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Spelz

nhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Spelz

Bd. 18, Sp. 712
Spelz (Spelt, Dinkel, Dinkelweizen, Triticum sativum Spelta L.), Weizenart mit vierseitiger, wenig zusammengedrückter, lockerer Ähre, meist vierblütigen Ährchen und breit-eiförmigen, abgeschnittenen, zweizähnigen Deckspelzen, begrannt, wehrlos, behaart und kahlährig, gibt beim Dreschen nicht Körner, sondern nur die von der Spindel abgesprungenen Ährchen (Vesen). Der S., aus Mesopotamien und Persien stammend, wurde schon von den alten Ägyptern kultiviert und ist die Zea der Römer, wird auch seit alter Zeit in Schwaben und der Schweiz als Brotfrucht gebaut (der Lech scheidet ziemlich scharf das Roggen- vom Spelzland). Während im übrigen Deutschland Roggen die Hauptbrotfrucht ist, nimmt der S. in 105 Bezirken Süddeutschlands über 50 Proz. der für Brotfruchtbau verwandten Ackerfläche ein. Das Dinkelgebiet fällt zusammen mit dem Gebiete des schwäbisch alemannischen Stammes und man muß annehmen, daß der S. mit den Alemannen nach Südwestdeutschland gekommen sei. Keltische und germanische Völker scheinen diese Getreideart in Kultur genommen zu haben, und durch die Germanen sind die Römer mit dem S. bekannt geworden. Die Spelzkultur ist aber überall zurückgegangen und jetzt nur noch in Nordspanien von Bedeutung. Vor dem Nacktweizen besitzt der S. Vorzüge nur auf geringem Boden, bei kleinem Besitz und mittelmäßiger Kultur. Die Vesen erfordern besondere Mahleinrichtungen, und das Spelzbrot bekommt schon am dritten Tage Risse. Aus dem unreifen Korn wird Grünkern (s. d.) hergestellt. Der S. enthält im Mittel 11,84 Proz. eiweißartige Körper, 1,85 Fett, 68,22 stickstofffreie Extraktstoffe, 2,65 Holzfaser, 2,07 Asche und 13,37 Proz. Wasser. Das Amelkorn (Gerstendinkel, Reisdinkel, Zweikorn, Emmer, Ammer, Sommerspelz, T. sativum dicoccum Schrk.), mit zusammen gedrückter, dichter Ähre, zweizeilig stehenden, meist vierblütigen Ährchen mit zwei Körnern und zwei Grannen und schief abgeschnittenen, an der Spitze mit einem eingebogenen Zahn, auf dem Rücken mit hervortretendem Kiel versehenen Deckspelzen, wird im Spelzgebiet und in Südeuropa seit alters her (Pfahlbauten von Robenhausen) hauptsächlich als Sommerfrucht gebaut, liefert vortreffliche Graupen und vorzügliches Pferdefutter, aber rissiges Gebäck, wird auch zur Stärkefabrikation benutzt. Das Einkorn (Peterskorn, Blicken, Pferdedinkel, in Thüringen Dinkel, T. monococcum L.). mit dichter, leicht zerbrechlicher Ähre, meist dreiblütigen, reif nur einkörnigen, eingrannigen Ährchen und an der Spitze mit einem geraden, zahnförmigen Ende des Kiels und zwei seitlichen geraden Zähnen versehenen Deckspelzen, wächst wild von Achaia durch Thessalien, Serbien, Kleinasien, die Krim und die Kaukasusländer bis Mesopotamien, wird am meisten kultiviert in Spanien, selten in Frankreich, Deutschland (besonders in Württemberg und Thüringen) und in der Schweiz, im Gebirge auf magerm Goden, gibt dort nur das dritte Korn und wird als Pferdefutter, zu Graupen und Gries, seltener zu Brot verwertet. S. Tafel »Getreide I«, Fig. 5, 6 u. 7. Einkorn ist das in der Bibel vorkommende Kussemeth, aus dem Syrer und Araber ihr Brot machten. In den Pfahlbauten der Steinzeit und bei Hissarlyk (Troja) hat man Früchte gefunden. Vgl. Stoll, Der S., seine Geschichte, Kultur und Züchtung (Berl. 1902).
3266 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spêlz

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Spêlz , des -es, plur. inusit. eine Art des Weizens, welcher sich besonders dadurch von dem gewöhnlichen Weizen unte…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Spelz

    Goethe-Wörterbuch

    Spelz [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spelz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Spelz , s. Dinkel .

  4. modern
    Dialekt
    Spelzf., m.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Spelz f., m. : 1. 'die dem Weizen ähnliche Getreideart Triticum spelta (seltener T. dicoccon, monococcum)', Spelz (šbęld…

  5. Sprichwörter
    Spelz

    Wander (Sprichwörter)

    Spelz Sie hat Spelz im Stroh. – Eiselein, 572.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spelz

60 Bildungen · 52 Erstglied · 7 Zweitglied · 1 Ableitungen

spelz‑ als Erstglied (30 von 52)

Spelzacker

SHW

Spelz-acker Band 5, Spalte 1161-1162

Spelzgewann

SHW

Spelz-gewann Band 5, Spalte 1161-1162

spelzen

DWB

spel·zen

spelzen , verb. , zu dem vorigen, getreidekörner von der umgebenden streuhülle befreien. dann auch allgemeiner von jedem bloszlegen eines fr…

Spelzenbrot

SHW

Spelzen-brot Band 5, Spalte 1161-1162

Spelzenfeld

SHW

Spelzen-feld Band 5, Spalte 1161-1162

Spelzenmaul

SHW

Spelzen-maul Band 5, Spalte 1161-1162

Spelzenmehl

SHW

Spelzen-mehl Band 5, Spalte 1161-1162

Spelzenweiz

SHW

Spelzen-weiz Band 5, Spalte 1161-1162

Spelz(en)acker

PfWB

spelzen·acker

Spelz(en)-acker m. : 1. 'Acker, auf dem Spelz 1 angebaut wird', Spelzackeʳ [ KU-Kaulb ]. — 2. FlN, mda. Spelzäckeʳ Pl. [ KL-Ottbg ], Spelzen…

Spelz(en)birne

PfWB

spelzen·birne

Spelz(en)-birne f. : 'Birnenart, die zur Zeit der Spelzenernte reift', Spelzebeeʳ [ KU-Schmittw/O KL-Reichb ]. — - boßen m.: 'Bündel aus Spe…

Spelz(en)flur

PfWB

spelzen·flur

Spelz(en)-flur f. : FlN; a. 1624: uff den 3 Spelzenfluren [ZW-Battw ( Zink FlN 25)]. —

Spelz(en)frucht

PfWB

spelzen·frucht

Spelz(en)-frucht f. : Spelz 1. a. 1841: Alle Spelzen-frichte sein in diesem Jahr verfroren [NPfGV 1925 78]. —

Spelzengeld

DRW

spelzen·geld

Spelzengeld, n. eine Abgabe bdv.: Dinkelgeld fuͤr zwo virntzaln vnd ein syebendeteil von eime symmerin speltzengeltes 1422 SpeyerKoB. 31a

Spelz(en)grieß

PfWB

spelzen·griess

Spelz(en)-grieß m. : 'Grieß aus Spelz 1', Spelzegrieß [ KU-Schmittw/O ]. a. 1840: Spelzegrieß per 100 Pfund fl. 9 [Kaiserslauterer Wochenbla…

spelz als Zweitglied (7 von 7)

fuchspelz

DWB

fuchs·pelz

fuchspelz , m. 1 1) was fuchsbalg, pellis vulpina. ein kleid mit fuchspelz gefüttert. Steinbach 2, 172 . sprichwörtlich sagt man: den fuchsp…

Schafspelz

Wander

schaf·spelz

Schafspelz 1. Aussen hin der Schafspelz deckt, inwendig der Wolf ihm steckt. – Eiselein, 543. Böhm. : Ovci rouno a vlči srdee. ( Čelakovsky,…

wolf(s)pelz

DWB

wolfs·pelz

wolf(s)pelz , m. , pellis lupina Alberus dict. (1540) 24 b ; Stieler (1691) 467 : ein wolffsbeltz und ein bernhaut sind vor das fieber ... g…

Ableitungen von spelz (1 von 1)

spelze

DWB

spelze , f. getreidehülse, die beim dreschen abfallende spreu: spelze, valvulae, arista. Nemnich. wol aus der älteren femininen form spelze …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „spelz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/spelz/meyers?formid=S12271
MLA
Cotta, Marcel. „spelz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/spelz/meyers?formid=S12271. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „spelz". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/spelz/meyers?formid=S12271.
BibTeX
@misc{lautwandel_spelz_2026,
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  urldate      = {2026-05-20},
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