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stoppen

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
22 in 17 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

stoppen

Bd. 8, Sp. 744
stoppen das Zeitw. ist allg., lautend wie stoppen schw.: 1. trans. a. etwas st. α. eine Öffnung, ausfüllen, dass sie geschlossen ist; en Loch st., enem de Mul st.; de Pif (Tabakpfeife) st.; sech de Täsche vollst.; auch Dinge, die zerrissen sind, st., z. B. Hosen, et Strühdach (udgl.) st. Rip, Allg. — De Kellerlächer st. im Winter Mist davorlegen; et Schurpfönsterchen st. das schmale Fenster an der Stallmauer mit Stroh st.; de Wand st. die Fachwand ausfüllen WEif (sonst mehr zu-, verst.); et St. Verkitten, in der Töpferei Eup-Raeren. — De Owen st. mit Heizmaterial (Holz) füllen Westerw; in den Hochofen fast nur aus Koks bestehende Gichten aufgeben Siegld, Altk; de Min st. Sprengladung im Steinbruch füllen Mayf; de Wüərscht st. mit Wurstteig füllen Heinsb; en Gans st. nudeln Rhfrk; Häjj st. für die Viehfütterung auf dem Speicher einen Sack mit festgepresstem Heu vollst. Siegld; der Boadem as gestoppt der Korbboden ist bedeckt Bitb. — RA.: Komm stopp ens, nemm dech en Pöf Tabak möt! so ladet man einen Besuchenden freundlich ein, von meinem Tabak zu nehmen, — ech moss ens st. mal ausruhen u. mir ein Pfeifchen anzünden; lott mech ens st.! Kemp, Allg. Er sitzt do wie e Aff, wo Strimp stoppt Meis. Se st. dem Mann em Stromp ke Loch, on der himmlische Vatter kled se doch scherzh. von trägen Weibern MGladb. De Schohmächer lüde (löten) met Gold on st. met Pech! Neckspr. Dür-Pier. Arme Mann, stopp deng Wand, zant Gierdröck kennt on't Land! Der Getrudentag (17. III.) bringt oft kalte, rauhe Märzschauern Prüm. Männche, M., st. et Wängche, st. et flöck, et Märzche köt! Schleid-Hellenth. Mer kann nüs dohn, as üch de Mul ze st. Essen zu geben; stopp em ens de M.! mach, dass er aufhört zu sprechen; bringe ihn durch durchschlagende Beweise zum Schweigen Rip, Allg. Dem han ech de Schniss gestoppt, un er hät sech net bedankt der unhöfl. Gast Koch-Lutzerath. Wa mer jedem de Mul st. woll, hätt mer vill ze dunn Köln-Stdt. Et es niet Höj (Heu) genug gewasse, öm die Lüj (alle de Eəsele Aach) de M. te st. Klevld, Allg.; wer alle Lügge de M. well st., de muss vill Heu un Strüh han Rip; mer bräng (brächte) nöt Dreck genog bei, fir all Meiler ze st. Merz-Nunk. Hopp, h., de Drapp erop, de Mädche kren de Schniss gestopp! Neuw-Mendt. Sich de Ranze st. tüchtig essen Rhfrk; (sech) de Wormloucher st. Sieg-ODollend, Jül. En hot vill Lächer (Löcher) ze st. viele Schulden zu bezahlen Trier, Allg.; wat do doə heruttrecks, do kannste all en Loək möt st. Kemp; er stoppt än Loch mit dem annere er deckt eine Schuld, indem er dafür eine neue Sch. aufnimmt Rhfrk, Allg.; lei (hier) roppt er un lo stoppt er Saarl-Berus. — Gestoppte voll u. voll gestoppt gepfropft voll, dass in das Gefäss gar nichts mehr hineingeht; auch et wor g. v. en der Kirch Rhfrk, Mosfrk, Rip; Kapp (Kopf) un (an) K., dicht gestoppt Bernk-Dhron. — b. absol. u. einen Baum st., pfropfen Verbr. nach Wk. VI 21 (possen) in Bo-Vilich, Düss-Benr, Neuss-Anstel. — c. sich Bewegendes anhalten; das Schiff st., anhalten lassen (auch et Schepp stoppt) Rheinschiff; de Wage st. bremsen Kobl-Stdt, Gummb-Nümbrecht, Neuss-Stdt, Geld-Capellen, Duisb; e Affüəhre st. Diarrhöe st. MüEif; et Wasser st. stauen Prüm-Mürlenb 1860; rude Wing, de stopp Köln-Stdt, Allg.; der Ploug (Eg) stoppt geht nicht weiter, da anhaftende Erde ihn hemmt Lennep-Lüttringhsn, Birkf-Bergen, — stoppt sich Kreuzn, Goar, May-NMendig, Schleid-Berg; st. auf den Füssen stehen Sol 1870; de Ber (Birne) stoppt stickst, zieht den Hals zusammen Simm. — d. he lött sek st. bestechen; ömmes st. jmd. etwas zuwenden Elbf, um ihn für sich günstig zu stimmen May-NMendig, Klev-Calcar; den han se gehüreg gestopp ihn mit Speisen versehen, ihm viel Geld gegeben Rip; eich han mich runderöm gutt gestoppt satt gegessen Saarl, Allg. — e. ich stopp der än! gebe dir eine Ohrfeige Kreuzn; glich stoppt de dich eng! Aach. — f. stöppches sein verschnupft sein, einem etwas in geringerem Grade übelnehmen Bitb-Dahlem. — 2.a. etwas (einen) in etwas (unter etwas) st., stecken; de Hänn en de Täsch st.; de stoppt en alles de Nas; de Sache en de Kommod st.; enen en et Tippo st., bei de Zaldate st.; de kann sech jet (vill Schnidde) en de Rebbe st., erenst. viel essen; jet fort-, wegst. Rip, Allg. RA.: Stopp in de Sack, et es drög of natt; wej setten an de Tofel en ete wat! scherzh. Aufforderung zum Mitessen Emmerich. Fragt einer »wat«, statt »wablief« (was beliebt), erhält er zur Antwort: Watt (Watte) st. se en de Ohre! Klevld. Verbr. Dem stopps du nicks onger dat Dümche (Däumchen)! dem ist nichts weis zu machen Wermelsk; ech han er dem ene dronger gestoppt SNfrk. Dem kammer et für on hengen erenst., dann ös he noch net zefredde Rip, Allg. — b. st. spille Versteck spielen, wobei st. bedeutet »Sucher sein, der vorher die Augen zuhalten muss«; er muss st. Mosfrk; Stoppes sp. Wittl. Bernk-Thalfang, Zell-Enkirch, Bitb, Prüm, Daun; Stoppches sp. Saarbg, Wittl, Bernk-Morb, Zell-Löffelschd, Goar-Leining, May-Trimbs; Stöppches sp. Saarbg-Cahren, Trier-Casel, Zell-Blankenr; Pip(en) st. Barm, Elbf; der Sucher muss die Augen zuhalten, er muss st.; er zählt bis zu einer gewissen, vorher festgestellten Zahl; dann geht er suchen; wenn er sieht, muss er am Stoppmal mit Namensnennung aufschlagen; er ruft: eins, zwei, drei, wen eich siehn, get angeschlahn; schleicht sich einer an das St. oder läuft er schneller dahin als der Stopper, so schlägt dieser dreimal an u. ruft: Stoppes, Spiel hal (halte)! er ist dann frei u. braucht also nachher nicht zu st. Allg.; hat der Stopper einen gesehen, ruft er ein stopp, mein st.! Zell-Blankenr. — Stoppe, st., Stänche, halt fest, f. zu ein Kindersp.; mehrere Kinder sitzen auf einer Bank; eins muss sich herumdrehen, ein anderes geht umher u. steckt das Steinchen einem K. in die Hand; dann muss das erstere K. raten, wer das St. hat Bernk-Rhaunen, Ottw-Landsw (stoppel); Stoppesteinchen spille Köln-Stdt. — Abl.: die Stopperei, dat Gestopp(s).
5988 Zeichen · 153 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stoppen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    stoppen s. stopfen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stoppensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    stoppen , sw. V. nhd. stopfen, ausstopfen, zustopfen, verstopfen, anhalten, hindern, undurchlässig machen, Schadstellen …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stoppen

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Stoppen ,

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stoppen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stoppen (engl.), die Schiffsdampsmaschine auf das Kommando »stopp!« zum Stillstand bringen.

  5. modern
    Dialekt
    Stoppenm.

    Lothringisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Stoppe n [štòpə fast allg. ; štòpərt Rem. ; štòbərt Bi. ; šdùbər Ri. Ha. ; štùpən Ho. ; štòp D. Si. — Pl. štòpə, štòbərt…

  6. Spezial
    stoppen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    stop|pen vb.tr. 1 (anhalten) archité (-ta), fermé (frëma), tigní sö 2 (Arbeiten) tigní sö, fá sté sö, tigní sö 3 (mit de…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stoppen

39 Bildungen · 22 Erstglied · 13 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von stoppen 2 Komponenten

stop+pen

stoppen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stoppen‑ als Erstglied (22 von 22)

Stoppentele

WWB

Stoppe-natele f. [verstr.] 1.1. große Nadel zum Stopfen (von Wollstrümpfen). Iek häwe miek mett derr Stoppenotel gans deup in enn Finger sti…

Stoppentelsd

WWB

Stoppe-natel-sad n. nicht existierende Sache, die man zum Scherz einen Einfältigen holen lässt ( Hal Bh).

Stoppenberg

Meyers

stoppen·berg

Stoppenberg , Landgemeinde im preuß. Regbez. Düsseldorf, Landkreis Essen, zwischen Ruhr und Emscher, an der Staatsbahnlinie Essen-Herne und …

stoppenful

WWB

stoppen·ful

stoppen-ful Adj. bis zum Pfropfen voll ( Ahs St). ¶ Vgl.→ stoppede-ful .

Stoppenklake

RhWB

Stoppen-klake -ā:k Merz-Rappw f.: dass.

Stoppen (Subst.)

Wander

stoppen·subst

Stoppen (Subst.) Stoppen (Subst.). He mosse torlät den Stoppen utdrücken. ( Lippe. ) Er musste den Ausschlag geben, die Sache zu Ende bringe…

Stoppen (Verb.)

Wander

stoppen·verb

Stoppen (Verb.) Stoppen (Verb.). Stopp vör de Klüs', Fru Cummerzenräthen. ( Wolgast. ) Um zu sagen: Halt, so geht's nicht. Auf einem Balle i…

stoppenvull

MeckWB

stoppenvull gestopft voll, übervoll: de ganze Tog wir stoppen vull Erichs. Läusch. 114.

stoppenvöllen

KöblerMnd

stoppenvöllen , N. Vw.: s. stoppenvōlen*

stoppenvōlen

KöblerMnd

stoppenvōlen , N. nhd. Stutenfüllen E.: ?, s. vōlen L.: MndHwb 3, 505 (stoppenvöllen) Son.: örtlich beschränkt

Stoppenzieher

RhWB

stoppen·zieher

Stoppen-zieher (s. S.) Rhfrk, Mosfrk, Rip [ -øpən- Altk-Fluterschen ] m.: Korkzieher. RA.: Ja, ja, sat der Bocksenschesser, on do hott er of…

Stoppenzijer

LothWB

Stoppen-zijer m. Falk. (-zeïər D. Si. ; stobbezeïer Bi. ; stubbezijer Ri. ) Pfropfenzieher.

stoppen als Zweitglied (13 von 13)

blōtstoppen

KöblerMnd

*blōtstoppen , sw. V. nhd. „Blut stillen“ Hw.: s. blōtstoppinge E.: s. blōt (1), stoppen

anestoppen

KöblerMnd

anes·toppen

anestoppen , sw. V. nhd. „anstopfen“, ausfüllen, anflicken E.: s. ane (2), stoppen W.: s. nhd. (ält.) anstopfen, sw. V., anstopfen, anfüllen…

bestoppen

MNWB

best·oppen

bestoppen , swv. , 1. verstopfen; versperren; 2. unterstopfen, verbergen; (vgl. mnl.) dat volk b. die Leute zum Narren halten, täuschen, bet…

instoppen

MeckWBN

ins·toppen

Wossidia MeckWB instoppen hineinstopfen; übertr. mit Worten heimzahlen: dee (einer Frau) wull ick 't œwer instoppen Wi Wismar@Sternberg Ster…

ōverstoppen

MNWB

overst·oppen

° ōverstoppen , swv. : verstopfen, versperren , dâr villen de berge tõsāmene dat de Edese ō.-et wart êne wîle (Sächs. Wchr. 191).

tōstoppen

KöblerMnd

tōstoppen , sw. V. nhd. zustopfen, dicht machen, verstopfen Hw.: vgl. mhd. zuostopfen* E.: s. tō (2), stoppen W.: s. nhd. zustopfen, sw. V.,…

vorstoppen

MNWB

vorst·oppen

vorstoppen , swv. , 1. verstopfen, zustopfen, verschließen, versperren, absperren, sperren, de strâte v., (Blutfluß) stillen; Part. prät. (m…

vörstoppen

KöblerMnd

vörstoppen , sw. V. nhd. verstopfen, zustopfen, verschließen, versperren, absperren, sperren, Blutfluss stillen, aufhören machen, verbergen,…

ōverstoppen

KöblerMnd

ōverstoppen , sw. V. nhd. verstopfen, versperren, aufstauen Q.: Sächs. Wchr. 195 (1225-1275) E.: s. ōver (4), stoppen W.: s. nhd. überstopfe…

Ableitungen von stoppen (4 von 4)

bestoppen

MNWB

bestoppen , swv. , 1. verstopfen; versperren; 2. unterstopfen, verbergen; (vgl. mnl.) dat volk b. die Leute zum Narren halten, täuschen, bet…

entstoppen

KöblerMhd

entstoppen , sw. V. Vw.: s. entstopfen

verstoppen

KöblerMhd

verstoppen , sw. V. Vw.: s. verstopfen

zerstoppen

RhWB

zer-stoppen: etwas z., völlig zustopfen; de Strömp sen arg zerstopp durch Stopfen entstellt Rip.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stoppen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stoppen/rhwb?formid=S25654
MLA
Cotta, Marcel. „stoppen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stoppen/rhwb?formid=S25654. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stoppen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stoppen/rhwb?formid=S25654.
BibTeX
@misc{lautwandel_stoppen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„stoppen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-19},
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