AUFGEHEN vb. ahd. ûfgangan, -gân, -gên,
mnd. upgân,
as. upgān, -gangan,
mhd. ûfgân, -gên,
mnl. opgaen, -gangen,
nl. opgaan,
ae. ūpgān, -gangan. A
in konkreten verwendungen mit räuml. bezug sowie in daraus direkt ableitbaren bildl. u. übertr. verwendungen. 1
eine bewegung oder die richtung von unten nach oben bezeichnend. a
über eine grundlinie, den boden, horizont steigen sich erheben. α
von gestirnen, speziell der sonne: ⟨800/10⟩ fater thie in himile ist, ther thie sunnun ufgangen tuot ubar ubile inti ubar guote
Tatian 232,3 S. ⟨v1022⟩ ter âbentsterno. ter uuîlon in anegâenda naht ûfkât Notker
1,38,23 P. ⟨n1180⟩ wê waz hilfet mich, daz mîn sunne ist ûf gegân? Heinrich v. Morungen
31134,38 MF. ⟨u1200⟩ der morgensterne möhte sîn / niht schœner, swenner ûf gât / und in des luftes trüebe lât Hartmann
Iwein 6627 B./L. ⟨E13.jh.⟩ uch sol uf gen die sunne der gerechticheit, allen den die minen namen vorchten
altdt. pred. 1,60 Sch. ⟨u1380⟩ sie ist glich dem tagsterne; / wan der uff get, man sicht in gerne Altswert
22 LV. u1477 daz es nacht ward, und nun der mon waz houch uff gegangen Steinhöwel
Äsop 320 LV. 1525 es were durch yhn
(Karlstadt) zu Orlamuͤnde die rechte sonne auff gangen Luther
w. 18,110 W. ⟨1640⟩ es sol dein lob aufgehen / wo unser zenit selbst und na dir pflegt zu stehen Zesen
Helikon (1656) 2,112. 1665 welcher grosser unglüksstern mag doch gestern und heut über mir aufgangen seyn Bucholtz
Herkuliskus 451b. 1737 ist es ein stern, der aufgegangen, / und der so hell und lieblich leucht? / es ist die schöne braut Henrici
ged. (1727) 4,481. 1790 die hofnung zur genesung geht auf, wie ein stern
chronik 99 Sch. 1857 die sonne war aufgegangen in Hans Unwirrschs seele Raabe
6,283 H. ⟨1951⟩ ist er doch das aufgehende gestirn des französischen dramas Rehfisch
hexen (1957)185. 1967 auch das tägliche aufgehen der sonne ist eine wiederholung, die durchaus nicht als unangenehm empfunden wird Braun/B.
engel 164. 1997 ich hatte ein schlechtes spiel, aber die sonne wird trotzdem morgen aufgehen
tagesztg. (13.6.)19. β
von feuer u. flüchtigen substanzen: ⟨u1200⟩ diu wolken begunden / in den selben stunden / von vier enden ûf gân Hartmann
Iwein 6643 B./L. ⟨1301/19⟩ daz der louc ûf gie Ottokar
öst. reimchr. 30452 MGH. u1330 swa fúre ufgat .. und die burger vor dem fúre ain hus nider brechen darumb ..
württ. geschichtsqu. 21,75. 1415 und in welem huse sü sohent einen rouch ufgon
(Straßb.) chr. dt. städte 8,345. ⟨v1490⟩ das fuir gieng oben in dem haus auf
(Augsb.) ebd. 22,67. 1510 item wenn wolcken von orient auffgeen .. bedeüt wasser in dreÿen tagen Reynman
wetterbüchl. 6 faks. 1524 gott läßt zu ersten kleine füncklin seiner lieb einfliessen vnd vffgeen in der selen Karlstadt
schr. 1,59 HND. 1626 befand er in seinem hertzen ein solch fewer eines rasenden zorns auffgehen
theatrum amoris 151. ⟨1637⟩ ein schwartzer dampff gieng auff von seiner nasen Opitz
op. [1689]4,34. 1719 da bey erschaffung der welt ein nebel oder wässerichter dampff von der erden aufgangen und das land zur fruchtbarkeit befeuchtet Fleming
jäger 1,1b. v1799 vermerkte und erführe einer der nachbarn, daß feuer in der nachbarschaft aufgehe
in: Berg
hdb. policeyrecht 6,2,658. 1825 als es zuletzt an das hervorrufen des autors ging, trampelte ich mit den füßen, daß der staub aufging Grillparzer
513,153 S. 1917 da gingen in Westgalizien keine jener rauchsäulen .. auf, die den vormarsch der russischen massen .. verkündet hatten Stegemann
gesch. d. krieges 2,251. 1955 rings umher und allerorten sind feuersbrünste aufgegangen Fischer /E.
Eugen 27. –
sich im aufsteigen auflösen, häufig mit subjektumsprung in feuer, rauch
u. ä. aufgehen ‘
verbrennen’: 1421 wen die stat an 20 ader an 30 enden mit füer uf gyngk
in: frnhd. wb. 2,437. ⟨u1430⟩ do lag ain nebel, der gieng uff ze mittag Ulrich v. Richental
123 LV. 1473 so der tow vff gegangen ist vnd verzeret von der sunnen Steinhöwel
ordn. 13 S. ⟨v1490⟩ item an sant Felitzen tag verprannen 123 heuser zuͦ Füessen, gieng von aigem feuer auf
(Augsb.) chr. dt. städte 22,199. 1578/1601 vnd 30
(häuser) gingen auf im rauch Hüttel
chr. Trautenau 276 Sch. 1639 als Suantevits des abgottes tempel im fewr auffgieng Micraelius
Pommer-land 1/3,255. ⟨1647⟩ wegen des grossen .. brandschadens .. wir auch nicht wie gebräuchlich im gesandten hofe, welcher auch mit auffgangen war, .. geleget wurden Olearius
reisebeschr. (1663)29. ⟨v1709⟩ die babylonische monarchie ist .. im rauch aufgegangen Abraham a
s. Clara
wein-keller (1710)413. 1847 ging mein schloß in jähem brande / lodernd auf um mitternacht Geibel
1,252 S. ⟨1854⟩ was thu ich mit eurem lob und eurer zufriedenheit? das geht alles in wind auf, weil meine eltern es nicht hören Auerbach
(1857)7,177. ⟨1934⟩ die szene des selbstmordes ..; eindeutig erzeugt sie schrecken und rührung, nicht nur bei allen, die ihr beiwohnen, sondern auch bei dem leser, – nur damit schließlich das ganze in lächerlichen dunst aufgehe Th. Mann
(1955)10,551. ⟨1949⟩ wir sahen auf einzelnen höhen die schlösser in flammen aufgehen Seghers
d. toten (1950)278. 1996 als .. alles in rauch aufgegangen war
tagesztg. (29.2.)6. γ
von wasser(quellen); häufig in der bergmannsspr von sich im stollen öffnenden wasseradern; auch mit subjektumsprung von bergwerken, die (nach einem wassereinbruch) aufgegeben werden: ⟨u1250/72⟩ die brunnen die dâ niden ûf giengen, die bezeichent daz arme völkelîn Berthold v. Regensburg
1,81 P./S. 1367 weret ouk, dat dat water in deme sulven Rammesberge upginghe
urkb. Goslar 5,40 B./H. n1467 welcher
(baumeister) so kunstreich wär, der den selben brunnen leitet, das er in irem pallast aufgieng Tetzel
Rǒzmital 184 LV. 1510 also ye mer die wasser der traͤhen in deinem hertzen auff gond, ye meer sy das gemuͤt von yrdeschen dingen zuͦ got aufferhebent Geiler
hauptsund hh 6a. 1552 solte .. das wasser in den kunstschechten aufgehen und die schifferschechte ertrinken
urkb. mansfeld. saigerhandel 345 M. ⟨1583⟩ sindt die obern bergwerck beliggen blieben vnd aufgegangen Hake
bergchr. 15 D. 1684 ßo wirdten die waßer woll höher undt
etwa andertt halb lachter
(klafter) auffgangen sein
in: Leibniz
I 4,10 ak. 1750 aufgehen, heisset in den bergwercken, wenn die wasser in den gruben aufsteigen, und die arbeiter austreiben, aus welcher ursache offtermahls eine gute zeche liegen bleiben muß
Chomel, lex. 1,808. 1895/8 steigt der wasserspiegel in der grube, so sagt der bergmann, die wasser gehen auf Lueger
lex. technik 1,537. δ
in der jägerspr. von aufgestöberten vögeln ‘
auffliegen’ ⟨1788⟩ als .. vor meinen füßen eine flucht hühner aufging Bürger
2,153 W. ⟨1838/9⟩ ging eine kette feldhühner mit schmetterndem flügelschlage und geschrei auf Immermann
1,146 B. ⟨1905⟩ zwei sandhühner .., die hier .. vor uns aufgehen und .. nicht weit von uns wieder einfallen Schillings
blitzlicht (1910)429. —
auch trans. ‘jagdwild aufjagen aufstöbern’: 1693 habe ich in lorenzner feld ain wachtl aufgangen Rost
tgb. 67 H. 1897 einen hasen, seltener einen am boden liegenden, sich drückenden vogel aufgehen
ihn aufjagen aufstöbern Dombrowski
waidmannsspr. 254. b
sich (auf ein bestimmtes ziel zu) hinauf bewegen, auch übertr. ‘
bis zu einer bestimmten stufe, einem bestimmten rang steigen’, ‘
im preis steigen’ ⟨u1060⟩ diu stega, dâ man ze demo diske ûf scal gên, diu ist rôth Williram
52,25 S. ⟨E13./A14.jh.⟩ ie wir mit unserm verstantnisse mê ûfgân, sô wir mê in im
(gott) einez sîn meister Eckhart
dt. w. 2,536 Q. hs.15.jh. also schoͤn lutter gat ir gebet uff fúr gotes antlit
in: Stagel
108 DTM. 15.jh. jn dem selven jair .. binnen Coelne dat korn ein wenich upgeink
(Köln) chr. dt. städte 13,175. 1415 ufczugehen bis an die brelowische grenitcz, von dannen czu gehen bis an die grenitcz czu Grose Mandirmir
urk. Tuchel 147 P. hs.u1430 die hicz was offgangen wunderlich groß, das yn sere bekumbert, wan er ryten must
Lancelot 2,312 DTM. ⟨v1510⟩ zwen menschen giengen auff inn den tempel Geiler
euangelia (1517) 133c. 1613 folgende personen gehen auff
(treten auf der bühne auf) Rinckart
ritter 47 HND. 1644 ein vatter verwiß seinem söhngen, daß es zwey jahr in einer classen gesessen, vnd noch nicht auffgangen in ein höher schul Weidner
apophthegmata 3,261. 1662 zu welchem
(thron) man durch sechs treppen aufging Zesen
gekröhnte majestäht 40. ⟨1798⟩ da sie den schwanzkometen
(perückenträger) in gerader aufsteigung zur gallerie aufgehen sahen Jean Paul
I 4,11 ak. ⟨1843⟩ wer verkündet all die himmelspracht .., wo man aufgegangen, in’s unendliche Auerbach
(1857)1,255. 1907 eines mannes, der bedeutende karriere gemacht und sicherlich noch weiter zu ehren aufging C. Hauptmann
Einhart 1,42. —
auch ‘sich zur ausübung eines amtes einfinden’,
ursprüngl. wohl i. s. v. ‘aufs rathaus gehen’
(s. frnhd. wb. 2,435) 1415 die pfaltze zuͦ Strosburg, do der rot uf get
(Straßb.) chr. dt. städte 9,743. ⟨u1480⟩ eines andern tages, do der rath wider uffgingk Spittendorff
denkw. 74 O. 1579 der selb schütz soll wen er vfgeht der gemein geben zwey viertel wein
in: pfälz. wb. 1,374. c
hinaufführen -leiten, nach oben gerichtet sein, sich erstrecken: 1295 die gewer des oberen weges, des anvang ist an des vorgenanden hern Heinrichs Gnúrsers wisen, vnd ̂vf gat vnz an die lantstrasse
corp. altdt. originalurk. 3,366 W. ⟨1349/50⟩ die
(adern) entspringent in dem herzen und gênt auf in daz hirn Konrad v. Megenberg
b. d. natur 12 P. 1497 so nym din hand vnd druck an dez hohen ende das bein wider ynn also das dz nider gedrucket wid’ vff gāg Brunschwig
cirurgia 208a faks. n1499 dese schyff .. sijnt kleyn ind hauent vur eynen langen krummen snauel off gayn Harff
pilgerfahrt 81 G. 1573 auff dem ersten boden soll .. ein stiegen auffgehen Fronsperger
kriegßb. (1566)2,148b. ⟨1621⟩ und
(das landgericht) geet daselbst wider auf nach dem thal auf die clam
steir. gerichtsbeschr. 76 M./P. ⟨v1661⟩ diese hirschen haben keine zweigige oder zackigte, sondern recht aufgehende geweihe Wurffbain
reise 2,25 M. 1721 an diesen fuß
(d. tellers) ist ein .. drath von meßing CBA angelöthet, der .. gerade aufgehet, .. oben etwas in die krümme gebogen wird Ch. Wolff
vers. 1,228. d
über dem grund emporragen, nach oben gebaut sein, in jüngerer spr. nur noch aufgehendes mauerwerk
als fachterminus d. architektur: ⟨1336⟩ dem schöffele sin hus abezebrechende untze an die vier pfosten und untze an die ufgande bant, die an die uirst gant
weist. 1,700 G. 1415 under die türne, die vormols ußewendig ufgingent
ebd. 9,778. 1527 diser paw .. soll auch vber die statmauͦr auff geen Dürer
befestigung B 3b. 1599 darnach so mus ein tham nicht gleich auffgehen, sondern er mus vnden breit sein Colerus
oecon. 5, Ss 1b. 1895/8
(man) nennt in jedem fall das zu tage kommende mauerwerk aufgehendes mauerwerk im gegensatz zum fundament- oder grundmauerwerk Lueger
lex. technik 6,323. 1957 wo durch fortschreitenden steinraub buchstäblich jeder nur irgendwie brauchbare stein nicht nur des aufgehenden mauerwerkes sondern auch der fundamente entfernt war Behn
vorzeit 132. –
auch ‘erbaut werden’: 1531 vnd gieng das gebew am tempel mit hoͤchstem fleiß auf, .. vnd ist der tempel .. in siben jaren gebauwen worden Hedio
Josephus 1,197b. v1653 unnd offt verhindert disen baw, / dz er langsam uffgieng Fizion
cr. Reüttlingen 40 B. e
in die luft gehen, explodieren: ⟨v1661⟩ hab sie noch einmal im
(mit pulver beladenen) schiff hören schiessen, darauff sey das schiff auffgangen Schupp
lehrreiche schr. (1684)211. 1818 wäre das feuerwerk auf dem fort Ratonneau nicht aufgegangen A. v. Arnim
2,238 Sch. 2
sprießen, keimen, wachsen. zunächst von pflanzen, dann allg. von lebewesen u. organischem; auch mit subjektumsprung, häufig in bildl. wendungen; im rel. bereich anschließend an die biblische bildlichkeit vom evangelium als samenkorn u. der entsprechenden negativen vorstellung vom schlechten samen (vgl. etwa Matth. 13,24 ff.): hs.A9.jh.
sumes
(samenkorn) feal in steinac .. genc uph
Monsee fragments 8,8 H. ⟨u1180⟩ sich, lîp, mir ist als wê / sam dem bluomen underm snê / der in dem merzen ûf gât Hartmann
klage 3823. ⟨1210/20⟩ swer wîser liute lêre hât / und in mit willen volget nâch, / dem gêt ze sælden ûf sîn sât
winsbeck. ged. 320 ATB. ⟨1331/5⟩ gerste lusteclich uf gat, / grune, crusp, breit ist ir blat
Daniel 2307 DTM. 1473 etlich kranckheit kōmend den kinden ee in die zen auff gond Metlinger
regiment 10b faks. 1491 glich dem uff gangnen feld Oesterreicher
Columella 1,165 LV. 1520 das du
(Luther) deinen bösen somen so du wider den glauben vßgossen hast, da mit gern begertest vffzuͦgon Murner
7,95 Sch. 1523 das euangelisch warhait nicht auffgeet, nit frucht bringt, es wirtt dann besprenngt mit marterer bluͦt
flugschr. ref. 2,37 C. 1570/7 aller samen, so gesäet oder von ihme selber aufgehet
haushaltung in vorwerken 237 E./W. 1602 denn allezeit der teuffel sein unkraut unter den guten weitzen seet, welcher damit zugleich auffgehet und wechset Kirchhof
wendunmuth 2,537 LV. n1666 das ..
(die) sommer-frücht .. ain tails gar nit aufgangen seindt
geschichtsb. d. wiedertäufer 523 B. 1704 wann denen bauern so viel träyd thät wachsen, wie bey ihnen die lugen aufgehen Abraham a
s. Clara
gemisch 249. 1760 das ausgetretene korn ware aufgegangen und hatte die äcker zum teil ganz überzogen Fülling
chr. 50 B. 1841 die zeit ist schwanger; aus den dürren schollen / wird eisern aufgehn eine kriegersaat Geibel
1,199 S. 1878 die frischen samen werden auf besondere beete gesäet; nach vier wochen gehen sie auf
b. d. erfindungen 75,75. 1954 zuviel haß hat man in die welt gesät. wenn das erst alles aufgeht Lange
Wenig 59. 1987 der grassamen ist aufgegangen Ch. Wolf
störfall 27. 1998 dass die saat der botschaften der französischen revolution bereits in ganz Europa wurzeln geschlagen hatte und überall aufgehen konnte
n. zürch. ztg. (31.12.)49d. 3
offen werden, sich öffnen. a
geöffnet werden, sich öffnen (lassen), bildl. häufig in den wendungen jmdm. gehen die augen auf, jmdm. geht das herz auf: ⟨u1147⟩ diu slôz haizet er ûf gân
kaiserchr. 2100 MGH. ⟨u1248/78⟩ dô er daz kleine türe- lîn / hôrte ûf gân Herrand v. Wildonie
2,83 ATB. ⟨u1336⟩ so sach sy des kores túr uff gon Stagel
30 DTM. hs.u1430 eyn starck kamer .., mit guten ysenen fenstern wol versorgt, die zu eim bangarten zu off gingen
Lancelot 2,475 DTM. 1510 wenn da kompt der tod, denn so gond jnen die augn̄ vff so sehen sy das es nichtz ist gewesen Geiler
spinnerin e 4c. 1525 wo in
(den bauern) Elsaßzabern nit uffgung
(kapitulierte) wolten sie dieselb stat .. understanden haben, mit gewalt zu herobern
bauernkrieg, aktenbd. 238 F. 1559/66 das .. der kasten uffgieng Montanus
schwankb. 377 LV. 1690 wo mein beutel aufgehet, da rauchet meine küche Happel
academ. rom. 366. ⟨1795⟩ eine .. thür zu einem unbekannten gemache geht dir auf Tieck
(1828)8,161. ⟨v1809⟩ die thüre gieng einwärts auf Pfeffel
pros. vers. (1810)2,54. 1844 ein anblick, bei welchem jedem das herz im tiefsten grunde aufgeht Schopenhauer
3,439 H. ⟨1884/8⟩
(uns sind) über die „wünschbarkeiten“ aller art die augen aufgegangen Nietzsche
(1906)9,19. 1988 von dem moment an ging die tür nicht mehr auf Pieske
traumfrau 19. —
von stellen u. ämtern ‘für eine bewerbung offen werden, zu vergeben sein, frei werden’: 1703 allein da viele
(regimenter) aufgehen Bohse
frühlings-früchte 627. 1790 da zuerst in Leipzig die predigerstelle an der Petrikirche aufging Bahrdt
leben 1,19. ⟨v1809⟩ die erste stelle, die unter meinen forstknechten aufgeht, soll er haben Pfeffel
pros. vers. (1810)6,179. 1860 es gehen jetzt so wenig pfarreien auf Strausz
brw. 2,157 R. 1912 die drei saisonmusiker, welchen zugesichert wird, feste anstellung zu erhalten, wenn eine stelle aufgeht
in: Reger
brw. 377 M. v. A. b
von verbindungen, verbundenem ‘
sich lösen, gelöst werden’ u1418 wenne du czu dem tissche wilt geen, / so loß den gortel ein wenig uff geen
höf. tischzuchten 15 TSM. ⟨v1510⟩ da gieng dz band vff am pfal daran er
(märtyrer) gebundē wz Geiler
euangelia (1517) 208b. 1562/4 es ist bald geschehen, das ein hoffreundtschafft auffgehet Mathesius
ausgew. w. 23,338 L. ⟨1774⟩ ’s ist ein strick gerissen! ein knoten aufgegangen! Bode
Schandi (1776) 7,27. ⟨1856⟩ von seinem griffe war ihr das volle dunkelbraune haar über der stirne aufgegangen Ludwig
1,311 S./Sch. 1923 übrigens ist der kerl ganz herunter, ein nervenbündel, das aufgegangen zu sein scheint Scherchen
br. 72 K. —
vom eis, von gefrorenem ‘
auftauen’; auch das wetter, es geht auf
es taut: 1551 im winter soll man sie
(schweine) nicht außtreiben, das eiß seie dann vorhin auffgangen Herr/R.
feldbaw 211a. 1680 bey uns geht der schnee auf Francisci
uberzug 830. 1770 ich verharre .. hier in Hamburg, bis das wetter aufgeht Lessing
17,318 L./M. 1803 der Mayn wird noch zeit haben biß er aufgeht K. E. Goethe
br. 52,105 K. 1833 das ist wieder ein’ kälten heut’. .. macht nix, .. bis auf’n juli geht’s doch wieder auf Nestroy
1,553 B./R. ⟨1917⟩ die horden sind betrunken, sind vor freude rasend, daß die see nun aufgeht G. Hauptmann
ausgew. dr. 3,376 M. 1965 die wartezeit bis zum aufgehen des südeises mit der vermessung dieses gletschers zu verbringen Pillewizer
gletscherland 25. c
von wunden, geschwüren u. ä. ‘
aufbrechen, aufplatzen’: 1497 wā aber am fierden tag die wund wider vff gieng Brunschwig
cirurgia 83b faks. 1583 dann wann dieselbigen
(blattern) auffgehen vn̄ brechen Sebiz
de partu caesareo 39b. 1615 wer ein hart geschwer hat, der schmiere es mit lewen fett, so wirds bald weich vnd gehet auff Colerus
oecon. 5,91. ⟨1798⟩ dann gingen alle wunden der menschen wieder auf Jean Paul
I 4,245 ak. 1819 der mann wird morgen wieder besser seyn; es ist ihm ein geschwür im leibe aufgegangen Fouqué
gefühle 1,18. 1930 sie
(augenhöhlen) sahen aus wie aufgegangene pickel Zarek
begierde 289. d
von blüten ‘sich entfalten’: 1523 seyn rand war wie eyns bechers rand vnd eyn auffgangene rose Luther
bibel 1,286 W. ⟨v1660⟩ so ist es mit allen blumen. eines verblühen ziehet des andern aufgehn hernach Czepko
geistl. schr. 158 M. 1692 blumen .., welche bey der sonnen untergang sich zuthun und aufgehen, wann sie wieder kömmet Scriver
theognosia 42. 1712 tag-lilien, weil sie über einen tag nicht offen, sondern was des morgens aufgehet, sich des abends wieder zuschliesset, und verwelcket Marperger
natur-lex. 742. 1828 nimm rothe scharlach-rosen, die noch nicht ganz aufgegangen sind Meixner
kochb. 475. 1930 ich glaube, die rosen werden doch aufgehen Zarek
begierde 685. 4
sich im umfang, volumen vergrößern, aufschwellen, häufig vom gärenden teig: M15.jh. und dabi gieng ir buch uf und geswal groß als ein flesch Kiburger
stretlinger chr. 55 B. E15.jh. die frau wüscht auf und legt sich an / und lief zu irem teig hindan, / ob er icht aufgegangen wer Rosenplüt
in: märendicht 15. jh. 223 F. 1531 was teyg man mit heefel oder bier oder hopffen wasser macht, die muß man alle lassen auff geen
kuchen maysterey E 4a. 1669 solche grimmige dollzornige leute sind die allerschädlichsten, können leicht aufbinden, wie ein teig aufgehen Schottel
ethica 235. 1767 he geit up, as een weten deeg
brem.-ns. wb. 1,189. 1827
(man) macht einen hefensatz davon und läßt ihn aufgehen
engl. goldgrube 3/4,362. 1998
(den teig) zu laiben formen und auf dem backblech 30 minuten aufgehen lassen
tagesztg. (Hamb., 19.12.)32. B
in verwendungen, die zu den unter A
aufgeführten im verhältnis der metonymie stehen bzw. durch verallgemeinerung, isolierung oder vermischung einzelner aspekte ableitbar sind. 1
hell, klar werden. a
von licht und farbe ‘aufleuchten, erstrahlen’,
häufig bildl., v. a. vom göttlichen licht u. dem licht der erkenntnis: ⟨800/10⟩ inti sizzanten in lantskeffi todes scuuuen lioht gieng in uf
Tatian 221,12 S. ⟨u1160⟩ der schîn / des liehtin sunnin ist ûfgegangen
st. trudperter hohes lied 33,4 M. ⟨u1275/7⟩ ê dû, vil liehter morgenrôt, / ûf gegangen wærest Konrad v. Würzburg
schmiede 683 G. ⟨M14.jh.⟩ so wirt ufgen in dem vinstirnisse din
(gottes) licht Cranc
70 Z. ⟨n1427⟩ an dem osterabendt so get ein schein auff auß dem heilgen grab Schiltberger
73 LV. hs.u1430 das liecht was noch nit offgangen
Lancelot 2,294 DTM. 1523 wie got der vatter unnsers herren Jesu Christi auch bey eüch unnd uber eüch hat lassen auffgehen das herlich liecht seyner gnaden Luther
brw. 3,138 W. ⟨v1624⟩ auch so ging unter den heiden ein licht in der natur auf, daß sie erkenneten die natur und ihre wirckung Böhme
theosophia (1730)1,8 faks. 1624 ein regenbogen oben steht / mit manchen farben er auffgeht Meiszner
Stoltzius, lustgärtlein 95b faks. 1705 so soll dir auch in der finsterniß das helle licht des verstandes auffgehen
gottsgel. rathschläge 14 Arnold. 1718 als uns drauf das licht der warheit aufgegangen Günther
6,39 LV. 1756 er ist es, welchen gott sandte, daß das aufgegangene licht der religion leuchten, und christen ungehindert den namen ihres gottes bekennen möchten Jagemann
herzoge z. Sachsen *7a. 1797 aus Frankreich soll andern völkern licht aufgehen! Laukhard
leben (1792)4,1,270. 1799 sollte sich diese vermutung bestätigen, so ginge ein neues licht in der geognosie auf Novalis
4,489 W. 1815 daß, als die morgenröte aufgegangen, Erasmus .. sich schon weit von Florenz entfernt hatte E. T. A. Hoffmann
1,273 G. 1951 in den augen der frauen und kinder .. ging das licht der freude auf Weinert
camaradas 57. —
seit dem 18. jh. in der zunehmend verblassenden wendung jmdm. geht ein licht auf
jmd. versteht, erkennt etwas: 1714 weil denen in der kirchen-historie unerfahrnen etwas mehr licht bey den lebens-lauf Brunonis wird aufgehen Büttner
Bruno 44. ⟨1782/7⟩ bald aber ging ihr ein licht auf Musäus
volksmärchen 3,150 M. 1856 den herren Engländern aber wird ein kurioses licht aufgehn, wenn der crash kommt Engels
in: Marx/E.
(1956)29,78. 2000 daß ihm ein licht aufging, daß ihm einfiel, wen er da vor sich hatte Hilbig
provisorium 2217. b
ohne ausformulierung des vergleichs auf erkenntnis-, bewußtseinsphänomene bezogen, meist jmdm. geht etwas auf,
jmdm. wird etwas klar, einsichtig, bewußt, jmdm. fällt etwas ein: 1732 grosse gemüths-fehler .. wie sie mir im nachdencken aufgegangen, also will ich sie auch mit nachdencken zu verbessern suchen Zinzendorf
Socrates 8 faks. 1846 ihm war nämlich der unterschied des bewußten und unbewußten seelenlebens allerdings aufgegangen Carus
psyche 20. 1884 mit einem male aber ging die ganze geschichte klar vor mir auf Fontane
(1919) II 5,107 jub. 1900 um mit uns unsere verlobung zu feiern, die ihm erst neuerdings aufgegangen ist Modersohn-B.
br. (1966)80. 1904 eine ganze novellette .., die mir .. vormittags auf einem spaziergang aufgegangen war Schnitzler
brw. 192 N./Sch. 1905 wenn uns .. die erkenntnis aufgeht, daß es höheres gibt als das graue alltägliche .. des geschäftsmäßigen dahinlebens Storch
wege 295. ⟨1934⟩ die natur des geschäftes ging ihm allmählich auf Brecht
dreigroschenrom (1968)29. 1966 während ihm aufgeht, daß er für sein leben selbst vorsorge zu treffen hat
sonntag 43,5a. 1998 dass ihr, nach und nach, auch einiges gegenläufige aufginge?
n. zürch. ztg. (31.12.)49d. 2
entstehen, sich entwickeln. a
entstehen, aufkommen, auftreten häufig u. zuerst von negativen bezugsgrößen: ⟨790/802⟩ daz .. zuruuarida suuarro .. sint ufkekangan
(ut .. scandala grauia .. oriantur), benediktinerregel 277,16 S. ⟨1331/5⟩ in irn richen ouch her nor / muz sunde, valscheit uf gan
Daniel 6157 DTM. ⟨1456⟩ were aber, daz stöss oder krieg vff giengent
d. geschichtsfreund 7(1851)144. ⟨u1460⟩ zu der zeit do die kec- zer
ey albiensium auffgieng Hartlieb
dialogus 128 DTM. ⟨v1510⟩ Maria ist aufgangn̄
(‘entstammt’) auß dem küniglichen gschlecht Geiler
schiff (1514)54c. 1525 also mit den wallfahrten, da gingen täglich neue auf, zum Grimmthal, zur Eichen, Birnbaum, zu Regensburg Luther
w. 18,74 W. n1533 got magst gewiß nit widersthan, / der laßt ein keyser jtzt auffghan / vß teutsch landē
in: Gengenbach
470 G. 1535 daß aber diser bundtschuͦch bald hernach wider auffgangen vnd gleich als wider lebendig worden Micyllus
Tacitus 271b. 1674 was kommen soll, verkündige ich zuvor, und verkündige neues, ehe denn es aufgehet, lasse ich euchs hören Widmann/P.
Faust 548 LV. u1755 zur untersuchung der natürlichen dinge .., die man seit einiger zeit in diesen lande hat aufgehen sehen Hamann
4,107 N. —
auch von gefühlen u. gedanken ‘sich bilden’: ⟨v1510⟩ wan boͤse neigung in dir vffgon Geiler
euangelia (1517)87c. 1523 inn welchen haͤrtzen dise laster gepflantzt sind, mag weder der gloub noch die lieby vffgon
flugschr. ref. 1,243 C. 1665 weil ich nicht absehen kan, wie ich meiner in dem innersten meines herzen aufgegangener liebe werde einreden können, daß sie außweiche Bucholtz
Herkuliskus 958a. 1819 daß .. der feste gedanke in ihm aufgegangen, daß Zinnober nichts sei als ein hexenmännlein E. T. A. Hoffmann
5,49 G. 1872 daß ehrerbietige scheu vor der berührung antiker trümmer erst ihm
(unserem jahrhundert) aufgegangen sei Justi
Winckelmann (1866)2.1,72. b
entstehen, anfallen, von kosten, belastungen: ⟨13./14.jh.⟩ vmme den schaden, dy dar vp gen is vnde noch vpgen mach
hall. schöffenb. 1,58 H. 1308 in nehsten dal ein halbu juchert bi Henzin Villiebe un̄ gat der zehende wider uf
freiburg. urkb. 3,108 H. 1374 wêr aber daz sô vil wett ûf giengen, daz diu guot nume ertragen möhten
mon. zoller. 1,228. 15.jh. deshalb doch grosser cost ufgangen ist
strassb. zunft-verordn. 412 B 1523 also der stat ein grosser unnützer costen ufgange
strassb. tucherzunft 135 Sch. 2.h16.jh. was auf des verstorbnen begrebnuß aufgeet, soll vor andern schulden bezalt werden Walther
traktate 46 R. 1666 daß die hertzogen zu Sachsen .. kaiser Rudolfen, auch ertzhertzog Leopoldē die aufgangene kriegskosten wieder erstatten solten Weller
adler 629. ⟨v1799⟩ alle gestrandete kaufmanns-güter .. sind den sich meldenden wahren eigenthümern, .. gegen erlegung des zolles, berggeldes und der aufgegangenen unkosten .. zu extradiren
in: Berg
hdb. policeyrecht (1799)5,218. 1844 alle mit solchen .. arbeiten verbundenen, so wie die bisher schon aufgegan- genen kosten und ausgaben Reden
eisenbahnen Dtlds. 2,2,822. c
sich entwickeln, aufschwung nehmen, wachsen; nicht immer eindeutig von a
zu trennen: 1415 sus richsetent die Roͤmer .. und gingent an gewalte wunderlichen uf
(Straßb.) chr. dt. städte 8,321. ⟨1470⟩ dann under irer vorderen und irer regierung ist der statt herrligkeit und nutzung ufgangen Frikard
in: qu. schweiz. gesch. (1877)1,42. E15.jh. also gingen die geslechte uff under den schöffen, und die dann schultheiß worent, die buwtent ir schonnen hüsere dozuͦmole
statutenb. Hagenau 42 H./K. 1510 ain hoffertiger mensch .. als bald er sicht das ain andrer meer auffgeet weder er anrucks trauret er daruon Geiler
hauptsund aa 5a. 1534 zuͦ Athen was in grossem vffgeen dz studieren der weißheit Eppendorff
Plutarch, sprüch 87. ⟨1541⟩ es ist auch der fleck Markirch trefflich seer auffgangen in den wenigen jaren Münster
cosmographei (1550)530. 1636 nicht allein aber vnter der heydenschafft seyn zur selbigen zeit hohe schulen auffgangen, sondern auch bey denen, die gott recht erkant vnd geehret haben Meyfart
erinn. 9. 1716 zu einer solchen zeit, da es wegen des fallenden pabst- und auffgehenden luther-thums auff kluge geschicklichkeit hauptsächlich ankam Stieber
Magnus 9. ⟨1835/42⟩ das thierepos war in den Niederlanden aufgegangen; die narrenpoesie in Oesterreich Gervinus
dt. dicht. (1853)2,290. —
in reformatorischer spr. häufig vom evangelium, der wahrheit u. ä., in anschluß an biblische metaphorik (s. o. A 2
): ⟨1510/30⟩ in disem banne Weglef unnd Husses evangelium wider auff gienng Grunau
preuss. chr. 2,84 P. 1531/2 wo gottes wort solt auffgehen Luther
w. 38,10 W. 1562 das er staͤts bald bey vnd neben der auffgehenden warheit deß göttlichē worts mancherley secten hat eyngefuͤret Spangenberg
siben, vorr. A 5a. 3
seinen anfang nehmen, beginnen. a
heraufziehen, beginnen zunächst u. überwiegend auf den tagesbeginn bezogen, dann allg. zur bezeichnung d. beginns eines neuen zeitabschnitts oder zeitalters: ⟨u1060⟩ unze der tag ûf gê, unte der nahtscato hina uuîche Williram
59,3 S. ⟨1150/60⟩ der tac begunde vf gan
könig Rother 1589 F./K. ⟨u1240/50⟩ so den tag diu naht ver
lat / und er luterlichen uf gat Ulrich v. Türheim
Rennewart 30378 DTM. ⟨u1350⟩ ê daʒ der tag / ûf gieng Boner
edelstein 33 P. 1415 und ging der krieg wider uf, also do der welschen herren gewonheit ist
(Straßb.) chr. dt. städte 9,618. 1524 zuͦn zeyten der apostel solt der tag gottes uffgon Bucer
I 2,108 S. ⟨1619⟩ den zehnden mertzen gehet der frühling auff
Garzoni, schawplatz (1641)120a. 1639 vnd mu- stē es
(d. schloß) beym auffgehendem augusto denen überlassen, die es bißdaher blocquiret hetten Micraelius
Pommer-land 4/6,251. ⟨1751⟩ der tag zu eurer befreyung / theure brüder, geht auf Wieland
I 1,206 ak. 1788 aber die staatskunst des untergehenden jahrhunderts, war die staatskunst des aufgehenden nicht mehr Schiller
7,134 G. 1862 und nun erst, und erst in unserm Deutschland ging die dritte grosse periode der philologie auf, in welcher sich der begriff dieser wissenschaft wesentlich umgestaltete, erneuerte und abklärte G. Curtius
kl. schr. 1,121 W. 1938 das .. rufen der schulkinder fehlte, denn die michaelisferien waren gestern aufgegangen I. Seidel
Lennacker 646. 1980 er stand hier, ein vergangenes leben zu betrauern, und hätte daheim sein müssen, ein aufgehendes leben zu begrüßen Strittmatter
wundertäter (1957)3,361. b
einsetzen zu ertönen beginnen, von geräuschen: ⟨1555⟩ ob brunst oder wasser vberhand neme, ein laͤrmen oder ein feynd geschrey auffgieng Fronsperger
kriegs regiment (1558)74b. 1626 sie horten hinder jhnn ein groß geräusch auffgehen Werder
Tasso, Jerusalem 177a. 1646 da gehen harffen auf
in: Harsdörffer
gesprächsp. (1641)6, )()()()()( 3a. 1821 stärker tönte die musik, es ging ein frohes jauchzen auf E. T. A. Hoffmann
11,113 G. 1962 auch in seiner zeltstadt ging der lärm auf Marg
Demetrius 1,639. c
in der jägerspr. die jagd geht auf,
die jagd ist eröffnet: 1755 man wird ihnen sagen, daß morgen ein gallatag ist, und sie werden antworten, daß morgen auch die jagd aufgeht Rabener
sat. (1751)4,389. ⟨1853⟩ wenn im herbste die jagd aufgeht und der fuchsbalg gut wird Tschudi
thierleben (1858)428. 1960 die jagd einer wildart geht auf Ludwig
wb. weidmannsspr. 22b. 4
zunichte werden, sich auflösen. a
vernichtet, zerstört werden von personen ‘
umkommen, sterben’ ⟨1301/19⟩
(hierher ) swaz man des vant, / dem man jach, ez solde sîn / des phalzgrâven von dem Rîn, / daz gienc ûf Ottokar
öst. reimchr. 77178 MGH. u1568
(die ketzer) richten .. einander, biß so lang sie entlich allzuͦmal darüber auffgehen vnnd verzoͤrt werden Nas
warhait 3(Ingolst. o. j.)158a. ⟨1585⟩ vnter des ging der friede in Behem gar auff, dann die hussiten waren mit des keysers hartem bescheid vbel zu frieden Rätel
schles. chr. (1587) 107. ⟨v1660⟩ weil Schlesien numehr auch auffgegangen ist, / hat ihm ein neues land der lands knecht auserkiest Czepko
weltl. dicht. 413 M. 1700 ein knabe von 12. jahren muste in ausschlagung der blattern durch convulsiones bey adhibirung der cur aufgehen Ettner
apotecker 697. 1839 daß sie wohl alle nacheinander an der schwindsucht aufgehen würden Droste-H.
br. 1,333 Sch. K. –
von institutionen u. organisationen ‘aufgelöst werden’: 1508 dauō bricht ain vnordnūg nach der andern ein. biß daz zu dem loͤtsten die cloͤster gantz aufgeend Geiler
pred. L 5c. 1705 als aber das nonnen-closter nach der reformation an
(no) 1541. aufgieng Leuckfeld
Walckenried 2,80. b
für etwas verbraucht, verwendet, vergeudet werden, zu ende gehen: ⟨u1300⟩ mit dem so liez er uf gan / swaz er gülte hete
Peter v. Staufenberg 460 Sch. z.j.1501 daselbst sind auf einen ieden tag beileufig dritthalb tausent laib brot aufgangen
(Nürnb.) chr. dt. städte 11,636. 1541 wir sagen: es ist bei eim bißlin auffgangen, nitt vberbliben das eim in eim aug wee thet Franck
sprichw. 2,101a. 1670 sintemal der hunger täglich zunam und die lebensmittel nacheinander aufgingen Francisci
trauer-saal 1,475. 1748 die wälle waren voller lücken, und das pulver war aufgegangen
hist. d. reisen 1,184 K./Sch. 1851 dabei geht .. geld auf, das besser verwendet werden könnte J. Grimm
br. 169 G./L. 1891 an festtagen läßt das volk ganz selbstverständlich „etwas aufgehn“ Göhre
Fabrikarbeiter 200. ⟨1947⟩ in kriegen und höfischem prunk ging es
(das indianische gold) auf Döblin
Amazonas (1973)476. c
sich in einem größeren ganzen auflösen, teil von etwas werden, mit etwas eins sein, sich in etwas erschöpfen, zuerst vereinzelt: ⟨v1624⟩ da alles in eitel vollkommenheit aufgehet in grosser liebe Böhme
theosophia (1730)2,92 faks. 1805 da dieser
(pythagoreismus) das reinspeculative denken, das aufgehen des bewußtseyns in der anschauung des universums darstellt
Europa 2,2,80 faks. 1841 wie könnte .. das ganze vom theil umfaßt werden, in ihm aufgehen? Hebbel
II 2,125 W. ⟨1848⟩ daß das individuum im staate aufgehen soll Hildebrand
nationalökon. 1(1922)42. 1848 „Preußen geht fortan in Deutschland auf,“ ist ein wort von ungeheurem inhalt, und der könig
(Friedrich Wilhelm IV.) wird es wahr machen Varnhagen
in: Kerner
brw. 2,311 K. 1915 die freunde schienen völlig ineinander aufzugehen Braun
lebenssucher 21. 1966 allmählich empfand er sich nicht mehr als ein teil der anonymen masse, ging nicht mehr in ihr auf Joho
aufstand 207. ⟨1974⟩ denn literatur geht in ideologie nicht auf, weil der mensch in ideologie nicht aufgeht Fühmann
erfahrungen (1975)83. 1999 heute wäre man froh, wenn man öfter ein so natürlich in seiner umgebung aufgehendes gebäude entdecken würde
süddt. ztg. (11.1.)10. —
jünger häufig ‘sich ganz einer sache widmen, hingeben’: 1861 so eignete ich mir denn das werk völlig an, ging ganz darin auf Cornelius
lit. w. 1,592 C. 1914 alle diese naturen sind freilich nur dann typisch, wenn sie nach der bekannten redensart „in ihrem beruf aufgehen“ Spranger
lebensformen 37. 1975 es gibt nichts schöneres als eine arbeit, in der man ganz aufgeht Eggerath
beichte 363. ⟨1986⟩ er liebte die französische literatur und das meer und war ganz in diesen beiden vorlieben aufgegangen Bernhard
auslöschung (1989)26. 5
ohne rest gegeneinander aufgerechnet werden, häufig übertr.: 15.jh. item (ein vierteil nuss) umb IX β tuͦt ein pfunt oleys VI δ und gät glich uf
strassb. zunft-verordn. 405 B. 1582 wöllen demnach den zorn zwischen unns zugleich aufgehen lassenn Paumgartner
brw. 7 LV. ⟨v1661⟩ hier ist meine rechnung, außgabe und einnahme gehet gegen einander auff Schupp
lehrreiche schr. (1684)1216. 1697 und überlege hernach den nutzen was übrig geblieben, so wird null per null aufgehen Ettner
doctor 524. 1771 und auf solche art verfahre man so lange bis die division aufgeht Euler
algebra 1,207. 1871 von den anderen goldstücken von zehn und zwanzig mark geht keins mit dem thaler gerade auf Bismarck
reden 5,177 K. 1932 von der korrektheit einer mathematischen formel, die aufgeht Kesten
scharlatan 99. 1990 die strategie des überredens ging nicht auf
freidenker-journal 2,20b. 1991 daß die rechnung, wonach es niemandem schlechter gehen würde als unter der SED-herrschaft, schlechterdings nicht aufgehen konnte
tagesztg (26.3.)3. –
auch ‘passen, (genügend) platz haben’: 1851 en achtel kann in ’ne quartflasche ufjehen Glaszbrenner
volksleben (1847)3,300. 1864 aufgehen ..
platz haben. auf einen bauerwagen geht nicht viel auf; auf böden so viel korn führen, als aufgeht; geht noch etwas auf? Gutzeit
Livland 1,56b. Schmitt