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urwald

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

urwald m.

Bd. 24, Sp. 2603
urwald, m. , von forstkultur und geregelter nutzung unberührter wald, in dem weder bäume gefällt werden noch totes holz entfernt wird. ur- C 4 c. erst im 19. jh. aufgekommenes, von Campe noch nicht verzeichnetes wort. 'wälder, die man wegen ihres hohen alters mit dem namen urwälder bezeichnet hat' Krünitz 202, 489. 'die form des waldes, die sich unter dem ausschlieszlichen walten der naturkräfte entwickelt, nennt man u.' Schwappach forstpolitik (1894) 6. Roszmäszler der wald 4 s. unter urforst. urwäldchen Holtei erz. schr. 28, 13. ururururwald Scheffel gaudeamus 9. 11) eigentlich: wilde reben aller art, lebendig und abgestorben, verflochten den u. A. v. Arnim kronenwächter (1817) 1, 312; im Pilsner kreise ... hat sich ein merkwürdiger verkohlter u. gefunden, es sey von palmen, colossalen farnkräutern oder gar casuarinen Göthe IV 33, 25 W.; so sah A. ... in Brasilien nach dem abbrennen eines urwaldes, ... eine menge pflanzen Schopenhauer 2, 364 Gr.; dichte, undurchdringliche urwälder Ritter erdk. 1, 302; lichtung der urwälder Liebig chem. briefe 189; in den urwäldern der tropenwelt A. v. Humboldt kosmos 3, 511; die menschen sind menschen geblieben, ... mögen sie durch unbetretene urwälder sich bahn brechen, oder auf eisenschienen die kontinente durchdampfen Holtei erz. schr. 23, 96; der hochwald der gemäszigten zone wie der tropische sogenannte u. schlieszen die entwickelung einer reichen fauna aus Peschel völkerkunde 444; mochte er noch so laut, nach dem vorbilde Rousseaus, das leben des urwaldes preisen und die erhabene einsamkeit der natur ..., die glänzenden laster der groszen welt konnte er doch nicht entbehren Treitschke hist. u. polit. aufs. 1, 318. formelhaft verbunden: urwälder und blachfelder Gaudy 12, 28; durch u. und gehäge Holtei erz. schr. 10, 113. mit hervorhebung der zeitvorstellung: es lag unserm volksgeiste seit urwalds zeiten näher, die sitte auszubilden als das gesetz W. H. Riehl naturgesch. des volkes 1, 7. das poetische wort war dem dichter willkommen: der urwald schweigt Chamisso (1836) 4, 54; entbehrst du manch gefühl, um das du einen wilden im urwald neiden magst und wilder thiere gilden ... Rückert 2, 58; was nützt die schöne dir des urwalds, den durchbrechen der elephant nur kann? 3, 390; ein deutscher mann wars, der gepreszt den ersten most im land gen west, und deutsche weisen und deutsche lieder hallten zuerst im urwald wieder G. Kinkel ged. (1868) 2, 43; weihend mich mit stillem beten will den urwald ich betreten Lenau 59 B.; in eines urwalds nie durchdrungner nacht sasz Faust auf einem stamm, bemost, vermodert 376 B.; reuteten des urwalds riesen, dorn und farn und wüste kräuter Fr. W. Weber Dreizehnlinden (1907) 11. 22) uneigentlich und im bilde: dem urwalde der sagen Görres br. 3, 194; ganze urwälder von unwissenheit Heine über Börne (1840) 200; die deutsche sprache nimmt sich bei ihm (Fischart) aus wie ein u. von unmäsziger zeugungskraft, der unwegsam gemacht ist durch schlingpflanzen von wuchernder üppigkeit Gervinus gesch. d. d. dicht. 3, 164; es wehet ein panisches sausen und brausen des weltgeistes durch den hohen und tiefen u. der geschichte hin E. M. Arndt (1845 ff.) 3, 296; die Altdeutschen im unverwüstlichen urwalde ihres herrlichen sprachtums Fr. L. Jahn 2, 491 E.; O. Ludwig 4 4 Schm.-Stern; Hebbel I 12, 30 W.; man frage sich, an welcher stelle des philosophischen urwaldes befinden wir uns? Fr. A. Lange gesch. d. materialismus 308; auch vermag er ... unmöglich durch den u. seiner bedrängnisse hindurch zu kommen W. Schäfer lebenstag (1917) 214. für die schamhaare anthropophyt. 2, 25. 33) unzählige zusammensetzungen zeugen von der lebenskraft des jungen wortes. hier kann nur eine auswahl geboten werden:
3744 Zeichen · 96 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    urwaldm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    urwald , m. , von forstkultur und geregelter nutzung unberührter wald, in dem weder bäume gefällt werden noch totes holz…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Urwald

    Goethe-Wörterbuch

    Urwald [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Urwald

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Urwald , Wald, der noch nie geschlagen worden ist.

  4. modern
    Dialekt
    Urwald

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Urwald Band 15, Spalte 1479 Urwald 15,1479

  5. Spezial
    Urwald

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ur|wald m. (-[e]s, ...wälder) jungla (-les) f. , bosch salvare m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urwald

64 Bildungen · 64 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von urwald

ur- + wald

urwald leitet sich vom Lemma wald ab mit Präfix ur-.

urwald‑ als Erstglied (30 von 64)

urwaldartig

DWB

urwald·artig

urwaldartig , adj. adv. : den urwaldartigen forst Laube 16, 14 ; bestände Schwappach forst- u. jagdgesch. 1, 400 ; fast u. wandelt sich das …