auf-halten: 1. in sinnl. Bed. a. etwas a., emporhalten. α.
de Axt wär och nüdeg opgehale auf den Schleifstein, da sie voller Kerben ist Rheinb-Wald; absol. vom Rande aus anfangen zu pflügen Düss-Kaiserswerth. RA.:
Hältste nett et Tellerke op, on donn ech dech och jet drop Erk-NCrüchten. — Liegt beim Klickersp. der Klicker des Spielers in einer Vertiefung oder hinter einem Steine, u. der Spieler möchte gerne aus dieser Lage hinaus, so ruft er:
ophauəs! Eup,
ophautəs! Heinsb-Breberen,
ophaldəs! Jül,
ophaləs! Bergh,
ophaldəstər! Jül-Hasselsw,
ophaləmər! Bo-Keldenich, u. er darf entweder seine rechte Hand über die aufgestülpte Linke oder aufs Knie zum Schnellen legen, wenn nicht vorher schnell ein anderer gerufen hat:
enhauəs, ophaləstər net, huch haləstər net! — Ophaus! wird dem Verlierer zugerufen, der dann seinen
Mergel zwischen die Fingerknöchel klemmt, worauf der Gewinner diesen
M. oder auch die Knöchel zu treffen sucht Eup. — β. drauf behalten (ohne Nennung des erhöhten Ortes);
halt de Kapp op (auf dem Kopfe);
halt der Kopp op! werde nicht verwirrt, mutlos Rip, Allg.;
he es so kahl (kahlhäuptig),
dat e gen Lus ophält Geld-Leuth. — γ. in die Höhe halten u. dabei öffnen Allg. RA.:
Pafgot (Pfaffengut),
Rafgot; Deuvel, halt den Sack op! Rip.
Den enen hält den Sack op, den anderen jegt (jagt)
et drin Geld-Nieukerk.
Halt de Schüss (Schoss)
op, ove fällt noch ene! Zuruf, wenn einer hinfällt Jül-Selgersd;
de Sch. oph. betteln gehen Bergh-NEmbt, Rip.
Puətche (Pfote)
oph. Schläge auf die Hände bekommen Aach;
oph. Tor aufh., ein Knabensp. Kempld. — Ist der Begriff des Öffnens betont, so steht
n. der ufrk.
op/oəpen-L.
oəpen, de Häng (Hände)
oph. in die Höhe halten u. öffnen, um eine Gabe zu empfangen; aber
de H. oəpen h. offenhalten. RA.:
Die hält och gern de H. op sie bettelt Allg.
Mer muss sich immer en Hingerpörzchen (Hinterpforte)
oph. Köln, Neuss. — Folgende RA. stammen aus dem
uf-, op-Geb. (für offen) u.
ufh. bedeutet schlechthin ‘offen halten’;
de Dür, de Ogen, de Graven udgl.
oph. Ech h. de Dür für all Löck (Leute)
op jeder kann mich besuchen Rip.
Halt de Porz (Pforte)
op, dann häste och kenen Dokter nüdig! sorge für Stuhlgang Rip.
De Mul oph. neugierig, mit offenem Munde zuhören;
wat stehste do, de M. opzeh.; de hält Nas on M. op Rip, Allg.;
de hält dat Maul uf, dat en Hauwan (Heuwagen)
renfahre kann Bernk-Hochschd, —
als wenn Graf Deuvel möt singem Staatswagen erenfahre söll Bo-Walberbg, —
wie en Kroh (Krähe) Eup, —
en Schüredür Rip, Allg.
He löt (lässt)
sech överall de M. oph. der Schmarotzer lässt sich traktieren;
de let sich va sing Frau de M. oph. die Sorge für die Wirtschaft überlässt er seiner Frau Aach, Eup;
sech der Bock (Bauch)
oph. lote Eup. — b. etwas aufrecht, in Gang halten;
et Hus oph. die Haushaltung führen Aach, MGladb, Sol;
sei hölt der Huschert (Haushalt)
för de Käinder op Eup;
Schull oph. Schule halten, vom Lehrer, auch als Kindersp. Allg. (nicht Rhfrk);
halt mech de Platz op! verwahr mir die Stelle Kemp, Allg.;
et Geschäf oph. Allg. (doch hier mehr der Nebensinn des Öffnens). — c. etwas (einen) a., an-, zurückhalten, etwas (einen) zum Stehen, Verweilen bringen;
de Kugel oph.; Wasser oph. auffangen, stauen;
de Bach oph.; et Wasser oph. das fliessende W. stauen, den Urin zurückhalten;
de Koh hält de Melch op, auch absol.
de K. h. op bes. wenn sie von einem Fremden gemolken wird;
den Wagen (den Zug, et Perd) oph.; den Odem oph.; halt en op! den Laufenden, Fliehenden;
hat op! lass nach Rip, Allg.;
ophauens dich! Zuruf beim Klickersp., halte zurück Aach. — 2. mehr übertr. a. einen a., mit Worten, unerwarteter Arbeit hinhalten; ihn veranlassen, dass er seine Arbeit unterbricht, ihn stören;
du hälts mech met dengem Geschwätz (
Kall, Bubbeln udgl.)
och mih op, als de wert bös; sun kotzelege Arbet hält enen mih op, als mer glöven soll; halen ech dech och net op? Rip, Allg.;
mir haden viel Ofhales wurden oft gestört, —
lang O. lange Rast;
ohne O. Mosfrk;
opgehale! mit diesem Rufe hält ein Spieler den rollenden Klicker des anderen auf Ahrw-Calenborn. RA.:
Den Fuhrmann soll mer net oph. Daun-OStadtf. — b. an etwas (einem) aufgehalten sein, durch das Fehlen einer Sache oder Person am Fortschreiten der Arbeit gehindert sein;
mant dir, ich wär on eich ofgehal, wenn ich heirode wollt? Trier, Bitb;
on mir es er net ofgehal Saarbr, Birkf. — c. einem etwas a., vorenthalten;
he hält den Arbetslöggen (-leuten)
et Geld op zahlt nicht zu rechter Zeit die Löhne Rip. —
d. sich a. α. sich an einem Orte a., verweilen;
ech han mech en N. ze lang opgehale; auch ohne Ortsangabe:
ech kann mech net lang oph. Rip, Allg. — β. sich mit einer Sache, einer Person a., in der eigentlichen Beschäftigung gestört werden;
dor kann ek mej net mät oph. Klev, Allg.;
der hält sich met der Sach (met dir) net lang of Mosfrk, Allg. —
Sich mat änem oph. vertrauten Umgang pflegen Bitb, Allg. (nicht Rhfrk);
sech met der Mäd (udgl.) (Magd)
oph. geschlechtlichen Verkehr mit ihr pflegen Rip, Nfrk. — γ. sich an einer Sache, einer Person a., Zeit verschwenden;
sich net a Klaf en Weisch (Geschwätz)
oph. auf übele Nachrede nicht hören Aach;
de hält sech dodran en Längde an op; an der Arbet (an dir) halen ech mech net lang op Rip, Allg. — An etwas Anstoss nehmen;
de Jong es esu frech, (an dem) do han ech mech alt lang an opgehale Rip, Allg. — δ. sich bei einer Sache a., zwecklos die Zeit verschwenden;
dor kann ek mej nit bei oph., dor häbb ek ken Tit för Klevld, Allg.; bes. bei einer selbstverständlichen Sache
brauch mer sich net ofzeh. Mosfrk, Allg. — ε. sich über eine Sache, eine Person a., sich entrüstet, unwillig zeigen durch Wort u. Gebärde;
en hot sich org driwer (
iwer de Geschicht, iwer de Kerl udgl.)
opgehalen Bitb, Allg.;
wat geht dat dech an, halt dech net dröver op; e hält sich över alles op bekümmert sich unbefugt um anderer Angelegenheiten Rip, Allg. — ζ.
halt dech op! hör auf mit dem Gerede, kümmere dich nicht um anderer Leute Sachen; warte mal ab; du wirst noch etwas erleben! Rip. — e.
dat opjəhęl Abhaltung, Störung in der Arbeit durch Besuch, Wetter udgl. Gummb.