Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
ungemach stm. stn.
1, unruhe, vor einer vesperzîte huop sich grôz ungemach lärm und unruhe, daʒ von manegen recken ûf dem hove geschach Nib. 757, 1. dô seite man diu mære, daʒ man rîten sach Prünhilde vriunde: dô huop sich ungemach von des volkes krefte das. 529,2. ich sach in grôʒen ungemach von unmanlîchen ungehaben begên Gregor. 2214.
2, was die ruhe stört, unbequemlichkeit, last, unbehaglichkeit, übelbefinden, leid. di naht gemach mîn was niht guot vor sorgen leid ich ungemach frauend. 233,13. vreude ân ungemach hân Iw. 34. si liten ungemach Nibel. 653,2. ir habet erliten hiute vil grôʒen ungemach das. 1914,2. des lîde ich grôʒen ungemach büchl. 2,101. ein teil begund ir semften dô ir grôʒer ungemach Nib. 1195,4. si verkôs leit unde ungemach Iw. 121. disen ungemach sol dir got verbieten Iw. 209. nâch ungemache streben Iw. 29. sîn ungemach hœren unde sehen Iw. 170. 267. ir meinlich michel ungemach Iw. 67. 149. daʒ smæhlîche ungemach Iw. 123. selten mir ie liep geschach, mir geschæhen drîzec ungemach Vrid. 4,16. mir tet disen ungemach herzog Johans, iuwer veter Ottocar im leseb. 824,29. und er in ungemach in ohnmacht (sonst in unmaht) viel als im geswunden wære troj. 22264. ich tuon iu ungemach ich falle euch zur last, Parz. 29,18. durch waʒ tuost du ungemach schiltst du dineme chunelinge Exod. fundgr. 2,88,45. dô hieʒ si Hagenen füeren an sînen ungemach, dahin, wo er es unbequem hatte, ins gefängniss, Nibel. 2293,1, mit anspielung an den gewöhnlichen ausdruck an sînen, sîn gemach vüeren, s. v. gemach.