lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Wald

as. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
20 in 18 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
115
Verweise raus
176

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Wald

Bd. 20, Sp. 322
Wald, eine mit gesellig wachsenden Bäumen bestandene Fläche (s. Waldpflanzen). Der W. gehört zu den ursprünglichen Vegetationsformen, die aller menschlichen Kultur vorangehen. In dieser Form nennen wir ihn Urwald. In ihm gelangt der Kampf der Baumindividuen um Luft und Licht sowie um den erforderlichen Wurzelraum, d. h. um ihr Dasein, zur vollen, ungehemmten Geltung. Ohne Regel und in buntestem Wechsel baut sich hier Altersklasse über Altersklasse, stellt sich Holzart neben Holzart, und es ringen solche Stämme sich durch, welche die kraftvollste Entwickelung haben. Überall über den emporstrebenden Jungwüchsen steht breitkronig und reich entwickelt der alte Mutterstamm, dessen Same jene erzeugt hat. Zusammenbrechend oder vom Sturm geworfen, weicht endlich der Oberbaum, und in die Lücke wachsen die jüngern. Überall im Naturwald stehen alle Waldformen, Holzarten, Altersstufen übereinander (Oberholz und Unterholz), während im Kulturwald (Forst, Wirtschaftswald) Waldformen und Altersklassen in der Regel (bei der Schlagwirtschaft) in gleichartigen Massen (horizontal) nebeneinander geordnet erscheinen. Der W. erscheint auf den niedrigsten Kulturstufen überall als ein Kulturhindernis. Seine Zerstörung, um ackerbares und Weideland zu gewinnen, ist Vorbedingung fester Niederlassungen, des Ackerbaues, sozialer und wirtschaftlicher Gestaltungen. Diese durch die Hand des Menschen bewirkten Veränderungen der Vegetation der Erdoberfläche gehen dann in der Geschichte aller Völker neben den sozialen und politischen sowie den allgemein-wirtschaftlichen Entwickelungen einher und sind von tief eingreifender Bedeutung für die Geschicke der Völker. Denn nur bis zu einer gewissen Grenze ist die Waldzerstörung vernünftig und wirtschaftlich; über diese Grenze hinaus wird sie unvernünftig und gemeinschädlich. Die Bewaldung eines Landes hat nicht nur privatwirtschaftliche Bedeutung, indem wir im W. Bau-, Nutz- und Brennholz gewinnen sowie nutzbare Rinden, Früchte, Futter- und Streustoffe finden, sondern es ist die Kulturfähigkeit der Länder im ganzen von einer angemessenen Bewaldung abhängig. Unverständige Entwaldung der Berge führt Abschwemmungen des fruchtbaren Erdreiches von den Höhen und Gehängen durch Regengüsse, Abrutschungen, welche die Talgelände mit Gerölle, Kies und Sand überdecken, stark wechselnden Wasserabfluß von den Höhen herbei, so daß heftige Überflutungen der Täler mit gänzlicher Trockenheit wechseln. In den Flachländern ist dauernde Bedeckung des Bodens mit wurzelstarken Baumgewächsen imstande, den Flugsand zu festigen und das Überwehen ackerbarer Grundstücke mit Sand zu hindern. An den Meeresufern bindet der W. die Dünen und schützt die Küstenstriche einigermaßen gegen die kulturschädlichen Wirkungen jener heftigen Luftströmungen, die dem Litorale eigen sind. Vgl. Waldklima. In ethischer Beziehung bedingen Waldungen in hohem Grade die landschaftliche Schönheit einer Gegend und stehen in einer tiefen und ernsten Beziehung zu dem geistigen und gemütlichen Leben des Volkes. Die Tabelle zeigt den gegenwärtigen Waldbestand in Europa: 350@@break Im ganzen sind in Europa etwa 33 Proz. der Bodenfläche mit W. bedeckt. Die Bewaldungsziffer auf den Kopf der Bevölkerung beträgt etwa 0,8 Hektar. Die oben angegebenen mittlern Bewaldungsziffern geben jedoch nur ein unvollkommenes Bild des Waldbestandes der einzelnen Länder, weil innerhalb der letztern sehr große Schwankungen der Bewaldung hervortreten. Nordfrankreich z. B. ist ziemlich stark bewaldet, während größere Teile von Südfrankreich ganz waldleer sind. In Deutschland schwankt das Bewaldungsverhältnis zwischen 0. 2 Proz. (Bremen) und 43,9 Proz. (Schwarzburg-Rudolstadt). Auch in dem waldreichen europäischen Rußland treten große Schwankungen hervor. Die Bewaldungsziffer bewegt sich dort zwischen der Untergrenze von etwa 2 Proz. (im SO. am Kaspischen Meer) und der Obergrenze von mehr als 80 Proz. der Landesfläche (vom 60.–65. Breitengrad). Eine Normalbewaldungsziffer für die einzelnen Länder festzustellen, ist unmöglich. Die Lage eines Landes in einer wärmern oder kältern klimatischen Zone, in der Nähe großer Meere oder im Innern weiter Kontinente, der gesamte Bodenkulturzustand, das Vorhandensein oder Fehlen zahlreicher Baumpflanzungen (Fruchtbäume) außerhalb der Waldungen, der größere oder geringere Reichtum an fossilen Brennstoffen u. a. sind für die Frage der Normalbewaldung maßgebend. Die traurigen Folgen der Entwaldung sind in vielen Ländern bereits hervorgetreten, soz. B. im südlichen Frankreich, in Spanien, Griechenland, im Küstengebiet von Triest, auch in vielen Gegenden von Deutschland (Westerwald, Flachland von Hannover, Schleswig-Holstein, auf der pommerschen Platte, in Westpreußen, am Niederrhein etc.). In vielen europäischen Staaten hat die Gesetzgebung diesen Verhältnissen ihre Aufmerksamkeit zugewendet (s. Schutzwaldungen). Vgl. Roßmäßler, Der W. (3. Aufl., Leipz. 1880) und Literatur bei Artikel »Waldpflanzen«; ferner Ebermayer, Die physikalischen Einwirkungen des Waldes (Aschaffenb. 1873); Geyer, Der W. im nationalen Wirtschaftsleben (Leipz. 1879); »Vierteljahrshefte zur Statistik des Deutschen Reiches«, 2. Ergänzungsheft zu 1903: Die Forsten und Holzungen im Deutschen Reich 1900; Meitzen, 27 Karten zu Band 5–8 von »Der Boden und die landwirtschaftlichen Verhältnisse des preußischen Staates« (Berl. 1906); Jentsch, Forsten, in Elsters »Wörterbuch der Volkswirtschaft« (2. Aufl. Jena 1906); Jösting, Der W., seine Bedeutung, Verwüstung und Wiederbegründung (2. Aufl., Berl. 1898); Schreiber, Die Einwirkung des Waldes auf Klima und Witterung (Dresd. 1899); Feldtmann, Der W. (Ravensburg 1900), und Literatur über Forstpolitik etc. im Artikel »Forstpolizei«; ferner H. Hausrath, Der deutsche W. (Leipz. 1907); »Der deutsche W. im deutschen Lied« (Berl. 1900); v. Salisch, Forstästhetik (2. Aufl., das. 1902); Grottewitz, Unser W., ein Volksbuch (das. 1907); Semler, Tropische und nordamerikanische Waldwirtschaft (das. 1888), »Statistique forestiere« (Par. 1878); Werekka und Matom, Atlas statistique et forestière de la Russie d'Europe (1878); Arnold, Rußlands W. (deutsch, Berl. 1893; »Les forêts de la Russie«, Par. 1900).
6198 Zeichen · 91 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    waldst. M. (a)

    Köbler As. Wörterbuch

    wald , st. M. (a) nhd. Wald ne. forest (N.) ÜG.: lat. (Libanus) SPs, plaga GlVO Hw.: s. sinwėldi*; vgl. ahd. wald (st. M…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    waldst. M. (i)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    wald , st. M. (i) nhd. Wald, Wildnis, Baumwipfel?, Wüste, Einöde ne. woodland ÜG.: lat. desertum (= wuostinna waldes) O,…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wald

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Wald , des -es, plur. die -wälder, Diminut. das Wäldchen, Oberdeutsch Wäldlein. 1. Ein mit Oberholz bewachsener Bezi…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wald

    Goethe-Wörterbuch

    Wald [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wald

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Wald , eine mit gesellig wachsenden Bäumen bestandene Fläche (s. Waldpflanzen ). Der W. gehört zu den ursprünglichen Veg…

  6. modern
    Dialekt
    Wald

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Wald [Wàl Liebsd. Roppenzw. Pfetterhsn. Attenschw. ; Wàlt u. Wâlt Hi. ; Wàlt Ruf. Su. u. nö. davon ganz allg.; Pl. Wal R…

  7. Sprichwörter
    Wald

    Wander (Sprichwörter)

    Wald 1. Auch im schönsten Walde fehlt es nicht an verkrüppeltem Holze. 2. Auch in den Wäldern der Hermeline merkt man de…

  8. Spezial
    Wald

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wald m. (-[e]s, Wälder) 1 bosch (-sć) m. 2 (großer Wald) sëlva (-ves) f. 3 (Weidewald) pasciantadú (-dus) m. , ‹ant› sal…

Verweisungsnetz

248 Knoten, 248 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 11 Hub 2 Wurzel 1 Kompositum 227 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wald

2.036 Bildungen · 1.908 Erstglied · 117 Zweitglied · 11 Ableitungen

wald‑ als Erstglied (30 von 1.908)

Waldacker

SHW

Wald-acker Band 6, Spalte 213-214

Waldameise

SHW

Wald-ameise Band 6, Spalte 213-214

waldaxen

SHW

wald-axen Band 6, Spalte 213-214

Waldbach

SHW

Wald-bach Band 6, Spalte 213-214

Waldbau

SHW

Wald-bau Band 6, Spalte 213-214

Waldbaum

SHW

Wald-baum Band 6, Spalte 213-214

Waldbeere

SHW

Wald-beere Band 6, Spalte 213-214

Waldbengel

SHW

Wald-bengel Band 6, Spalte 213-214

Waldbock

SHW

Wald-bock Band 6, Spalte 213-214

Waldbodem

SHW

Wald-bodem Band 6, Spalte 213-214

Waldboden

SHW

Wald-boden Band 6, Spalte 213-214

Waldborn

SHW

Wald-born Band 6, Spalte 213-214

Waldbrand

SHW

Wald-brand Band 6, Spalte 213-214

Walddorf

SHW

Wald-dorf Band 6, Spalte 213-214

Waldeck

SHW

Wald-eck Band 6, Spalte 215-216

Walderbse

SHW

Wald-erbse Band 6, Spalte 215-216

Waldfarn

SHW

Wald-farn Band 6, Spalte 215-216

Waldfeld

SHW

Wald-feld Band 6, Spalte 215-216

Waldfest

SHW

Wald-fest Band 6, Spalte 215-216

Waldfrevel

SHW

Wald-frevel Band 6, Spalte 215-216

wald als Zweitglied (30 von 117)

hariwald

KöblerAhd

*hariwald , st. M. (a?, i?) nhd. Heerwalter ne. army commander Q.: PN

Bannwald

RDWB1

Bannwald m im Bannwald ruht jegliche förstliche Nutzung -

Urwald

RDWB1

Urwald m джунгли

Affe(n)wald

Idiotikon

Affe(n)wald Band 15, Spalte 1478 Affe(n)wald 15,1478

Allmendwald

DRW

Allmendwald zu Allmende (II 4 d) 1487 GrW. I 401 Faksimile 1516 ZGO. 1 (1850) 443 Faksimile ElsWB. I 33

Alpwald

Idiotikon

alp·wald

Alpwald Band 15, Spalte 1479 Alpwald 15,1479

Arbeⁿwald

Idiotikon

Arbeⁿwald Band 15, Spalte 1479 Arbeⁿwald 15,1479

Archwald

DRW

arch·wald

Archwald woraus Holz für die Archen geschlagen wird den archwald zu zimberholz, auch zu archen und wassergepeu 1616 Tirol/ÖW. III 38 Faksimi…

Arveⁿwald

Idiotikon

Arveⁿwald Band 15, Spalte 1479 Arveⁿwald 15,1479

Ba(nn)wald

Idiotikon

Ba(nn)wald Band 15, Spalte 1487 Ba(nn)wald 15,1487

bannwald

DWB

bann·wald

bannwald , m. silva incaedua: du solt dir kein bannwald pflanzen bei keinerlei bäumen ( 5 Mos. 16, 21 ). Reiszner Jerus. 1, 107 b ; er hat d…

Bauwald

Idiotikon

bau·wald

Bauwald Band 15, Spalte 1487 Bauwald 15,1487

Birche(n)wald

Idiotikon

Birche(n)wald Band 15, Spalte 1488 Birche(n)wald 15,1488

Birkwald

Adelung

birk·wald

Der Birkwald , des -es, plur. die -wälder, S. Adelung Birkholz .

Bueche(n)wald

Idiotikon

Bueche(n)wald Band 15, Spalte 1486 Bueche(n)wald 15,1486

Bërgwald

Idiotikon

Bërgwald Band 15, Spalte 1489 Bërgwald 15,1489

Bǖrtwald

Idiotikon

Bǖrtwald Band 15, Spalte 1489 Bǖrtwald 15,1489

Chesteⁿwald

Idiotikon

Chesteⁿwald Band 15, Spalte 1485 Chesteⁿwald 15,1485

Chilche(n)wald

Idiotikon

Chilche(n)wald Band 15, Spalte 1485 Chilche(n)wald 15,1485

Chnüttel(is)wald

Idiotikon

Chnüttel(is)wald Band 15, Spalte 1485 Chnüttel(is)wald 15,1485

Chnüttliⁿgwald

Idiotikon

Chnüttliⁿgwald Band 15, Spalte 1485 Chnüttliⁿgwald 15,1485

Chrīswald

Idiotikon

Chrīswald Band 15, Spalte 1485 Chrīswald 15,1485

Ableitungen von wald (11 von 11)

bewalden

DWB

bewalden , silva munire, oder intransitiv in silvam abire, silvescere, wofür doch üblich sich bewalden. Stieler 2418 : ein reich bewaldetes …

bewaldung

DWB

bewaldung , f. die bewaldung, die rings vom meeresufer bis zum fusze des gebirgs reiche. Dahlmann dän. gesch. 2, 108 .

entwalden

DWB

entwalden , silvam exstirpare, den wald ausrotten, vertilgen: die berge stehn entwaldet; die ganze landschaft entwaldet sich von jahr zu jah…

Entwaldung

LDWB2

Ent|wal|dung f. (-,-en) desboscamënt (-nc) m.

gewald

Lexer

ge-wald- s. gewalt-.

gewā̆lde

MNWB

(gewā̆lde) ° gewōlde (-wolte) , n. , Walten.

gewā̆lden

MNWB

gewā̆lden , gewōlden , gewelden , stv. , swv. , (walten, Gewalt über etwas haben, Gewalttat üben) s. wā̆lden, wōlden.

urwald

DWB

urwald , m. , von forstkultur und geregelter nutzung unberührter wald, in dem weder bäume gefällt werden noch totes holz entfernt wird. ur- …

urwaldung

DWB

urwaldung , f. : tannen ... in unbenutzter u. Ritter erdk. 3, 864 ; dichte u. Droysen gesch. Alexanders des gr. 381 ; die tierarmut der urwa…

verwalden

KöblerMhd

verwalden , red. V. Vw.: s. vervalten

walde

DWB

walde , f. die pflanze wau, in der älteren hd. form ( vgl. mnd. wolde Lübben handwb. 591 und engl. weld), s. das aus dem ndl. übernommene wa…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „wald". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wald/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „wald". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wald/meyers. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wald". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wald/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_wald_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„wald"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/wald/meyers},
  urldate      = {2026-05-09},
}