Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
außen Adv.
außen Adv.
außen Adv. ‘an der Außenseite, außerhalb’. Ahd. ūʒan, ūʒana (8. Jh.), mhd. ūʒen, asächs. ūtan(a), aengl. ūtan(e), anord. ūtan, schwed. utan, got. ūtana, germ. *ūtan- ‘außen’, im allgemeinen sowohl adverbiell wie präpositional, gelegentlich auch konjunktional gebraucht, ist eine Weiterbildung von germ. *ūt (s. aus) mit Hilfe des Suffixes -ana, das ursprünglich die Richtung woher? bezeichnet (‘von außen’), aber wie andere Ortsadverbien dieser Art (z. B. oben, s. d.) sehr bald (im vorliegenden Fall schon im Got.) auch auf die Frage wo? antwortet (‘außen’), zuweilen sogar auf die Frage wohin? (‘nach außen’). Nhd. außen hat den präpositionalen Gebrauch ganz aufgegeben und wird in adverbieller Verwendung weitgehend durch draußen (ahd. thārūʒan, 9. Jh., frühnhd. draussen, daraussen) ersetzt. außen erscheint heute nur noch in der oben angegebenen Bedeutung als Antonym zu innen (s. d.) und in Verbindung mit den Präpositionen von und nach. Häufig in substantivischen Zusammensetzungen. – Außenseiter m. ‘wer am Rande oder außerhalb einer bestimmten sozialen Gruppe, einer Berufsgruppe lebt, mit ihren Gepflogenheiten nicht vertraut ist, seine eigenen Wege geht’. Engl. outsider (zu outside ‘Außenseite, Außen-, außerhalb’) wird gegen Ende des 19. Jhs. (vereinzelt schon früher, vgl. Engl. Einfluß (1936) 137) in die Wirtschafts-, Börsen- und Sportsprache übernommen, bezeichnet zunächst das ‘Nichtmitglied’ kartellartiger Verbände, der Börse, eines Tattersalls, auf dem Gebiet des Rennsports ein ‘Pferd, dem man keine Gewinnchancen zuspricht’. Seit der Jahrhundertwende wird es in allgemeinem Sinn gebraucht (s. oben), den das Engl. schon während des 19. Jhs. entwickelt. Zu Beginn des 20. Jhs. kommt im Dt. die Wiedergabe Außenseiter auf, die engl. outsider in dt. Texten weitgehend verdrängt.