Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
banc stFM.
1.1 meist allgemein ‘Sitzbank’
1.2 phras. (vgl. TPMA 1,334-336)
1.3 ‘Gerichtsbank (der Schöffen oder Richter)’ , im Pl. übertr. ‘Gericht’
1.4 ‘Folterbank’ (?)
2 ‘Verkaufstisch, -stand’ (vgl. die entsprechenden Komposita wie brôtbanc , vleischbanc etc.)
3 ‘Flurstück’ oder ‘Verkaufsstand’ (dann zu 2) (?)
1 ‘Bank’ 1.1 meist allgemein ‘Sitzbank’ stul, tische vnde banc / von grozzer zirheit Herb 9243; nu habe michelen danc, / siz widere an dinen banc Rol 1323; si muosen pflegen / truhsæzen unt schenken, ze rihten manige banc NibB 776,3. – übertr.: durch daz solde er sizzen / uffe der eren banke GrRud δ 45; ez nimt im selde und eren banc Frl 5:89,18; sich stiez ein bein an schanden banc ebd. 5:26,17 1.2 phras. (vgl. TPMA 1,334-336): – durch die ~ ‘alle, jedermann’ rîche und arme durch die banc / der pflac man vollenclîch alsô, / daz sie alle in gote wâren vrô LivlChr 944. – ‘etw./jmdn. verbergen, unter den Tisch kehren, übergehen’ sie stossend got under ain banck, die also vil wysen wellen hon [Gott auf unterschiedlichste Weise wahrnehmen] Eckh 1:82,10. 1:91,7. – ‘von der Bank auf den Schemel zu sitzen kommen, gesellschaftlich absteigen’ swâ die frouwen nider sîgent / von werdikeit unde stîgent / ab der banc ûf den schamel / und ab irem hôhen hamel / ûf die erden nider Ottok 18237. 8491; nu sitze ich ûf dem schamel unde er oben ûf der bank Neidh WL 26:3,9. – pei dem tier verstên ich all verkêrt ordenung, als wenn die tôren die weisen lêren wellent und dâ die schämel über die penk hupfent BdN 238,16 (vgl. TPMA 11,197). – in winkeln und under benken ‘an verborgenen Stellen’ suochent, guote liute, / in winkeln und under benken Iw 1287. 1376; ez [das Katzenauge] begonde her unde dar / in winkelen und under benken / nach den muͤsen vaste wenken StrKD 2,73; und hiez in under eine banch / in einen winchel ligen gan ebd. 58(A),126 1.3 ‘Gerichtsbank (der Schöffen oder Richter)’, im Pl. übertr. ‘Gericht’ swer so einen schephenen beschildet [beschimpft] uf der banc UrkCorp (WMU) 51,22; der aver ze den benken niht geborn ist, der sol des stuoles bitten mit urteile ze vinden SpdtL 200,6; vor gerichte in den vir benken StRFreiberg 173,25. – ‘vor Gericht kommen, bringen’ phras. (?): daz ein man vil tritet in die benke unde machet anspreche eines guten mannes erbe StRFreiberg 64,13; wenne daz geschit, so sullen si iz wider brengen in di vir benke ebd. 81,17 1.4 ‘Folterbank’ (?): galle wart im [Christus] geschenket. / gezogen an dez cruces banc HvNstGZ 3045 2 ‘Verkaufstisch, -stand’ (vgl. die entsprechenden Komposita wie brôtbanc, vleischbanc etc.): von einem banche, da man brôt uffe verkouffet vnd von der hofstat, da derselbe banch uffe lit UrkCorp (WMU) 889,7; ez sol auch nieman dehainen schrein noch panc noch schragen in die straz setzen NüP 156; StRMünch 203,13. – ‘Wechseltisch’ swilichirhande silbir, daz man wechsilt an deme banke UrkCorp (WMU) 1161AB,15 3 ‘Flurstück’ oder ‘Verkaufsstand’ (dann zu 2) (?): sechzehen schilling phenning geltes von Peters Buͥrstlis banke, der gelegen ist an dem orte niden an Heinrich Techans banke UrkZofingen 62 (a. 1338). 63 (a. 1338)
MWB 1 421,16; Bearbeiter: Diehl