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bleichen

ahd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
30 in 22 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Verweise raus
77

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

bleichen

Bd. 2, Sp. 97
bleichen, splendere, fulgere, micare, praet. blich pl. blichen, part. geblichen, wie streichen strich gestrichen, weichen wich gewichen; doch das einfache verbum kommt nicht mehr vor, blosz die zusammensetzungen erbleichen erblich, verbleichen verblich, beide mit dem sinn von pallescere. ebenso gewähren die erhaltnen ahd. denkmäler nur arplîchan und farplîchan, kein plîchan, alts. aber, ags. und altn. erscheint auch blîcan: gisâhun blîcan thena sterron. Hel. 18, 11; gisah blîcan thena burges wal. 113, 2; hvät se beám bude, þe he blîcan geseah. Cœdm. 250, 12; gesâvon brimclifu blîcan. Beov. 442; skildir bliko þeirra við en skarða mâna. m. 134b, ihre schilde glänzten gegen den geschnittnen mond. der sg. praet. musz ahd. pleih, alts. blêk, ags. blâc, altn. bleik gelautete haben, wie sich schon Aus dem daher entnommnen adj. pleih, blêk, blâc, bleikr ergibt, welches pallidus ausdrückt, da geglänzt haben überläuft in die vorstellung von wenig oder nicht mehr glänzen, pallescere. allein das mhd. verbum blîchen darf nicht, wie bei Ben. 1, 205, erklärt werden pallescere, sondern umgedreht fulgere, was es in allen angeführten stellen bedeutet: bleichen unde blîchen begunde ir varwe und ir lîp. Trist. 360, 4, ihre farbe erblaszte und erröthete wechselsweise, vgl. bleichen und rôten. troj. kr. 22769; sô sin eteswenne sach under ougen alsô blîchen. 486, 1, wenn sie ihn erröthen sah; ei sunne, lâʒ dir swînen dîn trüeben und dîn blîchen. Ls. 2, 712, hör auf dunkel zu werden und zu scheinen, vrowe, ich sihe iuch blîchen. Helbl. 1, 1310, ich sehe euch roth werden. Diese erörterung der älteren gestalt des einfachen verbums macht seinen untergang begreiflich. als mhd. î und ei in nhd. ei zusammen fielen, hörte mhd. blîchen und bleichen auf sich zu unterscheiden und unser bleichen bekam immer die bedeutung des letztern; nur in erbleichen und verbleichen dauerte das mhd. blîchen. dagegen erhielt sich das schwache blicken, was m. s. Aus den urverwandten sprachen vergleicht sich zu blîchen lat. fulgere und flagrare, gr. φλέγειν, vielleicht mit ausstosz der liq. φέγγειν, skr. bhrâdsch (bhrâǵ), welches zugleich an goth. bairhts, ahd. peraht gemahnt. aber auch palleo und pallidus hätten anspruch auf bleich, und die abweichenden anlaute pallere und fulgere können sich verhalten wie in pario und fero (1, 1051), vgl. auch brennen und blicken, blitz, blinken, blank.
2394 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    bleichen

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +3 Parallelbelege

    bleicha¹AWB f. ō-(oder n-)St., nur in Gl. des 9. u. 10. Jh.s: ‚Schminke, stibium‘ (aisl. bleik[j]a). 175 bleh – bleihS17…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bleichenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    bleichen stn. dâ bî er disiu wort sprach sunder alleʒ bleichen Pass. 209,75.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bleichen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Bleichen , verb. reg. welches in doppelter Gattung üblich ist. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, bleich, d. …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bleichen

    Goethe-Wörterbuch

    bleichen Für G ist die ‘Entziehung’ von Farbe im Zshg seiner Beschäftigung mit der Farbenlehre von großem Interesse, woz…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bleichen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Bleichen , die natürliche Farbe eines Stoffes z.B. Leinwand, Wolle, Baumwolle, Seide, Papier, Wachs, Knochen u.s.w. entf…

  6. modern
    Dialekt
    bleichen

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    bleichen Band 2, Spalte 2,1236

  7. Spezial
    bleichen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    blei|chen I vb.tr. (besonders Hanf auf der Wiese) pliscé (-scia) II vb.intr. (verblassen, verwelken) smarí (-rësc), stla…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bleichen

17 Bildungen · 2 Erstglied · 11 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von bleichen 2 Analysen

blei + -chen

bleichen leitet sich vom Lemma blei ab mit Suffix -chen.

Alternativen: bl+-ei+-chen

bleichen‑ als Erstglied (2 von 2)

Bleichen der Pflanzen

Meyers

Bleichen der Pflanzen , die Unterdrückung der Chlorophyllbildung durch Entziehung des Lichtes. Da die im Dunkeln sich entwickelnden hellgelb…

bleichen II

RhWB

bleichen II -ei- Köln schw.: beim Spiel Partner sein; doch s. Rip plēχtə = pflichten (s. d.).

bleichen als Zweitglied (11 von 11)

abbleichen

DWB

abbleichen , colorem amittere, die farbe verlieren: abgeblichen stehn die hügel. transitiv, ausbleichen: es ist abgebleicht. sie kannten kau…

ausbleichen

DWB

aus·bleichen

ausbleichen , decolorem fieri, verbleichen: die farbe blich aus, ist ausgeblichen; der flecken bleicht aus.

entbleichen

DWB

ent·bleichen

entbleichen , 1 1) pallidum reddere: es geht dir oft ein stich durch dein herz, du must oft bei dir selbs schamrot werden, wann dir deine bö…

erbleichen

DWB

erb·leichen

erbleichen , praet. erblich, pallescere, erblassen. das ahd. erblîchan hatte noch, gleich dem einfachen blîchan (2, 97) die bedeutung von sp…

gebleichen

KöblerMhd

geb·leichen

gebleichen , sw. V. nhd. bleichen Q.: Urk (1265) E.: s. ge, bleichen W.: nhd. DW- L.: WMU (gebleichen 88 [1265] 1 Bel.)

verbleichen

DWB

verb·leichen

verbleichen , n. substantiver infinitiv, pallor, mutatio vultus. Steinbach 1, 131 .

Ableitungen von bleichen (4 von 4)

entbleichen

DWB

entbleichen , 1 1) pallidum reddere: es geht dir oft ein stich durch dein herz, du must oft bei dir selbs schamrot werden, wann dir deine bö…

erbleichen

DWB

erbleichen , praet. erblich, pallescere, erblassen. das ahd. erblîchan hatte noch, gleich dem einfachen blîchan (2, 97) die bedeutung von sp…

gebleichen

KöblerMhd

gebleichen , sw. V. nhd. bleichen Q.: Urk (1265) E.: s. ge, bleichen W.: nhd. DW- L.: WMU (gebleichen 88 [1265] 1 Bel.)

verbleichen

DWB

verbleichen , n. substantiver infinitiv, pallor, mutatio vultus. Steinbach 1, 131 .