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vierteil

mhd. bis GWB · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vierteil n.

Bd. 26, Sp. 313
vierteil, viertel, n. , ahd. fiorteil Graff 5, 405; mhd. vierteil, viertel mhd. wb. 3, 22b; Lexer mhd. handwb. 3, 342; zeitschr. f. d. alt. 6, 329; Jellinek mhd. wb. 869; mnd. verdel Schiller-Lübben 5, 236b; cabus Diefenbach gloss. 86a; maldrum, viertail 344c; modius, firteil 364c; nimo, vierteyl 380c; obulus, firteil eyns hellers 391b; pinta, ein vierteil von einer masz, pynta et vyrdel van eynre quarten 436a; quadra, viertel, vierdel, vierteil, virdeil 475a; quadrans, vierdeil, vierteil, viertel 475b; quadraplodie, vierteil des tags 475c; quarta, ein viertel 477c; quartale, eyn vierteil, -tail, -deil, viertel, virtel, fertel; eyn vierden teil; eyn verdel, verendel 477c; quartarium, vierteil 477c; quentinus, en vyrdel loits 478c; satum, dru viertal 514a; modius, virtel, nov. gloss. 255a; quadra, een vierendeel 310a; quartale, verndel; quartarium, viertail 311a; tetrarcha, künig über ein vierteil eins reichs 363b; ein vierteil eines stucks, quarta; der vierteil einer landvogtey, tetrarchia; der vierteil eines schuochs lang, das ist, ein handbreit, quadrans pedis Maaler 448b; viertel, quarta pars; ein viertel korn, quartarius frumenti Stieler 2274; viertheil, quarta pars Steinbach 2, 805; viertel (das, vox composita, pro vierte theil ...) quarta pars 895; vier theil, oder zusammengezogen viertel, quarta pars; das viertel einer erbschafft Frisch 2, 401b. in der heutigen schrift- und umgangssprache ist viertel durchaus die herrschende form, vgl. den folgenden abschnitt. im nl. entspricht vierendeel, inn.-norweg und schwed. fjerdedel. 11) das wort ist eine zusammenrückung der ordinalzahl mit teil, wobei der erste bestandtheil verkürzt wurde, der zweite seinen vocal einbüszte. die ausprache in der umgangssprache der gebildeten ist vĭrtl. ain viertl Aventinus bayer. chron. 1, 590, 21. die beiden bestandtheile vierte teil können natürlich auch heute noch getrennt und gleichbedeutend mit viertel gebraucht werden, soweit dieses im allgemeinen den bestimmten bruchtheil bezeichnet; beachte den gebrauch des artikels: ein viertel meines vermögens, der vierte teil meines vermögens. während vierding eine ganz germanische bildung ist, darf viertel als eine übersetzung von quarta pars angesehen werden. viertel hat neutrales geschlecht, (daz viert[e] teil), indessen macht sich das schwanken des geschlechts von teil doch geltend; auf m. deuten die formen vierenteil, nd. vêrendêl, nl. vierendeel (s. unten). wir haben in gegeben einen viertel an unserm slosze quelle des 15. jh. bei Lexer mhd. wb. 3, 342; quadrans, der vierteil dez tagz, der viertel eines plapparts Diefenbach gloss. 475b; der vierteil einer landvogtey, der vierteil eines tagwercks Maaler 448b (neben das viertel, masz). mein herr nembt drey theil in absent, der vierteil bleibt mir in der hendt H. Sachs 9, 4, 25 lit. ver. m. geschlecht von viertel wird bezeugt für die mundart von Habkern (Schweiz) zeitschr. f. deutsche mundarten 1967, 312; ebenso m. in der mundart von Jaun (Stucki 146). m. und n. je nach der bedeutung Hunziker aarg. wb. 86, s. unten. die gleiche differenzierung scheint schon bei Maaler vorzuliegen; vierenteil, m. und n. Fischer schwäb. wb. 2, 1478; altfries. fiardandel, m. und n. Richthofen altfries. wb. 738b. in den beiden folgenden stellen nimmt vierteil scheinbar f. geschlecht an: auf ain halbe fierthail ainer meil chron. v. Kaisheim 46 lit. ver.; by einer vierteill einer mil by Nürnberg Th. Platter 18 Boos; das geschlecht von vierteil wird hier durch das folgende meile bestimmt. etwas anders ist: auf eine halbe viertel weges quelle des 18. jh. bei Müller-Fraureuth wb. d. obersächs.-erzgeb. mundarten 2, 622a (hier wohl viertel einer wegstunde, vgl. unten 3). adjectivische flexion: (nach analogie von halb:) mer denn ein vierteiler meil deutsche städtechron. 11, 618, 17; vgl.: als der mond, der ist jetzt halb, dann viertel, dann gar nicht Paracelsus opera (1616) 2, 106 B. gesteigert: bisz ich das vierthelst hundert voll gemacht habe ollapatrida 372 neudr.; vgl. unten viertelste. die durch den verlust des tons eingetretene verkümmerung des zweiten theils ist schon in mhd. zeit bezeugt (vgl. vierdel zeitschr. f. d. alt. 6, 329). dasz sich vierteil bis in die neueste zeit gehalten hat, beruht auf einem immer wiederholten bewuszten anknüpfen an teil; neben viertel und vierteil begegnet in älterer sprache auch viertal: dasz nicht mer dan ain viertal vich lebendig beliben ist deutsche städtechron. 5, 174, 2 (Augsburg); vgl. Schmeller bayer. wb. 1, 845; Fischer schwäb. wb. 2, 1478. vierteil hält sich in der neueren sprache am besten in der allgemeinen anwendung, dasz es einen bestimmt gemessenen bruchtheil von irgend etwas bezeichnet. dagegen erscheint es uns jetzt in den prägnanten bedeutungen des wortes ganz fremdartig. Adelung behauptet, dasz man in der 'edlern' schreibart häufiger viertheil als viertel schreibe und in oberdeutschen mundarten auch so spreche; im 'hochdeutschen' sei aber die verkürzte aussprache die üblichere. in den oberdeutschen mundarten ist jedenfalls -teil überall verkürzt. vierteil in allgemeiner anwendung: rechnet man 5. meylen, daran denn noch mehr als ein gut vierteil fehlet Hennenberger ercl. d. preusz. landtafel (1595) 9 (auf derselben seite: schier 5. viertel einer meylen; drey meylen, und ein viertel); kaum das viertheil ihres miethzinses Thümmel reise in die mitt. prov. v. Fr. 4, 391; man rechne sie weg und ein armes viertheil bleibt noch zurück Schiller werke 2, 352 krit. ausg.; nach diesen vorschriften nahm ich eine grosze phiole, füllte sie zum vierteile mit sand, zum vierteile mit wasser, dann mit oel und das letzte vierteil liesz ich leer G. Keller ges. werke 1, 106. die juristen des bürgerl. gesetzbuchs haben dem pedantisch klingenden vierteil den vorzug gegeben: eine mehrheit von drei vierteilen der erschienenen mitglieder 33; der überlebende ehegatte des erblassers ist neben verwandten der ersten ordnung zu einem vierteile .. der erbschaft als gesetzlicher erbe berufen 1931. in prägnanter anwendung: die gantze welt gibet bey allen kranken acht auf vollmond, neumond oder vierteil Butschky Pathmos (1677) 427; wohlbestallten hauptmann des grimmischen viertheils Prätorius winter flucht d. sommer vögel (1678) zueignung A 1b; wenn ... die vorschläge ein gantzes viertheil ausmachen sollten Ph. E. Bach art das clavier zu spielen (1759ff.) 1, 59. der nom. acc. plural von vierteil wird in der neueren sprache gewöhnlich auf c gebildet: ein viertel des zehntens erhielt der bischof, ein viertel jedes ortes der pfarrer, und die übrigen beiden viertheile die kirche Möser werke (1842ff.) 3, 97; drei vierteile desselben (des tisches), von der jugend und den dienstleuten besetzt G. Keller ges. werke 1, 313. prägnante bedeutung: man hat alle viertheile von Paris durchsuchet d. neueste aus d. anmuth. gelehrsamkeit i, 430; also eilten alle viertheile (in Florenz) auf die gewohnten posten J. v. Müller werke (1810ff.) 2, 357. daneben findet sich auch der nom. acc. plur. viertheil: drey viertheyl war er dort und nur ein viertheil hier Hippel lebensläufe (1778ff.) 1, 22; alles, was einmal war, hatte drei viertheil richtigkeit bei ihm voraus Laube ges. schriften (1875ff.) 9, 93; verliesz uns die kanone, die wir hatten, mit den kanoniers und mehr denn drei viertheil unserer mannschaft Kerner bilderbuch (1849) 65; gen. plur. auf n: das gantz jar wirt getheylt inn vier gleicher viertheylen und quartir Wickram werke 8, 232, 205 lit. ver. vgl. mundartlich den plur. vierteln Schmeller bayer. wb. 1, 844, das besonders als maszbezeichnung auszerordentlich oft gebrauchte wort war der umbildung und entstellung sehr ausgesetzt; dabei zeigt sich die erscheinung, dasz, wo mehrere formen neben einander bestehen, sie in ihrer bedeutung differenziert werden, vgl. z. b. Fischer schwäb. wb. 2, 1480; nd. varndeel, gewicht, kornmasz, vertel, landmasz, brem. wb. 1, 377 (letzteres entweder aus dem hochd. eingeführt, oder gleich hochd. vierzel). beachtenswerth sind vor allem die formen, die ein n vor teil oder tel aufweisen und sowohl hochd. wie nd. sich finden; sie gehen zurück auf eine verbindung (den) vierden teil, setzen also m. voraus; der acc. erklärt sich wohl aus der häufigen verbindung mit verlangen oder geben (vgl. Jellinek mhd. wb. 868; quartale, eyn vierden teil Diefenbach gloss. 477c; doran haben wir eyn vyrdenteil handelsrechn. d. d. ordens 64 Sattler); vierenteil (m. und n.), vierntel, vierndel Fischer schwäb. wb. 2, 1477; mnd. vêrndêl Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 240a; vordendêl 332a; veerendeel Dähnert plattd. wb. 516b; fördendêl ten Doornkaat-Koolman ostfries. wb. 1, 538b; varndeel brem. wb. 1, 377; fries. fiardandel, fiarden-, fiaren-, fiarndel Richthofen altfries. wb. 738b; nl. vierendeel; mnl. vierdendeel Verwijs-Verdam mnl. wb. 9, 441; ain vierenthail ainer stunde Zimm. chron. 22, 151, 5; etwa noch so starck als ein vierten theil des zolls breit Aitinger jagd- u. weidbüchl (1681) 333. diminutiva treten zu den einzelnen formen: viertelchen, 1/16 malter (kornmasz) Pfister nachtr. 315; nd. ein verrendelken bers Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 240b; das viertele (aus viertel-le) Fischer schwäb. wb. 2, 1477; Martin-Lienhart wb. d. elsäss. mundarten 1, 130b; viertele, das, modiolus Maaler 448b; pinta, viertailin Diefenbach nov. gloss. 436a; vierenteillein Fischer a. a. o. 1478; ettliche nemen zu einem viertheilin wassers j. lot gestoszner negelin Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 2. 22) viertel bezeichnet den einzelnen bruchtheil eines in vier theile zerlegten ganzen; wir können jetzt sagen: ich habe ein viertel, nicht aber: das viertel meines vermögens verloren; im zweiten fall musz den vierten teil eintreten. die ältere sprache bewegt sich freier: das vierteil des tempels viel ouch nyder und ertöttet da der abgötter priester der heiligen leben. winterteil (1471) 170b; selten so in neuerer sprache: der protestantismus, wie er nunmehr war und damit verdammt wurde, umfaszte vielleicht das viertheil der bevölkerung Ranke werke 7, 190. dasz der zusammenhang mit vierte teil, aus dem es zusammengeschoben ist, noch empfunden wird, zeigt sich, wenn vierteil in der aufzählung für vierte teil eintritt, was in der sprache der gegenwart auch nicht mehr möglich ist. in der 7. fabel bei E. Alberus verlangt der löwe zuerst das erste theil (16), dann das ander theil (22), weiter das drittheil (28) und viertheil: die meinste arbeit hab ich than drumb will ich auch das dritteil han. das vierteil mus mir auch zu stan, wollt ihr andersz mein freundschafft han so in der ausgabe von 1534 (33 neudruck), in der von 1550: so müst jr euch ergeben drein, das mir das vierdt theil auch zusteh. beim gebrauch des plurals ist zu beachten, dasz vierteil in älterer sprache auch für vier teile stehen kann: verkundigen durch die virteil der werlt den glauben der hailigen dreivaltikeit d. erste deutsche bibel 1, 5 lit. ver.; und ein flusz ging aus von der stat der wolust zuo feuchten daz paradeisse. der dar noch wart geteilt in vierteil 3, 49 (gen. 2, 10: qui inde dividitur in quatuor capita); vgl. dagegen vier vierteil; also haben sie auch die nacht in vier vierteil geteilet Luther werke 28, 374, 14 Weim. im wb. d. elsäss. mundarten von Martin-Lienhart 1, 130b ist bemerkt, dasz in der allgemeinen anwendung für den bruchtheil nicht viertel, sondern der vierte teil gebraucht wird. aus den idiotiken läszt sich nicht feststellen, ob auch in anderen gegenden das gleiche zu beobachten ist; beachtenswerth ist die von Hunziker (aarg. wb. 86) angemerkte differenzierung: viertel, m., der vierte theil, viertel, n., hohlmasz. im nl. wird vierendeel in der allgemeinen anwendung von bruchtheil gemieden. man sagt ein, drei viertel, gewöhnlich aber ein halb, ein halbes, die hälfte; nur wo es auf die vorstellung zweier einzelner viertel ankommt, wird natürlich zwei viertel angewendet; die declamation, welche allein fast zwei viertheile des ausdrucks, ich will sagen den ton und die gebehrde, in sich faszte Schubart briefe 1, 85 Strausz; hier würde man an sich die hälfte erwarten, wenn nicht durch ton und gebehrde der ausdruck zwei viertheile gerechtfertigt würde. — zu dem latz nam man ausz sechtzehen ballen ein virteyl, reichlich gerechenet Fischart Garg. 174 neudr.; die hälfte (des vermögens)? nein, das ist es nicht. das drittel? auch wohl nicht. das viertel doch? schwerlich Lessing werke 2, 129 Muncker; ein vierttheil und noch eins dazu machen freylich ein halbes wenn beyde von einem ganzen sind Kästner verm. schriften (1783) 405; nichts halb, lieber freund! und ein blat ist kaum ein viertel Hippel lebensläufe (1778ff.) 2, 37. sprichwörtliches und redensarten: drei viertel ist kein pfund Wander sprichw.-lex. 4, 1641; er ist nicht ganz dumm, aber starke drei viertel Fischer schwäb. wb. 2, 1478; statt drei sagt man bisweilen scherzhaft ein viertel dutzed, als wenn die zahl dadurch grösser erscheinen sollte; fünf viertel für, auf die elle geben musz ursprünglich bedeuten: seinen eigenen vortheil nicht wahrnehmen, zu nachgiebig sein; hij geeft geen vijf vierendeel voor eene el, maar klieft een zwavelstokje in vieren, letzteres zur bezeichnung des sehr genauen, auf seinen vortheil bedachten menschen Wander a. a. o. der gen. wird als adv. gebraucht, s. unten viertels. 33) das ganze, dessen viertel bezeichnet wird, steht im genit.; so in ganz allgemeiner anwendung; vor dem genit. stehen der bestimmte oder unbestimmte artikel, pronominale adj. u. ä.: ainem viertail aines tages Konrad von Megenberg sphaera 30, 4 (DTMa); ich hab ein vierteil eins silbern sekels bey mir 1. Sam. 9, 8; höchstens drei viertheile des preises Herder werke 15, 194 Suphan; in drei vierteln aller lustspiele wird gehorcht Fontane ges. werke I, 4, 132; drey viertel der armee vernahmen sie Schiller schriften 12, 77 krit. ausg.; in dem ersten viertel des sechzehnten jahrhunderts Göthe werke 44, 303 Weim. viertel eines jahres, einer stunde, vierteljahr, -stunde. als nun der kauffman auff ein fierteil eines jars bey inen gewesen Wickram werke 2, 431, 20 lit. ver.; so sy nit meer dann drey psälmlin läsen wöllen, leuten sy ein vierteill einer stund darzu Eberlin von Günzburg schriften 3, 101 neudr.; viertel einer elle, meile (viertelelle, -meile): uff einer jeden seiten ein viertel einer ehlen lang Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) 161; neher ungefarlich dann in einem fierteil einer mil Schade sat. u. pasq. 3, 70. der genit. vorausgestellt: ains jâres wol ein vierteil si wâren vrœlich unde geil Heinrich v. Neustadt Apoll. 6029. in der älteren sprache kann der genit. unmittelbar, ohne artikel zu viertel treten. besonders in häufiger vorkommenden verbindungen (vor allem bei maszen, s. unten 6 und 7); von diesen verbindungen hat sich ein viertel weges gehalten: jemandem auf ein viertel weges entgegenkommen, auf ein viertel seines weges; in älterer sprache ist aber viertel in dieser verbindung eine längenbestimmung, viertel einer wegstunde oder einer meile; in letzterem sinne verzeichnet noch Campe viertelweges unter viertelmeile; vgl. viertelmeile, -stunde weges unten unter viertelmeile, -stunde; das mittlere wort ist ausgefallen; vgl. viertelweg, m.: man machet einen langen hagen, der sich vorn auff ein vierteil weges erstreckt Micrälius altes Pommerland 2, 393 (buch 6); do se do quemen up ein verendel weges nha der stadt Schiller-Lübben mnd. wb. nachtr. 298a. — viertel jars: binnem eynem verndell jares; alle ferendell jares Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 240a; uff die vier virtel iares Luther werke 12, 25, 5 Weim.; das ain yegklicher mitburger soll ain genannt gelt geben alle viertail jares Baumann quellen z. gesch. d. bauernkrieges 119 lit. ver. 139; in gleichem sinne: zum dritten soll ayn yeder burger under dem schusterhandwerk 12 D zu wachgelt geben ain viertail jars 124; kein gantzes viertheil jahrs Rist friedej. Teutschland (1653) 88; ein vierteil brots oder anderer dingen, ein stuck brot Maaler 448b; ein varndeel punds brem. wb. 1, 377; oft so in älterer sprache, wenn viertel ein bestimmtes masz ist: eyn verdendel wasses Schiller-Lübben mnd. wb. nachtr. 298a; mit eim vierteil wins Fischer schwäb. wb. 2, 1479. 44) verbindung mit von statt des genitivs: ein vierteil von einem käsz, oder ein stucke käsz Maaler 448b; he ath an ener maltyd en verndel van eneme schape Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 240a; eyn verendel van eneme daghe nachtr. 298a; mit eim vierteil von eim hin gestoszen öles, und ein vierteil vom hin weins 2. Mos. 29, 40; ein viertheil vonn einem kalb Guarinonius grewel d. verw. (1610) 549; mnl.: dat vierendeel van enen manne, der vierte theil des wehrgeldes Verwijs-Verdam mnl. wb. 9, 450. 55) das substantiv kann auch unflectiert sich unmittelbar an viertel anschlieszen, wobei viertel entweder in allgemeinem sinne oder prägnant gebraucht wird. im ersteren falle bezeichnet viertel den vierten theil dessen, was folgt. hier ist in neuerer sprache allmählich eine einschränkung dieses gebrauchs eingetreten. verbindungen wie ein viertel jahr, eine viertel stunde, eine viertel meile, ein viertel ton sind zusammengerückt und werden durchaus als composita empfunden, ebenso bei maszen und gewichten (wenigstens in den casus obliqui; man kann sagen ein viertel elle tuch, aber nicht mit einem viertel elle tuch. dagegen in wendungen wie viertel huhn, gans findet in den casus obliqui keine zusammenschiebung statt: es ist noch ein viertel huhn übrig geblieben; mit einem viertel gans zufrieden sein). sobald viertel ein bestimmtes masz oder gewicht bezeichnet, folgt unbeschränkt das subst. in unflectierter apposition (vgl. unten 6 und 7). zu beachten ist die gebrauchsweise bei drei viertel, das jetzt meist zusammengeschrieben wird. man sagt dreiviertel pfund, zoll, aber dreiviertel ellen (was allerdings Adelung unter viertelelle verwirft), meilen, obgleich es doch weniger als eine meile ist; dabei wird dreiviertel als einheit empfunden (nicht drei viertelmeilen). jahr bleibt unflectiert: er ist dreiviertel jahr ausgeblieben, wurde zu dreiviertel jahr gefängnis verurteilt. bei fünf, sieben viertel steht ebenso der plur. bei elle, meile; s. aber unten Göthe 25, 116 bei elle. bei gehalt: mit dreiviertel gehalt auskommen; ein viertel gehalt einziehen. die schreibung folgt der entwicklung erst nach, viertel wird vom folgenden worte noch getrennt, wenn es sich mit ihm schon zum compositum verbunden hat. jahr (vgl. vierteljahr); deutlich noch getrennt: soll er (jeder bürger) 15 D ain viertail jar geben (wie sonst ain viertail jars, in jedem vierteljahr, alle vierteljahre) Baumann quellen z. gesch. d. bauernkrieges 133 lit. ver. 139; dagegen: viertel jahr, tempus trimestre Stieler 2274; bringt ein sontag den andern, ein virteil jar das ander Luther 29, 209, 7 Weim.; neben welchem er doch die tage seines lebens über drey viertel jahr nicht zugebracht Grimmelshausen Simpl. 3, 29 lit. ver.; nun verging ain virtail jar H. Sachs fabeln u. schwänke 2, 344, 27 neudr.; seit du dich zeigst der sonnen ist hin ein viertheil jahr Dach ged. 691 lit. ver.; so werd er na dre veerdel jahr ok junge frucht upgahn Laurenberg scherzged. 151 lit. ver. binnen einem viertel jahre (die flexion zeigt, dasz das compositum vorliegt), sollen sie noch einen brief von mir haben Göthe briefe 1, 211 Weim. — stunde (vgl. viertelstunde): viertheil stund, quadrans horae Dentzler clavis linguae lat. (1716) 318a; nun waren die baidt brüeder nit ein fierentail stund bei ainandern gewesen Zimm. chron. 24, 111, 5; merkwürdig in umstellung: ich meines theils möchte mir wünschen, einmahl auf ein stund viertheil (aber keine minute länger) verliebt zu seyn Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 34; ein vierteil uhr in gleicher bedeutung: stund ain viertail or im pranger deutsche städtechron. 11, 618, 20 (Nürnberg): da ich höret ein grosz rumor, stund ich fast auff ein vierteil uhr Hans Sachs fastn.-sp. 1, s. 43, 190 neudr. längenmasze; meile (vgl. viertelmeile): daselbs das mer am engsten ist, nit gar ein viertail meil prait Aventinus bayer. chron. 1, 408, 8; am ersten tage unserer reise legten wir ... zwei und drei viertel meilen zurück Holtei vierzig jahre 1, 332; elle (vgl. vierteielle): viertel ele, quadrans ulnae Stieler 2274; nur fünf bis fünf ein halbe viertel elle breit Göthe werke 25, 1, 116 Weim. (nach dem heutigen sprachgebrauch wäre ellen zu erwarten). gewichte: ein, drei viertel pfund, fünf viertel zentner. hohlmasz: dazu das tranckopffer ein viertel hin weins 3. Mos. 23, 13. — viertel gans, huhn u. ä.: wenn man die papisten, sonderlich, so itzt mit schreiben fast plerren, alle ynn einen hauffen keltert und darnach schmeltzet, und sieben mal distilliert, so solte nicht ein vierteil zungen draus gebracht werden, die solcher artickel einen kundte recht leren Luther werke 26, 531, 11 Weim.; zungen ist nominativ. 66) weit verbreitet ist viertel als trockenmasz, besonders für korn, dinkel, hafer u. s. w.; es bezeichnet bald ein gröszeres, bald ein kleineres masz. genauere bestimmungen sind in einzelnen der angeführten wörterbücher gegeben (vgl. auch die angaben bei Adelung und Jacobsson technol. wb. 8, 89a); einmal bezeichnet viertel den vierten theil eines scheffels (besonders norddeutsch), andrerseits aber wird viertel wie ein grundmasz verwendet (s. z. b. Vilmar idiot. v. Kurhessen 430); vgl. mhd. wb. 3, 22b; Lexer mhd. handwb. 3, 342; für dieses und die im folgenden angeführten masze für anderes, vgl. die oben angeführten glossen bei Diefenbach, wie cabus 86a, maldrum 344c, modius 364c, nov. gloss. 255a u. s. w.; vierteil, das, eine gattung kornmaszes, der vierdt teil eines müts Maaler 448b; genaue angaben über die verschiedene grösze des viertels finden sich bei Fischer schwäb. wb. 2, 1478; es sind zwei viertel, ein groszes und ein kleines zu unterscheiden, für letzteres wird meist das dim. gebraucht. die verschiedenen masze werden nach dem ort ihrer geltung bezeichnet: reutlinger, bibracher, tübinger viertel. ebenso bei Schmeller münchner, amberger, hartensteiner viertel 1, 845; 'das viertel als getreidemasz war entweder gegupft oder gestrichen und hielt zwischen 1,3 und 1,8 wiener metzen, doch fast jeder markt hatte sein eigenes viertel' Unger-Khull steir. wortschatz 232b; viertel, der vierte theil eines scheffels Lexer kärnt. wb. 95; viertel wird nach Vilmar idiot. v. Kurhessen 430 in dem gebiet Niederhessens gebraucht, wo malter nicht üblich ist, es soll dem malter im wesentlichen gleich sein. viertelchen, ein kleineres masz Pfister nachträge 313; viertel eines scheffels Müller-Fraureuth wb. d. obersächs. u. erzgeb. mundarten 2, 622a; ebenso bei Frischbier preusz. wb. 2, 445b; een varndeel roggen, der vierte theil des scheffels, brem. wb. 1, 377; viertel erscheint ferner auch als masz für anderes (abgesehen von flüssigkeiten); für salz Jacobsson technol. wb. 8, 89b; für heu, früchte Fischer schwäb. wb. 2, 1478; es kann prägnant aufgefaszt werden als der vierte theil eines gewichtes, z. b. pfundes: ein halbes viertel (= ⅛ pfund) fleisch Müller-Fraureuth a. a. o. 2, 622a. eines zentners: bomwulle ne mot neman min vorkopen denne eyn verndel, dat sint vif unde twinticht punt Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 240a; der vierte theil von 160 stück, ein viertel krebse Schmeller bayer. wb. 1, 845; viertel eier Fischer a. a. o. 1479. als raummasz für holz der vierte theil eines achtels Frischbier preusz. wb. 1, 14a ; vgl. Verwijs-Verdam mnl. wb. 9, 451; gent der hêrschaft jêrlich 5½ vierteil kernen, 8½ vierteil habern und ein vierteil roggen habsburg. urbarb. 49, 17 lit. ver.; er giltet ouch 2 vierteil unde drîe teil eins vierteils salzes 131, 2; ain viertal guoter roter ärbisz ... ain viertal guoter wiszer ärbisz ... ain viertal büllen ... ain viertal rüben Ulrich von Richental constanzer concil 39 lit. ver.; (gewicht:) vor 1 grose lyne, dy weget 2 steyne 1 firteyl marienburg. treszlerbuch 117, 35; darumb nim ein untz oder viertel gunst und gelt, und lasz einem anderen gantz scheffel, sümmeren, wollseck, und so du wilt, schiff und wagen voll kunst, tugent, gerechtigkeyt Franck sprüchw. 2, 164b (1541); sitzet auf kein viertheil die discourse d. mahlern 3, 11 (als übersetzung von ἐπὶ χοίνικι μὴ καθέζου); das viertel apfel, birn und erdäpfel könnt ich beym haus um 12 kr. haben Bräker schriften (1789ff.) 1, 177; der könig sagte: ich habe ein viertel mohnsamen säen lassen Grimm kinder- u. hausmärchen (1812ff.) 1, 61. 77) masz für flüssigkeiten, besonders wein oder bier, vgl. mhd. wb. 3, 22b; Lexer mhd. handwb. 3, 342; Scherz-Oberlin gloss. 1806; Verwijs-Verdam mnl. wb. 9, 449; auch hier ist zwischen einem gröszeren und einem kleinen masz zu unterscheiden; letzteres, oft im dim., ist jetzt allgemein in Süddeutschland = ¼ liter als weinmasz. genauere angaben über die verschiedenen masze s. bei Fischer schwäb. wb. 2, 1479, Schmeller bayer. wb. 2, 845; Unger-Khull steir. wortschatz 232b; Müller-Fraureuth wb. d. obersächs. w. erzgeb. mundarten 2, 622a; Adelung, Jacobsson technol. wb. 4, 543a; 8, 89a; viertel: ist auch ein bier-maas, welches 2 gantze oder 4 halbe tonnen, oder drey dreylinge, oder 180 mesz-kannen hält allgem. haushalt.-lex. (1749ff.) 3, 600; 4½ fuder weins und sechs virteil deutsche städtechron. 2, 294, 14; ez ist auch gesetzet, daz man kain pier hoher sol geben denne daz viertail umbe zwen haller ... durch den sumer daz viertail umbe drei haller und niht hoher; und swer daz bricht, der gibt als ofte lx haller van ieclichem aimer nürnb. polizeiordnungen 210 lit. ver.; viertel ist hier also ein kleines masz; darumb sol inen ein paumeister geben zwei firteil weins zu vertrincken Tucher baumeisterb. 128, 10 lit. ver.; und haben in hernach in groszen ehren gehabt, auch im derhalben etlich vierteil traminner geschenckt Lindener schwankb. 68 lit. ver.; (wöchentlich) 1 eimer wein, 3 viertel bier Schweinichen denkw. 155 Österley; mitten durch netzten sie auch ihre kehlen mit manchem viertel (hier wieder das kleine gemäsz, viertel einer flasche) Hauff werke 2, 2, 20 (DNL); dasz gilt ihm oder mir zwo kannen reinschen weins und noch ein viertel bier Rachel sat. ged. 15 neudr.; andere flüssigkeiten: ein viertail mâgöles habsb. urbarb. 264, 9 lit. ver., vgl. Schmeller 1, 845; darnach nembst du den trunck erst billich, nemblich ein vierteil putter millich, tempriert mit eym viertl summer pier H. Sachs fastn.-sp. 1, 134, 76 neudr. 88) das maszgefäsz selbst wird auch prägnant mit viertel bezeichnet. einen kopf (grind) haben, körperlich gemeint, so grosz wie ein viertel (hier also ein gröszeres masz): oder geistig gemeint, zur bezeichnung eines beschränkten menschen; bei einem sehr dummen kann man die dummheit mit vierteln messen; wetterregel: fastnacht sonnenschein drückt das korn ins viertel 'nein; wenn einer kann in einem imi hausen, nach sollte er kein viertel anschaffen, von einem der über seine verhältnisse hinaus baut; imi ist das kleinere masz Fischer schwäb. wb. 2, 1478; er het e chopf wie nes olts fiertel Seiler basler mundart 115b; wirt auch ein liecht anzündt das es under ein vierteyl gesetzt werde züricher bibel von 1531; 2, 210b (Marc. 4, 21 unter einen scheffel Luther); und war ... ir houpt groszer den ein fierteyl deutsche volksbücher, h. von Bachmann u. Singer 229, 6 lit. ver.; do das alls nit wolt belfen, do fing er an und warf ain furkugel hinin, die was alls gros alls ain firtel, damit man korn mist Hug villinger chron. 71 lit. ver.; an nutz-holtze können genommen werden, kannen, tonnen, viertel, fasse Döbel jägerpractica 3, 38; wer gibt kloben und mahlenschlösser? wer giebt viertel, schätz, mörszner, löffel? Hoffmann findlinge 260. 99) als längenmasz der vierte theil einer elle Fischer schwäb. wb. 2, 1479; das holz war 10 viertel lang, ohne nähere bezeichnung des maszes Müller-Fraureuth wb. der obers. u. erzgeb. mundarten 2, 622a. viertel als elle: enne dreizentholbvirtlige säge, säge von '3 ellenviertel' länge 622b. 1010) als flächenmasz, verschiedener grösze: das viertel ackers; in einer quelle des 15. jh. werden theils 4 theils 8 viertel ackers auf den hof gerechnet Schmeller bayer. wb. 1, 845. vgl. Lexer mhd. handwb. 3, 342; der vierte theil eines morgens Fischer schwäb. wb. 2, 1479; (beim kauf eines gutes ist zu erforschen) ob, und wie viel viertel oder tagwerck weingärten es habe Hohberg georg. curios. 1, 10; auf nd. gebiet ein weit gröszeres masz; der vierte theil des lant, en vêrdendêl landes = 27 morgen Schiller-Lübben mnd. wb. 2, 620b; im brem. wb. 1, 377 aber vertel landes = 100 ruthen; das t weist darauf hin, wie schon oben bemerkt, dasz vertel entweder aus dem hd. eingeführt ist oder dasz hier fierzel vorliegt (s. d.). 1111) thiere, die zur nahrung bestimmt sind, werden in vier theile zerlegt (ein viertel gans, huhn, schwein, kalb u. s. w., vgl. oben unter 5). prägnant werden dann auch die keulen als viertel bezeichnet, genauer als hinterviertel: so dum as een achter-varndeel vam kalve brem. wb. 1, 377; vgl. hinderviertel im gleichen sinne Martin-Lienhart wb. d. elsäss. mundarten 1, 130b; es wird aber vom kalbe alles gebrauchet: das fleisch, die brüste, die viertel, der kopff, die füsze frauenzimmerlex. 963; besprengte die viertel (des opferthiers) mit meel und saltz und verbrennete alles zu aschen Lohenstein Armin. 1, 10b; wie ein masz: 1 viertel rindfleisch Schweinichen denkwürd. 155 Österley; es ist eine gröszere menge gemeint, da von einer wochenportion die rede ist; hinterviertel von fröschen: ohn das hinder loch, darinn der frösch hinder viertheil unverdäuet ligen Fischart Garg. 58 neudr. diese vorstellungen werden dann auf den menschlichen körper übertragen: ich werde dir's viertel höher heben (den hintern), ich werde dich strenger behandeln Castelli mundart in Österreich u. E. 127; der hat ausgedroschen im hintern viertel, ist hinten sehr mager Fischer schwäb. wb. 2, 1479; hier sind zwei bedeutungen verschmolzen, hinterviertel, keule und viertel, theil der scheuer (s. unten 14). wann sie mich im hindern viertheil küssen wolten Frey gartengesellschaft 50, 3 lit. ver. durch die strafe des vierteilens (s. dieses) wurde der leib des verbrechers in viertel zerlegt, diese theile werden galgenviertel genannt (Schmeller bayer. wb. 1, 844) und von einander getrennt aufgehängt: des anderen dages na des hiligen cruces dage erhoginge, uppe eynen donnerdach, wart Wolter Holthusen gerichtet unde in veer verndel gedeylt unde up veer rade gelecht deutsche städtechron. 16, 398, 5 (Braunschweig); von diesen vorstellungen ausgehend: ihre asche ist in den wind gestreut, oder die vier viertel ihres historischen leibes sind an die vier thore der weltgegenden genagelt Brentano ges. schriften (1852 ff.) 5, 382. 1212) viel gebraucht wird viertel um einen bezirk in einer stadt zu bezeichnen (franz. quartier); von einer viertheilung, von der der gebrauch ausgegangen sein musz, ist dabei nicht mehr die rede; vgl. über dieses schwinden des zahlbegriffs Nyrop - Vogt das leben der wörter 151; früher waren die viertel begrenzte bezirke, die ihre vorsteher hatten, so dasz viertel auch die in einem solchen bezirk wohnenden bürger als abtheilung der gesamten einwohnerschaft bezeichnete. in der sprache der gegenwart wird viertel in beziehung auf gröszere bezirke in unbestimmtem sinne gebraucht, um einen stadttheil zu bezeichnen, der irgendwie von benachbarten sich abscheidet, vgl. z. b. tiergartenviertel, bayerisches viertel in Berlin. andrerseits kann viertel in ganz bestimmtem sinne gebraucht werden; es bezeichnet dann eins der häuservierecke, in die der stadtplan sich im allgemeinen zerlegt (wir wollen rasch noch einmal ums viertel gehen). ein viertheil worein eine stadt getheilt Frisch 2, 401b; vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1479; also, das in der vier viertayl, yedem besunder, da yetzo zwen scharwachter geen, vier mann mit in wachen und uffsehen haben sullen deutsche städtechron. 25, 348, 37 (Augsburg; hier also wirklich vier stadttheile); Nürnberg ist in acht viertel getheilt Tucher baumeisterbuch 133 ff. das mistthor aber bawet Malchia der son Rechab der oberst des vierteils der weingertner (in Jerusalem) Nehem. 3, 14; herrn Christian Göring, ... wohlbestalten haupt - mann des grimmischen viertheils (in Leipzig) Prätorius winterflucht der sommervögel (1678) widmung; sie führen ihn zum polizeykommissär des viertels deutsche erzähler d. 18. jh. 46 (dld). ich hab' bezwungen der knaben acht von jedem viertel der stadt Uhland ged. 1, 261 Schmidt-Hartmann. die bewohnerschaft des viertels, abgesondert und von vorstehern geleitet; da die einzelnen gewerke meist zusammenwohnten, berührt sich vierteil, viertel mit andern bezeichnungen wie zunft, gilde u. ä.: tribus, ein vierteil, eine zunfft B. Faber thesaurus (1587) 884b; curia, eine zunfft, viertheil oder gülten; comitia curiata, wenn man alle viertheil zusammenfordert, und etwas beratschlaget Corvinus fons lat. (1646) 246; nachfolgend vorzeichnusz der artigkel, szo sich alle viertel der stadt Erffurdt sampt den hantwercken darin gehorende uff weither vorbesserung unterredt haben Luther werke 18, 534 Weim.; hierauf folgten die zünffte und viertheil Chemnitz schwed. krieg 1, 106 (1648); also eilten alle viertheile (in Florenz) auf die gewohnten posten J. v. Müller werke (1810 ff.) 2, 357. 1313) viertel ist in diesem sinne nicht auf die stadt beschränkt. bei der eintheilung eines landgebiets in viertel schwindet auch hier allmählich der im worte liegende zahlbegriff. die friesische volksgemeinde war in vier viertel getheilt, die besondere gerichtssprengel bildeten Richthofen altfries. wb. 739a; vgl. mnl. vierendeel, ersetzt durch quartier Verwijs-Verdam mnl. wb. 9, 449; besonders haftet das wort in diesem sinne, wenn es sich mit namen oder einem sonst characterisierenden worte zu einer landschaftsbezeichnung verbindet (Innviertel, Waldviertel u. ä.); her sammete grosze habe jn der Ouwe und in deme virteil des landes Stolle thür. chron. 36 lit. ver.; aus den fuer profintzen oder fierteln Baumann quellen z. gesch. d. bauernkrieges 183 lit. ver. 129; die landt-lüt von Schwitz ... warend in vierteil underscheiden, wurdend des richs vierteil genämpt Tschudi chron. helvet. (1734) 1, 172; das ganze rechte pernitzer viertel sammt zehent und gebühren, dann das linke viertel bis in die hatzleser gräben Stifter werke (Prag 1901 ff.) 2, 13; das schöne viertel ob dem Wienerwald! o möcht es nie des krieges geiszel fühlen Schiller schriften 12, 88 krit. ausg. 1414) viertel bezeichnet in einzelnen gegenden einen platz in der scheuer, wo die eingebrachten garben liegen, bis sie gedroschen werden: viertel, traidviertel Schmeller bayer. wb. 1, 845; Fischer schwäb. wb. 2, 1479; 'ein kammerartiger raum, ungefähr der vierte teil der gesamtfläche, welche von einer scheune bedeckt wird, der sich neben der tenne hinzieht und gewöhnlich zur aufnahme des eingeheimsten getreides dient' Martin - Lienhart wb. d. elsäss. mundarten 1, 130b; in Hessen heiszt der raum zur seite der tenne heuviertel, weil er hauptsächlich zur aufbewahrung des heus dient Crecelius oberhess. wb. 2, 883; vgl. Pfister nachtr. 315; es ist angenehm, wenn der erste schneesturm tobt, sich zu sagen: rase, wie du willst; dem korn im viertel und dem heu auf dem boden wirst du nichts anhaben Meyr erz. aus d. Ries (1868) 3, 146. 1515) der verlauf des zu- und abnehmenden lichts des mondes wird in vier viertel getheilt; das erste bezeichnet das zunehmende licht bis zur erhellung der halben mondscheibe, das zweite bis zum vollmond u. s. w. bis zum vierten (letzten) viertel. der mond ist im ersten viertel; es ist heute das zweyte viertel Adelung; heund gehd a viertl (neues mondviertel) ein Hügel wiener dialekt 182; eyer, welche im letzten viertheyl, oder im abnemmen des mons ... geleyt sein Sebiz feldbau (1579) 108; wann das liecht sich endert, oder die viertheil des mondscheins eingehen Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 28; müde und abgezehrt (beim letzten viertheil) fährt er (der mond, nach dem glauben der Grönländer) auf den seehundfang und kommt so fett wieder, wie wir ihn im vollmond sehen Herder werke 13, 302. diese vorstellungen geben veranlaszung zu mannigfachem übertragenen und freien gebrauch: meine scharmanten kinder! sie belieben, ihre holden gesichter ins erste viertel zu stellen (er kann sie nur im profil sehen), und ich liebe nur den vollmond — also bitt' ich sie, mir gerade ins antlitz zu schauen Fr. L. Schröder d. porträt d. mutter 3, 5; meine lustigkeit hat abgenommen und steht itzt sogar im letzten viertel Tieck schriften (1828) 6, 72; sprichwörtlich: der vollmond fraget ninz (nichts) nachm letzten viertel Fischer schwäb. wb. 2, 1479. 1616) die stunde wird in viertel eingetheilt; die viertel zählen, z. b. in ungeduldiger erwartung; eine uhr schlägt die viertel (vgl. viertelglocke, -hammer; manche geben nur die vollen und halben stunden an); er ist die gute stunde selber, nur dasz er keine viertel schlägt Fischer a. a. o. 1480. viertel im singular wird prägnant im sinne von viertelstunde, abgesehen von bestimmten zeitangaben, nur selten gebraucht: am 3. tag nach zweyen stunden und eynem viertheyl der nacht, bis zwo stund und eynem viertheyl des nächsten tags Herr feldbau (1551) 17a; in der wendung: die uhr, es schlägt viertel bedeutet viertel das erste viertel der stunde (sonst ein viertel). (die uhr) alle stunden mit sambt den vierteln gar eigentlich schluge Spee güld. tugendb. (1649) 583; die glocken schlugen viertel und stunden in sein hochlebendiges gefühl Heinse werke 5, 366 Schüddekopf; es hat noch kein viertel geschlagen, da ist er kommen Ludwig ges. schriften (1891) 2, 325; in diesem augenblicke schlug die turmuhr ein viertel Fontane ges. werke I, 6, 7: welche nacht des wartens ist vergangen! wacht' ich doch und zählte jedes viertel Göthe werke 2, 98 Weim. bei angabe der tageszeit wird viertel in verschiedener weise verwendet: es ist ein viertel drei, lässiger viertel drei, oder ein viertel, viertel auf drei, wenn das ersie viertel der dritten stunde grade abgelaufen ist; dann folgt halb drei und dreiviertel drei oder auf drei; ferner sagt man: ein viertel nach zwei, ein viertel vor drei. nach Adelung bedeutet ein viertel auf drey eine viertelstunde nach zwei; es kommt aber vor, dasz man es im sinne von ein viertel vor drei gebraucht; gleiche bedeutung hat ein viertel bis drei; versteht sich die tagesstunde von selbst, so wird sie weggelassen: es ist bereits ein viertel vorbei Campe; ain vierteil vor 9 ur in der nacht deutsche städtechron. 23, 183, 16; aber umb ein viertel nach glock eins ist plötzlich ein groszer blitz ... gesehen ... worden Prätorius saturnalia (1663) 21; auf die frage nach der uhr wird durch scherzhafte wendungen bescheid gegeben oder vielmehr verweigert: dreifiertel uff bonestäke Seiler basler mundart 115b; ebenso bei Martin-Lienhart wb. d. elsäss. mundarten 1, 130b mit dem zusatz: und wenn's nit glaubst kannst mich am a. lecken; e vierdel uf kaldi wacke, wann's schla't, schla'ts der an de backe Follmann wb. d. deutschlothr. mundarten 159a; drei vertel uf kuh; heb er de schwonz uf un lu 518b; drei värtel uff kôle ärwesen Jecht wb. d. mansfelder mundart 119a; dreiviertel auf gackei, wennstes nich glooben willst, guck selber nei Müller-Fraureuth wb. d. obers. u. erzgeb. mundarten 1, 373a; dreiviertel über die schnalle, wenns schlägt, ist's alle 2, 455a; vgl. noch Wander sprichw. lex. 4, 1641; anders: 's war so e dreivärtel uf rausschmeiszen, nahe daran Müller-Fraureuth a. a. o. 622a. 1717) in der musik wird die ganze note in vier viertel getheilt; viertel wird in diesem sinne ohne zusatz verwendet (doch braucht man daneben auch viertelnote, besonders wenn es sich um das zeichen handelt). die melodie bewegt sich in vierteln; die viertel angeben (beim dirigieren); man spricht von zwei-, drei-, vier-, fünf-, sechs-, siebenvierteltakt, je nach der anzahl der die taktart bestimmenden, einen takt bildenden viertel; ein gefüllter etwas kleinerer kopf, mit einem striche, heiszt ein viertel Hiller anweisung z. gesang (1774) 80; mit dem ersten vierteile des dritten taktes thut er den zweiten schritt R. Wagner ges. schriften 5, 161. 1818) vereinzeltes: 18@aa) viertel wie quarto vom papierformat: einen bogen papier in viertel brechen Campe (viertelbogen, quartbogen). 18@bb) viertel wird auch sonst in verschiedenen wendungen zur bezeichnung des vierten theils eines ganzen gebraucht, das nicht näher bezeichnet zu werden braucht: wir spielen ein viertel zusammen, nämlich den vierten theil eines einsatzes in der lotterie. er spielt e vertelche beim Antoni, er ist nicht recht gescheit; Antoni war der leiter des frankfurter irrenhauses; oder: e vertelche dollhaus Askenasy frankf. mundart 141; um die viertel spielen, beim skat, den point zu ¼ pfennig; im bergbau versteht man unter viertel die schicht zu sechs stunden Veith bergwb. 543. 18@cc) stämme der verwandtschaft nach den vier urgroszelternpaaren: bei den Franken und Friesen findet sich nachmals eine gliederung der verwandtschaft in vier teile, indem sie nach den vier urgroszelternpaaren in vier stämme zerfällt, die bei den Niederfranken verendeele, bei den Friesen klüfte heiszen Brunner rechtsgesch. 1, 83; vgl. Verwijs-Verdam mnld. wb. 9, 449; s. auch oben vierte 7. 18@dd) vierteln, zerschnittene und getrocknete äpfel und birnen; die birnen, äpfel werden geviertelt, wenn es auch nicht vier theile zu sein brauchen Schmeller bayer. wb. 1, 844. 18@ee) in folgender stelle bezeichnen, wie der zusammenhang ergiebt, vier vierteil die vier humores: wie können jhr dann sagen, das man soll ausz den viertheilen den grundt der artzney schöpffen Paracelsus chirurgische schriften (1618) 254 B. 18@ff) viertel, wie quartier, feld im wappen. 18@gg) viertel, m., bezeichnet in schweizer. mundarten eine viehseuche Stucki mundart von Jaun § 86; zeitschrift f. d. mundarten 1907, 312 (Habkern). 1919) viertel ist auszerordentlich häufig als erster bestandtheil von compositen, meist substantiven, wenigen adjectiven; beispiele, die leicht zu vermehren wären, sind im folgenden zusammengestellt, ohne dasz auf auftretendes fugen-s rücksicht genommen wäre; die zusammensetzungen mit vierteil stehen unter denen mit viertel. ein theil dieser wörter sind composita der gewöhnlichen art, dasz der begriff des zweiten bestandtheils durch viertel eingeengt wird; hierher gehören diejenigen, bei denen viertel die bedeutung von stadttheil oder bezirk hat (viertel 12 und 13): z. b. viertelabteilung, -arzt, -hauptmann, -herr, -meister, -buch, -lade; ferner solche, in denen viertel die viertelstunden oder vierteljahre bezeichnet: viertelglocke, -schlagwerk, -hammer oder viertelfasten, -geld; composita, in denen viertel im musikalischen sinne verwendet wird wie viertelbewegung. diese wörter folgen auch der gewöhnlichen betonung, der hochton liegt auf der ersten silbe von viertel. die grosze masse der composita aber ist anders gebildet. bestimmend ist ein typus, bei dem viertel im allgemeinen oder besondern sinne als maszbezeichnung genommen wird, zu dem der zweite bestandtheil ohne flexion hinzutritt; es wird damit angegeben, dasz der vierte theil des zweiten bestandtheils gemeint ist (viertel pfund, viertel jahr, vgl. viertel 4). die beiden bestandtheile werden in der vorstellung, dann auch in der schrift zusammengeschoben; die vereinigung ist eingetreten, wenn bestimmungen vor viertel sich nach dem zweiten bestandtheil richten (eine kleine viertelstunde). dasz der vortreffliche und nur allzufrühzeitig verstorbene verfasser der lettres germaniques wenigstens um eine viertheil elle witziger gewesen ist Schwabe belustigungen 3, 58; da giengen sie ein kleine weil, nicht wol ein halbe viertheil meil E. Alberus fabeln 48, 120 neudr. auch dann werden noch lange die beiden bestandtheile in der schrift getrennt: der ist eine viertel million wert Schnitzler Anatol (1901) 110; Adelung characterisiert diese composita als falsche bildungen: daher sind die im gemeinen leben so gangbaren viertelehle, drittelmeile, viertelpfund ... fehlerhaft, weil das grundwort wider die analogie voran stehet Adelung umständl. lehrgeb. 2, 260; der ursprüngliche typus ist da vorhanden, wo der zweite theil eine wirkliche zerlegung in vier theile zuläszt und auch eine solche gemeint ist, z. b. bei zahlen: vierteldutzend, -hundert, -million, bei maszen und gewichten: viertelelle, -fusz, -linie, -lot, -morgen, -zoll, hohlmasze: viertelanker, -eimer, -kanne; hier aber sind solche auszunehmen, bei denen viertel prägnant ein bestimmtes hohlmasz bedeutet und durch die zusammensetzung bezeichnet wird, dasz der zweite bestandtheil gerade ein viertel enthält, vgl. viertelhafen, -schaff. wieder anders viertelmetze in dem sinne, dasz vier dieser metzen auf das nächst höhere masz gehen. dagegen wieder ein viertel des zweiten bestandtheils bei münzen: vierteldukaten, -gulden, -thaler; bestimmte zeitmasze: viertelminute, -sekunde, -stunde, -tag; thiere, die zum verzehren bestimmt sind: viertelhuhn, -kalb, -rind. alte geschütze, nach dem gewicht des geschosses: viertelbüchse, -kartaune, -schlange; vgl. noch viertelseite (eines blattes papier). bei wörtern wie viertelgut, -hof, -hufe liegt ebenfalls die vorstellung der zerlegung in vier theile vor; hier findet dann die übertragung auf die personen statt, denen ein solches stück gehört: viertelbauer, -höfler, -hufner; vgl. auch viertelmeier, vierteleigenthümer und ähnliche bildungen. viertel kann dann mit substantiven sich verbinden, bei denen eine wirkliche theilung in vier stücke an sich denkbar, aber nicht gemeint ist: viertelengel, -jungfer, -landsmann. ebenso dann bei unpersönlichen substantiven; eine viertelapotheke ist nicht der vierte theil einer apotheke, sondern so wird spöttisch ein kramladen genannt, in dem auch heilmittel verkauft werden, der also in einem sehr geringen grade eine apotheke ist. in diesem sinne ist ein viertel einer ganz allgemeinen anwendung fähig und verbindet sich besonders auch mit abstracten: viertelerfahrung, -begriff, -ähnlichkeit, -gedanken, -gerechtigkeit, -adel, -trauer, -intelligenz, -irrthum. zusammensetzungen mit viertel- entstehen dann besonders leicht und können ins unendliche vermehrt werden, wenn die substantiva gleichzeitig mit halb-, ganz oder auch achtel- in beziehung gesetzt werden: halbe und viertelintelligenzen u. ä. bei solchen gegenüberstellungen erscheint viertel wie ein unflectiertes adj.: es giebt keine vierthel räusch, keine halbe räusch, keine gantze räusch ollapatrida 80 neudr.: nicht nur viertel und halbe, sondern fast immer ganze tonnen werden aufgeladen Storm werke 4, 305. oben unter 1 ist gezeigt, dasz viertel die adj. flexion annehmen kann. viertel verbindet sich auch mit adjectiven. der ersten substantivischen gruppe entsprechen adjective wie viertelarseniksauer, -kieselsauer, der zweiten mit freierem sinne adjective wie: viertelbekehrt, -gelehrt, -gut, -laut. je deutlicher der ursprüngliche typus (vierter theil des zweiten bestandtheils) vorliegt, desto fester haftet der hochton am zweiten bestandtheil, z. b. bei zahlen (viertelmillión, viertelhúndert), wägbarem (viertelzéntner, viertellóth, viertellást, viertelládung) und meszbarem aller art (vierteleímer, viertelmórgen land, vierteljáhr, viertelkreís, viertelwánd, vierteltón). dagegen viértelschaff, ein schaff, das ein viertel faszt. bei den bildungen, in denen ein freieres verhältnis von viertel zum zweiten bestandtheil vorliegt, wird die betonung des zweiten bestandtheils dadurch beeinträchtigt, dasz diese bildungen, wie bemerkt, meist neben solchen mit halb, ganz stehen oder diese doch hinzugedacht werden. bei ausgesprochenem gegensatz verrücken auch die wörter der ersten gruppe den accent (viertelstúnde, aber ganze, halbe und viértelstunden). die wörter der zweiten gruppe betonen aber auch, wenn sie allein stehen, meist den ersten bestandtheil: er ist doch nur ein viértelmensch. der gleiche gegensatz ist bei den adj. vierteltitánsauer und viértelgelehrt. man sollte erwarten, dasz das fugen-s vor allem bei den zuerst angeführten bildungen zu finden sei, den eigentlichen zusammensetzungen wie viertelmeister. das ist aber durchaus nicht der fall. in der heutigen sprache ist das s bei den zusammensetzungen mit viertel überhaupt fast ganz geschwunden, vor allem bei allen bildungen, in denen viertel deutlich theilend auftritt, bei zahlen, wäg- und meszbarem aller art. viertelhundert, -kanne, -zentner, -ton u. s. w.; eher noch findet sich s auch jetzt noch bei wörtern, in denen ein freieres verhältnis zwischen erstem und zweitem bestandtheil vorliegt (viertelsbegriff, -blick, -erfahrung, -intelligenz). die belege zeigen, dasz früher das fugen-s bei allen gruppen ohne unterschied auftritt (die aus Jean Paul stammenden beispiele sind in der ausgabe von 1826 geändert, das s überall gestrichen). der erste bestandtheil erscheint jetzt immer in der verkürzten form, im älteren nhd. dagegen ist vierteil häufig, das sich auch im 18. jh. noch hält. viertelabend, m., vierter theil des abends: keinen viertelsabend über büchern von makulatur sitzen Jean Paul werke 32, 26 Hempel.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    vierteilstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    vierteil stn. viertel. vierdel H. zeitschr. 6,329. in einem vierteil eins tages Bert. 261. ein virteil jârs myst. 25,30.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    vierteiln.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    vierteil , viertel , n. , ahd. fiorteil Graff 5, 405 ; mhd. vierteil, viertel mhd. wb. 3, 22 b ; Lexer mhd. handwb. 3, 3…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vierteil

    Goethe-Wörterbuch

    Vierteil [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vierteil

49 Bildungen · 40 Erstglied · 7 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von vierteil 2 Komponenten

vier+teil

vierteil setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vierteil‑ als Erstglied (30 von 40)

Vierteil I

Idiotikon

Vierteil I Band 12, Spalte 1483 Vierteil I 12,1483

Vierteil II

Idiotikon

Vierteil II Band 12, Spalte 1483 Vierteil II 12,1483

vierteilbühse

Lexer

vierteil·buehse

vierteil-bühse , viertel-bühse swf. viertelbüchse, kartaune Schm. Fr. 1,845. Beh. 95,27. Mh. 2,78.

Vierteilbüchs

Idiotikon

Vierteilbüchs Band 4, Spalte 1007 Vierteilbüchs 4,1007

Vierteilchanteⁿ

Idiotikon

Vierteilchanteⁿ Band 3, Spalte 373 Vierteilchanteⁿ 3,373 u.

vierteilec

BMZ

vierte·ilec

vierteilec adj. ein vierteil enthaltend. ein vierteilec gelte ( napf ) Ls. 3,402.

vierteilen

DWB

viert·eilen

vierteilen , verb. ( vgl. vierteln), mhd. wb. 3, 22 b ; Lexer mhd. handwb. 3, 343 , nachtr. 395; quadrare, vierteilen, -deilen, firteylen ( …

vierteiler

DWB

vierte·iler

vierteiler , m. , ein viertel kuchen Gerbet mundart d. Vogtlandes § 267 .

Vierteilfächter

Idiotikon

Vierteilfächter Band 1, Spalte 663 Vierteilfächter 1,663

vierteilic

Lexer

vier·teilic

vier-teilic adj. BMZ quatriduus, quadrifidis, quadrimembris Dfg. 476 ab . ein v. gelte Ls. 3. 402,132, kanne Thür. rd. 399 1482 . Anz. 23,73…

vierteilig

DWB

viert·eilig

-teilig , mhd. wb. 3, 24 b ; Lexer mhd. hdwb. 3, 343 ; quadrifidus, vierteilig Diefenbach 476 a ; viertheilicht, quadripartitus Steinbach 2,…

vierteilig viertlig

Idiotikon

vierteilig viertlig Band 12, Spalte 1497 vierteilig viertlig 12,1497

vierteiljār

KöblerMhd

vierteil·jār

vierteiljār , st. N. nhd. Vierteljahr Q.: Eyb (um 1489) E.: s. vierteil, jār W.: nhd. Vierteljahr, N., Vierteljahr, DW 26, 328 L.: LexerHW 3…

Vierteilkrosser

Idiotikon

Vierteilkrosser Band 3, Spalte 858 Vierteilkrosser 3,858

vierteillōn

KöblerMhd

vierteil·lōn

vierteillōn , st. N. nhd. Viertellohn E.: s. vierteil, lōn W.: nhd. Viertellohn, M., Viertellohn, DW- L.: Lexer 288a (vierteillōn), Lexer 48…

vierteilmeister

Lexer

vierteil·meister

vierteil-meister stm. von den haubtleuten und viertelmaistern Beh. 80 ff. Np. 12. Tuch. 132,24 ff. Chr. 11. 809,5. viertelm. ib. 10. 165,3; …

Vierteilmëss

Idiotikon

Vierteilmëss Band 4, Spalte 455 Vierteilmëss 4,455

vierteilnōzelkanne

KöblerMhd

vierteilnōzelkanne , st. F., sw. F. nhd. eine Kanne Q.: ZeitzCop (1449-1459) E.: s. vierteil, nœzel, kanne, W.: nhd. DW- L.: LexerHW 3, 343 …

Vierteilrëb

Idiotikon

Vierteilrëb Band 6, Spalte 43 Vierteilrëb 6,43

vierteil als Zweitglied (7 von 7)

erbevierteil

MWB

erbe·vierteil

erbevierteil stN. ‘Viertel des Nachlasses (als Abgabe)’ de nostro erbevirtail terciam partem decimarum UrbNAlteich 614 MWB 1 1810,14; Bearbe…

Fürvierteil

Idiotikon

Fürvierteil Band 12, Spalte 1494 Fürvierteil 12,1494

halpvierteil

MWB

halp·vierteil

halpvierteil stN. ‘Halbviertel’, ein Hohlmaß: swaz wines verkouffet wirt ze Basil in hiusern oder in kelren, daz zwene bodeme hat, daz git d…

kernenvierteil

KöblerMhd

kernen·vierteil

kernenvierteil , st. N. nhd. Kernenviertel, ein Getreidemaß, ein Hohlmaß für Getreidekörner Q.: Urk (1296) E.: s. kerne (1), vierteil W.: nh…

kërnenvierteil

MWB

kërnenvierteil stN. ein Hohlmaß für Getreidekörner (vgl. vierteil ): man sol oͮch nemen von ainem malter vesen ain imi [ein Getreidemaß] , …

spīchervierteil

KöblerMhd

spīchervierteil , st. M. Vw.: s. spīchærevierteil*

spīchærevierteil

KöblerMhd

spīchære·vierteil

spīchærevierteil , st. M. nhd. Speicherviertel Q.: WeistGr (1320) E.: s. spīchære, vierteil W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 1086 (spîchærevierte…

Ableitungen von vierteil (2 von 2)

vervierteilen

ElsWB

vervierteile n vierteilen. Rda. I ch loss mi ch e h nder v., a l s i ch das düe! Bf.

vierteile

BMZ

vierteile swv. viertheile, zerreiße in vier stücke. vierteilen oder hâhen, swie ir mich tœten wellet Mai 149,12. vgl. RA. 692.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „vierteil". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vierteil/dwb?formid=V08824
MLA
Cotta, Marcel. „vierteil". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vierteil/dwb?formid=V08824. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „vierteil". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vierteil/dwb?formid=V08824.
BibTeX
@misc{lautwandel_vierteil_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„vierteil"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-10},
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