auf-gehen : I. in die Höhe gehen. 1. mit persönl. Subj. in best. Wend. (sonst
herauf-, hinaufg.);
en Kett Hohnder geng op flog auf;
de Pattevugel (Drache)
geht schün op steigt schön Rip, Allg. RA.:
Den Fliegert geht niet op der Plan gelingt nicht, die Sache hat keinen Erfolg Klev, Rees.
De Pitter genk op wie e Pöttche Heff (Hefe) er ging hoch vor Empörung Bergh-Hüchelhv. —
De Bur geht för de Kopmann op er ist höher zu achten Emmerich.
Se gohn op der Hochzeitszug setzt sich in Bewegung, zieht auf;
ech gohn met op nehme am Hochzeitszuge teil MüEif;
mer wellen o. Hochzeit feiern Eusk. — Prägnant
; den Bur o. den Bauer besuchen, bei ihm betteln; in die Weite gehen Klev, Rees;
de Kelder o. den Kelter aufdrehen (Gegens.
de K. zougohn) Bernk;
et Sched (Scheid, Grenze)
o. vor dem Mähen die Grenze der Wiese durch Niedertreten eines Grasstreifens bezeichnen Bergh-Blatzh. — Weiter (auf)rücken, sich enger aneinanderschliessen;
goht doch en bes-chen mih op, mer han he ken Plaz! Rip. —
Opon afgohn hin- u. hergehen Rip, Allg. — Eine Steigung, einen Berg a., hinaufsteigen,
den Berg o. Nfrk. — 2. mit sachl. Subj. a. ein Gestirn geht auf Allg. RA.:
Langschlöfer, Ülenbock, wannih geht ding Sonn op; söll mer dich net schuren, et send jo bal elf Uhren! Wippf-Lindlar.
Wenn de Sonn so waterig (wässerig)
opgeht, dann geft et Regen Klev, Rees.
De Mond geht of! zu dem, der eine Glatze bekommt Mosfrk, Allg.
Du mäs (machst)
en Geseit (Gesicht),
wie wenn in Pole de M. opging MülhRuhr.
Et opgohnd Licht zunehmender Mond Nfrk.
Nau geht mech en Leit (Licht)
op! nun begreife ich es SNfrk, Allg.; scherzh.
nu geht mech en Stallater op! MGladb.
Dem geht der Dag en de Schnüss op er ist mundfaul Sieg, Siegld. — b. gesäter Samen geht auf, keimt Allg. RA.:
Dem send och de Kühl (Kohlpflanzen)
opgegange er ist ein steifer, langsamer Mensch Grevbr-Wevelinghv.
Rebsomen in dem seine Ohre gehn in drei Dage (Tore) of er ist ein Schmutzfink Ottw. —
d. en opgohnde Wand senkrechte W. Sieg-Rhö
nd. — e.
de Flamm, de Roch geht op (meist aber
en de Hüh) steigt in die Höhe Rip, Allg.;
der Möll (Staub)
geht op Eusk;
der Nevel (et Wedder) geht op es wird klar Rip, Allg.;
et geht op es taut Aach;
es (et Werer) geht uf es taut Birkf, Wend;
dat Eis gehr of Birkf-Herrst;
et (der Schnee) geht of Saar, Trier, Wittl, Bitb. —
f. der Teig geht auf, steigt durch Gärung auf;
de Backstuf muss warm gehale gen, sos geht den Deg an (in)
de Mul (Mulde)
nit op WEifel, Allg.;
et Brot es net ganz ofgang Hunsr, Allg.;
Köük (Kuchen),
die wore opgegange wie Fonzedeik (-teig) Eup. — Übertr. α. von Menschen, dick werden, gedeihen, in gute Verhältnisse kommen Allg. RA.:
Dat Kengk (Kind)
geəht op wie enen Deg Aach, Rees, —
Weitendeig Sol;
e gaht of bie en Hänschmelskoche (Buchweizenkuchen) Koch-Laub, —
Boukeskouk Eup, —
nen Bochweizepannekoche Köln-Stdt, —
e Dampnudel Ottw-Wiesb, —
en Puffelskoken NBerg. — β. das Herz geht einem auf, schwillt auf vor Freude, Stolz, Ganugtuung Allg. RA.:
Dat Hart geiht em op wie en Bukweitenpannekuk Ruhr, Allg., —
e Pund geschlumpt Woll Simm-Horn, —
en Kellerdör (-türe) Wittl-Meerf, —
Kauk (Kalk) Eup, —
e Schavuənhäuf (Wirsinghaupt)
em Hers (Herbst) Köln, —
en dot Kücke (Kücken)
de Fott (scherzh.) Duisb. — g. die abgerahmte Milch geht auf, scheidet sich beim Brühen in Molken u. Matten;
de Melch lässt mer opg., wammer Käs machen well Waldbr, Gummb, Siegld. — h.
et geht op met em er steigt in seinen Verhältnissen, Einnahmen, seiner Gesundheit Rip, Allg. — i.
et geht enem (hart) op es kostet ihm Mühe, es wird ihm schwer;
et sall em wahl noch opg. er wird noch klein beigeben, sein Stolz wird sich noch legen;
dat sall em hart opg. schwere Mühe kosten Rip, Allg.;
dat geht dech ok te hart op das hältst du wohl kaum aus SNfrk, Allg.;
bei der Arwet hot mir's hart ofgang die Arbeit fiel mir schwer Saar. — 3. übertr. verzehrt, zu nichte, verwendet werden. a. mit sachl. Subj.;
dat ganze Dorf geng en Flammen op; mir es et Geld opgegange; de Los (Lust)
am Arbede geht enem op; et Brut ös us opgegange Rip, Allg.;
der Kall (das Schwätzen)
geht dem net op Bergh, Dür. RA.:
Et gäht (grad) of wie of Matzen Hochzeit gesagt, wenn nichts mehr übrig bleibt Saar, Birkf, Trier. — Von einer Rechnung, bes. beim Dividieren;
de Rechnong geht op ohne Brüche, Soll u. Haben gleichen sich aus;
zwei geht en sechs op Rip, Allg.;
et gäht Null van N. of Ottw-Wiesb. — b. mit persönl. Subj;
se gonnt nit op die Dummen werden nicht alle Duisb, Allg.;
de geht ganz dren op er ist mit Leib u. Seele dabei;
de geht op en senger Arbet, — en senger Frau er vergöttert sie Rip, Allg. — II. sich öffnen Allg. bis zur
op/oəpen-L. im Nfrk. a. von Blumen, Knospen, sich entfalten;
de Knoppe, de Rusen, Blomen gohn op Rip, Allg. RA.:
Dir bliht e Ris-che (Rös-chen);
wenn et ofgiht, stinkt et dir steht noch etwas Unangenehmes bevor Kobl. — b. von Verschliessbarem;
de Dür, et Finster, de Deckel udgl.
geht op Rip, Allg. RA.:
Wo wonnt ühr? Abweisende Antw.:
Wo de Dör a jene Still (Pfosten)
opgeəht Aach.
Mä, Männeke, döhch (tue)
de Poərz op, se geht op, se steht op Geilk-Baesw.
Dem as en Schrauf opgangen er ist geistig nicht normal Mosfrk. — c. von Öffnungen des Körpers Allg. RA.:
De Auen (Augen)
wearden him doriwer noch opg.! er wird noch zur richtigen Erkenntnis gelangen Bitb, Allg.;
et wiərd em noch hell opg. Schleid-Hellenth.
Wenn dem sei Maul ufgiht, mänt (meint)
mer, et ging e Schauerdir uf Westerw, Rees
(Schürport). Dem geht de Mul zewiərsch (zwerch)
onger de Nas op Köln-Sürth.
Ging et do de Berg erop, ging dem Peərdche de Arsch op, ging et luter (immer)
fupp, f., f. Kniereiteld. Sieg-ODollend. —
De Schwären (Geschwür)
geht op; de Wond es am opg.; de (geschwollene)
Foss geht op bricht auf; auch
sech de Föss (Zihe) opg. durch Gehen beschädigen, durch eine Wunde öffnen Rip, Allg. —
d. von Verschlossenem, Verknüpftem, Genähtem, Gebundenem;
de Kest geht net op; et es mer en Hosenbändel opgegange; dem Mädche geht et Hor (de Flöch) op; de Noht geht op; de Schürzel (de Rock) geht mer op Rip, Allg. RA.:
Öm ös der Knodd (Knoten)
(der Knopp, Wachsknopp) noch net opgegange er ist im Wachstum zurückgeblieben Rip, Allg. — e. übertr. beginnen, eröffnet werden;
dät Haumache (Heu-)
geht uf Hunsr;
de Wies geht of sie wird frei zur Weide nach St. Michael Eif;
de Wei geht op Nfrk.