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stahl

mnd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stahl m.

Bd. 17, Sp. 553
stahl, m. muster, probe. 11) das wort gehört zunächst dem nd.-nl. sprachgebiete an: mnl. stael, holl. staal, n., vgl.: boits, scamplioen, form, stale, fatzoen, leyst, gelijcnisse dair men wat na maect, forma, exemplar. Schueren Teuthonista 59b Verdam; stael, staelken, monster. exemplum, specimen: exiguum quiddam mercis quod a venditore spectandum profertur. Kilian; mnd. stale, stâl, m. (und n.?) Schiller-Lübben 4, 354 f.; in heutigen nd. mundarten: osnabr. staal, staale (3) 'eine probe zeug, so die lakenhändler den käufern vorlegen'. Strodtmann 227, staal brem. wb. 4, 987; ostfries. staal Stürenburg 258b. ten Doornkaat Koolman 3, 298a. im nhd. kommt stahl, theils als stahl, theils in schwacher flexion (acc. stalen) seit dem 16. jahrh. vor, s. unten die belege, in den wörterbüchern erst seit Adelung. auch für das waldeckische hd. wird stahlen, m. 'kleiner probelappen von ellenwaren' bezeugt. Bauer-Collitz 174. auch in den mitteldeutschen mundarten ist das wort heute verbreitet: luxemb. stoil, plur. stoilen, m. muster, probe (trockener waren). Gangler 435, köln. staale 'musterabschnitt von kleidern u. s. w.' Hönig 150a, pfälz. stāle, staelche muster. Autenrieth 136, nass. und oberhess. stahl Kehrein 1, 387. Crecelius 803; auch thüringisch. 22) dieses stahl scheint entlehnt aus einem altfranz. estal, jetzt étal warenauslage, laden, wozu auch estaler, jetzt étaler waren auslegen, ausstellen, welche wortgruppe ihrerseits aus dem ahd. mhd. stal (s. unten stall) stammt. vgl.: stallen, staelen, merces disponere, exponere, expedire, explicare vendendi causa, στέλλειν. gal. estaller. Kilian 2, 628b. so schon das brem. wb. a. a. o., s. ferner Weigand 2, 792. Franck 350. Diez4 306. ten Doornkaat Koolman a. a. o. für diese herleitung spricht besonders, dasz das wort sich vom Niederrhein aus verbreitet und auch heute auf die westlichen mundarten des nördlichen und mittlern Deutschlands beschränkt ist. seine verbreitung wird es der geschäftssprache der Hansa verdanken. dasz es ins nhd. aus dem niederd. gekommen ist, bemerkt Adelung ausdrücklich. 33) stahl bezeichnet zunächst eine probe, ein kleines stückchen oder masz einer ware zur prüfung ihrer qualität, so ganz im allgemeinen, s. Adelung. Kilian. Gangler 435. Kehrein 1, 387. im einzelnen 3@aa) besonders von zeug, so mnd. s. Schiller-Lübben 4, 354b f., ferner Strodtmann 227. Bauer-Collitz 174. Hönig 150a. 3@bb) ostfries. auch von korn: 'n staal bookweite, hafer. Stürenburg 258b; 30 stalen kôrn, 'n stâl fan dat sâd. ten Doornkaat Koolman 3, 298a. 3@cc) in bezug auf weine, zunächst eine weinprobe, dann auch bezeichnung einer weinsorte (die gewöhnlich stählchen heiszt, s. das. 2): hat der herr rekker (rector) nichts zu versäumen, so wil ich uns ausz meinem hause ein halb viertelchen holen lassen. ich habe jetzt einen köstlichen stahl von einem Bacheracher. pedand. schulfuchs (1673) 56. 44) im mnd. bedeutet das wort häufig das muster, nach welchem der wert umlaufender münzen bestimmt wird, probemünze. so stale schon in niederrhein. urkunden von 1252 und 1301, s. Schiller-Lübben 4, 354a; ebenda weitere belege. so auch (?): efte ik ôk gelt hebbe vor stâl gegeben. Claws Bur 438. diese bedeutung ist vielleicht auch für die ältesten hd. belege anzunehmen: so sach were, das in gen. betzirck mass, ellen, gewicht mangeln wurde, oder kein stahell nit enhetten, so sollen sie es zu Metloch mit recht finden, dieweil es ir oberhoff ist. weisth. 3, 751 (weisth. zu Rimsbach, östl. v. Merzig, 14. nov. 1558); item wo man ele, gewicht und mass im hochgericht von noten haben wurde, wie und wo man die hölen soll und wer die zu geben hab? sagen die scheffen, das sollen thun beide hochgerichtshern, ... den stalen aber soll man finden zu Schwartzenbergh in der grossen stoben in gewart handt, ... wan man aber des rechten stalen schonen will, soll man einen andern stalen machen und den beschutten, und den rechten stalen widerumb gen Schwartzenbergh lieveren, dae man in zur notturft finden möge, die abschuttungh aber soll bei dem Brucker hern meyer verhalten werden. 753 (hochgericht Schwarzenberg an d. untern Saar, 30. mai 1560). doch könnte stahl hier auch irgend ein masz bedeuten. 55) so wol: lindisch tuch 1. stahl. drittehalb stahl. vierdtehalb stahl. in der Erfurter vict.- u. waaren-taxe von 1622 (also etwas wie elle, vgl. stab 9, d, sp. 354f.? vgl. indessen Schiller-Lübben 4, 355a). 66) in neuerer zeit wird stahl vorwiegend mit bezug auf tuchfärberei gesagt. vgl.: staal ... 'die probe, und das beweisende merkmahl, dasz die gefärbten stoffen und tücher die echte farbe haben'. brem. wb. 4, 987. vgl. nl. stael van de verwe, tincture probatio. Kilian 2, 626a. so mnd. up den stail, up enen blauwen stail, stall varwen u. ähnl. s. Schiller-Lübben 4, 354b f. stahl bedeutet hier jetzt ferner 6@aa) 'ein läppchen, welches man in die blauküpe taucht, um zu sehen, ob die brühe den gehörigen grad der blauen farbe hervor bringt'. Adelung. 6@bb) 'stahl der küpe, wächter, fr. echantillon (schönfärber), ein werkzeug, womit die farbe der blauküpe probirt wird, ob sie schon färbt. es ist eine kleine hölzerne scheibe, in deren mittelpunkt eine kleine hölzerne spille steckt. in ein loch dieser spille steckt man etwas wolle, und steckt den stahl in die küpe, so dasz die scheibe auf der farbe schwimmt, die wolle aber eingetaucht ist. nach einer halben stunde nimt man den stahl heraus und bringt die wolle an die luft. ist die wolle grün und wird sie in der luft hiernächst gut blau, so ist die küpe brauchbar, erfolgt dieses aber nicht, so musz die küpe noch mit kalk geschärft werden'. Jacobsson 4, 247b. diese probe heiszt einen stahl abziehen. ebenda (bei Adelung: abstählen, s. auch theil 1, 125). dazu ferner: stahl fällt, 'das pröbchen färbt sich in einer halben stunde nicht mehr so dunkel'. ebenda; stahl steigt, 'das daran befindliche pröbchen wird dunkler'. 250a. s. auch Krünitz 168, 592. 6@cc) im nd. bezeichnet staal dann auch ein gestempeltes blei, das gefärbten tüchern als ausweis ihrer güte angehängt wird. brem. wb. 4, 987. Adelung. Krünitz 168, 593; vgl. nl. stael-loot, sigillum plumbeum pannis telisve tinctis appensum. Kilian 2, 626b. 77) stahl oder zeichenstahl westerw. hier und da für das zeichentuch der schulkinder, worauf sie buchstaben u. a. gestickt oder genäht haben. Kehrein 1, 387.
6400 Zeichen · 183 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stahlM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    stahl , M. Vw.: s. stāl (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Stahl

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    2. Der Stahl , des -es, plur. die -Stähle. 1. Ohne Plural, ein gereinigtes und dadurch gehärtetes, feiner und elastische…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stahl

    Goethe-Wörterbuch

    Stahl [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stahl

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Stahl , Friedr. Julius, geb. 1802 zu München, Sohn jüdischer Eltern, wurde 1819 zu Erlangen Protestant, studierte die Re…

  5. modern
    Dialekt
    Stahl

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Sta h l [ʿStâl Obhergh. Co. Str. Han. ; ʿStôl Bisch. Geisp. K. Ingenh. ] m. Stahl. Dis Mësser he t ke in S. me hr Geisp.…

  6. Sprichwörter
    Stahl

    Wander (Sprichwörter)

    Stahl 1. Der Stahl nimmts nicht übel, wenn man ihn polirt. Die Russen: Der Stahl hört es gern, wenn man ihn graues Silbe…

  7. Spezial
    Stahl

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stahl m. (-[e]s, Stähle) aciá m. ▬ Stahl härten intomporé aciá.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stahl

396 Bildungen · 368 Erstglied · 26 Zweitglied · 2 Ableitungen

stahl‑ als Erstglied (30 von 368)

Stahlberg

SHW

Stahl-berg Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlbesem

SHW

Stahl-besem Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlblech

SHW

Stahl-blech Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlbühl

SHW

Stahl-bühl Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlfeder

SHW

Stahl-feder Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlgabel

SHW

Stahl-gabel Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlgasse

SHW

Stahl-gasse Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlhalter

SHW

Stahl-halter Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlhelm

SHW

Stahl-helm Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlhelmer

SHW

Stahl-helmer Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlroß

SHW

Stahl-roß Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlsand

SHW

Stahl-sand Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlstich

SHW

Stahl-stich Band 5, Spalte 1281-1282

Stahlzinken

SHW

Stahl-zinken Band 5, Spalte 1283-1284

stahlader

DWB

stahl·ader

stahlader , f. ' ein nur bey den schlossern üblicher ausdruck. das eisen hat daselbst stahladern, wenn sich körner und stellen in demselben …

stahlätzung

DWB

stahl·aetzung

stahlätzung , f. ' das ätzen verschiedener figuren auf klingen und andere stahlwaaren, auch auf eisen '. Krünitz 168, 641 , vgl. s. 641—3 un…

Stahlag'

MeckWB

Stahlag' f. wie Stuklag' ( vgl. das ) Wa; Gü Ders .

stahlarbeit

DWB

stahl·arbeit

stahlarbeit , f. 1 1) abstract, arbeit, die zu der herstellung von stahl oder zur verfertigung von gegenständen aus stahl gehört; sowohl von…

stahlarbeiter

DWB

stahl·arbeiter

stahlarbeiter , m. ' ein handwerker, welcher verschiedene feine wahren, besonders galanterie-arbeiten ( nicht aus stahl sondern ) aus eisen …

Stahlarm

PfWB

stahl·arm

Stahl-arm m. : 'starker, kräftiger Arm', Stahlaʳm [ NW-Geinsh ]. —

stahlart

DWB

stahl·art

stahlart , f. : stahlarten, s. stahl II, 1, d. e ; fast alle deutsche stahlarten sind grösztentheils von 10 bis 12 zoll länge. Jacobsson 7, …

stahl als Zweitglied (26 von 26)

Bürdestahl

Adelung

buerde·stahl

Der Bürdestahl , des -es, plur. inus. im Handel und Wandel eine Art Steiermärkischen Stahles, welcher in lange Stangen geschmiedet wird, die…

diebstahl

DWB

dieb·stahl

diebstahl , m. furtum, ahd. stâla fem. von stelan Graff 6, 669 . mhd. mit verbindung zweier gleichen begriffe diupstâle fem. Beichtbuch 68 u…

Eisenstahl

Adelung

eisen·stahl

Der Eisenstahl , des -es, plur. inus. in den Eisenhämmern, derjenige Hammerschlag, welcher unter dem Hämmern des Eisens abspringt, und von d…

Faeßchenstahl

Adelung

faesschen·stahl

Der Faeßchenstahl , des -es, plur. car. Stahl, welcher in kurze Stangen geschmiedet, und in Fäßchen versandt wird.

Gärbestahl

Adelung

gaerbe·stahl

Der Gärbestahl , des -es, plur. die -stähle, ein unten herzförmig gebildetes Stück polirten Stahles, an einem Stiele, dessen sich verschiede…

gebündestahl

DWB

gebuende·stahl

gebündestahl , m. stahl in stangen geschmiedet, die bündelweise verschickt werden, auch bürdestahl. Adelung.

glättstahl

DWB

glaett·stahl

glättstahl , m. 1 1) plätteisen, s. glätten 3 b, Ludwig teutsch-engl. (1716) 783 ; namentlich obd.: wenn Adelheid in die küche ging, um auf …

Häkelstahl

Adelung

haekel·stahl

Der Häkelstahl , des -es, plur. die -stähle, bey den Kunstdrechslern, ein gekrümmter Drehstahl, besonders Kugeln in einander zu drehen, der …

Karnīeß-Stahl

Adelung

karniess·stahl

Der Karnīeß-Stahl , des -es, plur. die -stähle, bey den Horn- und Beindrechslern, ein Stahl oder stählernes Dreheisen, Karnieße zu drehen.

kernstahl

DWB

kern·stahl

kernstahl , m. der beste ( steiermärkische ) stahl, aus gesintertem eisen bereitet. Adelung ; ' stahlerz, stahlstein, woraus man stahl mache…

linsenstahl

DWB

linsen·stahl

linsenstahl , m. bei den kunstdrechslern ein linsenförmiges dreheisen, feine sachen damit auszudrehen. Jacobsson 2, 619 a .

menschendiebstahl

DWB

menschen·diebstahl

menschendiebstahl , m. plagium Stieler 2165 : dem knecht entfiel die kette. menschenkauf und menschendiebstahl traf des bannes fluch. Herder…

Polier-Stahl

Adelung

polier·stahl

Der Polier-Stahl , des -es, plur. die -Stähle, bey den Kunstdrechslern, ein Stahl, d. i. stählernes Werkzeug, die gedreheten Arbeiten von Me…

Raubstahl

DRW

raub·stahl

Raubstahl, m. wie Raub (I) wehr ainen wüder seinen wüllen ... sein ... holz ... wek tregt ... derselb fräfler ist füer ain dieb oder raubsta…

schlichtstahl

DWB

schlicht·stahl

schlichtstahl , m. stählernes werkzeug der drechsler zur feineren glättung Jacobsson 3, 628 a .

schrotstahl

DWB

schrot·stahl

schrotstahl , m. bei drechslern und blockdrehern ein dreheisen, um einen block oder ähnl. aus dem groben abzudrehen, vgl. schrothobel Adelun…

spitzstahl

DWB

spitz·stahl

spitzstahl , m. spitzes stählernes gerät, spitzer drehstahl der drechsler. Adelung. Jacobsson 4, 229 b . Karmarsch-Heeren 3 2, 684, der mech…

stangenstahl

DWB

stangen·stahl

stangenstahl , m. stahl in viereckigen stangen. Adelung, acier en barres. Jacobsson 4, 256 a .

stechstahl

DWB

stech·stahl

stechstahl , m. , stählernes geräth, zum stechen dienlich, besonders in der sprache der drechsler Campe.

Treiddiebstahl

DRW

treiddieb·stahl

Treiddiebstahl, m. Diebstahl von Getreide ein diebstahl der jenigen sachen, so man nicht wohl verwahren kan, als hoͤnig-diebstahl, binnen-di…

Ableitungen von stahl (2 von 2)

Stahle

PfWB

Stahle 'Bolzen im Bügeleisen' s. Stalen 2 .

verstahlen

DWB

verstahlen , ndd. verb. zu stahl ' grundlage, stütze ' ( th. 10, 2, 555): in Osterstade ist staal eine .. terrasse an der auszenseite des de…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stahl". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stahl/dwb?formid=S39604
MLA
Cotta, Marcel. „stahl". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stahl/dwb?formid=S39604. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stahl". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stahl/dwb?formid=S39604.
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