Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Sichel f.
Sichel f.
Sichel f. ‘gebogene Metallklinge zum Schnitt von Gras und Getreide’, ahd. sihhila (9. Jh.), mhd. sichel, mnd. sēkel(e), mnl. sick(e)le, nl. sikkel, aengl. sicol, engl. sickle ist eine Entlehnung (noch vor Abwanderung der Angelsachsen vom Festland, also etwa Mitte 5. Jh.) aus vlat. *sicila, das (in der Endung wohl an lat. sēcula ‘kleine Sichel’ angeglichen) aus lat. sicilis ‘Sichel’ hervorgegangen ist; zu lat. secāre ‘schneiden, ab-, zerschneiden, operieren, zerteilen’ (verwandt mit Säge, Sense, s. d.). Der einheimische Ausdruck für das auch den Germanen bekannte Werkzeug ist unter Hippe (s. d.) behandelt. Die Entlehnung des neuen Wortes erfolgt wahrscheinlich mit der Übernahme der sogenannten Bogensichel, die die ältere Hakensichel ersetzt; vgl. in: Muttersprache (1966) 70. – sicheln Vb. ‘Gras, Getreide mit der Sichel abmähen’ (15. Jh.). Sichler m. zu den Ibissen gehörender Schreitvogel mit sichelförmig gebogenem Schnabel (16. Jh.).