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AAS

nhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
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17 in 17 Wb.
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

AAS n.

Bd. 1, Sp. 12
AAS n.esca bestiarum; cadaver. (1) herkunft. mhd. mnd. âs, mnl. aes, ae. ǣs, germ. *ēsa- aus idg. *ēd-s-o-, dehnstufiges verbalkonkretum zur idg. wurzel *ed- essen; im ahd. und as. nicht belegt, aber durch bildungsweise und außerdeutsche entsprechung als alt erwiesen. verschieden von in der bildungsweise jüngeremn., nahrung der menschen und haustiere, s. d. (ahd. mhd. âz, germ. *ēta-), mit dem es lautlich seit dem spätmhd. zusammenfällt. (2) form. als frühe vermischung mit vornhd. âz bei bedeutungsnähe erscheint: u868 az Otfrid 2,17,4 E., wo as zu erwarten wäre (vgl. die kommentare und ahd. wb. 1,763). sonst begegnen z-schreibungen erst mit dem zusammenfall der mhd. s-laute (caries uurmeiz [‘l. uurmaz’] ahd. gl. 4,246,18 S./S. ist wohl zu eiz ulcus zu stellen; gegen die hs. steht âze in: Lamprecht Alexander S 148 K.). im nhd. kommen ß- und ss-schreibungen bis zum 17. (auch 18.) jh. vor. die mehrsilbigen pluralformen (3 b. c) lassen zum teil geschärfte aussprache des s- lautes erkennen. (3) pluralbildung. (a) die flexionslose form des n. a. pl. gilt bis zum frühen 17. jh. (jedoch fehlen mhd. belege, während der zugehörige d. pl. âsen geläufig ist; auch im 15./16. jh. bleibt die form selten). aaß, aß, ass: u1475 (Augsb.) 1. dt. bibel 3,392 LV. 1523 Luther bibel 8,74 W. 1602 Kirchhof militaris disciplina 169. 1616 Albertinus Lucifer 283 DNL. 1618 Weckherlin 1,134 LV.wohl kollektiver sing. ist: M14.jh. ir az cadavera eorum Cranc propheten 107 Z. (b) plural auf -e, nur verstreut in quellen des 15. 18. jhs.; ase, aasse, asse (osse): u1478 (Köln) 1522 (Halberst.) nd. bibelfrühdrucke 1,70 f. DTM. 1483 (Nürnb.) 1507 (Augsb.) 1. dt. bibel 3,86 LV. 1671 Pölmann Donat 21. aase: 1781 Pestalozzi 2,35 B. (c) plural auf -er, seit der 2. hälfte des 17. jhs. sprachüblich, sporadisch schon früher belegt. älter esser, ässer: u1466 1. dt. bibel 3,86 LV. 1683 Weise Masaniello 53 HND. ⟨v1683⟩ Lohenstein Arminius (1689) 1,234a. noch 1774 das aß, die äßer Adelung wb. 1,5 (aus etymologischen erwägungen,obgleich die aussprache, besonders im plurali, für das s seyn möchte’ ebd. 6). – äser: 1671 Pölmann Donat 21. 1719 Fleming jäger 155a. 1745 Brockes jahres-zeiten 163. 1779 Lessing 3,21 L./M. und so stets in neuerer sprache.modern in niederer umgangssprache (schimpfwort) findet sich äster, mdal. im nd. und md. verbreitet: ⟨1922⟩ Tucholsky 1,1012 G.-T./R. 1934 Fallada blechnapf 39. ⟨1938⟩ Kluge Kortüm (1954)401. der zugehörige sing. aast wohl selten außerhalb der mundart und auch dort schwächer vertreten, doch schon früh bezeugt (zu -t nach s vgl. Paul dt. gramm. 1,328): hs.15.jh. aist (Köln) d. dt. mdaa. 2(1855)303 F. ⟨1910⟩ aast Löns wehrwolf (1944)134. 1912 Essig überteufel 50. A speise wildlebender, namentlich aasfressender tiere; köder; lockspeise und futter der beizvögel.oft, durch die sache nahegelegt, mit übergängen zur bedeutung kadaver (B). 1 speise, fraß (kadaver oder beutetier). meist in wendungen wie den tieren zum aase werden (vgl. ae.: āwyrpađ his līc fugelum tō ǣse and hundum tō mete [Ælfric ] Bosworth/T. suppl. 19b): ⟨u1085⟩ daz di gidouftin lichamin/ vmbigravin ci worfin lagin/ ci ase den bellindin/ den grawin walthundin annolied 693 B. ⟨n1147⟩ ze âse den vogelen unde den hunden kaiserchr. 5529 MGH. ⟨v1375⟩ (der tote löwe wird) en aes der klenen voghelin schare meister Stephan schachb. (1883)302. 1510 (du wirst) nach deinem tod .. ain aß der würm Geiler hauptsund cc 4c. ⟨1636⟩ damit so sein gebein/ nicht möchte wie ein aaß für hund und vögel seyn Opitz op. [1689]1,184. 1797 zerlegen laßt uns ihn, ein mahl für götter/ nicht ihn zerhauen wie ein aas für hunde A. W. Schlegel Shakespeare 2,46.in freier verwendung: ⟨u1170⟩ (wenn der wolf) ubir sînem âze steit (hs.: ase) Lamprecht Alexander S 148 K. ⟨1339⟩ dat ein havick sin aeß (unter d. baume) etten mach in: Schiller/L. mnd. 1,132a. 1517 die welflein ertœtet er (jäger) pald,/ dieweil die alte pyrin was/ außganngen, zuͦholen ein ass Theuerdanck 20b H. ⟨1531⟩ das er (adler) fahet, frißt er nitt zuͦhand, das nitt ein gaͤher zuͦfal .. eyns feynds (ihn) .. vberfall auff dem aß Franck zeitb. (1551)1,137a. 1670 endlich wendet er (chamäleon) sie (d. augen) beide nach dem ase zu und siehet starr darnach hin Dapper, Africa 119. 1748 die meer-frösche sollen sich .. ans waßer hinstellen .., bis die fische in meinung ein aaß zu erhaschen sich hinzu machen, und von ihnen verschlungen werden Wieland I 4,684 ak. 1774 aaß .. bey den fischern, die nahrung der großen fische Adelung wb. 1,5. 2 köder (auch vergifteter köder, z. b. für mäuse). im hd. neben luder erst spät belegt (vgl. ae.: [d. fisch] forswylcđ đone angel mid đām ǣse [Ælfric] Bosworth/T. suppl. 19b; hierher wohl: 13.jh. viscarium angelas ahd. gl. 3,718,58 S./S.) ⟨u1362⟩ sú wenent, daz nieman wol sie, denne dem mit dem roten asse an dem krumben angel geluͦdert ist Seuse 377 B. 1498 wy man ein aß machen sol darmit man viel visch fahen thut fischbüchl. 8 Z. 1551 etliche nemmen weisse nießwurtz .. mit mäl .., machen sie ein aaß, vnd stossens in die meußlöcher Herr/R. feldbau 159b. ⟨1555⟩ den troß .. vorhin schicken vnnd (den feinden) fuͤrstrewen wie ein aß den wolffen Fronsperger kriegs regiment (1558)121a. 1563 (vögel), die unbesunnen auff allerley aß fallen und gefangen werden Kirchhof wendunmuth 1,348 LV. u1600 nim pücklin, ist auch fast gutt zu aaß (fuchsköder) haushaltung in vorwerken 229 E./W. ⟨1579⟩ (er) fänget .. zwen fisch mit eim aaß Fischart binenkorb (1588)140a. 1638 mit der angel, daran köder (aaß) gesteckt wird Comenius ianua § 427. ⟨v1683⟩ der fisch greiffet nach der angel, ob gleich nur ein stücke aas daran klebt Lohenstein Arminius (1689)1,663b. ⟨v1709⟩ (d. teufel) verdecket den angel mit dem aaß Abraham a s. Clara etwas (1699)2,741.redewendungen. ein aas legen einen köder auslegen: 1535 inescare betriegen, ein aß legen Dasypodius dict. p 1d. 1630 man muß ein aaß oder luder legen, speck auff die fall Lehmann florilegium 289. aas der wollust verlockung: 1578 das .. schwermeidlich aas der süsen wollust Fischart 3,310 DNL. 1618 Weckherlin ged. 1,134 LV. 1683 der teufel wirfft ihm das aas .. der wollust vor Francisci wol 650. 3 das futter und die lockspeise des beizvogels (vgl. aas in der nl. falknerterminologie WNT 1,596) ⟨A14.jh.⟩ der sperwer kennet mich wale/ ich gaff eme alzyt sin ais Karlmeinet 186,22 LV. ⟨1.h14.jh.⟩ so der habich auf dem vogel stät, so nym das hertze oder ander aße vnd stöß zwo federn dor ein krützweyße vnd .. wirffe im das aß mit den federn für habichtslehre 106 L. u1400 du (Maria) bist daz aes und daz voeter/ und daz minnentliiche loeter/, daz god hier neter cunde locken bruder Hans marienlieder 5155 ATB. 1400 2 schock huner den selben falken zu ose marienb. tresslerb. 76 J. ⟨u1445⟩ das er in ätz mit sölichem warmen, frischen .. âße, das der valck zu den zeitten, als er wild gewesen ist, gewonet hat Mynsinger falken 9 LV. in das auß sol man tuͦn milich, smaltz vnd frischen newen käs ebd. 90. (dazu aasmühle mühle für die herrichtung von falkenspeise Ziesemer preuß. 1,9a). B kadaver. aus bedeutung A 1 herzuleiten. 1 tierischer, auch menschlicher leichnam, namentlich im zustand der verwesung (vom menschlichen leichnam in einigen älteren belegen auch neutral, sonst nur verächtlich) ⟨1060/5⟩ Noe einen raben ûzsante./ an eineme âsa er erlante wiener genesis 1414 ATB. hs.u1300 ir schœner lip, ir liehtes as/ werdent von den hunden gas (= gâz) Rudolf v. Ems weltchr. (forts.) 35189 DTM. u1300 ez suln auch die ledrer daz reht az vor ir tiur niht legen nürnb. polizeiordn 158 LV. 1544 das woͤrtlein toͤdten wil der herr auch nicht so eng spannen, das es allein heisse ein aß machen oder das leben nemen Luther w. 52,407 W. 1570/7 (wenn du fuchsgift legst,) ists gutt, das du ein ahs .. mit einer schnuren nach dir schleifest haushaltung in vorwerken 214 E./W. u1600 so das vieh stirbt, nim ein stück von dem ersten aaß, teüfelsanbiß, salz (als gegenmittel) ebd. 80. ⟨v1709⟩ unterschiedliche liebs-discurs mit diesem aas (leichnam d. geliebten) zu führen Abraham a s. Clara kramer-laden (1710)3,37. 1731 das schändliche aas des quartiermeisters wurde als ein luder ins meer geworfen Schnabel Felsenburg 1,251 DLD. 1760 ein gerippe muß trocken .., von adern, sehnen und fleisch entblößt (sein) wiedrigenfalls ist es ein aas oder luder Hamann brw. 2,8 Z./H. 1798 sonst hätt’ ich längst/ des himmels gey’r gemästet mit dem aas/ des sklaven A. W. Schlegel Shakespeare (1797)3,226. 1851 man schießt ihn (steinadler) .. im winter beim aas, denn dann sucht er dieses öfters auf Lenz naturgesch. 32,55. 1932 raben und krähen .. ohne hoffnung auf das erwartete aas Roth radetzkymarsch 558.als stoffbezeichnung: ⟨1279/98⟩ dher plan ouch lach gesalewet/von ase und bedecket braunschw. reimchr. 7061 MGH. ⟨u1640⟩ (d. pastetenbäcker hat) aaß von füchßen .. eingebacken Moscherosch gesichte (1646)1,187. 1937 während die alte bärin knochen knackt und aas schlürft Schmook schwarzkittel 30. a in engerem sinne α tierkadaver (wovon der menschliche leichnam durch andere bezeichnung unterschieden wird) ⟨u1217⟩ der smac von tôten was dâ grôz/ unt sus von manegen âsen Wolfram Willehalm 222,13 L. 1653 begrabung der todten menschen, außschaffung der todten aase Chemnitz schwed. krieg (1648)2,406b. 1851 viel tausend leichen lagen dort ../ daneben die äser der pferde Heine 1,341 E. β das fleisch des kadavers, im gegensatz zum gebein (mhd. wohl fest, weniger ausgeprägt im nhd.) ⟨1225/30⟩ den (toten) was daz âs mit swacher kraft/ an daz gebeine behaft Rudolf v. Ems Barlaam 47 P. ⟨1287/8⟩ vil gebeines sunder as Ulrich v. Etzenbach herzog Ernst D 3329 H. ⟨1531⟩ sein gebein vnnd aß (ward) .. verbrennt Franck zeitb. (1551)2,84a. ⟨1937⟩ der kadaver eines .. vergrabenen gaules hatte mittel und wege gefunden, mit seinem aase die luft zu vergiften G. Hauptmann ausgew. prosa 3,314 M.mdal. das fleisch lebender tiere: dat peert het veel aas ist wohl genährt, brem.-ns. wb. 6,4. γ verwesender kadaver, faulendes fleisch, im gegensatz zum erst getöteten, noch unverwesten: 1569 so muß mancher also vnbegraben bleiben, .. vnd wirt von thieren .. gefressen, ehe er ein aß worden theatrum diabolorum 300b. 1789 der rest (d. fleisches) wird euch zum aas bey dieser hitze Pfeffel poet. vers. 1,121.dagegen: 1866 daß die geier auch auf aas herabkommen, welches noch ganz frisch ist und keinerlei ausdünstung verbreiten kann Brehm thierleben 3,539. b wortverbindungen und redensarten. α geläufig totes aas: ⟨1276⟩ ein todez as Brun v. Schonebeck d. hohe lied 9497 LV. ⟨1570/1606⟩ sich lieber mit den todten aaßen behelffen .., als sich dem .. feind ergeben Wedel hausb. 164 LV. 1683 Weise Masaniello 53 HND. ⟨1774⟩ auf kein todtes aas .. mit dem finger weisen Bode Schandi (1776)6,18. β auf ein aas fallen, von vögeln gesagt: ⟨1349/50⟩ die vogel vallent niht auf ain âs, daz stinkend ist Konrad v. Megenberg b. d. natur 165 P. 1523 Luther bibel 8,74 W. 1677 wie der rabe auf ein ahs fallen Butschky Pathmos 473. 1866 auf das aas fällt der keilschwanzadler mit der gier der .. geier Brehm thierleben (1864) 3,459. γ aas wittern (u. ä., modern meist bildlich) ⟨1349/50⟩ (der geier) smeckt daz âs gar verr Konrad v. Megenberg b. d. natur 118 P. 1678 daß ein geir oft über eine meile/ die äser riechen könn’ Grob epigr. 124 LV. 1827 ihr Europäer, .. die im gesicht/ die blässe der verwesung tragen, daß ich/ aas wittre, wo ich einen eurer art/ erblicke Grabbe 1,23 F./Z. ⟨1931⟩ der kerl, das biest, er wittert aas Meschendörfer stadt (1933)275. δ sprichwörtlich: ⟨u1230⟩ die gîre fliegent dicke dar,/ dâ si des âses nement war Freidank 142,20 G. 1522 wo aber eyn aß ist, da samlen sich die adeler (Matth. 24,28) Luther bibel 6,108 W. auch: ⟨1539⟩ .. die raben ders., w. 47,605 W. ⟨1598⟩ .. die hund Albertinus gastereyen (1619) 145. 1869 daß sich .. alles gesindel, wie die geier um das aas, versammelt Feuerbach br. an seine mutter 2,237 K./U.–B. 2 bildlich, das bezeichnete als entseelt, des wahren lebens beraubt darstellend: ⟨1536⟩ Rom ist jtzt nur ein todt aas Luther tischreden 3,347 W. ⟨v1683⟩ der granatapffelbaum wäre alles geruches beraubt, und also, weil der geruch die seele der pflantzen .. wäre, für ein schönes aaß zu halten Lohenstein Arminius (1609)2,339a. 1845 Hamlet ist schon aas vor der tragödie Hebbel II 3,10 W. 1858 wer sich von erinnerung, vom aase der vergangenheit nährt Auerbach (1857)13,20. 1920 das aas der verkrüppelten städte:/ überwuchert, zerscherbt, verdammt und verschlammt Becher aufruhr 41. 3 als schmähwort u. in nahestehenden verwendungen. a seit alters als grobes schimpfwort: ⟨u1170⟩ disen fulen asen (heiden) Konrad rolandslied 3889 W. ⟨n1190⟩ stingender hunt, bosiz as Herbort liet von Troye 9783 F. ⟨1590⟩ du loses aß, du raben speis Rollenhagen v. reichen manne 62 HND. 1660 seht, wie Gaminden keusche wangen/ im roten feuer angegangen,/ .. das aas ist roht von schminke Stieler Venus 96 HND. 1725 weil das aas nicht spitzen genug kleppeln will tadlerinnen 244. 1938 das aas (kirchentür) klemmt nämlich Kluge Kortüm 120. b jünger besonders für personen von äußerster durchtriebenheit und niedertracht: 1697 einen kleinen vetter .. dasselbe war eine schlaue wetter-kröte, und wurde dem aase aller willen gelassen Reuter Schelmuffsky 93 HND. ⟨1891⟩ es sind äser, die reichen, äser sag’ ich ihnen Wildenbruch ausgew. w. (1919)2,284. ⟨1926⟩ die schwester von dem kammergerichtsrat? ein übles aas Tucholsky 2,446 G.–T./R. ⟨1949⟩ da war ein aas unter den weibern, .. die blockwartprinzessin oder die luftschutzfürstin Seghers d. toten (1950)511.oft auch: 1674 diß stoltze aas in: Widmann/P. Faust 691 LV. 1711 was die Luna vor ein stoltzes aas ist ollapatrida 337 WND. 1934 ein hochnäsiges aas Fallada blechnapf 461. c burschikos anerkennend: ⟨1901⟩ det kleene aas hat jered’t .., de janze versammlung hat bravo jeschrien G. Hauptmann ausgew. dr. 2,142 M. ⟨1910⟩ alles was recht ist, das ist ein aast uff der fiedel Löns wehrwolf (1944)134 (gewöhnlich ein aas auf der geige teufelskerl WDG 1,1a). ⟨1912⟩ Willy nannte Ritter ‘ein feines aas’ und rühmte das ‘smarte’ in seinem charakter G. Hauptmann ausgew. prosa 2,171 M. 1919 was man so ein verdammt feines aas nennt Rehfisch paradies 18. d kein aas niemand: 1915 keen aas von Franzose sieht mir liller kriegsztg. 1,5 H./O. 1929 kein aas zu sehen Remarque westen 263. ⟨1949⟩ dabei lebst du allein .., kümmerst dich um kein aas, hast keine familie Seghers d. toten (1950)421.Mantey
14657 Zeichen · 427 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aas

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Aas , des Aases, plur. die Äser. 1. In die Fäulniß gegangenes Fleisch eines gefallenen Thieres; ohne Plural. Es stin…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Aas

    Goethe-Wörterbuch

    Aas einem bösen Traum [ Campagne ] .. der mich zwischen Koth und Noth .. zwischen Trümmern, Leichen, Äsern und Scheishau…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aas

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Aas , die Leichname gestorbener oder getöteter Tiere, die schnell in Fäulnis übergehen und dadurch nicht nur lästig, son…

  4. modern
    Dialekt
    Aas

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Aas Band 1, Spalte 1,7f.

  5. Sprichwörter
    Aas

    Wander (Sprichwörter)

    Aas 1. Aas ist keine Speise für den Adler. 2. Aas lässt sich nicht vor Geiern (Raben, sagen die Wenden) verbergen. 3. Au…

  6. Spezial
    Aas

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Aas n. (-es, -e/Äser) 1 (Tierleiche) cadaver (de tier) m. 2 cern frada f. 3 ciamercia (-ces) f. 4 fotöra (-res) f. 5 ‹po…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aas

130 Bildungen · 114 Erstglied · 13 Zweitglied · 3 Ableitungen

aas‑ als Erstglied (30 von 114)

Aasaas

SHW

Aas-aas Band 1, Spalte 3-4

Aasbube

SHW

Aas-bube Band 1, Spalte 3-4

Aasding

SHW

Aas-ding Band 1, Spalte 3-4

Aasgaul

SHW

Aas-gaul Band 1, Spalte 3-4

Aasgeier

SHW

Aas-geier Band 1, Spalte 3-4

Aasjäger

SHW

Aas-jäger Band 1, Spalte 3-4

Aaskerl

SHW

Aas-kerl Band 1, Spalte 3-4

Aaskind

SHW

Aas-kind Band 1, Spalte 3-4

Aaskrappe

SHW

Aas-krappe Band 1, Spalte 3-4

Aaskäfer

SHW

Aas-käfer Band 1, Spalte 3-4

Aasmensch

SHW

Aas-mensch Band 1, Spalte 3-4

Aasmücke

SHW

Aas-mücke Band 1, Spalte 3-4

Aasstorch

SHW

Aas-storch Band 1, Spalte 3-4

Aasvieh

SHW

Aas-vieh Band 1, Spalte 3-4

Aaszeug

SHW

Aas-zeug Band 1, Spalte 3-4

Aasaal

MeckWB

aas·aal

Aasaal m. Aalart von schwarzblanker Färbung, wird mittels eines Schafskopfes gefangen Ro Rethw .

AASADEL

DWB2

aas·adel

AASADEL m. : ⟨1510/30⟩ der aassadell und zaunadell (so nante man die edelleute auf den dorfern und schlossern) Grunau preuss. chr. 3,331 W. …

AASBANDE

DWB2

aas·bande

AASBANDE f. schimpfwort, zu aas B 3: 1919 diese verlauste aasbande Benn etappe 14. 1947 so eine verfluchte, verräterische aasbande Fallada j…

Aasblatter

Adelung

aas·blatter

Die Aasblatter , plur. die -n, bösartige schwarze, stinkende Blattern; in Niedersachsen Aaspocken.

Aasblumen

Meyers

aas·blumen

Aasblumen , Blumen, die durch ihren Aasgeruch Fliegen zur Bestäubung anlocken, wie Arazeen ( Arum maculatum u. a.), Stapelien, Orchideen (z.…

Aasbrummer

MeckWB

aas·brummer

Aasbrummer m. Bezeichnung für die Aasfliege; in der Sage: der Freischütz kann mit Hilfe des Teufels, der als Aasfliege in seiner Flinte sitz…

Aasbüdel

MeckWB

aas·buedel

Aasbüdel m. Aasbeutel, in der Jägersprache für die Jagdtasche.

Aaschaur

Herder

Aaschaur , Fest der Zehn Tage, schiitisches Hauptfest, zum Andenken an den Tod der Söhne Alis.

Aasding

MeckWB

aas·ding

Aasding n. als zärtliche Anrede an die Geliebte: 'heb ick die Aasdinck doch so vacken (oft) ingesüßt' (in Schlaf gewiegt) Kohf. Hg. 8, 1.

Aasdräger

MeckWB

Aasdräger m. ein fettes Stück Vieh, z. B. ein dickes Pferd Ma Gülz .

aas als Zweitglied (13 von 13)

Draas

Wander

Draas Bä Drâs 1 hirt det saksesch Vuoterâser af. – Schuster, 525. 1 ) Urkundlich Daraus, liegt am östlichen Ende der alten Sachsencolonie; d…

galgenaas

DWB

galgen·aas

galgenaas , n. wie galgenvogel u. ä., nl. galghenaes furcifer Kil. : galgenasz, rabenfuter. Garg. 47 a ( Sch. 74).

lockaas

DWB

lock·aas

lockaas , n. lockfutter, köder: doch musz auch unser tod zu schnöden lock-aas dienen. A. Gryphius 1698 1, 274 ; die schönheit ist ein lokkaa…

quaas

KöblerMnd

quaas , N. Vw.: s. quās (1)

rabenaas

DWB

raben·aas

rabenaas , n. aas für raben; rabenas, caro morticina Stieler 895 . gern, seit dem 17. jahrh., als grobes schimpfwort: oh du rabenas, vah, ca…

schabaas

DWB

scha·baas

schabaas , n. das abgeschabte von der inwendigen seite der haut, bei den gerbern. Frisch 2, 155 a . Adelung.

schindaas

DWB

schindaas , n. morticinium, alias todtenas Stieler 895 ; carnes morticinae detracta pelle abjectae Frisch 2, 184 a ; meist als grobes schimp…

stinkaas

DWB

stink·aas

stinkaas , n. , verstärkend für aas: stinckas carogna fetente Kramer 2 (1702) 978 a ; übertragen: stänkes ' stinkend faule person ' Kisch Nö…

uferaas

DWB

ufer·aas

uferaas , n. , auch uferaasfliege, f., eintagsfliege, ephemera vulgata Krünitz 193, 207 ; palingenia horaria Brehm thierl. 9, 547 P.-L. ; ' …

Ableitungen von aas (3 von 3)

beaasen

MeckWB

beaasen beschmutzen: dat Schipp beaasen Ro Wustr ; de Drak hett alles beaast Wa GFlot . — Me. 1, 248.

veraasen

DWB

veraasen , verb. zum aase, d. h. zu einer für menschen und die meisten hausthiere ungenieszbaren speise machen, beschmutzen; von aasen, weid…

veraaslich

MeckWB

veraaslich unsorgfältig mit Sachen: ick bün nich so veraaslich Pa Suck .