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Tollheit

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Tollheit

Tollheit

toll Adj. ‘verrückt, nicht bei Sinnen, ausgelassen, wild, großartig, unglaublich, schlimm’, steigernd ‘sehr groß, stark’, älter auch ‘geistesgestört, tollwütig’, ahd. tol (9. Jh.), mhd. tol, dol ‘töricht, unsinnig’, asächs. aengl. nl. dol, mnd. dul, mnl. dol, dul, engl. dull ‘dumm, schwerfällig, stumpf(sinnig)’ führen auf germ. *dwula- ‘getrübt, umnebelt, verwirrt’. Verwandt sind anord. dul ‘das Verbergen, Torheit, Hochmut’, isl. dulinn ‘eingebildet’, (hochstufig) mnd. dwal, dwel ‘irre’, got. dwals ‘töricht’ und die Verben ahd. twelan ‘säumig sein, einschlafen’ (8. Jh.), irtwelan ‘betäubt, kraftlos sein, verwelken’ (9. Jh.), mhd. -tweln, asächs. fardwelan ‘versäumen’, mnd. dwēlen ‘irren’, aengl. gedwolen (Part. Prät.) ‘verirrt, beirrt’, schwach flektierend ahd. twellen ‘zurückhalten, verweilen, säumen’ (9. Jh.), mhd. twellen ‘verzögern, (sich) aufhalten, weilen’, asächs. dwellian ‘aufhalten, hindern’, anord. dvelja ‘verzögern, sich aufhalten’, ferner ahd. twāla ‘Verzug, Verzögerung, Überdruß’ (9. Jh.). Außergerm. vergleichen sich griech. tholós (θολός, aus *θϝολός) ‘Schlamm, Schmutz, der dunkle Saft des Tintenfisches’, tholerós (θολερός) ‘schlammig, trübe, verwirrt’, air. kymr. korn. bret. dall ‘blind’, so daß ie. *dh(e)u̯el- ‘aufwirbeln, trüben, trübe, dunkel, geistig schwach’ angesetzt werden kann, eine l-Erweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln, wehen, blasen’ (s. Dunst). – tollen Vb. ‘ausgelassen, fröhlich, lärmend spielen, umherlaufen, -springen’ (Anfang 16. Jh.), mhd. in ertoln ‘toll, vermessen werden’; vgl. aostnfrk. gidolōn ‘sich überheben’ (9. Jh.), mnd. dullen ‘toll, närrisch sein, werden, rasen, unsinnig machen’. Tollheit f. ‘das Tollsein, Verrücktheit, verrückte, närrische Tat, Handlung’, ahd. tolaheit ‘Torheit’ (9. Jh.), mhd. tol(e)heit ‘törichtes Wesen’. Tollhaus n. früher für ‘Irrenhaus’ (17. Jh.), daher die Wendung es geht zu wie in einem Tollhaus. Tollkirsche f. Nachtschattengewächs mit braunen Blüten und kirschenähnlichen, schwarzen, giftigen, Alkaloide enthaltenden Beeren, die nach Genuß Erregungs- und Verwirrtheitszustände bewirken (1600). tollkühn Adj. ‘sehr kühn, verwegen’ (17. Jh.), mnd. dulkȫne ‘unüberlegt, unbesonnen’ (15. Jh.); vgl. frühnhd. ein toller küner man (16. Jh.). Tollwut f. bei warmblütigen Tieren vorkommende gefährliche, einen Zustand von Übererregtheit hervorrufende Viruskrankheit, die durch den Speichel kranker Tiere auch auf den Menschen übertragen werden kann (Ende 18. Jh.), älter tolle Wut (1. Hälfte 18. Jh.).
2516 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tollheit

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Tollheit , plur. die -en, von dem Beyworte toll. 1. Als ein Abstractum und ohne Plural, der Zustand, da ein Ding tol…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tollheit

    Goethe-Wörterbuch

    Tollheit [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tollheit

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tollheit , soviel wie 1) das Tollsein, d. h. rasend, unbändig, unvernünftig sein, daher auch Tollhaus , soviel wie Irren…

  4. modern
    Dialekt
    Tollheit

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Toll-heit (s. S.) Allg. [u. -iχhēt, –kēt Rip, Nfrk] f.: wie nhd., alle Arten des Tollseins bezeichnend (mit Ausnahme von…

  5. Sprichwörter
    Tollheit

    Wander (Sprichwörter)

    Tollheit Dat es en Dollhet, wenn dem Bûre de Pipp steht. ( Jerentowitz. )

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tollheit

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von tollheit

toll + -heit

tollheit leitet sich vom Lemma toll ab mit Suffix -heit.

tollheit als Zweitglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „tollheit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tollheit/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „tollheit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tollheit/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „tollheit". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tollheit/pfeifer_etym.
BibTeX
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