Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
wägen
wägen
wagen Vb. ‘kühn unternehmen, etw. auf gut Glück riskieren, aufs Spiel setzen’, mhd. wāgen ‘in die Waagschale legen, aufs Geratewohl daransetzen oder tun, einem ungewissen Ausgang anheimgeben’, mnd. wāgen, mnl. wāghen, nl. wagen, abgeleitet von dem unter Waage (s. d.) dargestellten Substantiv. Vgl. Wendungen wie mhd. den līp ūf die wāge lān ‘sein Leben riskieren, es aufs Spiel setzen’, er gap sich in wāge ‘überließ sich dem ungewissen Ausgang’. – Wagnis n. ‘Risiko, kühnes Unterfangen’ (16. Jh.), wohl in der obd. Kanzleisprache entstanden und erst nach 1800 allgemein gebräuchlich. Wagehals m. ‘Draufgänger, kühner, mutiger Mensch’ (15. Jh.), in der Art imperativischer Satznamen gebildet nach den Hals (‘das Leben’) wagen. Älter ist der urkundlich bezeugte Name Johan Waginhals (14. Jh.). wag(e)halsig Adj. ‘sich verwegen in Gefahr begebend, tollkühn’ (18. Jh.).