schrein: Lene, nein, ich danke, nein Weisze
Komische opern (1768) 2, 180. ihr half koketterie nicht mehr als eifersucht, geduld und zärtlich schmachten nicht mehr als launen und dünste Wieland 4, 67. 33.
bildlich, not, schmerz, bedrängnis; vergl. dampf 8. sîn herze begunt sich senken und darnâch bedenken wie er möhte gewinnen mit ganzer triuwe ir gunst, wan er doch den strengen dunst (
die verwundung) durch sie het erliten
Lieders. 1, 124, 268. hüte dich für dunst (
seufzen) der heimlich verwundeten herzen Olearius
Rosenthal 1, 29. wunder war es, dasz nicht die seufzer und dunst der schreienden gemüther zusammen liefen und in wolken verwandelt wurden 3, 16. 44.
uneigentlich, das nichtige, vergängliche, betäubende, täuschende, betrügliche, in vielfachen beziehungen. diu (
gelîchsenheit) treit nû geistlich wæte und wülvet ûʒ des herzen tunst Frauenlob
s. 147
Ettm. gevîolierte blüete kunst, dîns brunnen dunst und dîn gerœset flammenrîche brunst diu hâte wurzelhaftez obez 180. weil mir die dunst (
der rausch) noch trübe sinnen macht. Fleming 566. weg, ungelehrtes lied, mit deiner trüben dunst 600. ach herr! durch deiner lieb inbrunst vertreib der vorigen lieb dunst Weckherlin
vorr. zu den psalmen 5. ihr triumf für got ein dunst und spot 299. ob die natur das giebt etlichen marmorsteinen, dasz sie so von sich selbst, wie fackeln, helle scheinen, ja, oder obs geschicht durch zauberei und dunst. Dietr. v.
d. Werder
Ariost 3. 15, 3. was ist aller ruhm und prangen? nichts als rauch und schnöde dunst. Knittel
Sinnenfrüchte (1677)
s. 39. die sünde ist nicht eine dunst die uns von auszen vergiftet, sondern die aus unsern verderbten herzen aufsteigt Scriver
Seelenschatz 1, 176. Brockes
sagt ehrfurchtsdunst 2, 44. hoffnungsdunst der sie betrogen 3, 575. schwermuthsdunst 3, 700. 6, 78. ehrfurchtsdunst 5, 221. die körper erhielten durch diese übungen den groszen und männlichen contour welchen die griechischen meister ihren bildsäulen gegeben ohne dunst und überflüssigen zusatz Winckelmann 1, 10. vom dunst der ehre betrunken Ew. v. Kleist 1, 13. wenn sich sein (
des glücks) stral in trüben dunst verliert. 1, 124. sogleich verging ihm aller dunst lateinscher alten sprüche Hagedorn 3, 113. der schlaf überfiel ihn wie ein gewappneter mann, heitere morgenträume umtanzten seinen scheitel und nährten seine phantasie mit dem dunste glücklicher ahndungen Musäus 261. vermeint nicht, edler ritter, dasz ich gekommen bin durch salben und latwergen eure genesung, nach art unkundiger ärzte, auf den tauben dunst (
auf gut glück) zu kuriren 387. mit euerm wissen ist es dunst (
nichts) Gotter 1, 112. frei von dünsten des vorurtheils 1, 272. pfiff, unmöglich, wind, bloszer dunst Fr. Müller 3, 35. der sechzehn ahnen dunst verschwand gemach aus ihrem (
der Echo) hirne: sie bot ihm (
Narciss) buhlerisch die hand wie eine bürgerdirne Hölty
Narciss und Echo. die fröhlichen geister des weins zerstreuten in kurzer zeit die schwarzen dünste, womit sein gehirn umzogen war Wieland. das ist unläugbar eitel tand und schaum und dunst, ein kinderspiel für blöde unreife seelen nur
ders. Musarion 2, 53. der hochgelahrtheit dunst berauscht mich nimmer Kosegarten
in Schillers Horen 1796.
st. 10
s. 4. des wahnes dunst, des todes nacht zerfleuszt, o allmacht, dir die mir erlöser heiszt Salis 6. er sah durch den dunst der paar jahre, die zwischen ihr (
der verstorbenen) und ihm selbst lagen, hindurch J. Paul
Loge 2, 136. heute ist der spiegel meiner seele mit einem dunste angelaufen
ders. freund leser, den des schicksals gunst erhoben über gauklers dunst J. Fr. Kind
Ged. doch von drüben droht vernichtung, hält mich zwischen dunst und graus Göthe 41, 38. ein jeder denkt in seinem dunst, andrer verdienst sei winzig klein 47, 258. heilig achten wir die geister, aber namen sind uns dunst Uhland
Ged. 55. nicht rettet dich die höllenkunst, dein werk ist todt, dein zauber dunst 409. sie (
die lüge) blieb auf des alten (
des todten komödianten) angesicht wie eine grabschrift die da spricht dasz alles lug und trug und dunst, sein leben, treiben, seine kunst. Anast. Grün 324. was er spricht ist alles dunst
unwahrheit. blauer dunst
falscher schein, lügenhafte vorspiegelung; vergl. blau oben sp. 82. und dieser blawe dunst und fürhang Moysi hindert auch herzlichen vil Hebreer und misglaubiger, davon
s. Paulus sagt dasz die juden auf heutigen tag verfinsterts verstands sein und den mosaischen deckmantel ob ihrem herzen haben Joannes Nas
Warnungsengel (
Engelstatt 1588) 39. dasz aber der hochfliegend evangelische wahre glauben nicht nur ein blawer dunst, tröstlich zuversicht und gefaszter wohn 84. ein mann der lehren wil ein kunst, dasz ers nicht fasz mit blawem dunst von hörensagen oder zusehen H. Sachs 4. 3, 70
d. was kümmert sich ein held um solchen blauen dunst! Kotzebue
Dramat. spiele 1, 176. das gelbe fieber zu curieren ist eine schwere kunst, doch leichter als den herzgeschwüren vom gift der liebe nachzuspüren; da gibt es blauen dunst 2, 278. all ihre zärtlichkeit ist nur ein blauer dunst 8, 161. seine phantasie zog um die zukunft so viel gefärbten schatten und blauen dunst herum J. Paul
Hesperus 2, 44. einem einen blauen dunst vormachen
ihn durch falsche vorspiegelung teuschen, betrügen. das ist noch der juristen kunst, sie machen eim ein ploben (
plawen) dunst, dasz seinem beutel wird gestrelt, dasz in got geb die franzen (
französische krankheit)!
Meisterlieder Berlin. hs. 83.
nr. 235. ihm einen blawen dunst für die augen machen Mathesius 21
b. obwol etliche besebler (
betrieger) den fürwitzigen fürsten ein blawen dunst machen und dem kupfer ein farb einbrennen können, die gold und silber gleich sihet 155
a. bisz ich nur zu der thür hin eil, meim mann mache ein blawen dunst Eyering 3, 129. ich musz sein eben nemen acht dasz ihm ein blauer dunst werd gmacht. Ayrer
Fastnachtsp. 79
a. was wolstu mir für einen blawen dunst für die augen machen? Ayrer
Processus 1, 10. einem einen blauen dunst vor die augen machen,
einem sand in die augen werfen Rädlein 205
a.
glaucoma objicere ob oculos Frisch 1, 211
c. Steinbach 1, 309. dasz ich, so oft ich auch zu meinen eltern kam und um meinen wachsthum in den wissenschaften befragt wurde, ihnen einen dermaszen blauen dunst vorzumachen wuszte, wodurch sie zu glauben ursach fanden ich sei mit einem lehrmeister versehen, welcher mich zum doctor machen würde
Avanturier 46. diese unredlichkeit sich selbst einen blauen dunst vorzumachen, welche die gründung ächter moralischer gesinnung in uns abhält Kant 6, 199. wir können hier nicht unberührt lassen dasz uns der sinn auch schon nach einem erzbischofe steht. der wird vollends den leuten dünste von gehöriger bläue vormachen Klopstock 12, 362. selbst im rathhaus hat sie's (
Venus) angesponnen, blauen dunst Asträen vorgemacht, die geschwornen richter halb gewonnen, ihres ernstes falten weggelacht. Schiller
Venuswagen (1781). ihr wähnt mit diesen erbärmlichen gaukeleien dem einen blauen dunst vorzumachen, den ihr doch den allwissenden nennt Schiller 123
a. desto mehr kommt es mir als ein unwürdiger spasz, als ein blauer dunst vor Gottfr. Keller
Grüner Heinrich 72. 55.
bildlich ist es in der bedeutung von feinem schrot zu nehmen, womit man kleine vögel schieszt, minutissimi globuli plumbei, vogeldunst Frisch 1, 211
c. ein paar wunderschöne pistolen, die eine muszte er mir mit groszen hasenschroten und die andere mit kleiner dunst füllen und zwei kugeln drauf stopfen
Schelmufsky 1, 39.
ein gröberes schrot heiszt hagel. 66. eine bombe aus dem dunst werfen
heiszt sie so abfeuern dasz das zündkraut des mörsers zugleich die brandröhre der bombe zündet, oder man sagt die bombe mit éinem feuer werfen
im gegensatz des werfens mit zwei feuern,
wenn erst der bombe und gleich darauf dem mörser feuer gegeben wird Adelung. 77.
im mhd. steht die bedeutung von vapor fest (Ben. 1, 403
b),
die aber im ahd. sich nicht zeigt, wo tunst
f. (? Graff 5, 430)
sturm, sturmwind, heftigen andrang bezeichnet, wie jetzt noch in der Schweiz den wind, die erschütterung, die eine kanonenkugel, lawine, der einsturz eines hauses verursacht Stalder 1, 327.
dazu gehört eine stelle aus dem Theuerdank, er (
der held) wär sonst erschossen zuo todt, dann der (
aus dem geschütz geschossene) stein gieng so nahend zwar uber sein haupt, es felt nit gar umb ein span. der tunst dannocht schluog in sein haupt mit solhem unfuog das er kaum mit not kam darvon 78, 65.
Schlüssel zum Theuerdank s. 190.
bei Frauenlob
einmal dust
f. in der bedeutung von kraft drang impetus, got mit des geistes düste den sun warf undr ir brüste
s. 181.
Ettm. 88. dust
mit ausgefallenem n (
diese form kommt auch in der Schweiz neben dunst
vor Stalder 1, 327)
verhält sich zu dunst
wie duft
zu dumpf.
aber dust
erscheint noch im niederd. ags. engl. isl. und dän. (Outzen
Fries. gloss. 45, dyst Molbech
dän. dialectlex. 90)
in der besondern bedeutung von staub, mehlstaub. hier ist anzuführen, sein schermesserscharfs schwert auszzog, davon bald mancher arm auch flog hoch in dickes staubes dunst. Fuchs
Mückenkrieg 3, 561.